Ausgabe 
17.2.1750
 
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ffc Giesser Wochenblatt / Num.VH.

und Nacht sich nicht in einem Puncte von einander absondern, sondern Morgend- iv d Abenddemmerung dazwischen fallen, damit das Licht nach und nach entstehe, u»id wiederum nach und nach vergehe, folglich der Stern im Auge der Menschen und Thieren sich allmählich öfne und schliesse, und hat also die Einrichtung dazu gemacht, daß dieser Mangel dadurch verhütet werden kann.

Zwey Dinge können wir nicht umhin, allhier vor dem Beschlüsse anzufuhren ob sie gleich weniger hierher zu gehören scheinen. Das erste bestehet darin. Wer' trocknes Temperaments ist, der hüte sich vor Dingen, die die Abführung der Feucht tigkeit übermäßig befördern, z. E. vor dem ltarken Gebrauche des Schupft >>ackS. Es ist zwar nicht zu leugnen, daß eben derselbe vielen, die an Feuchtigkeit mrKop- ft Ueberfluß haben, dienlich ist und das Gesicht schärfet. Allein die, von denen wir gegenwärtig reden, haben allezeit Schaden davon zu gewarten. Sonst ist ü- berhaupt zu viel ungesund und diese Regel leidet auch bet) denen, die sonst gute Wür» kung von Schnuptoback empfinden, keine Ausnahm. Auf die Beschassenheit des selben kommt es nicht minder an. Man hat aus der Erfahrung angemerkt, daß der spanische den Augen mehr zusetzt, als der andre, und diejenige Gattungendes (enteren, die den Kopf einnehmen und sonst beschwerliche Zufälle nach sich ziehen, sind denselben gleichfalls mehr als andre schädlich.

Das andre ist dieses. Das Schielen ist ein Fehler, dessen Ursprung ge# memiglich von der Zeit, da man in der Wiegen gelegen, herzuhohlen i|L Ein Licht, oder etwas anders besonders, das die Aufmerksamkeit kleiner Kinder auf sich ziehet, macht, daß sie ihre Augen nach einer gewissen Seite zu kehren sich angewöhnen, weil sie den Leib und den Kopf noch nicht zu drehen vermögen. In einem so zarten Cörper ist leicht etwas verrückt, und eine öfters wiederhohlte und lange er# haltene Stellung, wird ihm leicht natürlich, daher geschieht es denn, dcß bey spä- «wen Jahren mit aller Gewalt dielTheile in keinen andern Stand können gebracht werden, und also muß Der Mensch atsdenn sein Lebenlang in Die Quer oDer ins Creutz sehen. Weil mit vernünftigen Vorstellungen zu der Zeit noch nichts auszurich# ten ist , so muß man sich hüten, daß man Den Kindern keine Gelegenheit gibt, die Augen zu verdrehen, und wenn man merkt, daß sich ein Anfang des Fehlers spüren läffet, so muß man ihnen etwas um Den Kopf binden, welches sie nicht anders als gerade vor sich sehen lasset. _____

Lus Leyden hat mau allhier Nachricht erhalten / daß ter berühmte kheo ogu« und Philokoqn« Derr D. Llbrechr Schulten« daselbst »«Jan. in srten^hr seiner Älter« gestorben. Dessen Sohn/Derr D. Joh. Ja» rod Schulten«/ welcher zu Derborn gestanden, trurfe im Sext. 174-. »onda ais Lehrer terMvrgevl-ndi- scheu Sprachen nach Leyden be.iiseu/ an wo er nun stehet/ und den Verlust seine« Demi Vater« ersehet.

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