ijg (£>»cflcr Soeben s#2M4tt/ Num. XV1H.
scheiden/ ob etwas an ihnen nöthig/ gut und artig/ oder überflüssig/ schädlich und lächerlich sey. Em jeglicher kann sich daraus selbst eine vollständige ^rleiderord- ming herauöziehen / an welcher nichts auszusetzen seyn wird/ wenn, er neben diesem zugleich noch auf die Umstände seiner und'andrer hohem und geringeren Personen acht hat; denn aus diesen muß das übrige/ welches aus der Absicht der Kleider allein nicht beurtheilet werden kann/ hergeleitet weiden. Der Vortheil des Landes soll hier nicht in Betrachtung gezogen werden < weil wir uns so weit einzulassen nicht gedenken/ auch keine ausführliche Kleiderordnung vorschreiben wollen / als worzu man uns keine Macht gegeben hat. Diese Gesetze gehören- bekannter Maßen ohnehin zu denjenigen/ welche selten gehalten werden.
Aus dem ersten Tkeile der angeführten Absicht erhellet/ dass matt in der Art sich zu kleiden cs verstehet/ wenn man seinen Leib damit nicht so bedecket/ wiers die Ehrbarkeit erfordei t- Die löbliche Frauenzimmerschaft wird unö zu gut halten/ wenn wir auf ausdrückliches Begehren der oben angeführten werthesten Gönnerinnen Men höflich vorhalten / daß unter ihnen nicht gar wenige verdienen / dieses Fehlers halber glimpflich getadelt zu werden. Es herrschet bey einigen die Meinung/ daß man un« nökhigcm Grüblen und vergeblichem Nachsinncn curiöser Menschen vorzukommen^ ihren Augen zeigen müsse/ daß die kleine Welt eben so wohl mit Hügeln versehen sey/ alS die grosse. Wir sind von Natur nicht so boshafter Art/, daß wir uns überreden/ oder auch wohl gar öffentlich sagen sMen / Man habe mehr im Sinne und wolle etwa bas Herz des unschuldigen Nebenmenscl'en dadurch mit gefährlichen Lüsten erfüllen/daß man ihm weiset die heutige Even haben auch noch Acpfel/ wodurch sie den Adam verführen können. Das sey ferne von uns; wir glauben festiglich/ daß man weiter nichts damit e>halten/ als bleserdings beweisen will/ man scv ein Frauenzimmer/und habe wenigstens vierzehn Jahre zurücke gelegt. Um zu gefallen hat das schöne Geschlecht ganz andere Mittel. Ihre natürliche und eigene Artigkeit/ die Munterkeit ihrer Seelen/ der Verstand der aus ihren Reden hervorleuchtet/ und ihre Tugend reitzet ver- nunftige Personen so sehr/ daß man keine andre Kunstgriffe nöchig hat. Es giebt über# dieses so hölzerne Mannsleute/ wenn es Emst ist/ die da ungescheut bekennen/ cs sey ihnen gleich viel/ ob sie em hübsches Frauenzimmer / dem die kaum erzählte Eigen- schafttii fehlen / und die schöne schaugelragene blose Gegend ihres wohlgebildeten Leibes oder eine saubere Bildsäule ansehen. Wenn die Sache so beschaffe»» ist/ so ersuchen wir die den Stand der Unschuld.' was die Kleidung anbetrift/zum Theil nachahmende Sckönen / ihrer Gesundheit zu liebe sich besser zu verwahren. Wir Mannsleute ver- sprechen ihnen bey unser»» Ebren/ daß wir doch glauben wollen/ was wir nicht sehen/ urid das wir es zum Ueberflu'sie uns noch viel schöner vorstellen wollen/ als eS dann und wann zu seyn pfleget. Die Aerzte rarhen / daß zur Zärtlichkeit gewöhnte und sich durch alierleo fremde warme Getränke und dergleichen noch ferner schwächende Lent« die Brust warm halten sollen/ und sagen/ daß man durch diese Vorsorge vielen schweren Krankheiten entgehen könne. Wie sollten wir ohne Betrübniß wahrnrhmen fön#
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