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Dienstag den StenDcccmbr. i?fo. ;8-

Em Liebhaber der W ffenschastensiehet in der Historie alle berühmte Toden/ welche darinnen beschrieben weivkn/ wieder !eben. Von ihnen lernet er die Welt vollkommen kenne 1/ sich darin klug aufzuführen und die Klippen zu vermeiden / woran sie Schtsbrnch gelitten baden. WaS für Nutzen würde nicht ein junger Prinz bet) Lesung der Geschichten emeö Alexanders oder eines Casars finden/ wenn er badet) eine gute Anweisung, bekäme? Er würde sich ohne Zweifel dar über entsetzen/ daß so viel Blut unnützer Weise ist vergossen worben: Er würde erkennen/ wie viel Unglück der eitle Pracht der Triumphe dem Ueberwinder und den Völkern/ welche erbe« zwinget/ verursachen kann: Er würde sehen/ wo es mit einer allzuheftigen Begierde rtach einem solchen Ruhme hinaus lauft/ und was für eines Glücks die friedliedende Herren/ weiche ihn dem gementen Vesten aufgeopfert/ genossen haben.

Das Lesen wird ihit von dein Falle so vieler Neichen/ welche eine schlimme Regierung zu Grande gerichtet bat/ benachrichtigen. Es würde ihn unterrichten/daß keine Krone vor den traurig n Zufällen gesichert feg/ und daß kein Thron so fest liebe/ der nicht umgestrnzt werden könnte. Er würde bei) dem T'beriuö und Nero gewahr werden/ daß die Nachkommen weder der Hobeit/ noch der gekrönten Häupter scho­nen. Der Schimpf/ womit die Historie diese Herrn der Welt bele/.et/ könnte ihn vielleicht in Verwunderung fetzen; aber er würde ibn auch um desto mehr verbin­den/ seine Affecten zu beherrschen und auf feine Pflichten aufmerksam zu werden. Alle Zeiten würden ihm endlich eben so viel berühmte unglückliche Herrn als Helden aufwetsen/ deren Schicksal den unersättlichen Hochmuth/ der ihm so oft eingeblasen wordett/ sich den ganzen Erdboden utiterwüisig zu machen/ in ihm wo nicht gänzlich auölöschen/ doch zum wenigsten merklich schwächen würde. Glauben sie nicht/ daß ein Prinz/ der einen wahren Eifer hat/ sich seiner Hoheit würdig zu machen, aus die­ser reichen Quelle mit vielem Vergnügen Unterricht genug schöpfen würde. Und die­se Lehret« sind so nachdrücklich/ baß ihnen ein schmeichelhafter Hofmann weder einen andern Smn bcylegen/ noch deren bittere Wahrheiten verfaßen kann.

Allein was haben wir für einen Vortbctl davon/ da uns diese Häupter der Welt nichts angehen/ als daß die verschiedene Begebenheiten ihres Lebens unsere Neu­begierde erregen; wir/ die wir sehen/ daß die wichtige Hoheit von dem veränderli­chen Glücke beständig verfolget wird / und daß die Thorheit der Menschen damit ihr Spiel treibet? Wenn auch gleich ihr betrübtes Schicksal keinen so starken Eindruck bet) uns machen kann; so finden wir doch bey der Gleichgültigkeit selbst/ womit wir ihre G.fchichten lesen/ eine andere Art eines weit grösseren Vergnügens.

Was entdecket man nicht bey Lesung der Poeten? Man trift darin alle das Angenebine/ welches der menschliche Verstand nur erfunden/ und alle das Sinn­reiche/ welches er nur auSgedacht bat / an. Auch ihre Erdichtungen und Einfälle gefallen und entzücken. Aller was findet man in der Sittenlehre nicht für Hülfe und Trost in den Widerwärtigkeiten des Lebens l Wie gründliche Anweisung gicbt sie nicht seine Begierden zu mäßigen! Wie eilte grosse Lust macht sic uns nicht/ dieTu-

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