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Dienstag den rten I»n. 17 f»# 17;

Millen noch mit eignen Bewegungsgründen lenken/ daS eine zu thun und das andre zu lassen. Die Sache erfordert also selbst/ daß »vir die letztere annoch berühren. Aus vielen andern/ die wir der Kürze halbervo»begehen/ merken wir nur zwei) an/ worun­ter der erste dieser ist/ daß derjenige/ welcher einmal auf der Lüge ertappet worden/bev allm vernünftige»» seinen Glauben gänzlich verliehrct. Das ist kein geringes l Marr wird kaum vor halb ehrlich angesehen/ und so bald »na»» den Mund ofnet/ so machet sich die Gesellschaft fcbon die Rechnung auf eine neue Lüge. Verirret sich auch einmal die Wahrheit und lasset sich auf der Zunge eines beruffenei» Windmachers finden; so glaubt sie doch niemand. Ja wenn man schon etwas davor» von andern vernommen und bereit war/ es als richtig anzunehme»»; so verschwindet aller Bcyfall auf einmal/ weil sich ein bekannter Aufschneider zum Zeugen aufwirft. WaS noch ärger ist/ so mögen ehrliche und rechtschaffene Leute nichts mit einem solchen zu tbun haben / weit sie zum voraus vermuthen / daß er sie mit Winden abspeisen wird. Hat aber das Uo« qlück eine gewisse Verknüpsiing mit dem Lügner über sie verhänget/ so können sie nicht umhin sich einzubilden / daß sie vor» diesem vor Thoren gehalten werden / weil er durch seine Unwahrheiten ihnen;u verstehen zu geben scheinet / daß er ihne», so viel Verstand nicht zutraue / als die Wahrheit vom Falschen zu unterscheiden erfordert wird. Und daraus entspringet entweder ein verächtliches Mitleiden / oder ein höhnisches Geläch­ter °uncö ist ein Zeichen von einem annoch sehr billigen Gemuthe; dieses aber ist eine «ererbte Strafe / über »velche sich ein Windbeutel gar nicht zu beschweren hat. Denn wenn man mirz.E- erzählet/ daß an dem -Orte / wo man zu Hause ist / die Kinder/ hie da sollen getauft »verden / mit fammt der Wiege in die Kirche getragen und auf . den Altar gesiellet werden / so daß deren manchmal drevßig bis vierzig darauf versam­melt sind. wie kann ich mich des Lachens enthalten / da ich mir eine solche Armee

Quf einem Altarberge vorstellen soll / der grösser / als die ganze Kirche dessel­ben Orks / ist - In was für Falten soll ich mein Gesicht legen / wenn ein Soldat/der kaum vierzig Jahre alt ist/ mir von seinen Thäten vorspricht / die er m dreyßigjahri- gen Kriege verrichtet haben will? böse zu werden/lohnet es nicht die Muhe; also bleibt nichts übüg als daß man lache. u . ...

Dieses allein ist zwar im Stande einen Menschen / der noch etwas auf die Cbre hält / von De»» Lügen abzuwenden. Weil aber diejenige / die an diesen einen Gefalle»» haben/ über jene schon so ziemlich hinweg sind / so ist diensamnoch einen an­dern nicht minder kräftigen Bewegungsgrund anzuführen. Es ist ein bekanntes Sprichwort: Wer lügt / der stiehlt. Dieses hält eine sehr bedenkliche Wahrheit »n sich / die grösser ist / als sie scheint. Denn nicht nur ist kein Laster allein / es hat im# wer seine Gefährden; sondern dasjenige/ von dem die Rede ist / verräth eine Gemüths- beschaffenheit/ vermöge der einer/ der mit jenem behaftet/ zu allem Schändlichen aufae# leget »ft. Wenn einer lüget; so ist klar / daß er sich um Den Schaden feines Näch­sten wenig bekümmert / ja daß er sich darüber erfreuet Sobald also eins Gelegenheit vorkonimt/ wo er sich mit andrer Schaden einen Vortheil erwerben kann/fo ergreift er