ie Geraresteller des Bllllbes der bands der deutschen landwirtschaftlichen Genossen⸗ N ten und besonders auch der Deutschen Landwirtschafts⸗ ene, auf Grund ihrer alljährlichen Geräteprüfungen Auskunft geben können. Die Beseitigung des Topf⸗ und Satten verfahrens sollte mit allen Mit⸗ teln erstrebt werden. Während bei guter Separatoren⸗ entrahmung etwa 0,10 Prozent Fett(von durchschnittlich etwa 3,36 n in der Magermilch verbleiben, sind es bei schlechtem Separatorenbetrieb 0,36 Prozent und mehr, bei der Topf⸗ und Sattenentrahmung aber oft 0,80 Prozent d mehr. Außerdem ist die Haltbarkeit und Güte der im letztgedachten Verfahren hergestellten Butter sehr viel schlech⸗ ter, der Preis daher um etwa 0,40 Mk. je ½ Kilogramm niedriger. Dem ganzen unzeitgemäßen Aufrahmverfahren sowie den schlechten Separatoren muß der Krieg erklärt werden. Das Butterfett gehört den Menschen, nicht den Tieren. Jeder Landwirt und Milchwirt helfe mit, di Ziele soweit und sobald als möglich nahe zu kommen.
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a Verleihnng von Ehren⸗ Urkunden durch die Handwerkskammer zu Darmstadt.
Nachdem die Handwerkskammer zu Darmstadt beschlossen hat, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, welche fünf⸗ undzwanzig Jahre in ein und demselben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen sind, als Anerkennung für die treue Arbeit, Ehren⸗
Arkaden zu verleihen, haben auf eingereichte Anträge und nach Erfüllung der satzungsgemäßen Verleihungsbestimmungen nach⸗ stehende 35 gelernte Handwerker Ehren⸗Urkunden erhalten. Hertie de Neigenheach und Hesßckger, Verengte Zünd gelt ei un sunger, nigte Zündholz⸗ iken in Nieder⸗Ramstadt; Weißbinder Andreas Bohn in See⸗ und Weißbinder Friedrich Büttner in Arheilgen bei Hofweißbinder G. Hillgärtner in Darmstadt! Fuhrmann Ludwig Debus in Darmstadt bei Maurermeister H. Sames in Darmstadt: Werkmeister Heinrich Essinger III. in Reichenbach i. O. bei der Deutschen Steinindustrie A.⸗G. in Reichenbach i. O.; Zimmerer Karl Sie ler in Offenbach und Zimmerer Friedrich Schnei⸗ der in Offenbach a. M., beide bei H. Korb, Zimmergeschäft in Offenbach a. M.: Küfer Valentin Wetzel in Groß-Gerau bei der Unionbrauerei in Groß⸗Gerau; Küfer Philipp Gunst in Bens⸗ heim und Küfer Fritz Bernet in Bensheim, beide bei Wein⸗ a L. Guntrum in Bensheim; Heizer Johann chrimpf in Darmstadt bei H. Keller Sohn in Darmstadt; Werkführer Heinrich Dieter in Darmstadt bei Baudekorations⸗ geschäft Warnecke und Hahn in Darmstadt; Maurer Karl Poth in Spachbrücken bei Baugeschäft J. Müller in Darmstadt: Maurer 1— Keßler in Steinbuch bei Maurermeister L. Sattler in
Provinz Rheinhessen. Tüncher Johann Grosch⸗ witz in Mainz bei Maler⸗ und Tünchermeister G. K. Klingel⸗ schmitt in Mainz: Tüncher Philipp Rath in Mainz bei Maler⸗
und Tüncher äft J. IJ in Mainz; Tüncherpolier Joseph olf If i Melee bei lonsgeschäft W. Maurer Er⸗ ben in Mainz; Werkmeister Stephan Spangenmacher in
