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zr-r Giesserw-chm-Blatt / Num. XL1X.

der zeiget sich ihnen nackend und b'.os» wer nichts entdecket/ der muß unter der Last/ die ihn drücket/ verschmachten. - >

Mer sich in die Höhe waget/ und die Gnade der Fürsten erhält/ der steiget auf einer Ltieer/ vrinn Sprossen zerbrechen / so bald er darüber hinauf ist/ so daß/ wenn er einmal herunter muß/ er nothwendig fallen muß. Die aller unfreundlichste Prinzen haben sich einige vertraute Freunde ausgesucht/ und gemeiniglich Leute von gutem Ansehen und geringer Herkunft/ es sey nun/ daß sie dieses gethan haben/ um über dieselbe als über Creaturen von ihrer eigenen unmittelbaren Schöpfung desto unumschränkter gebiethen/ oder um dieselben desto leichter in die maceriam primam re- ducirm und in ihr voriges Nichts verwandeln zu können. Diese stehen selten als Gestirne am Himmel/ sondern find Kometen / die so lange brennen/ als ihre schwef- lichte Substanz währet/ und alsdenn verschwinden.

Grosse Leute sind wie Sommersonnenen. Wir essen die Früchte mit Ver­gnügen / welche sie hervorbringen/ aber wir bemühen uns nicht darin zu liegen/ es sey denn daß sich etwas schaltenwerfcndes vor uns stelle. Wenn es endlich Winter wird/ daS sie niedrig stehen und schwach sind/ begnügen wir rms die Scl^nheit ihrer Stralen zu bewundern; sie werfen dieselben mit wenigerem Nachdruck/ uni) meh- rentheils nur um daß Gefolg/ daß sie um sich haben/ ans Feuer zu setzen / und wenn fie fallen/ machen sie cs wie die grossen Eichen/ sie zerbrechen ihre eigene Aesie und der Nachbaren Urholz: Die Gleichheit füget die Gemüther am besten zusammen/ denn sie giebt keine Gelegenheit zum Neid und zur Verachtung; sie giebt den Neigungen ein besser Gleichgewicht; dahingegen so bald einer über den andern hinaus wüchset/ dadurch diese angenehme Verfassung aufgchoben wird. Die Fabel von dem Löwen und dem Fuchs (sagte Julian der abtrünnige) lehret/ daß die Freundschaft mit geringen nicht ganz und gar ohne Nutzen ist. Aber die Vornehmen sollten sich so auf­führen/ daß der Geringere ihn vor gleich halten könnte/ wenn er wahrnimmt/ daß der andre beständig den Unterschied zwischen ihnen vor Augen hat/ uni) ihn lieber selbst in Obacht nehmen/ als sich denselben von seinem Freunde zeigen lassen will. Die Niederträchtigkeit macht/ daß sich jemand von hohem Stande allzuviel herunter lasset. Das Mittel zwischen dieser und der allzugrossen Erhebung ist sehr schwel»- zu beob, achten. Antoninus Philosophus gab denen / die ihm begegneten/ die Hand; Con- stanz saß ohne Saum und ohne Spieß; aber wo findet sich ein Exempel von jemand der nicht an einer dieser Klippen anstösset? Unter diesen zweyen kommt der letzte der Majestät näher. Livius merkt vortreflich wohl an des Camillas Soldaten mi/ ean- dem virtutem oderant & mirabantur, sie hasteten und bewunderten eben dieselbe Tugend.

Die besondre Freundschaft ist nicht allein vergönnt/ sondern auch lobwür­dig ; sonst würbe sich der H. Geist nicht so angenehmer Ausdrücken bedienet haben/ wenn er von ihr redet; und Christus liebte einen Jünger. Sie ist das gröfte Ver- g'ü-