Dienstag dm i7teri Febr. 1750. - n
scheinet zugebracht zu haben , uns stark genug bewegen kann, von unserm Hochmuth nachzulassen. Ich stelle mir alle Äugenblick vor, was ich gesehen habe, und mich dünket, ste werden es mir danken, daß ich ihnen davon Nachricht gegeben habe.
Beschluß der Abhandlung vom Auge und den Vortheilen, durch welche man das Gestüt erhalten Hann.
Wer seine Angen erbat en will, der sehe nicht in die Sonne, und andre sehr hell leuchtende Dinge. Denn die allzuhäufige und mit Gewalt auf das Netzhautlein auffahrende Strahlen beschädigen dasselbe eben so wohl, als der allzustarke Schall dem -Ohre nachtheilig ist. Kleine Kinder müssen vornehmlich in obacht genommen werden, daß ihnen nicht in den ersten Wochen zu viel Helle in die Augen fället; weil, gleich wie an ihrem ganzen Leibe alles viel zärter ist, als nachmals bey zunehmenden Jahren, so schadet auch ein geringeres ihren Augen viel mehr, als einem erwachsenen das grössere.
Wie oben angemerket worden, ists nicht rathsam bey allzuschwachem Lichte zu sehen. Deshalben hüte man sich, vor dem Lesen bey der Demmerung, und noch mehr bey dem Mondschein , und halte sich des Abends hell und stätbrennende Lichter. Ein Schirm , der darüber gesetzt wird und dem untern Theile eines Zucker- Huts, von welchem der obere abgehauen worden, gleichet und inwendig hell poliret ist, thut dabey gute Dienste; denn er hält nicht nur die Strahlen auf, daß sie nicht gerade aus dem Lichte ins Auge fallen, sondern er wirft auch diejenigen, welche sonst auf jene Seite gefallen wären, hervor und hilft also das Buch, oder was man sonst vor sich hat, desto mehr erleuchten.
Einige Leute können bey schwachem Lichte wohl sehen, sind aber bey Hellem blöde, weil theils der Stern in ihrem Auge zu weit ist, und sich nicht genug zu» sammen ziehen lästet, theils das netzförmige Häutlein zu empfindlich ist. Sollen nun solche bey starkem Lichte ohne Beschwerlichkeit sehen ; so stecken sie Brillen vor, die, wofern nicht zugleich ein andrer Fehler eine aus den oben unterschiedenen Gestalten erfordert, ausganzgrad geschliffenen und etwas dunkelen z. E- grünen Gläsern bestehen- Von dieser lezten Farbe sagt man ohnehin, daß sie dem Gesichte vorträglich sey, wenn man aber auch darauf nicht rechnet, so lasset doch die geringere Durchsichtigkeit, die von dieser unfc> andern Farben herkommc, nicht alle Strahlen in das Auge, und es ist folglich nun eben so, als wenn das Licht schwächer wäre. Weil über dieses die Gläser gerade sind, so verändern sie den Lauf d<r Strah« len nicht, sondern sie kommen so ins Auge, als wenn kein Glas da wäre-
Wenn man öfters schnell aus der Finsterniß ins Licht, und aus diesem wiederum in jene gehet, so ziehet sich der Stern öfters weit zusammen und wiederum weit von einander. Durch eine solche vielmal wiederhohlte Bewegung wird seine Kraft verringert, und er ziehet sich endlich nicht mehr zu der Zeit da er soll. Daher ist es nöthig, daß man sich ror solchen schleunigen Abwechslungen hütet. Der allweise Urheber der Natur hat selbst in dieser Absicht alles so geordnet, daß Tag und


