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EütZcschr'ckrcr Brief. i j

Folgendcu cinqcschickten Brief eines Ungenannten, der dem Ver­leger der Schreibart halber angeftanden, hat er dem Leser zur Veränderung nicht vorenthalten wollen. *

Äi^Leichwie desselben inftltutum , ein fcriptum hcbdomadarium , darin von als lerhand materien ehborierte Stücke gedruckt erscheinen sollen zu eueren, bet) mir in genere viele adprobation findet; also lasse ich mir in fpecie dar­an Wohlgefallen / daß man moralische Aufsätze / welche die emendarion der Sitten und Beförderung guter difciplin und Ordnung zum fcopo haben, hinein zu setzen intenüoniei ct ist; wobei) ich patrionfd) anwünsche / daß solche picccn in den Gemü- thern der Weltkinder eine starke impresson machen/ und zu ihrer correäion nicht we­nig contribuiren mögen. Nachdem ich nun in dem adpendice und averrissemenc des vierten Bogens der vorläufigen Nachricht von dem erwähnten 5cripro mit plaifir ansichtig geworden / wie daß Sie einiger zur tradiation proponierter Materien Meldung gethan/ und ich daraus argumentiere/ daß es concediert fei; / etwas zur elaboration anzugeben; als habe ich mich der pcrmiüion bedienen/ und ein kbeina zu einer moralischen Abhandlung in Vorschlag bringen wollen / in der perfuafion ste­hend / Sie werden meine hbendt nicht ungeneigt deuten. Damit ich nun ad rem schreite / so ist notorisch , welchergeftalt die licemz gewisser junger Leuten soweit ge» diehen/ daß sie bey stiller Nachtzeit/ die zur Ruhe deftmicret ist/ auf den Strassen ganz difTolut jauchtzen/ blöcken / brüllen / heulen und kratzen/ welches ob es gleich al« len friedliebenden und raifonnablen Personen ein rechtes fcandal ist , ft findet sich jedennoch unter so vielen wohl niemand / welchen es so sehr offendieret und imCör- per und Gemütbe adficieret/ als mich / der ich vormahls in der grösten tranquiliität und in bona pace auf einem Dorf zu (eben gewohnt war/ nunmehro mich in einer Stadt/ in einer funerefle, und was noch mehr ist/ in einem kviulen-Sitz als ein valetudmarius, der mit dem malo hypochondriaco stark behaftet ist / durch einen so schändlichen excefs oftmahls so petturbieren lassen muß / daß ich gleichsam äusser mir selbst komme und Die nächtliche Weile höchst verdrießlich, schlafloß und ganz bang passiere; dann so bald das Wetzen / oder die lästerliche clamores: vivat hoch J pe- reat tief! besonders Der defper ue Thon afla I oder sonst ein farieufts Geplärr mir in die Obren Dringet / so fällt in Dem moment alle anention auf ftudia oder sonst gute Sachen bey mir weg/ und meine phantafie wird mit den widrigsten rcprxfen- tationen von Denen defordres auf einmahl occupieret/ welche mir dann atrain bilem commovieren unD mein malum dermassen excitieren/ daß ich nach einem mich an­gestossenen horrore in eine vehemente Beängstigung gerathe / und mir hiernächst alles im Kopf und Leibe herumgehet/ biß mir Der kalte Angst-Schweiß ausbricht, worauf ich mich recht miferable und zerschlagen befinde, und wenn ich mich fo zu Bette begeben muß, entweder vor innerlicher Unruhe, Aergerniß und Schwer-

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