Mainz bei der Armaturenfabrik P Hilge in Mainz; Asphalteur Nikolaus Böhm in Mainz bei A. Müller, Asphalt⸗, Zement⸗ nund Betongeschäft in Mainz; Maschinenmeister Hermann Elsner in Mainz⸗Kostheim bei der Cellulose⸗ und Papierfabrik A. G. in Mainz⸗Kostheim; Maschinenschlosser Moritz Plugge in Rhein⸗ dDitrkheim, Maschinenschlosser Anton Muth in Rheindürkheim und Spengler und Installateur Karl Strack in Rheindürkheim, alle bei den Vereinigten Strohstoffabriken in Rheindürkheim; Werk⸗ meister Josef Mal sch in Worms bei der Rhein. Schiefertafel⸗ fabrik G. m. b. H. in Worms; Werkführer Peter Klingel in Dalsheim, Werkführer Karl Steinbach in Dalsheim, Schreiner 5 Seyb in Dalsheim, Schreiner Friedrich Hand schu in lsheim, Schreiner Rudolf Schäfer in Dalsheim und Schrei⸗ ner Heinrich Stüber in Dalsheim, alle ber der Möbelsabrik Mer⸗ kel in Dalsheim; Metallsormer Donatus Schuhmann in Mainz bei der Armaturenfabrik und Metallgießerei Gebr. Krieghoff in Mainz; Heizer Anton May in Osthosen bei der Fabrik diät. Malz⸗ präparate Dr. Wander, G. m. b. H. in Osthofen. Provinz Oberhessen. Schriftsetzer Wolf Hensel in Gießen bei der Brühl'schen Universitätsdruckerei in Gießen; Weißbinder ee Brückel XII. in Watzenborn bei dem Bau⸗ und Weißbindergeschäft W. Seipp III. in Gießen. Buch⸗ binder Wilhelm Keiper in Gießen bei Buchbindermeister A. Bourgeois in Gießen. g Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1916 sind von der 1 Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darmstadt bis spätestens 1. November 1916 einzureichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem Betriebs⸗ inhaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie N 8210 lieg der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis bei⸗ zuschließen. g
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n Wandkalender 1916 des Gießener An⸗ 5 Auch in diesem zweiten Kriegsjahre läßt es sich er Gießener Anzeiger nicht nehmen, seine Leser mit einem
Arbeit wurden nicht gescheut, diesem Kalender eine künst⸗ lerisch wertvolle Gestaltung zu verleihen, die ein Schmuck sedes Zimmers sein muß. Der Entwurf wurde, wie bereits frü einmal, unserm heimatlichen Künst⸗ ler Ubbelohde übertragen. Eine vornehme 1 5 1 gediegene Ausstattung und die ym g leiste mit der das Land schützenden Ger⸗ mania über pflügenden Bauern, pochenden Fabriken und 1'oldaten sind zu einer so ruhigen und aus⸗ geglichenen Gesamtwirkung zusammengefügt, daß man vom nblick dieses Kalenders nicht, wie dies bei pielen anderen der Fall ist, ermüdet wird, bevor er sein Dienstjahr vollendet hat. Der Kalender gelangt heute mit unserer Landauflage, morgen, Freitag, in der Stadt und am Montag an die Postbegieher zur Verteilung. 5 5
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Auszeichnung. Karl Hergenröther erhielt am 24. Dezember 1914 das Eiserne Kreuz. Er wurde am 22. August 1914 bei New Chatau verwundet und ist seit März 1915 aus dem Heer ausgeschieden.. 1 Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe- stand versetzt wurde am 22. Dezember der Hauptlehrer an der Veolksschule zu Mörfelden im Kreise Groß⸗Gerau Wilhelm Reeg
auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen
Dienste, vom 1. Januar 1916 an.— Verliehen wurde am 22. De⸗
zember dem Hauptlehrer an der Volksschule zu Mörfelden, Kreis
Groß-Gerau, Wiihelm Reeg, anläßlich seiner Versetzung in den
Ruhestand der Charakter als„Rektor“.— Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern wurde der Lehramts⸗ referendar Georg Schachner zu Alsfeld mir Wirkung vom 1m. Januar 1916 ab zum Lehramtsassessor ernannt.
Das Abbrennen und der Verkauf von Feuer⸗ werkskörpern jeglicher Art ist laut Verordnung des Stell⸗ vertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps verboten.
