Dienstag Len ?tm Jul. i7fo.
^mr treibet uns kein Haß/ sondern Liebe/zum Schreiben. W>r sagen zu dem/ der lächerliche rhaten begehet: Mein Freund! chue das nicht/ sonst rnachst du dich unglücklich oder verächtlich. Ist das nun Bosheit/ oder ist es Liebe? “SS trorte n>er da <15111, und wer verstand hat und den nicht gerade der Schmers von einem ohngefahr treffenden Wurf zu einem unbesonnenen Zorn verleitet. Ist em La« sier des Hohnes werth/ und hat es jemand an sich: Ihr Freunde! was sonnen wir davor/ eaß ^horheil lächerlich/ und daß dieser oder jener damit beladen ist? Wenn er durch uns etwa errettet wird/ soll er und danken / oder des mir der Hellüng notd- wendi.1 verknüpften Schmerzens halber ans und lästern? -Ohne icmand zu schelten/ fugen wir dieses zum Beschlüsse kürzlich an/daß man aus BrlmqueUs Disputation de piftura fimofa p. 9. (cq„ beweisen kann/ derjenige/ der einen ehrlichen/ aus autee Meinung wider die Laster schreibenden Mann einen Pasquillanten nennet/ seu selbk em unverschämter Pasquillant.
Theologische und juristische Stücke sind vor besondre Leser / wiewohl jene allen dienen können. Ernsthafte Aufsätze müssen die meisten feyn. Vor einen Schna- ckenschreibelIäßl man sich nicht gebrauchen/ verlangt auch/ daß man die munterge- fchilebens Sachen mit genügsamer Aufmerksamkeit ansehe/ und wahrnehme/ daß sie nicht blos zum Lachen/ sondern zu einem grössern Vortheile geschrieben sind. Wer nichts ernsthastes lesen mag/ dem kann der Herr Verleger mit dem Eulenspiegel und dergleichen Werken dienen. Die hier geltende Bedeutung des Worts Meraphy- stck ist uns unbekannt/ wir glauben aber/ daß eö dem Richter in dieser und allen andern noch unbekannter seyn mag.
Mer nicht sieht/ daß wir die verliebten Küsse zum Spotte vertheidiget/ dessen Verstand ist in bejammernswürdigen Umständen. Entweder aber hat das Stück das Unglück gehabt in die Hände eines Halbschlafenden Richters zu fallen/oder unser geehrter Freund hat seine besondre Ursachen ein solches unvermukheteS Urtheil zu erdichten. Das letzte ist das glaublichste. Denn wie sollte man deutlicher an den Tag legen/ daß man sich der Satire bedient/ als geschehen ist/ ohne gar mit der Thur ins Hauß zu fallen. Ja / wenn man doch etwas daran auösetzen will/ so ist die Satire nicht genug darin versteckt / und sie würde auch in der That vielmehr sevn verborgen worden/ wenn man nicht besorget hätte/ man nröchte alsdenn denen/ die nicht weiter denken/ als sie lesen/ Ursache geben zu glauben/als sei) es Ernst. Gocra« aber ist so gescholten/ daß nur diejenige/ die seinen Namen nie gehört/ oder glauben/ der Verfasser habe ihn nie gehört / auf die Gedanken gerathen können / man wolle ihn wirklich verachten. Auf alle dergleichen Einwürfe geben wir diese einige Antwort: Wenn wir schreiben so denken wir; wer liefet/ der gebe sich die Mühe auch zu denken.
Die Wörter Leser und Lescnir sind frevlich sehr zweydeutig/ und wir glauben gewiß/ Niemand/ der uns verstehet/ werde leugnen / daß der Buchdrucker mehr Leser hqk/ als der Schreiber. Wir müssen aber was dieses betriff / alles eines
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