Ausgabe 
3.3.1750
 
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iS- Giesser Wochenblatt / Nurn, IX.

andre und keine tüchtigere Beweise vor die Unsterblichkeit der Seelen hätte/als diefen- so würde eS schlecht um dieselbe cwösehen.

Andere halten die Gespenster vor den Teufel/ welcher ftd) als e n Taufmd­künstler einen Leib aus Lufft bereite unt) darin zum Vorschein konrme. Weil sie also diese Gesichte vor ein untrügliches Merkmal ansehen/ woraus man die Wirklichkeit deS Teufels darrhun kömre; so beschuldigen ste diejenige/ welche den Gespensterge» schichten keinen Glauben bevmeffen / daß sie auch den Teufel vor nichts und vor einen eingebildeten Putzemann ausgeben / und dadurch zugleich die Religion untergraben. Was wir aber kaum geantwortet haben/ das gilt hier wieder ohne alle Veränderung. Denn es muß auch erst richtig erwiesen werden / daß hinter diesen Nachtlarven nichts anders/ als der Teufel stecket / und wenn das alles nach aller Schärfe geschehen ist; Lo läugnet der nicht / daß es einen bösen Geist giebt/ der die Gespenster vor Fabeln hält/ sdndern er stößt nur den gegenwärtigen Beweis davon um/ und kann wohl aus an­dern kräftigeren von seinem Daftyn vollkommen überzeuget seyn.

Ob es also gleich geschehen kann/ daß diejenigen / welche aus Unverstände die Seele vor eine mit dem Leibe vergehende Kraft und den Satan für ein Gedichte hak­ten/ und von aller Religion keine Freunde sind/ die Gespenster auch verlachen; sokann man daraus keines Weges folgern / daß andre/ die mir jenen/ was das lezteStücke be- trift / überein kommen / auch der ersten Meinung BeyfaU geben. Noch viel weniger «der kann man ihnen mit einigem Scheine der Warheit zur Last legen/daß sie GOltund htin Wort / Himmel und Hölle/ und alles/was heilig >st/ verachten und verspotten.

Aus der H. Schrift wollen nicht wenigen die Wirklichkeit der Gespenster be- ästigen/ und daher sagen sie/ müsse man die Schrift nicht vor wahr erkennen/ und al» Jb das Christrnthum über den Haufen werfen / wenn man jene läugiren wollte. Un­ter diesen beziehen sich einige darauf/ daß die Apostel Christo deutlich gesagt/ daß sieGe- spenster glauben/ und er habe ihnen ihre Meinung gelassen/ ohne etwas darwider zu Aam/oder sie deswegen zu bestrafen, z. E. Luc. xxiv, 37. und Marc, vi, 4?. so Wäre dieses nun eine irrige Einbildung gewesen/ so hätte CH? i(luö/ der sich mit der Umvarheil so wenig vertragen kann / als das Licht mit der Finsterniß/ chnen solche ohne Zweifel verwiesen. Wir/ die wir nicht im Sinne haben die so genannte Geister irr gegenwärtigem Blatte Vogelfrei) zu niachen/ wollen nicht entgegen seyn/ daß mandie- fe Schlüsse vor richtig annehme. Allein wer anderes Sinnes ist / kann doch vor feinen Schriftverächter auSgeqeben werden / indem derselbe keine biblische Stelle vor falsch / sondern einen daraus gezogenen Schluß nicht vor bündig erkennet. Tritt man denn dadurch der Ehre des göttlichen Morts zu nahe/ wenn man sagt / es se» uns gegeben, damit wir den Weg zur Seeiigkert/ nicht aber die Erkenntniß der Natur dar- Kus lernen sollen, Christus habe auch nicht diese sondern jenen zu erklären im Sinne zehabl ? Ja wenn wir Feinde der Gespenster waren / so würden wir noch folgende Antwort geben/ von welcher uns nicht bekannt ist/ ob sie sonst in Betrachtung gezo« -en worden. Weil Christus sich hey der Apostel Meinung M nicht aufgehalten / son-

, dem