Der Freitrunk in der Silvesternacht. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgebung veröffentlicht in vorliegender Nummer unseres Blattes eine Bekanntmachung, wonach die Wirte in Anbetracht der gegenwärtigen schweren Lage
des Gastwirtegewerbes gezwungen sind, von den üblichen Neu⸗ jabrsgeschenken, Freitrunk in der Silvesternacht usw., abzusehen. Man wird diesem durch den Ernst der Zeit herbeigeführten Beschluß wohlwollendes Verständnis entgegenbringen.
anowirte, des]
Kalender für das kommende Jahr zu bedenken. Kosten und Wahl der
Hoftrunstler Slrack⸗Bellachini gibt am 1. und 2. Januar, abends 8 Uhr, im Cafe Leib Abschiedsvorstellungen. Am 1. Januar, nachmittags 4 Uhr, findet eine Fremden- und Familienvorstellung statt. 5 5 5
* Silberne Hochzeit feiern morgen die Eheleute Philipp Schmidt und dessen Ehefrau Henriette geborene Schermuly.
»Stenographie. Der Gabelsberger Stenographen⸗ Verein 1861 und Damen-Verein Gabelsberger eröffnen, wie aus der Anzeige in vorliegender Nummer ersichtlich, am 5. Januar einen Anfänger⸗Lehrgang. Die Kenntnis der Steno⸗ graphie wird jetzt so allgemein gefordert, daß allen Angestellten usw., die die Kurzschrift noch nicht erlernt haben, die Teilnahme an dem Unterricht nicht dringend genug empfohlen werden kann.
Landkreis Gießen.
» Wieseck, 30. Dez. Dem Kriegsfreiwilligen Kurt Blecken, Vizeseldwebel im Res.⸗Inf.⸗Regt. 254, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Vizeseldwebel Blecken, der mit den 222ern ins Feld zog, kämpfte bereits auf drei Kriegs- schauplätzen.
e. Hattenrod, 30. Dez. Seit dem 28. Dezember ist der Sohn Heinrich des Rechners Albach, der zurzeit im Felde steht, versch wunden. Der Junge ist 13 Jahre alt, 1,45 Meter
groß und blond. Kreis Alsfeld.
E. Flensungen, 30. Dez. Auf dem Felde der Ehre starben bisher den Heldentod August Reitz, Sohn des Land⸗ und Gast⸗ wirts Karl Reitz; Heinrich Seim, Sohn des Schuhmachers Hein⸗ rich Seim; Georg Theiß, Sohn des Bergmanns Johannes Theiß: Gustav Kahl, Sohn des Schneidermeisters Georg Kahl; Heinrich Theiß, Stiefsohn des vermißten Philipp Schumann zu Mücke; Konrad Deucker, Sohn des verstorbenen Gemeindehirten Heinrich Deucker; Ernst Schumann, Schwiegersohn des Gast⸗ wirts Karl Reitz, aus Herborn; Wilhelm Reitz, Sohn des Unter⸗ erhebers Ludwig Reitz; Unteroffizier Götz, Schwiegersohn des Landwirts Georg Bott. Als vermißt ist gemeldet: Philipp Schu⸗ mann, Sohn des Bergverwalters Karl Schumann zu Mücke.
„Aus dem Vogelsberg, 30. Dez. Nach altem Gebrauch 19 5 hier der Gefindewechsel am dritten Weihnachtsfeiertage tatt. Dieser Wechsel vollzog sich früher unter gleitung der Altersgenossen und fröhlichem Gesange. Entsprechend dem Ernst und der Bedeutung unserer gegenwärtigen Zeit geschah der Wechsel jetzt in aller Ruhe, ohne jede laute Kundgebung. Auf die Höhe der Gesindelöhne hat der Weltkrieg keinen Einfluß gehabt. Sie stehen noch auf derselben hohen Preisstufe wie vor dem ege.
