Dienstag den 7ten Jul. i7fo. xii
sten geschehen/ wenn wir unsres Freundes Brief jetzo von Work zu Wort beantworten.
, ,L Es ist uns angenehm / daß so wohl unser Vorsatz/ als die Ausführung des. flben/ des -HerrnVerfassers Beyfall erhalten. Damit er sich nicht fürchte/ von den meisten deswegen eines üblen Geschmackes beschuldiget zu werden / so melden wir «dm zum D oste doch uns ohne Vorwurf der Ruhmredigkeit/ daß er Gesellschaft bat/ und daß em guter Abgang bei) Auswärtigen/ auch bei) weit entfernten uns den Much giebt unter dem Schutze deö Sprüchworts/ daß der Prophet in seinem Vaterlande nichts gilt/ ein und anders unangenehmes Urtheil vor übereilt zu halten und es en,er » och nicht zu ihrer völligen Reisse gediehenen Ueberlegungskraft zuzuschreiben. Man denke nicht/ daß wir uns selbst rühmen wollen; denn wir wissen wohl/ was mar» von dem eignen lobe sagt. Man lasse uns aber das allgemeine Recht/ daö einen, ,<den Schriftsteller zukommt/ vermöge d-'ssen er sich freuet/ wenn man seine Arbeit wobl aufnimmt. Man glaube auch / daß man durch gegenwärtige Worte des zun» Augei merk habenden gemeinen Nutzens halber denen den Weg zum Jrrthum verschliessen wollen, die die Güte und Brauchbarkeit eines Aufsatzes aus der Vielheit der Stimmen zu beurtheilen gewohnt sind.
Wir sind also mit unserm unbekannten doch werthen Freunde darin nicht einig/ daß wir mit unserm Wochenblatte den erwünschten Endzweck nicht erhalten. Wit meinen ein und das andre Gute bereits damit gestiftet zu haben. Doch nennen wir es nur überhaupt / weil man leicht errathen kann / was für Ursachen hindern/ daß wir dieseömal nicht vei ständlichet sprechen dürfen. Ja wir sind davon durch Zeugnisse gewiß/ daß wir unfre Absicht/ wo nicht bei) allen / doch bei) vielen ; wo nicht in Der S>adt/ doch bei) Auswärtigen; wo nicht in der Nähe/ doch in der Ferne erreichen / und wollen daher mit der göttlichen Hülfe und unter Erwartung besserer Zeiten unsre noch nicht vor unnütz zu erkennende Arbeit fortsetzen.
Allen zu gefallen i|t unmöglich. Wir verlangen es also nicht. Ja wir wollen nur wenigen gefallen / damit wir den verständigen gefallen. Die unsre Blätter durchziehende Unbarmherzigkeit hat uns/ Gottlob! noch nichts geschadet/ wird es auch wohl ins künftige nicht thun. Wir sprechen mit einer von Niemand übel zu deutenden Sicherheit/ weil wir uns einer redlichen Gottes und aller vernünftigen Menschen Beystand würdigen Absicht und nicht des mindesten bösen Nebenzweckes bewust sind.
Der Name Settel ist uns nicht verdrießlich. Denn wir haben unsrer Arbeit selbst keinen hochtrabenden Titel vorgesetzt. Soll aber eine Verachtung dahinter verborgen seyn/ so rettet uns Der kaum vorherstehende Absatz. Zu fernerer Verthei- digung aber melden mir / daS Der am Ende des vorigen Jahrs viermal wiederhohlte Vorbericht einen jeden belehren Fan / warum wir keine sehr tiefsinnige Abhandlungen emrücken wollen. Man verstehet/ uns wie wir wohl wissen/ öfters übel/ da wir lauter über den gemeinen Horizont nicht viel erhabne Dinge vortragen; was würde gesche- feen/ wenn wir/ wozu wir sonst im Stande zu seyn Ehrenhalber glauben müssen/
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