Dritte Probe. ,.
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etwas erbauliche- zu sagen, befugt, ja erhat einen Berufdarzu es vorzutragen , und folglich kau er es auch in einem Wochenblatte. Er kan darin durch Abschiiderungen der Tugenden in ihrer Anmuth Lust und Liebe zu ihnen zu erwecken suchen , und durch Abbildrmgen der Laster m ihrer garstigen Gestalt sie verhaßt zu machen trachten. Hierbey kann er sich auch der Satire bedienen.
D- Was Satire! Wollen sie aus einem Wochenblatt eine Pasquillanten- fchrift machen? Soll darin so ärgerlich Zeug vorkommen, als einigemal in der Franck, further gelehrten Zeitung gestanden bat? das will ich nicht hoffen.
Z. Sachte! Was in diese vor anzügliche Sachen gegen gewisse hiesige Personen ohne Grund und aus Unbesonnenheit eingerückt worden, gereichet ihren Verfassern und der Zeitung zu einer gar schlechten Ehre, und wir wollen uns dessen nicht weiter annehmen. Eine Satire aber dürfen sie mir nicht vor so schrecklich halten. Sie ist sehr von einer Pasquille unterschieden. Diese bestehet in einer Schrift, worin die Ehre des Nächsten durch ein boshaftes Gemüth wiederrechtlich angegriffen und gekränket wird. In jener ist das lächerliche und häßliche gewiffer allgemeiner Laster und Thorheiten sinnreich abgemalek, um sie dem Nebenmenschen zu wieder zu machen. Einen solchen Vorsatz hat nur ein redlicher Mann, weicher das Böse, vor dem er einen innerlichen Wicdel willen hat, auf solche Weise zu bestrafen gedencket.
P. Wer gibt ihm aber das Recht zu bestrafen.
Z. Er sich selbst: und zwar nicht ohne guten Grund, und damit thut er weder der geistlichen, noch der weltlichen Obrigkeit Eingrif in ihren Rechte.
P. Das wäre ein Wunder!
Z. Erlauben sie, es gehet gantz begreiflich zu. Die Thorheiten und gewisse Laster, davon die bürgerliche Gesetze schweigen, lassen die Richter ungestraft hrnge- hrn , und machen sich nichts damit zu schaffen. Die Geistlichen bemühen sich zwar durch Vermahnungen und Bestrafungen ihnen zu steuren, sie richten aber üffters, wie die Erfahrung lehret, nichts aus. Wenn nun ein redlich Gemüth , das alte# zeit Gutes zu stiften bemühet ist , sich über dergleichen Sünden , welche die Vernunft vor solche erkennet, "und die nicht allein denen , welche sie begehen , sondern auch oft andern zum Verdruß, Schaden oder Verderben gereichen , hermacht, sie nach ihrer Häßlichkeit gleichsam als in einem Spiegel vorstellet, um einen Abscheu davor zu erwecken, wird es wohl unrecht thun. Mich dünkt so wenig, als ein Comüdienschreiber, dessen Stücke mit Veyfall und nicht ohne Nutzen gelesen und aufgeführet werden.
N. Wollen sie so gar auch den Comüdien das Wort reden?
Z. Warum nicht in gehörigem Verstände? Man darf dieselben nur mit den Possenspielen nicht vor einerlei) ansehen , worin der Hanswurst entweder mit Leib und Seele, oder wie er aus Holtz geschnitzt ist, die Hauptperson ausmacht, und mit den Zugehörigen ungereimte Fratzen hersaget, die wieder die Vernunft und Ehrbarkeit


