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Giesser Wochenblatt/ Num. XV»L.

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Kvar irr beyden Gelegenheiten ihren Dienst chun/ uttb im Winter bedienen fich einige wemge fammetener Haubenfutterale. Wein warum zwingt man sich zu solchen unbe- ttiemen Weitiäustigkeiten / da man es viel kürzer beguemer und »roch dazu viel schöner haben könnte. Der Verfahr masset sich zwar nicht so viel ftanzösischen Schneiderverstand an / daß er sich vor fähig hielte/ eine Mode vorzuschlagen/ von der er sich einen ge- wissen Beyfall versprechen könnte. Weil man aber doch aus dem bisherigen sein gu­tes ehrliches Herz gegen das liebe Frauenzimmer wird genugsam ersehen haben; so- glaubt er/ man wird wenigstens seinen aufrichtigen Willen loben/ und nimmt daher sich d>e Fret-hert seinen unmasgeblichen Rath zur Prüfung und allenfalls zur Folge vorzulegen. Thäte nicht ein Hütgen eben dieselbe oder noch bessere Dienste als die al­lerschönste Hauben? Wir haben einmal die Ehre gehabt/ daß eine schöne Jungfer zum Scherz unfein Hut sich aufgesetzt und/ ob er wohl nicht sonderlich hübsch war/so kam sie darin uns doch viel niedlicher vor/ als in ihrem besten Staatsuachtzeug. Die Hutgen tönten etwas kleiner feyn/ als unsre. Wenn sie kostbar seyn sollten/ so könn­ten lie von schwarzem Sammet im Winter/ und im Sommer von Gros di tour, und vabei) mit breiten durchbrochenen güldenen oder silbernen Spitzen besetzt/ auch zur Noch mit Federn/ die doch wohl besser auf einem Weiber- als Männer-Kops stehen / gezieret seyn. Die dreyeckichte Gestalt unsrer Hüte ist/ wie wir meinen/ artigr wenn man aber etwas besonders haben will/ so kann man solche nehmen/ dl> zum Amazonen Habit gehören. Nur wollten wir gehorsam gebetten haben / daß matt bey der schwarzen Farbe bleibe / weil sie mit den weißen Gesichtern am besten absiicht,, und doch nicht leicht jemand gern vor schwarz gehalten seyn will. Damit sich der übri. ge slnzug dazu schickt/ so wollen wir im folgenden weiter daran denken. Doch ehr wir vom Hutgen Abschied nehmen/ so bitten wir noch eins; nämlich daß man sich nicht nod) einigen Mannsleuten richte/ die die ihrige unter den Aermen mit sich schlep­p'- DE unsere anfmW gelobte Lehrmeisterinnen haben uns gäirzlich überführet/ ?Kei' ^ode den Verstand nicht zum Führer gehabt habe. Sie

s ^ut gehöre auf den Kopf/ und wollten wissen / was wir von ihnen Hal- ff' /(.tvLann/e ^re ^chtzeuge unter den Aerrnen tragen wollten. Am aller» bab' ""^äerühret/ da sie sprachen/ wenn die Mannsleute ja etwas- "nd dabey der Natur/.deren Spiel man bey den ungejivunge» SÄIT? licbflen wchrnehmen könne/ vernünftig folgen wollten/ so sollten ' s^Ochuhe darunter fragen / denn so könnten sie wenigstens die Sohlen desto bef» ^^Schönheit ihrer Strümpfe/ wie sonst Der gekräuseten Haaren und

Cfn Schuhe nichts taugen/ den Fehler eben so/ wie Ivnlt das Alter und die Flecken der Hute/ verbergen.

uiaen überS'-51bfid)ten 1,1 nod? fern<r abzunehmen/ daß diese-

SMenftU md) .$cnEe.n/ oder so zugerichtet werden/ daß sie ihren SShS n,d)f können wohl stehen. Wir wollen uns gerne

neö bessern unterrichten lassen/ wenn wir etwa in denen Stücken fehlen sollten/ dis wie