Ausgabe 
(31.12.1915) 308. Zweites Blatt
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lender, der ein Prognostikon auf Krieg enthält, ist in unserm an Kämpfen ja leider so reichen Vaterland befonders häufig gewesen. 5 Weiser, Albertus Magnus,der Zauberer, oder der

Aftrologe Nostradamus wird da bemüht, um genaue Auskunft über die dräuende Kriegsnot zu geben.

Auch in unserm Weltkrieg hat man wieder auf solche Prophe⸗ zeiungen zurückgegriffen und sie in wunderlicher Weise zu deuten gesucht. Sagt z. B. Nostradamus:Wenn man die Stimme des seltsamen Vogels wie Orgelton hören wird, dann wird der Scheffel Weizen so teuer sein, daß selbst Menschenfresserei Platz greift, so hat man dies auf die Zeppeline und ihr brausendes Surren in der Luft 1. wollen, und die Prophezeiung:Albion, Kö⸗ nigin des Meeres, wenn die Glocke in der Röhre kommt, dann naht Deine letzte Stunde, soll sich auf das moderne Hohlgeschoß beziehen.Forcht und Erschreckniß ist allbereit seit vielen Jahren schier bei allem Volk das täglich Brod worden, und dieses mit Recht, heißt es etwa in solch einer Kalenderpraktik,dieweil es mit jedem Jahre in teutschen Landen immer schlimmer steht und elle Laster und Schand bei Hohen und Niedern sich mehren. Und kannst du nun in diesem gegenwärtigen Prognostikon, treusinniger, christlicher Leser, deutlich ersehen, wie viele göttliche Strafen durch Teuerung, Hungersnot, Pestilenz, Krieg und Blutvergießen über alle Lande kommen werden. Auch spüter noch haben die Kalender⸗ macher ja gern am Neujahrstage das Wort ergriffen, um mit aller⸗ lei guten Wünschen auch ihre Aengste und! Befürchtungen dem Leser zu Gemüte zur führen, und wir werden uns heute besonders der ergreifenden Worte des klassischen Kalendermannes, Johann Peter Hebels, in seinemRheinischen Hausfreund erinnern, der ja auch in einer schweren Kriegszeit lebte und mit dem Planeten 8 zu Neujahr nachdenkliche Gespräche führt. Er bittet den alten

himmlischen Unheilbringer, doch endlich seinen bösen Einfluß auf⸗ zugeben, damit die Welt wieder Frieden habe, aber er ruft in feinem E Patriotischen Mahnwort aus, daß dieser Frieden nur Wert

habe, wenn er über einem freien, siegreichen und glücklichen Vater⸗ land leuchte. Nur ein solches und lein anderesPrognostikon wollen wir auch zu Neujahr 1916 hören!

1

Bermischtes.

8 Die Silvester⸗Vision des Zaren. Rauschender als sonst wurde die Silvesterfeter 1913 am Zarenhofe begangen, da sie im Vorzeichen des heutigen Krieges und damit der erhofften Verwirklichung des alten russischen Traumes, Konstantinopel zu ringen, stand An Reden und Anspielungen, die dies Ereignis bereits als sicher eintretende Tatsache feierten, in Nikolaus II. ob seiner künftigen Erfolge den größten Herrscher seit Peter des Großen Zeiten priesen, Frankreich und England für ihre Bereit⸗ willigkeit, Rußland zu dienen, lobten, unserer baldigen Vernich⸗ ng zufubelten, herrschte kein Mangel. Doch endlich so wird in den Petersburger Hofkreisen, deren Erzählungen dies Ge⸗ schichtchen wiedergibt, weiter berichtet zog sich der Zar mit einigen Getreuen vom rauschenden Fest zurück, um im Kreise der wenigen Auserwählten den alten, geheiligten Sitten zu huldigen. Lachend, frohen Herzens trat Nikolaus II. vor den Spiegel, der näß der Ueberlieferung dem Hereinschauenden in dieser Stunde die Zukunft kündet. Doch bleicher wurde das Antlitz des Herrschers und verriet, je länger sein erschrecktes Auge in das Glas starrte, er mehr zutage tretende Zeichen des Entsetzens. Rußland r es so behaupten die boshaften Erzähler jenes Silvester⸗ schichtchens das Nikolaus II. sah, nur kleiner an Umfang als ihm bekannte, zudem lediglich von Bauern bewohnt, die etwas Gesundes, Starkes und nichts mehr vom Kriechenden, Aengstlichen an sich hatten und die selber, vom Zarismus befreit, die Regierung des gesamten Reiches bildeten.

