gil Giesser Wochen- Blatt/ Num. XXVIil.
Schmack machte das Getränk bald in Europa gemein und zwar so gemein / daß man heut zu Tage die Bohnen und ihr Zugehöhr in Häusern uiinift/ darin manchmal kein Brod zu finden ist.
Der Caffee wachst in Arabien auf einem Baume/ der 10. bis 40. Schuh hoch ist/ wie wohl er wegen grossem Unterschied der Wärme hier zu Lande kaum auf 16. kommt. Man hat sie daselbst / wie auch in Ostindien in Plantagen und sucht dazu feuchte und schatligle Gegenden aus. Das Holz des Baumes tfi weich / biegsam und schmackhaft/ die Rinde weißlicht/ die Blätter zwar nicht so dicke / aber giös- ser wie die Lorbeerblätter/ und diese haben weder Geschmack noch Geruch. Der Baum ist das ganze Jahr grün/ und zu allen Zeiten mit Blüten/ unreisten und reisten Früchten zugleichve>sehen. Die Blumen sind wie Jasmine/ weiß/ bieweilen etwas röch« sich und von starkem Geruch. Die Frucht ist Anfangs grün/ hernach wird sie röthlich und bcy völliger Reisse dunkelroth. S>e gleichet einer länglichten Kirsche. Unter der äuffern rothen Haut befindet sich eine wenige zähe und eckelhaft süsse Materie / welche den Kern umgiebt. Der Kern ist anfangs ziemlich grün und durchsichtig/ bestehet aus zwei) Theilen/ zwischen weichen sich eine Spalte befindet / und ein jeder sicht daher einer Bohne ähnlich/ wovon der sonst unschickliche Name kommt. Im Frühling/ Sommer und Herbst ist Ernde/ und die geschiehet also/ daß man Tücher unter die Bäu- Nie breitet und dieselbe schülleit/damit die reisten Früchte herab fallen. Diese trocknet man hernach in der Sonne/ damit die äussere Schale vertrocknet und abgehet. DaS letztere desto besser zu befördern rollet man schwere Walzen darüber her und zwinget also auch dadurch die beyde Bohnen voneinander Zu letzt schwingt man sie/ daß Vie Schälen wie Spreu davon fliegen/ und laßt sie in der Luft vollends ausdnicknen.
Es giebt hauptsächlich dreyerlcy Arten von Bohnen. Die Arabische oder kevantisä e sind die beste aber kleinste und haben eine etwas dunkelgell e Farbe. Die Ostindische oder Javanische sind die gröste und blaßgelb. Die Mestindianische/ oder Amerikanische/ oder Surinamische sind von mittlerer Grösse und grünlichter Farbe. Wer gut vom Caffee urtheilen will / beobachte folgende Regeln. Je grünlicher er ist/ je frischer ist er; wenn er recht trocken ist / so ist er leicht/ doch muß er nicht auf dem Wasser schwimmen; er muß nicht dumpficht scyn/ nicht vom Seewaffer verdorben/ und beym Brennen einen starken Geruch haben.
Man trinckt ihn nach Dr.2(nbry Rath ungebrannt/wie Thee. Wenn aber unser Geschmack Richter seyn darf; so schmeckt blosses warmes Wasser besser. Wenn er gebrannt ist/ muß er bald genossen werden / sonst verraucht das beste. Ja wenn er so wohl recht schmackhaft/ als gesimd seyn soll / so ist folgendes die rechte Art ihn zu bereiten. Er muß in einem verschlossenen Gefäß daß unLr der Zeit wenig oder gar nicht geöfnet wird / nicht zu viel gebrannt werden ; so bad er recht ist / treufftlr man einige wenige Tropfen süsses Mandelöl darauf/damit die Schweißlöcher verstopft werden und das feinste nicht durch die Ausdünstung verlohren gehe/ und schwingt ihn wohl untereinander und lasset ihn also kalt werden. Wenn er kalt ist / mahlt man


