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Vierte Probe-

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guemund angenehm ist; denn er hat an nichts Vergnügen als an dem, das seinem und aller Welt HErrn gefällt. Er fraget nicht nach, ob er Ehre davon haben und andre Leute guts darüber urtheilcn werden; denn er sucht nur die Ehre dessen, dem sie allein gebühret, und verlangt nicht mehr , als daß der kein böses Urtbeil über ihn fälle, der ins Herz siehet, und von dessen Spruch alles allein abhänget. Er fraget nicht nach, obs schwer- oder leicht ist ; denn er denket, lder da haben will, daß ich das thun soll, der wird mir auch Kräfte geben und helfen , daß ich seinen Befehl vollbringen kann-

Die bisher beschriebene Anwendung der Erkenntniß GOttes auf sein Thun und Lassen gibt allen tugendhaften Bemühungen den grösten Glanz und erhebet sie auf die höchste Stuffen der Vortreflichkeit. Denn alle Pflichten, die man sich selbst und andern erweiset, werden durch sie zugleich zu einem Gottesdienste. Ein Man«, der sein Leben nach dieser Vorschrift einrichter, ist überall im Tempel, er mag auf seiner Studierstube, auf seiner Werckstatt, im Felde oder sonst seyn, wo er will: bey ihm ist Jahr aus Jahr ein alle Tage Sonntag : er betet nicht nur in seinem Geiste und mit seinem Munde, sondern Hände und Füsse und alle Glieder des Lei­bes sind lauter Zungen, die ihren grossen Urheberohne Unterlaß rühmen und ehren.

Man sagt mit allem Vorbedachte: ohne Unterlaß rühmen und ehren- Denn dieser Gipfel der Tugend, die Gottseligkeit, erstrecket sich von der grösten Hand­lung bis auf die kleinste, ja sie dehnet sich so gar auch auf das aus, was man leidet.

Wiederfähret dem Frommen etwas gutes, so ist sein erster Gedanke, daß er eS der Gnade seines GOttes zuschreibet. Er freuet sich also nicht allein überfein Glück, wegen des Vortheils, der ihm daraus zuwächset, sondern hauptsächlich west es von dem unendlichen Geber alles guten herkoiumt. Wie, wenn uns em gros­ser Herr, oder nur ein sehr werther Freund etwas geringes aus besondrer Zunei­gung verehret, wir es aus Hochachtung gegen den , von welchem wir es empfan­gen , höher halten, als etwas anders von ungleich grösserm Preise: so nimmt auch der Gottselige alle angenehme Begebenheiten als Gnadenzeichen auf und dieses pre- tium atfe&ionis, wenn man es so nennen darf, vermehret seine am Guten habende Freude um desto mehr, je vortrefiicher der ist, von welchem eS abstammet. Er dan­ket dem Höchsten vor den Seegen , den er in seiner Hände Arbeit gelcget hat, wenn er sein Glück zum Theile durch seine Bemühung erhalten; er danket demjel- ben vor die Liebe, die er in den Herzen anderer gegen ihn erw ket, wenn ihm von diesen Wohlthaten erzeiget werden ; und in allen Fällen geniesset er das «hm be- schehrte mit einer zärtlichen Behutsamkeit, um nicht durch Misbrauch unwürdig zu werden, auf eine solche Weise, daß erden Endzweck, warum es ihm gegeben worden, so viel an ihm ist, völlig erhalte. , , -

Trift ihn aber etwas Böses und er hat durch ein Versehen sich solches selbst auf den Hals gezogen; so küsset er mir einer busfertigen Reue die Ruthe, die ihn züchtiget; er weiß, daß ihm der grundgütigeGOtt, der ihn vor der Uebertrettung im Gesetze gewärmt, dieses Nebel nicht zugedacht, sondern ihn damit gerne verscho-

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