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ttir nach unsrer Einsicht hierher rechnen. Allem/ so viel wir begreifen/ so nutzen die we.ße und schwart- durchsichtige Sommermäntelgen $u gar nichts. Die Warme halten sie nicht ab/ weil die Sonne durch und durch scheinet. Vor die Kälte sollen sie nicht seyn / weil man sie nur in Sommertagen traget. Bedecken sollen sie nicht/ sonst machte man sie dichter und nicht wie die verkehrte Iasousiefenster. Zur Zierde taugen sie auch nicht. Dann sie überjiehen öfters einen Theil eines Kleides / der viel schöner ist/ als sie selbst. Wir haben die glaubwürdige und ganz gewisse Nachricht/ daß man diese Tracht zu erst an der Frau eines gewissen müßigen Mannes in Paris/ dessen Handwerk in Verfertigung der Fliegcndecken vor die Pferde bestünde/ wahrgenommen. Weil sie nach dasiger Landsart sehr kostbar geputzt war/ so hielte mansie vor eine Dame vom Hofe / und machte es ihr gleich nach / drauf legten sich unser Frauenzimmer auch dergleichen zu. In der That/ wer diesen Ursprung weis/ mag sich nicht damit behängen / und weil der Verfasser überzeugt ist/ daß viele rechtschaffene Frauenspersonen Anstand nehmen werden/ die von einem so geringen Weibe aufgebrachte Mode nachzuahmen/ so hat er sich verbunden erachtet / feine Nachricht mit- rutheilen.
Sollten die Kleider nicht nur zu nichts dienen/ sondern noch überdiesesdem/ der sie an hat, und anderen beschwerlich fallen/ so sind sie desto mehr zu schelten. Die Aeifröcke wird man schwerlich hierzu rechnen dörfen/ denn wir haben gehöret/ daß vor langen Zeiten einmal eine Frau von der Brücke zu Franckfurih herunter in den Mayn gefallen/ und von ihrem Fischbeinrock glücklich über dem Wasser gehalten tvorden/ und wir die gläserne Männgen/ die an einer hohlen Kugel hangen/ darauf geschwommen/ bis sie errettet worden. Folglich dienen dieselbe zur Erhaltung Leibes und Lebens/ und nutzen wenigstens eben so viel/ als gar manchem unter uns sein Degen/ nur noch mit dem Unterschied/ daß sie das Futter in den Röcken nicht so zerreissen. Unterdessen aber könnten sie doch/ wie die angenehme Erfahrung zu lehren an- sänget/ in denjenigen Gelegenheiten füglicher hinweg gelassen werden/ wo man vor Wassersgefahr hinlänglich versichert ist/ z.E. wenn man in die Kirche/ oder einen guten Freund in der Stadt zu besuchen gehet. Wir wollen zwar das unsrige männ- tid; bevtragen/ wenn es dahin kommen wird/ daß sie aus Den Garderoben des Frauenzimmers gänzlich sollen verstossen werden; unterdessen aber gönnen wir ihnen aus angeführter Ursache noch einen Platz unter Den Reisekleidern. Zur Zierde sich ihrer zu bedienem ist unsers Erachtens ganz widersinnig. Denn da der Mensd) die schönste Crea- tur ist/ so stehet das Kleid am besten/ das seine Gestalt am natürlichsten auödrucket/ und/ je mehr es dieselbe verändert/ je mehr uerfiellet es. Behält aber das Frauen- zimmer im Reifrocke nur noch das mindeste von Der natürlichen Menschengestalt? Wir können zwar Den choshaften Ausdruck des deutschen Diogenes nicht billigen; wann er aber sich höflicher ausgedruckt hätte/ so hätte er Recht/ indem er sagt/ die geschnierte und mit Reiftöcken geputzte Weibsbilder sahen denen zusammengedruckte» Bütte»/ twwf ein umgekehrter Zuckerhut gestellt worden/ nicht ungleich. Die ! i S $ Schnier-


