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Dienstag da, Sten Sept. i?so. t«;

MüssgenSknden aber ein gutes Buch zu lesen/ ist Niemand schädlich. Unter den fluten Büchern aber verstehen wir keine Romanen/ cs sey dmn eins Pamela/ eine lLlanssr; sondern moralische/ Fabeln/ z.E- die vortrefiiche von Herrn cSeNerr, litt* fame Poesien / geistliche und andre nützliche Historien u. d. g.

Die Hebung im Tanzen ist löblich/ trenn sie eine gute Stellung des LeibeS und / waö sonst zum Wohlstände nach VerschieDeuhclt der Umständen erforderlich ist/ »ur Absicht hat- Sie muß aber bey beyderley Geschlecht kein Gang zur Lasterbahne seyn. Mit der Musie verhält siche eben so. Bey erwachsenen Jahren bekommt man gemeiniglich andre Instrumenten in die Hände.

Die Zucht eines jungen Frauenzimmers muß hauptsächlich ihre Silken zum Vorwurf haben. Sie müssen eingezogcn gehalten werden. Des ÄbendS Dürfen sie nicht der Trommel nachlauffen / noch weniger bis in die fpäte Nacht bey juhgeti Mannspersonen alleine sitzen. Denn die Gelegenheit macht Diebe/ und dergleichen Aufführung verderbet / wie Dia Erfahrung lehrt / Den guten Namen/ woran mehr ge­legen/ als man gemeiniglich meinet. Sie müssen früh anstiehen und fleissg seyn; so* wohl damit sie gewohnt sind/ wenn sie Hausmütter werden / als Damir Niemand einen Abscheu vor ihnen habe. Denn welcher Vernünstige wird eine Frau nehmen/ von Der er zum voraus weiö/ daß sie bis zehn Ubr im Bette liegen / Den Tag über nichts als Possen treiben / deö Abends spazieren gehen/ und überhaupt nie etwas schaf­fen wird/ als wenn sie unter Der Hausthüre steht, oder einen Besuch abiegt.

Endlich so muß eine junge Weibsperson zur Haushaltungökunst angehalten werden. Man muß sie Die Güte aller Waaren unD ihren Preis kennen lernen. Man muß sie lernen mit wenigem auslommen/ zu rechter Zeit einkauffen/ am nöthigen nicht sparen / Das überflüßige einziehen. Man muß sie kochen lernen und alles/ was sonst zur kleinen/ oder nach Umstände auch zur grossen / Wirtschaft gehöret. Man muß sie lehren ihr Gesind wohl zu tractiren und zu regieren; ihre Kinder mit Der Zeit zu besorgen; ihrem Mann dermalems recht zu begegnen; ihrer Garderobe mit Ver­stand und Sparsamkeit vorzustehen u. D. g.

Das bisherige hat man nur wegen junger Weibspersonen erinnern wollen/ weil sich vor sich s lbst verstehet/ daß das meiste den Knaben gleichfalls uöthig ist. Fer­ner hat man von Einprägung Der Höflichkeit / Sinnlichkeit / Achtsamkeit u-d.g. st lle geschwiegen/weil in solche besondre Sachen sich einzulassen/ der Raum nicht erlaubet.

Von Erziehung Der Knaben wollen wir nur noch zivei) Stücke/ Die wir beson­ders vor fchwebr halten/ aUbier fürjltd) beleuchten. Das erste ist dieses. Man hat zu sorgen/ daß man ihnen angewöhne mit Der Wahrbeit umzugeren/ und keine Ver­stellung / Lügen/ Arglistigkeir/ und wie es Namen haben möge ben ihnen aufkommen lasse. Die Knaben fordern diese Sorfaltigkeit vielmehr/ als Die Mägdgen / weil sie von Natur so wohl zu D.efcn Lastern geneigter zu seyn scheinen / als auch Durch Den Um­gang mehr dazu verführet weiden. Doch soll cs freystehen/ diese Regel vor ganz all­gemein zu halten. Das beste Mittel Die Absicht zu erreichen bestehet in folgend, m.

Nv, Man