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von verschiedenen unnützen Gebräuchen. f

d. g. vollgefüllet, und da man sich genug von ihm auswarten lassen, hat man ihm dre Gefälligkeit erzeiget, wieder fortzugehen. Um nur das Hauptsächliche zu be» rühren , was versteht man letztlich hier wohl durch einen Diener ? Gewiß keinen Menschen der verbunden ist, zu thun, was man ihm gebietet J Denn alle Diener von der Art machen nur dergleichen beschriebene Aufwartungen, und lassen sich zu andern Diensten nicht gebrauchen. Dieser Ton bedeutet also in solchen Gelegen» heuen gar nichts- Wann einem Unerfahrnen dergleichen Redensarten vorgespro­chen und von ihm vor gründlichen Ernst ausgenommen würden , so könnte man ihm nicht verdenken, daß er sich dieselbe wohl gefallen liesse. Allein da der Hören­de gar wohl weis, daß des andern Herz nichts oder ganz was anders denket; der Redende auch nicht fordert, daß man ihm glaubeir soll , ja vielmehr sehr unwillig werden würde, wenn man ihm glarwte : so ist es schwer zu begreifen , wie ver­nünftige Leute, vornehmlich wenn sie Zuschauer haben, sich ohne zu Lachen zusam­menstellen und mit einem ernsthaften Gesichte und vielen beschwerlichen Lubesbe- wegungen dergleichen Dunst einander unter die Nas blasen können. Dem unge­achtet geschiehet es alle Tage, und der geringste Vorfall gibt darzu Gelegenheit.

Besonders ist ein sehr wichtiger Umstand , der viele Complimenten verursa­chet , um das Messen. Denn so bald dieses einem in der Gesellschaft wrederfäh- ret, so bücken sich die übrige und wünschen , daß es wohl bekommen möge. Der Gebrauch mag von einer Seuche, die zu Pabsts Gregorii M «gm Zeiten die Niessin- den schleunig hingerissen haben soll, oder von den uralten heidnischen Aberglauben, oder wo man sonst will, herzuholen sey« ; so macht ihn fein Ursprung weder gut noch böse, indem ein jeder seinGotthels aus keiner Absicht, sondern aus bloser Ge­wohnheit spricht, und man würde nichts daran aussctzen , wenn das Messen nur das geringste an sich hätte, woraus man begreissen fönte, daß sich ein solcher Zu­ruf darauf schicket Denn wir zweifeln, ob unter allen unfern Lesern einige sich eines Beyspiels eri »nein werden, da dasslbe jemand etwas genutzet oder geschadet hätte. Warum gratuliret man einem nicht, wenn er ein Stück Brodt hinunter geschlu- cket, daß es Nicht im Halse stecken geblieben ; oder wenn er ein Glas Wasser ge­trunken , daß es ihm nicht in die unrechte Kehle gekommen ? Denn, in Wahr­heit , diese Sachen sind viel gefährlicher, und haben, so lange die Welt stehet, wohl mehr Menschen um das Leben gebracht, als die obige Seuche, wenn sie auch ihre vollkommene Richtigkeit hat, und weil sie viel öfter vorkommen als daS Messen, so gewähren sie den Complimentenliebhabern viel bessere Gelegenheit ihre Beredlsamkeit ju z-igen, als dieses.

Doch dem Himmel sey Dank, daß unsre Vorfahren darauf nicht verfallet» sind. Dann ma - kan sich leicht vorstellen, was man alsdenn das ganze Jahr über »uezustehen haom wurde, wenn man bedenket, was man in diesen Tagen leiden

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