5

Märkte. le. Fraulfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 30. Dez. trieb: Rinder 1087(darunter Ochsen 51, Bullen 1, Kühe und sen 1035), Kälber 733, Schafe 148, Schweine 258.

chische Regierung, daß es den Interessen der Verbündeten zuwider⸗

langsam abgesetzt, Schweine und Schafe bei lebhaftem Geschäft

ausverkauft. Preise für 100 Pfd. S Lebend⸗ 4 gewicht. Kälber. Mk. Mk. Salo Nite Mastealbe n 9 1 0 Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 8286 137143 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälbe 7882 132137 Geringe Saugeelber. 7075 119127 Schafe. weitere Weidemastschafe. Mastlämmer und jüngere Masthammel. 6469 140150 V Schweine. Bollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht. 7 108.00 00.00 138. Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendge wg 93.00- 00.00 119. Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht. 118.00 118.50 148. Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. 129.00 129.50 161. Unreine Sauen und geschnittene Eber 103.00 129.00 129.

Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 1. Jau. 1916: Meist bedeckt, zeitweise leichte Niederschläge, mild.

* Letzte Nachrichten.

Neue Ententeforderungen an Griechenland. Budapest, 31. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Verhand⸗ lungen der Verbündeten mit der griechischen Regierung dauern nach Athener Berichten an. Die Vertreter des Vierverbandes stellen immer neue Forderungen, denen die griechische Regierung nicht Folge leisten kann. Das Kommando der verbündeten Truppen be⸗ anstandet hauptsächlich die Verfügung der griechischen Regierung und des griechischen Militärkommandos, nach denen die verbündeten Truppen unter einer gewissen Blockade stehen, und fordern rasche Regelung der Angelegenheit. Als verletzend betrachten die Ver⸗ bündeten die Verfügung der griechischen Regierung, die den griechi⸗ schen Reedern verbietet, sich den Alliierten mit ihren Kräften zur Verfügung zu stellen. Die Verbündeten fordern von Griechen⸗ land noch die Ueberlafsung zweier Häfen für die Lan⸗ dung von Truppen. Auch verständigte das Oberkommando die grie⸗

treten,

ierten

teten f

scheint chischen

laufe, daß die Linie Saloniki Oktschila den freien Verkehr zwischen Bulgarien und Griechenland aufrechterhalte. Im übrigen wollen die Verbündeten diese Linie für ihre Zwecke aus⸗ nutzen.

Warum der

hiesigen maßgebenden Stelle dem General

halten werden müsse. auf dem Balkan,

aussichtslos wäre

dender Bedeutung wer

servierten Offiziere, deutlich.

mit den Griechen.

Vierverband in ofia 31. Dez. Nach

niki unter allen Um st

lich

Vertrauen in die Entente⸗Regierung

n Finanzoperationen

gung den.(,

einem vertraulichen Bericht, aus Saloniki zugekommen ist, ist es Sarrail gelungen, Kitchener zu übe 5

Saloniki bleiben will.

der einer u, daß

än den von der Entente ge⸗

5 55

Der Zusammenbruch der Entente⸗Akkion 8 so machte Sarrail geltend, würde Fortsetzung des Krieges unmög

weitere machen, zumal dadurch jedes en verloren ginge, so daß alle zur Fortführung des Krieges

i. n. Deshalb müßten die Engländer bei der erteidigung von Saloniki alles auf eine K äußersten Widerstande entschlossen sein. Eine Zentralmächte gegen Saloniki und eine Nied, truppen würde auf die Beendi

arte setzen und zum starke Offensive der erlage der Entente⸗ 9. von entschei⸗

In Saloniki.

