Gresser Wochenblatt/ t-lum. XXXVI.
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genaue Beobachtung ihrer Handlungen zeiget/ daß ihnen die Natur dieselbe selbst ins ^^'Unumgänglichnslhigist/ daß die Aeltern und Lehrmeister der Kinder selbst wohlgesittete Leute sind/ danut jene nicht nur an diesen kein W Exempel /sondern vielmehr eine Richtschnur haben/ nach welcher sie sich achten können. Es ist trefich/ wenn der Vater sagen kann : Gicb auf mich acht; sichst du daß ich dergleichen Boö> heit begehe? und was dergleichen mehr ist.
Da die französische Sprache heut zu Tage unentbehrlich ist/ so ist allerdings sehr vernünftig/ wenn Aeltern 1 die das Vermögen dazu haben / ihren Kindern Französinnen halten oder/ wenn sie dazu geschickt sind/ selbst in dieser Sprache mit ihren Kindern reden. Denn die Erfahrung lehret/ daß die Kinder so viel auf diese Weise lernen / daß ein geringer Unterricht sie nachgehends bald zur Vollkonimenheit bringet. Au dem ist die Aussprache so geartet/ daß ein erwachsener sie recht nachzuahmen nicht mehr im Stande ist. Wollten die Umstände einem Hausvater lieber rathen/ sein Kind so zeitig in der lateinischen Sprache anzuführen/ so hätte man sich Dabei; eben so zu tex» halten/ und der Verfasser siehct keine Ursache / warum / wenn man es anders recht anfängt, man nicht eben dieselbe Wurkung sich versprechen sollte.
Was die zarte Jugend angeht/ wollen wir hierbey bewenden lassen / und nunmehr zu den fernem Jahren forrschreiten- Bisher war es unnöthig einen Unterscheid unter beyden Geschlechtern zu machen/ weil die Regel allgemein ist r man ioll bemühen von der zartesten Jugend an Den Kindern so viel beyzubringen/ als ihr öermger Verstand fassen/ und ihnen ohne ihren Verdruß vorgetragen werden kann. Nun aber müßen wir von einem jeden Geschlecht besonders reden. Das Frauenzimmer mag auch hier den Vorzug haben. .
Mewohl Niemand zu raihen/ daß man emMägdgen zum Studieren anhal- ttl cö sei; Denn man hoste/ sie werde etwas rechts ausrichten und unter Die rare E,rempel gerechnet werden können: so muß man doch nicht auf die andre Extremität verfallen/ und ihnen Den Weg zu aller Erkenntniß verschliessem Unsers Erachtens könnte man sie folgendes lernen lassen. Erstlich ihr Ehristenthum/ woran ohnehin Niemand zweifeln roirD. Zweytens Die französische Sprache / als welche ohne Widerrede em Frauenzimmer zichret. Drittens sauber lesen und schreiben / und zwar ohne Anstoß und deutlich lesen / orthographisch und ohne Schnitzer schreiben. Es wird wohl erlaubt seyn/ dieses insbesondre zu erinnern / weil Die Erfahrung lehrt / daß der Frauenz-m- mer Rechtschreibekunst gar regellos ist. Drittens rechnen. In der Haushaltung ist disse Wissenschaft sehr nöthig / was nämlich Die sogenannte Specieö unD die Regel D tri betritt/ das übrige kann nach Umständen entbehret werden. Viertens Moral; denn das weibliche Geschlecht muß eben so wohl vernünftig leben/ als das männliche.
Darin möchte Die Frauenzimmer * Gelehrsamkeit bestehen. Nach des Verfassers Urtheil aber würden sie auch an mehrerem nicht schwehr tragen/und Die besondern Umstände müssen zeigen / ob das besagte genug ist / oder was noch dazu lnuß. In
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