Ruppertenrod, 30. Dez. Wieder erhielten drei hiesige] d
Wehrmänner zur Weihnachtszeit Auszeichnungen. Der Kanonier Karl Tröller wurde in Serbien mit dem Eisernen Kreuz aus⸗ gezeichnet. Der Fahrer bei der Munitionskolonne Karl Otten⸗ bein erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille und der Sanitäts⸗ unterofftzier Heinrich Fuchs erhielt das Hessische Sanitätskreuz. Kreis Schotten.
qu. Ober⸗Lais, 30. Dez. Unteroffizier Heinrich Böck von hier, der in Frankreich verwundet wurde, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
qu. Glashütten, 30. Dez. Der vor kurzem als tot ge⸗ meldete. Musketier Mourdier im Infanterie-Regiment 224 hat sich wiedergefunden. Vor einigen Tagen hat er seiner Mutter mit- geteilt, daß er sich in russischer Gefangenschaft befindet.
qu. Aus dem südlichen Vogelsberg, 29. Dez. Eine milde Witterung, wie sie um diese Jahreszeit seit langem nicht da war, herrscht zur Zeit. Heute war der schönste Frühlings- tag. Die Folgen dieser milden Witterung zeigen sich in der Natur gar nicht vereinzelt. In vielen Gärten sieht man grüne Knospen an den Bäumen; die Schlüsselblumen fangen an zu blühen. In den Tälern findet man die schönsten Gänseblümchen in Blüte. Ruppertsburg, 30. Dez. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt Gefreiter Horst im Bonner Husaren⸗
Regiment Nr. 7. Kreis Friedberg.
d. Bad⸗Nauheim, 30. Dez. Gewissermaßen als Weih- nachtsbescherung erhielten die Bediensteten und Arbeiter der Großh. Bade- und Kurverwaltung eine Teuerungszulage von 30 Mark für jeden Haushaltungsvorstand(auch Witwen), während die verheirateten Frauen je 20 Mk. erhielten. Das hiesige Ver- kehrsbureau stiftete für die Weihnachtsbescherung der hier an⸗ wesenden Kriegsteilnehmer 900 Exemplare des Hessischen Verkehrsbuches.*
Starkenburg und Rheinhessen. 5. Mainz, 30. Dez. In der gestrigen Stadtver⸗ ordnetenversammlung teilte der Oberbürgermeister mit, daß zur Herstellung einer Parkanlage im eingemeindeten Kastel die Frau des in Amerika verstorbenen Bierbrauereibesitzers Adolfus Busch, ein geborener Kasteler, eine Stiftung von 25 000 Dollar gemacht hat. Die Anlage soll den Namen Adolfus Busch⸗Park erhalten.— Nach Erstattung des Jahresberichtes durch den Ober⸗ bürgermeister fand eine Abschiedsfeier für den ausscheidenden Bür⸗ e Kuhn, der in Pension geht, statt. ef einstimmigen eschluß der Stadtverordneten wurde dem Ausscheidenden die Würde eines Ehrenbürgers verliehen.
5 Hessen⸗Nassau. N
Wm. Kirchhain, 30. Dez. In der letzten Sitzung des Kreistages des Kreises Kirchhain wurden die Ergän⸗ zungswahlen geprüft und für gültig erklärt. Zum Schiedsmann für den Bezirk Wolferode und Gutsbezirk Mengsberg wurde Bütr⸗ germeister Henkel⸗Wolferode gewählt. Ferner wurden die Ab⸗ schätzungskommissionen nach dem Kriegsleistungsgesetz sowie die bürgerlichen Mitglieder der verstärkten Ersatzkommission und deren Stellvertreter gewählt. Zu den Wegebauarbeiten für das nächste Etatsjahr wurden 33 000 Mark der Wegebauver⸗ waltung zu den dringlichsten Arbeiten bewilligt. Der Ausbau des Landweges von Neustadt nach Wasenberg wurde für dringlich ge⸗ halten und der Bezirksverband soll ersucht werden, die Hälfte der Baukosten zu bewilligen, die weitere Hälfte soll von der Stadt Neustadt und dem Kreis getragen werden. Eine an der Wohratal⸗ bahn gelegene Fläche soll an den Eisenbahnfiskus verkauft werden. Für den Zentralarbeitsnachweis in Marburg wurde ein Beitrag bewilligt. Zur Deckung der Unterstützung von Familien für in den Kriegsdienst eingezogenen Mannschaften wird der Kreisausschuß ermächtigt, Darlehen aufzunehmen. Die Rechnung der Kreiskommunalkasse für 1913 wurde auf eine Einnahme von 155 471,76 Mark und eine Ausgabe von 134 596,43 Mark, mithin auf einen Bestand von 20 875,3 Mark festgestellt.
ra. Biedenkopf, 30. Dez. Nachstehende hilfsbedürftige Ge⸗ meinden wurden durch Zuwendungen der Bezirkssynode be⸗ dacht: Bromskirchen, Eckelshausen, Frohnhausen, Hatzfeld und Bottenhorn.
