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dieselbe r doch greift er es listig an / damit es nicht zu offenbahr gemerkt weide/ denn als ein Lügner tfl er gewohnt, aussen anders auszusehen/ als innen. Der Schluß ist also richtig/ daß ein solcher zu allen Schandthaien / die verdeckt geschehen / allezeir bereit ist. Wie sollte ihm denn zuwider fryn so gar zu stehlen / unD andre nicht viel bessere Streiche zu begehen / wenn er sie heimlich halten kann ? Der Lugner kann es also nicht übel nchmen/ wenn er/ alS ein in allen Arten der Laster ersoffener/ in den Augen andrer abscheulich ist / und daß er in allen zweifelhaften Fallen bev jede» man die Vermuthung wider sich hat / d. i. daß man alle Bosheiten / Die man ihm nach- sagt/ ob sie gleich nicht erwiesen werden/ eher zu glauben als nicht zu glauben geneigt ist.
Es liessen sich noch viele andre Anmerkungen machen / alS daß em schwerer Tag kommen wird / an welchem wir werden von allen unnützen Worten eine genaue und alsdenn mit harter Strafe zu rächende Rechenschaft geben müssen / u. d. m. Die Kürze aber besiehlet/ daß wir hierbei) abbrechcn.
Nur das ist noch zu erinnern. Es giebt eine gewisse stille Rede / da man zwar mit dem Munde nichts spricht/ durch die Tbaren aber das völlig ausdruckt/ was hätte gesagt werden können. Zeigen unsre Werke wirklich daS an / was unser Herr denkt/ so handeln wir aufrichtig ; zeigen sie aber das Gegentbeil an / so verstellen wir unS. Wir haben eben so wenig Ursache/ alle Verstellungen als böse zu verwerfen/ als wenig wir oben alle und jede unwahre Reden ohne Unterscheid tadeln konnten. Denn wenn wir durch unsre Verstellung niemand beleidigen / so i|t sie ohne Zweifel erlaubt; wenn wir dadurch noch vielmehr uns oder andren Nutzen schaffen/ so ist sie so gar zu loben. Wer etwa hieran Anstand haben sollte; der hat freylich in soweit ganz recht / daß dergleichen erlaubte / oder auch lobenswürdige Verstellungen etwas solches sind / das nur jezo/ da die Welt im Argen liegt, unschuldig oder gut ist/und also denn weder unschuldig noch gut seyn würde/ wenn jederman tugendhaft/ redlich und aufrichtig wäre. ES ist an dem/ daß man in diesem letzteren Umstande nicht Ursache hatte sich zu verstellen/ sondern einen jeden ftey und ohne Gefahr wissen lassen könnte/ waS man denket; und also sind die Verstellungen nur gut / weil die Leute düse sind. Das ist aber auch alles / was wir wollen. Wir sprechen so/ wie es die Zeiten erfordern/ darin wir leben/ und sind eS zufrieden/ daß im Stande der Unschuld eine ganz andre Moral gelten soll.
Allein diejenige Verstellungen / die auf den Schaden des Nebenmenschen abziehlen / sind in der That stumme Lügen / und stehen also mit ihnen in gleichem Grade der Verdamniß. Es ist an sich gleich viel / ob man mit Händen und Füssen/ oder mit der Zunge lügt. Das falsche bleibt falsch / und / was Schaden bringt/ bleibt böse / womit es immy vollzogen wird.
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