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Dienstag den zten Novembr. i7fo. J47

aus 4«) eigener Macht und mit einer unabhänglichen und unumschränkten Frey- heit m 47) göttlichen und menschlichen Sachen ohne Anstand erkennen/ unbedingt« Aussprüche tbun und unwiderrufliche Endurtheile 48) fällen. Es könnte schon genug seyn/ diese Beschreibung gegeben ju haben/ um den geneigten keser von der Vortreft lichkeit eines eigenmächtigen Dictators kräftig ju überführen: Allein es ist der Mühe tvohl werth/ daß ich nach deren Anleitung dessen seltene und herrliche Vorzüge meinen _ höchst.

äusserlich zu gebiethen habe. Nein/ darauf kömmt es hier nicht an/ sondern vielmehr auf ihre entscheidende und gewaltige Worte/ welche allein durch ihren unum. schränkt herrschenden Willen bestimmt werden/ und als Befehle und Gesetze gel­ten müssen.

46) Was in eines seiner Macht stehet/ das gehöret ihm allein als Eigen zu. Es kommt von innen / er besitzt es vor sich ohnejemandS Zuthun/ und kann weder durch Krankheiten und andre Zufälle/ noch durch die äussere Gewalt eines Men­schen gehindert/ zernichtet uud entrissen werden. Das gehet über alles/ wie die liefstnmgen Stoiker gar gründlich eingssehen haben. Eptflet. Enchir. c. 2. c«m nort var. Was von andern herrühret/ äusserlich und zufällig ist/ das stehet nicht in eines seiner Macht / und ist nicht fein Eigen/ als Adel/ Geld und Guth. Von diesen saget deswegen Seneca de Benef. 6. j . Non [km veflra, und von jenen Ovidttis Me- tarn. 1 j. v. 140. 141. Nam genas O proavos, O ejnae *on feierns t ipß, ptx e»

t>oßra voco. Indessen ist nicht zu leugnen/ daß der Adel und Reichshum zur Aus. dehnungund Aeusserung der eigenen und innerlichen Macht überaus viel beytragen.

47- Das Erkennen und Entscheiden in diesen Sachen setzet zwar nach der gemeinen Meinung die Wissenschaft davon voraus/ und nach der Erklärung des Plato und anderer Philosophen ist die Wissenschaft der göttlichen und menschlichen Dinge nichts anders/ als die Weisheit: c«. de off', i. 4;. & z. 2. Allein es hat seine Richtigkeit/ daß es auf die erstere bey einem eigenmächtigen Dictator im geringsten nicht ankömmt/ und daß er dem ungeachtet die Weisheit bey sich selbst ohne Wider­spruch in vollem Maaße sinder. Darum fället er mit der größten Zuversicht und Fertigkeit in göttlichen und menschlichen Dingen die entschiedendeste Urtheile.

48) Diese Beschreibung kann man kurz fassen und richtig sagen; ein eigenmächtiger Dictator sey einer/ welcher Machtsprüche thut: Sintemal das Wort Macht- spruch von solchem Nachdrucke ist/ daß es däs Beschriebene mit einander in sich be­greifet/ uud weit mehr sagen will / als ein Ausspruch eines römischen Dictators/ welcher nicht aus eigener Macht tanv Zur Nachgieng es also wohl an/ daß man einen eigenmächtigen Dictator einen Machtsprecher nennete: Es würde aber eine wahrhaftig unglückliche Uebersetzung seyn/ wenn man einen römischen im Deutschen so nennen wollte / wie Philippi in seinem Werke: Cicero ein grosser Windbeu­tel/ auf der 146. S- gerhan hat.

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