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236 Gl'csicr Wochen-Blatt/ Num. XXXVI.

rwan mtifi ihnen durch feine eigne Liebe zur Wahrheit die Nachahmung leicht und an- öenedm machen man muß sie wegen der Unwahrheit mehr / als wegen allem andern «Wißen; man muß ihnen ihre Fehler verzeihen/ wenigstensgelinder strafen/ wenn sie sic offenherzig gestehen / härter aber / wenn sie sie mit Lugen bemänteln; man muß sie niemals dessen theilhaftig werden lassen, was sie durch dergleichen Wege zu erhalten gedenken/ und muß ihnen an andrer Leuten Exempel zeigen / wre schändlich und sihad- trch gleichen MUMnden^) muß ihnen eine Begierde zum Studieren beybrin-

aen. Dadurch erspahret man eine grosse Menge Verweisen und Züchtigungen/ richtet mehr damit als mit diesen aus / und befestiget den Fiets Bieter alle zukünftige Gele­genheit des Müßiggangs und Verführung. Die Lust zum Studieren aber wird ih­nen dadurch gemacht / daß man siezu emem TH-ile der Gele.-rsamkeit anhalt/ wozu man die stärkste Neigung und Geschicklichkeit bet) ihnen wahrmmmt/ und m Nicht zu einem andern/ der ihnen zuwider ist/ wenn er gleich einträglicher wäre. Ferner tragt dazu vieles bet) / wenn man ihnen alles so leicht und deutlich erkläret / daß sie es gänz­lich fassen/ und über ihre eigne Gelehrigkeit sich erfreuen ; wie auch wenn man auf alle ihre Fragen und Zweifel verständlich antwortet/ was dabey etwa zu schwehr scpn mach­te/ durch Gleichnisse und Erempel unterdessen erläutert/ bis die Zeit kommt/ vaste mehr zu begreifen aufgeleget sind ; desgleichen wenn man sie selbst fraget/ und die Ant- wort auf eine künstliche Weise so darin vorbirgt / daß sie solche f<lb|l finden können, insbesondre tbut ihre vorsichciglich erhaltene natürliche Neubegierde vieles dabey. Las­set man ihnen m>n mich gebührende Ruhe und vergönnet ihnen unschuldige Ergötzun­gen ; lobet sie/ wenn sie das ihrige wohl gethan haben: so wird man feinen Zweck veiWen^^n ^tstrafungen Erwähnung gethan. Es ist also billig / daß wir davon auch noch ein paar Worte sagen. Die wichtigste Wahrheit von ihnen ist diese: sie müssen als Nothmittel angesehen werden / zu denen man nicht eher greister / als wenn kein anders mehr helfen will. Man kann auch ihrer meistenthcils entbehren/wenn mann vermmftig zu werk gehet. Denn wenn man sich bey den Kindern von der Wie. ae an in Auctorilät setzet/ und bei) ihnen einen gewissen geheimen Trieb zur Ehrfurcht/ Liebe und Gehorsam gegen sich dadurch erweckt / daß man ihnen mit einer vernünfti­gen Gelindigkeit/ mit einer weisen Strenge und einer allezeit gleichen und durch keine sichtbare Anetten bewegte Standhaftigkeit begegnet; so folgen sie dem Befehle ganz willig und haben nicht nöthia gestraft zu werden. Freylich wird dadurch sehr selten alles allein ausgerichtet. Wenn man aber bedenket/ daß Fehltritte / Die aus Heberet* hing und einer Der fugend sehr natürlichen Unachtsamkeit entspringen / nichts mehr als eine freundliche Erinnerung und keine Strafe verdienen; so wird man doch so sehr viel nicht mehr zu thun finden. Muß man endlich weiter schreiten / so gehe man Schutt vor Schritt. Man verweise das erstemal gelinde/ das zweytemai harter / daß Dritte* mal drohe man und endlich/ wenn nichts reichen will/greiffe man zur Züchtigung. Man