Kiefer
* WochenMatt,
Nurn. XV.
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Dienstag den 14. April. 1752-
Wit Hschfürstl. Hessendarmstädtischer gnädigsten Erlaubnrß.
Die lange Weile und der Zeitvertreib.
ie Zeit ist edel/ so sagt jederman/ auch die/ die nichts darin zu verrichten haben. Ein geschäftiger hat Ursache/ diese durch den allgemeinen Beyfall des ganzen menschlichen Be- schlechtes bekräftigte Wahrheit zu behaupten; denn der versäumte Augenblick kommt nicht wieder zurücke/ und die , wGelegenheit/ die man zur rechten Stunde nicht ergriffen/
wird umsonst so bald wreder erwartet. Die Freunde des Müßiggangs bebautentroar ni(bt/ daß eine Reihe Tage vergangen/ woran sie nichts gearbeitet haben/ und daß sie also inskünftige bey den, Beschlüsse ihres Lebens viel weniger werden gekhan haben/ als sie würden gethan haben können; sie seufzen auch nicht über die verlohrne Gelegenheit; denn ihre natürliche Liebe zur Bequemlichkeit würde ihnen schwerlich erlauben/ sich dieselbe zu Nutze zu machen/ wenn sie wieder hergestellct werden könnte Allein weil sie doch sehen/ daß die Zeit wie ein Faß ist/ das beständig lauft und niemals aufgefüllet wird/ das von Anfänge und in der Mitten süsten/ am Ende aber trüben und mit bitterer Hefen vermischten Wein/ der gleichwohl nothwendiger Weise auch verschlucket siyn muß/ schenket und endlich auf immer und ewig leer wird: so ballen sie doch einen jeden Tropfen/ besonders von dev ersten und mittelsten/ vor werth/ mit Aufmer ksamkeit getrunken zu werden. Wenn ein solcher bey dem Gedan-
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