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bern ihnen deswegen weder Recht noch Unrecht gegeben; so siebet man daraus/ daß nach dem Urtheil JEsu/ d. i. nach per vollkommenen untrüglichen Warheit/ der Religion nichts daran gelegen ist/ ob man diese Dinge glaube/ »der nicht. Denn wäre eins von beyden nüthig/ so würde sich der Heiland deutlich erkläret Haden. Die Redensart: Seydgeerost, ich bms,fürchtet euch nicht/ tbut auch weiter nichts zur Sache. Denn die Apostel meinten/ was sie sahen / sey nicht Christus/ und daS war falsch-, deswegen sagte der H§rr: ich bms. Sic fürchteten sich/ und weil sie cS nicht Ursache hatten/ sondern derjenige dey ihnen war / der der allergrüste Schutz und Schirm ist/ so sprach er: fcyt> getrost und fürchtet euch nicht. Eben (oz lassen sich auch / ohne die Schritt zu verletzen, dieWorre ausleaen: Ich brns selber/ fühlet mich und sehet; denn ein Geist har nicht Fleisch und Bein / wieihr sehet/ daß ich habe ; denn wann gleich die Poltergeister nicht zugelassm werden/ so bleibet diese Rede dennoch wahr und unversehrt-
Noch andere beziehen sich auf die Erscheinung Samuels / die dem Könige Saul geschehen. >-Sam. und stehen also in der Meinung / daß man ohne die H. Schrift der Unwarheit zu beschuldigen die Gespenster nicht unter die erdichtete Dinge rechnen dürfe. Allein die Sache sey wiederum / wie sie wolle/ so gehet man zu weit in diesem Schlüsse. Die meiste Gotteo'gelehrten halten ohnehin dafür / daß die Erscheinung nicht der Samuel selbst gewesen/ sondern als ein Betrug vom Teufelhergerühret. War es also nur ein Betrug / wie kann man sich an der Schrift versündigen / wenn man sagt/ die Hexe von Endor habe ihn selbst gespielt? dnn es nicht der wahre Samuel war/ so ist es ja nun einerley / wer sich davor ausgegeben. Ubcrdieß stimmet die ganze Erzählung mit dieser Auslegung gar wohl überein. Denn Saul hat den angeblichen Samuel nicht selbst gesehen/ sondern er fragt die Hexe: wen fiehest du kann sie denn nicht Wind gemacht haben / indem sie sagt/ sie sehe das und das? Saul hat zwar hernach die Reden gehört; allein er war in einem andern Zimmer v. r i. kann denn nicht die Hexe/oder jemand anders / die Stimine Samuels nachgemachl haben ? und wenn was wirkliches da war / warum Hardie Zauberin den Saul in ein ander Zimmer quartiert ? Daß das Weib / welches sich anfänglich stcllete/ als kennete sie Saul nicht/ ihn hernach erkannt/ da Sanruel kommen sollte / ist kein Wunder; denn sie konnte sowohl aus der Peison/ die vorgellellet werden sollte / errathen wen sie vor sich hätte / als aus Sauls ungeineiner Länge gewiö wissen / d.;ß sie nicht irrete. Sie konnte auch von den Weissagungen / die Samuel in seinem Leben gethan/ so vielErkenntniß haben/daß sie solche Sachen sagen konnte/ die hernach eintraffen.
Es ist also klar / daß wer die Gespenster läugnet / die Worte der H. Schrift vollkommen / nicht aber die gemeine Auslegung glaubet. Und folglich ist auch dadurch vollends erwiesen / daß der Religion am Glauben an die Gespenster nichts gelegen. Was die Vernunft und die Erfahrung dazu sagen/ lässet sich vor dieses mal wegen Kürze des Raums nicht ausführen. Wenn wir aber vernehmen werden/ daß der geneigte Leser eine» Gefallen daran haben sollte; so wollen wir ein m der mal daran gedenken. 2 i Recht-