Berlin, 31. Dez. Der Berichterstatt. blatts, Ludwig, berichtet über die Lage in Saloniki aus Hamtsi, wohin er am 28. Dezember aus Saloniki gereist ist, folgendes: Die Herren der Stadt los die Engländer. superiore

sind die Stellung über die in der Haltung jedes

Im übrigen soll sich Franzosen in der letzten

erbischen

Mit diesen von beiden

Offiziere unterlassen

zu reden. Alles, was über Renkontres berichtet wird, Wichtig sind allein Nachrichten über Exzesse englischer Soldaten der Betrunkenheit. Diese verkaufen nachts was sie können. Ich selbst habe Kisten Bisquits, Marmelade, Schu he Gewehre verkaufen sehen. Die Deutschen und Oesterreicher haben die Stadt größtenteils verlassen. Von 1200 deutsch redenden, zu denen man die vielen Levantiner und Oesterreicher nicht rechnet, sind heute keine Hundert mehr in Saloniki. Aber alle vier Fon⸗ suln unserer Partei mit ihren Beamten sind noch da, doch sind sie auf alles gefaßt und vorbereitet. An Feiertagen wehen fogar ihre Fahnen. Die Demonstrationen der Griechen zu unseren Gunsten, von denen gemeldet wurde, haben weder vor dem Konsnlat noch sonst wo stattgehabt, aber auch licher Soldaten vor den Konsulaten.

pen werden hier neu kontingentiert. Angaben und Anordnungen über die serbischen Flüchtlinge vollständig in der Hand der Franzosen, während sich von den Resten des geschlagenen Volkes erst recht fernhal Die Haltung der englischen Offiziere in der Stadt ist tadell Vergeblich fragt man nach Zusammenstößen unter i

Leitungen

desBerl. Tage⸗

Fremden und zwar zweifel⸗

Obwohl in der Minderheit, wird ihre Franzosen im ganzen Auf⸗ ieinzelnen dieser eleganten re⸗ dieser glänzend eguipierten Mannschaften das Verhältnis zu den alli⸗ Woche gebesss falls sitzen sie nie zusammen und grüßen sich zahlreiche ee den Franzosen herangezogen. Die

sert haben. Jeden⸗ nie, dagegen werden geflüch⸗ ee 0 gen die Engländer ten. 08. 0 oder

besteht keinerlei Verkehr, er verboten, Die grie⸗ sogar, laut französisch ist falsch.

in und sogar

keinerlei Kundgebungen feind⸗

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Marktverlauf: Kälber werden nach anfangs lebhaftem Handel

hinter der Front

bildet die Arbeit der Landwirte. Ihnen ist es gelungen, den schändlichen Aushungerungs⸗ plan unserer Feinde zunichte zu machen. Nun gilt es, für die nächste Ernte Vorsorge zu treffen. Zur Erzielung von Höchsterträgen gehört naturgemäß eine ausgiebige Düngung, in welcher neben Stickstoff, Phosphorsäure und wo erforderlich Kalk vor allem die

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Bekanntmachung

In Anbetracht der gegenwärtigen schweren Lage des Gastwirte⸗ a gewerbes sind die Wirte gezwungen, von den bisher üblichen Neu⸗ jahrsgeschenken, Freitrunk in der Silvesternacht usw. abzusehen.

Wir richten die Bitte an die sehr werten Gäste, diesem durch den Ernst der Zeit notwendigen Beschluß wohlwollendes Verständnis entgegenzubringen und auch kein diesbezügliches Verlangen an die Wirte stellen zu wollen.

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Der Vorstand.

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