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ix4 Giesser Wochen-Blatt/ Num, XV.

len an dm zukünftigen Abzug aus dieser Welt stehen bleibet / und beyUeberlegunq der rurückgelegten Jahren sich Die Rechnung macht/ wie lange er es ohngefahr noch trei-^ den werde: <3® bhd;t er endlich aus: Die Zeit ist edel/ und man muß sie/ so langO- fie da ist/ geniessen.

Ist «ödem so/ so muß mav sich billig verwundern / daß es Leute giebt/ und zwar so viele/ die beständig über lange Weile klagen. Währt dir die Zeit zu lang und sagst doch/ sie sey edel? Sind dir Die Minuten zu groß und zu viel, und er« schrickst doch/ wenn du dich besinnest/ daß sie ein Ende haben werden? -O wie ein conkradictorisches Thier ist es um einen'Menschen! Ich dächte bey dem Grundsätze/ daß die Zeit edel sey/ und beh der Furcht vor ihrem endlichen Ausgange sollte man wünschen/ daß me Minuten so lang) währeten/ wie Ichre; denn man wird seine Tage keinen Geitzrgen finden/ dem die Ducaten/ Die man ihn auszahlt/ zu schwer sind/ oder Der verdrießlich ist/ daß so viele Kreutzer auf einen Gulden/ den man ihm. gikbt/ gehen. Warum macht man denn diesmal eine so wunderbahre Auönahm von der Regel?

Diejenigen/ die nichts arbeiten können/ oder vor allen ernsthaften Veschäfti- gungen einen Abscheu haben/ sitzen zu der Zeit / da sie mit keinen Ergötzungen ihre Sinnen kützeln/in einer gänzlichen Unwürkiamkeit da; es ist ihnen/ als hatte die Zeit aufgehüret zu fliessen / gleichsam wie Die Sonne ehemals stille stunde. Weil mm ihre Seelen mit einer/ obgleich faulen / Kraft versehen sind / dre in einer beständiges Bemühung neue Empfindunaen bfrtwjubrmgcn bestehet / und Der fofahdj nichts mehr zuwider seyn kann/ als eine solche .Ruhe/ darin es immer einmal bleibt/ wie dßs andre; so entspringet daraus die Klage/ daß ihnen Die Weile lang werde. Wenn rtian Die Hörsale Der Lehrenden besuchet/ so findet man darin zuweilen Beispiele rwn solchen Leuten/ die zu der Zeit/ Da Dinge vorkommen/ die etwas mehr Wirksamkeit als ein Roman ersordern / durch einen weit geöfneten Mund/ aus dem fich ein tiesgehohlter Athen mit einem schläfrigen Laute langsam herauSzrehet/rmd durch Ringung zusammen gefaltener Händen und krachende Dahnung aller Glieder zu ver­stehen geben/ daß sie gerne um eine Stunde älter/ also um soviel naher bey Der Zeit wären / wo sie seufzen roerDen:

O mihi praeteritos referat fi Jupiter annos!

Wollte GOtt/ kämen uns Die verfloßne Jahre wieder.

Diese Krankheit pflegt entiveder junge Leute, oDer solche erwachsene/ die ge* «ugsames Vermögen besitzen / oder sonst ihre Sacken dergestalt einzurichten wissen/ daß sie nicht nöthig haben/ im Schweisse ihres Angesichtes das Brod zu essen/ zu überfallen / und hat folglich im letzteren Falle grosse Aehnlichkeit mit Dem Podagra. Wer mehr nachzudenken Lust hat / wird nicht ohne einiges Vergnügen die Verglei­chung weiter treiben können; besonders wird er gewahr werden / Daß jene eben so schwer zu heilen ist/ als Dieses/ von welchem einige vernünftige Aerzte sagen/ Daß eS Nicht zu vertreiben sey/ wann mw dem Patienten gleich einen Zähen nach Dem ändert, idhauen würde, Die