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tx6 Gresser Wochenblatt/ Nuri. XV.

faltig in obacht nehmen muß/ wenn er nicht haben will/ daß derselbe alsbald auS- breche- Dieses natürliche Geschicke aber ist von verschiedenen Gattungen. Betz ei# mger, kommt es von einer Unachtsamkeit her/ vermöge der sie nid)t auf das Zukünfti­ge sehen; davor ist gut / daß man im Sommer fleißig spazieren gehe und öfter- nah» dry den Ameisenhaufen ausruhe / und mit einiger Anwendung auf sich selbst ihren Bemühungen zusehe. Vey andern ist eine gewisse Weichlichkeit und Furcht/ daß man durch vieles Nachdenken um den Verstand kommen/ oder durch harte Arbeit schmerzliche Schwühlen in den Händen kriegen mögen / schuld daran; davor ist dien­lich/ baß man bann und wann emsige Gelehrte/ wie auch die Werkstätten der Hand­werksleuten besuche/ und in den Geschichten Nachlese/ worin sehr wenige Beyspie- le von solchen angernerket sind/ die vor allzugrosser Weisheit rasend worden. Bey tiod) andern ist es eine Würkung der Capitalien / Landgüter / Zehenden u. f. w. Da­vor wäre zwar Rath/ wenn man alles verkaufte und gäbe es den Armen; weil aber diese Arzeney gar zu bitter schmeckt / und man in der Bibel em Exempel findet / daß jemand dieselbe aus den Händen des allervortrefllichsten Arztes nicht hat annehmen wollen / folglich davon wenig Hülfe zu erwarten stehet > so ist der Verfasser auf ein «ndres bewährtes Mittel verfallen / das kürzlich darin bestehet: Man lese öfters in Historienbüchern/ und bleibe mit Aufmerksamkeit bey den Erzählungen von solchen keuten stehen/ die in einer Nacht um alles ihrige gekommen sind/ und von der Ge­wohnheit müßig zu gehen hernach mehr gedruckt worden / als von der Armuth selbst. Der Verfasser hat im Sinn solche Begebenheiten nächstens in einem anmuthigen Ro­man vorzustellen/ und ihn denen zu Lieb ans Licht tretten zu lassen/ die mit mehrere» Behutsamkeit und Zärtlichkeit anzugreifen sind.

Die andre Hauptursache ist ein übermäsiger Trieb zu den Lustbarkeiten / welcher wie alle andre einen Eckel vor dem entgegen gesetzten/ nämlich diesmal der Arbeit/ mit sich führet. Weil man denn also diese Veränderungen/ die man immer in feiner Gewa't hat/ nicht will/ und jene nicht immer haben kann/ so erfolgt daraus eine ganz«, liche Unwürksamkeit/,und daraus die lange Weile- Dieser Trieb hat gemeiniglich sehr tiefe Wurzeln/ wird ordentlicher Weife aus der Wiege/ ja aus Mutterleibe mitgebracht/ oder auch manchmal dermassen von andern geerbt / daß das ganze Ge- blüth durch und durch äugest cket wird/ und ist daher schwer zu vertilgen. Der Pa­tient Kat sich besonders vor Bädern- Sauerbrunnen u. d. g. zu hüten/ ja es ist ihm beynahe alles Nasse schädlich. Wollte jemand ein ganz sicheres Mittel wider der­gleichen au schweifende Begierden wissen; so stehet es zwar in unserer Gewalt em sol­ches vorzuschreiben/ ob man aber so viel Vermögen wird wider sich haben/ es auzus wenden/ stehet dahin. Es wäre dieses. Man fasse einmal das Herz und greife eine Arbeit an/ siy ein wenig bart gegen sich selbst/ bis man sie glücklich zu Ende gebracht hat/ und alsdenn gebe man acht / was vor eine Veränderung m der Seele vorgehen wird / wenn man feiner Hände woklgcrathenes 2Gerf in Augenschein nimmt. Wir sagens eSwnd ein solches Vergnügen darüber entliehen/ dergleichen solche Leute nie­mals