Ausgabe 
14.7.1750
 
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Giesser Wochen---L>!att/ Num. XXV1IL

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aifo ^inbe/ die durch Erhebung des Zwerchfells das Geblüth in der Lunge mcht or- drntlich lauffm lassen/ und dadurch Beängstigung auch wohl eine von der vorigen un- terfchi.dene Art des Kopfwehes hervorbringen. Davor wäre gut/ wenn Leute/ Vie foid;e Würkung empfinden den Eaffee aus dem Leibe liessen; wenn er aber doch darin Qyn muß/ so thut ein Glas kaltes Wasser / oder Wein / das durch die Kälte den Maaen empfindlich macht und zusammen ziehet/ also so tvoh( die Blähung niederschlagt/ als auch die übrige Ungelegenheiten wieder aufhebt/ gute Dienste. So viel vom Caf- fee; denn weim man sich weiter einliesse/ würde man schwerlich viel Gureö von ihm rühmen / also wenig Dank verdienen können.

Der Thee kommt aus China zu uns/ und mag daselbst vor ohngefahr ros. wahren zu einem gewöhnlichen Getränks worden seyn. Er ist ein Staudengewächs/ das den Rosenstöcken am nächsten kommt / nur daß ep nicht so hoch und nicht mit Dornen wächst. Seine Blütben sehen wie weisse Rosen aus / sind aber kleiner und haben keinen Geruch. Die Früchte sind den Nüßen ziemlich ähnlich / die Blatter aber dem Kirschlaube. Die Chmeser pflanzen ihn auf eigenen Leckern / und an Orte/ wo ihn die Sonne wohl bescheinen kann. Im Herbst machen fir kleine Gruben m die Erde/ und werfen/ weil die meisten verderben / etliche Früchten herein und bedecken fit mit Erde und Mist. Nach drey Jahren wächst ein Strauch herfär, derW'NterS mit Stioh wider die Kalte verwahret wird/ und dann und wann / wie alleGewachse/ beschnitten wird. So bleibt er bis zehen Jahre im Stande/ daß man Blatter von $m Durste Erndte deS THee geschieht zu Anfang des Merzens und dieses ist die allerschönste und zarteste Sorte/ welche unter dem Namen des Kaysers Theebekannt/ oder vielmehr in unfern Gegenden unbekannt ist / weil er bei) grosser Strafe alle an den Kayserl. Chinesischen Hof geliefert werden muß/ wo das Pfund selbst vor >oo. Thaler bezahlt wird. Zu Anfang des Aprils emdtei man zum zweytcnmal/ im An­fang des Mays aber zum dritten mal; und von dieser letzten Sotten bekommen wir. Am Ende des Mays nimmt man vollends ohne Unterscheid alle Blätter ab / und de­ren bedienen sich in Chma die gemeinen Leute. Ben allen Sammlungen ziehen sie Handschuhe von feinem Leder an/ und nehmen ein Blatt nach dem andern ad / daher ,S langsam damit zugeket. , . , K

Der ganz frische Thee kann mcht gebraucht werden / weil er wie das Opium «ine schlafmachende Kraft hat. Man trucknet ihn also auf Oefen / die oben eine eiser­ne Blatte haben/ und die nicht mehr erhitzt werden / als daß man die Hand noch auf der Blatte leiden kann. Die daraus gelegte Blatter rollen sie so lange mit ben Hän­den herum / bis sie sich anfangen zu krümmen. Hernach legt man sie auf Tafckn dis von Binsen verfertiget werden/ und rollet sie ferner/ kühlet sie auch zugleich nut Fächern/ dadurch krümmen sie sich besser/ und behalten die Farbe. Dabcy befleißt man sich aller Möglicher Sauberkeit/ so gar daß den damit umgehenden Leuten gewisse Cptifen porgeschriebm sind/ damit nicht etwa der Äthern dem leicht anziehenden Thee