Einzelbild herunterladen

Giesser Wochen - Blatt/ Num. xll

326

solchen gegenseitigen Ehrbezeigungen brachten sieden ganzen Tag zu. Als der Rath 25) war beurlaubet worden/ verfügten sich die ehrwürdigsten Glieder desselben und die Freunde der beyden hochanschnlichen Bürgei meister zu dem hochverdienten Tilius Larcius/ dem man die Ehre zugedacht hatte/ und setzten ihm mit Bitten und Vor­stellungen bis in die Nacht 26) zu/ dieselbe anzunehmen. So stark sie anhielten/ so inständig balh er sich ab. Den folgenden Tag/ als er in dem Ralhe ungeachtet alles Zuredens noch nicht zu bewegen war/ stund L. Elölius auf/ ernennete ihn zum Dictator / und er geruhece nicht weiter 27) dagegen zu seyn. Nach übernom­mener höchsten Würde machte er den Sp Cassius zum r8) Oberbefthlöbaber der R«u- terey um zu zeigen / wie groß seine Gewalt/ und sein Ansehen sep/ ließ er 29) die- ____ __ scher

rf.) Es ist zu glauben/ daß cs nach vier Uhr unsers Zeigers/ oder nach der neunten

Stunde bey den Romern war; dann nach der Zeit dorfte keine neue Sache mehr bei­den Alten in dem Rache vorgetragen werden. Seme. de Tranquillic. 168.

z6) Allen, Vermuthen nach istLartius wo nicht diese / doch die folgende Nacht zum Dictator erkläret worden. Zum wenigsten war es sonst allemal gewöhnlich/ einen Diccator bei) Nacht in der Stille zu ernennen, Liv. l. 9. c. 38. L. 4. c. 21. L. zi.c. 22. Dieser Gebrauch wurde erfordert/ wenn die Ernennung richtig und ohne Fehler s yn sollte- Liv. 8. c. 23. Und deswegen muste der Bürgermeister nach Mitternacht aafstehen und sie verrichten. Feiim Longus de Orthograph. in Putfchii Graimnar. antiq. p. 2234. Fefltts voce Silencio furgere

27) £ Q- Cincinnalus weigerte sich zwar auch wegen seines Alters die Dl'ctatur an- zunehmen/ {Liv. 4.13.) aber kein Dictator Hal dabey solche Complimcnten ge- macht/ als der erste-

28- Hierbei) mei kctDrsnysms an, daß niemals ein Dictator obrreMagister Equitum gewesen. Es war demnach ecwaS besonders/ daß M. Fabius Vlltro/ ü!s er den Rach erganzete/ keinen batte/ Liv. 2322. Die Dictator ernenneten gemeiniglich die Ober# befeblsbaber der Rentei cy/ und diese stunden unter jenen. Polyb. lj.c. 87. l. 8.23. Jedoch liefet man/ daß sie den Dictatorn verschiedene mal beygegeben wurden. Liv. 7. c. 2$. & 28. L. 22. c. 8.

29) Vielleicht waren ihrer 24. So viel führte sonst ein Dictator als Bedienten/ die seine Befehle ausrichteten de>) sich. Dinrf.is l. w. & Poiyb. 1. c. Pim^ch in Fabio. Ein Bürgermeister hatte nur 12. Sie hiesen Lictorcs und sind von den deuten Häschern unterschieden. Indem sie voraus gierigen/ erinnerten sie die Leute/ die ihnen begegneten/ durch Zu,ufemdaß sie den obrigkeitlichen Personen die schuldige Ehrerbietung erwiesen/ und ihnen Platz machten. Hierbei) bedienten sie sich avch manchmal der Stecken/ die sie aber gegen ehrbare Frauenspersonen vermöge einer Verordnung nicht brauchen döi ften. Begleiteten sie die Obrigkeit nach Haus; so klopfte einer an der Thür desselben mit einem Stabe. Darüber erfchra/ cins- mals die jüngere Frau Tochter des Fabius Ambusius / als sie bev ihrer Schwe­ster/ der Gemahlin des Trjbunus Militum S- Sulpicms war. Diese lachte sie deswegen aus/ welches jene als ein Frauenzimmer/ dessen Gemürh/ wie Lwms