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10 Giesser w-chett-Blarrr

Dritte Probe.

Der Verleger bat geglaubt, daß er nicht unrecht thun würde, wenn er felgenden Brief, der ihm von einem guttn Freunde gefenc dct worden, hier abdrucken ließ.

ich gestern in Giessen war, hatte ich in einem Weinhause rmvermuthet ßLLrl das Vergnügen, ein Gespiach , weiches über Dero Wochenblatt geführet wmde, anzuhören. Die Begierde, welche ich hatte, die Ge« dancken der Leute davon zu vernehmen, machte mich recht aufmerksam, und deß- wegen bebielt ich auch altes so gut , daß es mir nach meiner Zurückkunft nicht schwer fiele das , was ich gehörtt hatte, nach der Reihe und fast von Wort zu Wort auf das Papier zu bringen. Es geschah in der Absicht, Ihnen das Ge­spräch schriftlich zu schicken, welches ich hiermit thue, weil ich weiß, daß eS Ihnen nicht uncmqebm fern wich. Die Namen der beyden Manner, oder HErrn , wel­che mit einander r-deten, sind mir unbekandt. Ich will, sie zu unterscheiden, den «inen Y, und den andern Z nennen. Dieser hatte einen gedruckten Bogen in der Ha> d, und jener, als er in die Stube getreten war, fing an:

D. Was haben sie r>a neues ? ,

Z. Es rst ein Stück von einem Wochenblatte, welches hier heraus kom- jrtcti fc II

A. Hcha so ! ist es das ? Ich habe mir schon etwas davon erzehlen lassen. Was halten sie von diesem Dinge ? . . .

Z Mich dünckt, das Vorhaben, solche Stucke hier, wie m andern Stad­ien, und auf ve schiedenm hohen Schulen, wöchentlich heraus zu geben , ist gantz löo ck, uud die Arr, wie sie sollen eingeri6)tet werden, mißfallt mir auch gar nicht.

A Das konnte ich mir wohl einbilden , daß sie einen Gefallen daran Ha­den würden. Dbne Zweifel stehet ihnen die Sache an , weil sie neu,st ; denn sic sind immer ein Liebhaber ron dem Neuen. . ....

q. <^cb febe es gern , wenn es gut ist. Sw hingegen sind , so viel ich weis, kein^reund davon , und halten es lieber mit dem Alten. Deßwegen wird «in neues bi-siges Wochenblatt wenig Beyfall, wie es scheinet, bey ihnen sinden, den andern. Vie eben so gcsinnet sind, möchte es wohl nicht besser gehen, welches der gu'e" Schrift im Anfänge, wo es ohne des an Urtheilen nicht zu fehlen psle- eet, schlechten Vor-heil bringen wird, . ...

A Nach meiner Prophezeyung hat sie sich des schlechten Vortheils zu ge- trösten-

Z- Wie so? . ,,

2). Sie wird hier wenig gelesen werdest.