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Dienstag den Seen Sept. i7fo.

Verst ausforschen / und wie man sie deren gemäß zu tractiren habe/ wohl überlegen. Man wild die Absicht erreichen/ wenn man sie zu gewissen Zeiten / da man ihnen ihre ganze flrepfceit Ml/ j. E- beym Spielen sorgfältig beobachtet. Man wird finden woran sie (ufi haben / und woran sich ein jedes hauptiächlich ergäbet; auch wiederum was ihnen verdrießlich ist/ und wovor sich «in jedes besonders fürchtet. Jenes zeiget/ durch was für Mittel man einem jeden den Unterricht angenehm ,nachen kann. Die­ses lehret/ mit was für Zügeln man ein jedes zu regieren habe/ was für Arten dec Strafen u. d. g. am vernünftigsten zu wählen sind. Beydes muß so gebraucht wer­den/ daß man keine Neigung ihre Kränzen überschreiten lasse/daß man die bösen auS- Motten und die guten nach allem Vermögen zu erwecken suche.

Soll man die Kinder spielend unterrichten / so muß man auf allerlei) sinnen wodurch man zugleich nutzen und ergötzen könne. Z-E- ein Kind das fertig reden kann ist im Stande die Buchstaben kennen zu lernen. Wollte man also auf überzuckerte Mandeln / auf kleine Zuckerwerke, die unten weise Oblate haben / die Buchstaben sauber und mit einer unschädlichen Farbe schreiben / und dem Kinde/ wenn es den Buchstabe» kennet / das Stück zur Ergötzung geben/ so würde es sich gcwis bemühen. Wollte man sie auf Karten zeichnen und mir ihm spielen; wollte inan/wie andre vor- geschlagen haben/ aus einen fünfeckichten Würfel die fünf VocaleS / auf einen acht- rehneckichten die Eonsonantes mahlen und mit ihrien würfeln/ so würde man nicht nue eben so wohl damit zurecht kommen/sondern auf die letzte Weise das buchstabiere» auch beybringen können/ nach dessen Verstände das lesen nicht mehr schwehr iff.

In eben der Zeit kann man auch die Kinder schreiben lernen. Denn sie inclinieren alle von Natur zum zeichnen / und beschäftigen sich also auch mit dem schreiben nicht ungern/wofern man nur di«Sache so angreift/ daß man ihnen selbige nicht selbst verdrießlich macht. Man zeichne ihnen anfangs die Buchstaben recht groß mit Bley- stift vor/ lasse sie dieselbe mit Röthel/ jchwarzer/ grüner/ rother/ u. s. w. Dinte nach- malen/ damit «twaS zu spielen dabev sey / und em Bild herauskomme / daß der kin­dischen Neigung gefalle; nach und nach merke man selbst / wie es ihnen am meisten be- hagt/ und dadurch bringe man sie endlich so weit / daß sie selbst nicht dawider sind/ die Sache ernstlich anzugreiffen.

Unterdessen bringe man ihnen zugleich die nötlftge Begriffe von GL)tt und der Religion auf eine angenehme Weise bcy/ lerne sie Gebäre und Sprüche aus der Bi­bel. Die Moral lasset sich ihnen am besten durch Fabeln vortragen. Denn diese füh­ren einen gewissen Zeitvertreib bev sich und die Mährgen vergnügen die zarten Gemü- tber. Man lasse es aber nicht bep den puren Mährgen bewenden / sondern zeige auch auf eine begreifliche Art die darin enthaltene Regel der Sitten. Hauptsächlich gewöh­ne man die Jugend an die unvergleichliche Regel: was du willst / daß dir die Leute thun sollen / das thue ihnen auch/ und was du willst/ daß dir die Leute nicht thu» sollen/ das thue ihnen auch nicht. Eie ist ihrem Verstände ganz gemäß und eine

Nn r. genaue