Ausgabe 
17.3.1750
 
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SlfefiVr Wochen-Malt, Num. XL

Dienstag den 17. Martii I7p.

Mir Hochfürstl. Hestettdarmstädtischer gnädigste Erlaubttiff.

Von der wahren Zufriedenheit

und dem Wege zu derftlbigen zu gelangen.

er ringet vergebens nach einer unmSgklchen Glückfch'gkeit/ weicher fordert/-daß alles in der .Welt nach seinem Kopfe gehen und ihm gerade das wiederfahren soll/ was seine ei­gensinnige Begierde der allweisen Vorsdrge GÖttes vor­schreibet. Denn zu geschweiqen/ daß ein solcher Mensch eine ganz eigene Welt einzuhaben verlanget/ worin er allein

Herr sey / und daß zwcy dergleichen Glückstvrannen nicht beysammen bestehen können/ indem der eine z. E. auf denselbigen Augenblick Sonnenschein befiehlet/ da der andre Regen haben w'll; so verstel-et der geringe menschliche Aeiliand selten was ihm gut ist und trachtet nach Dingen die durch den Schein verblenden/ die wie ein überzucker­ter Gift zwar wohl schmecken/ aber übel bekommen; daher will er bald die Ursache und verabscheuet doch dabey ihre Würkung/ bald verlanget er die Würkung und mag sich doch nicht bequemen die Ursachen und Mittel dazu zu ergreifen. Wenn wir daö Kind mit seinem rechten Namen nennen sollen/ so wünschen diese Leute / die da klagen/ wenn nicht alles nach ihrem Sinne gehet / Einwohner in dem so genannten Schlaraffenlan- de zu sevn/ wo die gebratene Schnepfen in der Luft herum schwermen und / so bald man winket/ stückweise in den Mund fliegen/ auch wenn man ihrer satt ist/ alsbald in

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