Dienstag tun loten Febr. i?fo. 47
Folglich erkennet man, daß die Gläser sowohl, wenn sie recht gebraucht werden, helfen, als wenn man sich nicht darauf verstehet, unschätzbaren Schaden zuwege bringen-
Wer genuine oder Fernbrillen braucht, untersuche vorher wohl, ob beyde Gläser derselben gleich erhaben, oder gleich ausgehohlet sind. Denn im Fall eS nicht zutreffen sollte, ist nicht allein das eine Glas seinem Gesicht undienlich, son- der» die Augen werden auch dadurch ungleich scharfsichtig gemacht. Die Untersu- chung kann so angesteller werden. Man halte das eine Glas der Brille vor daS rechte Auge und bemerke wie scharf, wie groß u. s. w. man ein gewisses Ding in einer gewissen Entfernung dadurch sieht. Alsdann halte man das andre auch vor das rechte Auge und beobachte ob eben dasselbe Ding in eben derselben Entfernung eben so schars und eben so groß dadurch gesehen wird. Isis also, so sind die Glaser gleich, wo nicht, so sind sie ungleich. Man muß die Probe mit einerlei) Auge machen, weil, wann beyde Augen nicht gleich gut sind, man sich sonst in seinem Urtheil leicht betrügen könnte. Unterdessen wenn jenrand ungleiche Augen hat, so dienet ihm alsdenn auch eine ungleiche Brille, wenn er sich nur in acht nimmt, daß er das schärfere Glas jederzeit vor das schwächere und das gelindere vor das stärkere Auge setzet, zu weichem Ende er sich ein Zeichen daran machen kann.
Künftig eiti mehres. - '
A^Mdem einige zur Ramspeckischen Concurs maifa gehörige extra gute Rhein •vl Weine und zwar »7;6. 17)8. und 17)9. in 9. Fässern, zusammen ohnge- fthr in 14 Ohm bestehend, durch einen öffentlichen Strich Faßweise an Die meist bietende gegen baare Zahlung verkauft werden sollen, und darzu terminus aufMon- tag Den Sten April angesetzt worden; als wird solches lederman hiermit zu dem Ende bekannt gemacht, damit diejenige, welche davon was zu kauften belieben, sich in praefixu Nachmittags um 2 Uhr auf hiesigem Canz!eybau bey Dem darzu bestellten Kiefer, welcher aus jedem Faß den Wein zuforderst zu versuchen geben wird, ein- finden können. Giessen den 2 6ten Ian. 17?°. „ ~
Fürst!. Hestljche Regierung daselbst.
SV* berühmte Herr D. Taylor, welcher bereits den Febr. allhier eintreffen wollen, muste sich selbigen Tag in Butzbach aufhalten, weil ihm ein Käsigen mit Instrumenten zwischen Frankfurt und dorten verlohren gegangen. Einige Niedermerlauer Bauren, welche das Käsigen gefunden und eröfnet, haben, nachdem sie nicht alles zu brauchen wüsten, dem Herrn Dodor dasselbe nebst einem Theil dessen, was darinnen war, wieder zugesiellet. Ob ihm gleich 7® Ducken, ein Ring mit Diamanten besezt u. D. g. daraus entwendet worden , so belodnete er dock den Überbringer des Rests mit ) Ducaten , weil er seine meiste ungemein kostbar verfertigte Gläserne Augen annoch Darin-gefunden- Den 4t<n dieses langte


