Ausgabe 
14.7.1750
 
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Dienstag den i^tcn Jul. i7fo.

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tfncn Geruch uii'ttheile; sondern ihm sein natürlicher aber durch betrügerische Leute in Europa oft gekünstelter Heugeruch bleibe. Der The« wird mehr als einmal getrucknet/ weil er leicht Feuchtigkeit anziehct und zu letzt in wohlverwahrte zinnerne Capsuln ge­packt.

Das war bisher der grüne Thee/ der Theebou ist di« schlechteste Sorte deS vorigen/ wenigstens kann mans nicht anders erfahren/ den man mit weniger Sorg­falt lractiret/ und mit etwas anmacht / wovon er eine braune Farbe und den Rosen­geruch bekommt.

Die Hollander / welche ehedem den Thee nach Europa allein zu bringen pflegten/ vertauschten in China em Pfund Salbev gegen zwei) Pfund Thee/ und je­ne tranken die Chineser mit gröstem Appetit und hiessen sie Europäischen Thee/ zuin Zeichen daß die Welt thöricht ist/ die selbst verzehren könnte/ was ße hat/ und doch mit gröfier Gefahr von andern -Orten höhlt / was ihr nicht mehr nutzt/ als das ihrige.

Der Thee hat keine iveitere Kräfte/ als das warme Wasser überhaupt/ wel­che wir oben bep dem Caffee bereits erzählet / äusser daß seine irrdische Theilgm / be­sonders des Theebou/ eine gelinde zusammenziebendeKraft haben/ dadurch die muscu- lösen Fäsergen des Magens einigeimaffen gestärkt und geschickt gemacht werden/ das warme Wasser desto besser zu vertragen. Wir reden von dem Thee/ wie wir ihn trin­ken , d. i. der sehr lange gelegen und alle Kräfte verlohren hat. Wenn man ibn in China trinkt/ so lang er noch jung und kräftig ist/ mag er mehr Vermögen haben/ um welches wir uns aber/ so lange wir in Giessen sind / micht bekümmern wollen.

Wer die Abwechslung/ oder das Neue / oder aud) das Gesunde liebt/ der kann in den angeführten angenehmen Gedanken des Herrn Krügers p- 43 die Be­schreibung eines delicaten und nicht sonderlich kostbarenCitronemhee finden. Der Ver­leger kann auch mit einem Tractätgen dienen/ darin arigewiesen wird/ einen guten Thee/ auch Caffee / ja Cbrcolave aus Mandeln zu machen.

Dm Laback hat man vor ohngefähr ros. Zähren in Europa angefangen zu rauchen. Damals brachte man ihn aus America; jetzo zieht man ihn in unfern Fel­dern. Der Cnaster ist der rechte american>sche Taback / der seinen Namen von dcm Wort Cmaftro, ein Korb/ bekommen / und heißt daher Cnaster - oder Korbtaback/ weil er in gewissen von Rohr geflochtenen Körben herausgeschickt wird. Man kann ihn aber nun nachmachen / und bekommt daher jetzo keinen ächten Cnaster mehr.

Es ist wohl wunderbar / daß man darauf verfallen ist/ den Taback zu rau­chen. Denn der Geschmack ist denen / die nicht da, an gewöhnet sind / sehr unange­nehm / und an sich ist der Tal ack eigentlich ein Wundkraut. Wenn über dieses der erste gewust hätte/ was im Taback steckt / so würde er schwehrlich das Herz gehabt haben / seine Pfeiff« damit zu liopfen. Denn er bestehet aus den beyden ärgsten Gif­ten / die in der Welt sind. Ein Theil desselben hat die völlige Kraft des Arsmici und Mercurii fuhlimati / um die widernatürlichste und heftigste Bewegung im menschlichen Cörper hmorLubringen. Der andre Theil ist dem Opium u-d, gl, ähnlich und hemmt

Er 3 alle