— Frankfurt a. M., 30. Dez. In einem Uebernachtungs⸗ raum des Postamts 19 wurde gestern früh der Oberpostschaffner Höhlein mit einer schweren Kohlengasvergiftung bewußtlos aufgefunden. Der Verunglückte wurde dem städtischen Kranken⸗ hause zugeführt.— Im Hause Saalburgstraße 40 erhängte sich eine 30jährige Frau.
ra. Usingen, 29. Dez. Ann 1. Januar tritt Bürgermeister Saltenberger im nahen Hundstadt in den Ruhestand. Er hat volle 34 Jahre seiner Gemeinde vorgestanden, Wasserleitung, Obst⸗ anlagen u. s. f. werden ihm ein bleibendes Denkmal sichern. Land— wirt W. Erle wurde als Nachfolger gewählt und bestätigt.
ra. Aus Nassau, 27. Dez. Im Alter von 70 Jahren ist Amtsanwalt Schneider in Wehen gestorben.
ra. Von der Dill, 27. Dez. Wie durch Viehzählung am 1. Dezember festgestellt wurde, nimmt die einst blühende Schaf⸗ zucht im Dilltal merklich ab. Die wirtschaftliche Zusammen- legung der Felder verdrängt immer mehr die Schafe, auch will niemand mehr Hirte sein.
ch. Vom Mittelrhein, 20. Dez. Der Regen hat auf⸗
ehört, und damit geht auch das Hochwasser wieder zurück, 0 daß wir bald wieder ganz normale Verhältnisse haben. In. Mannheim ist der Rhein bereits gefallen, in Mainz und Bingen waren seit gestern noch Steigerungen en doch kommt die Flut sicher morgen zum Stillstand und dann geht sie auch talwärts bald zurück. Der Neckar und der Main fallen schon wieder, auch die Mosel die zum zweiten Male innerhalb
kurzer Zeit die Keller überschwemmt hat, gehr im oberen Lause zurück, wenn sie auch in Trier heute noch eine steigende Ziffer aufweis.
Vermischtes. a
* Das Gespenst der Meere. Das folgende, für die Herrschaft der deutschen U-Boote und die peinliche Lage der meer⸗ beherrschenden Alliierten bezeichnende Stimmungsbild aus einem französischen Hafen findet sich im Journal:„Zwei Arten von. Handelsschiffen befahren jetzt nachts die Meere: strahlend erleuchtete und gespensterhaft verhüllte. In der einsetzenden Dunkelheit des Winterabends, an der Einfahrtbucht eines französischen Hafens sehen wir täglich das gleiche Schauspiel. Das Dunkel senkt sich herab, der Regen schlägt auf das Steinpflaster Plötzlich ertönt vom Meere aus ein langgezogenes, gellendes Signal. Es ist eine Sirene: das Zeichen, daß ein Schiff einfährt. Doch vergebens sperrt man die Augen auf, um den ankommenden Dampfer zu erblicken. Man sieht nichts. Alle Lichter— mit Ausnahme der roten und blauen Laterne an Back- und Steuerbord— sind verlöscht. Kein Licht⸗ schimmer zeichnet den Schiffskörper über den dunklen Wellen an. Der Name des Schiffes ist sorgsam abgekratzt, die Bezeichnung des Heimathafens ist mit schwarzer Farbe überdeckt. Es ist ein Stück schwarzer Nacht, das mit Dampfkraft das nächtliche Meer be⸗ fährt. Es ist ein Handelsdampfer der Alliierten... Kurze Zeit darauf ertönt wieder der heulende Schrei der Sirene. Ein Schiff fährt aus, dem offenen Meere entgegen. Aber diesmal strahlt der Schiffsrumpf in hellem Lichterglanz. Alle Lampen leuchten, vom Heck bis zum Bug feiert der elektrische Lichtstrom ein Fest der Leuchtkraft. An den Bordwänden und an der Brustwehr der Kommandobrücke sind weithin sichtbare farbige Transparente an⸗ gebracht, die in Riesenbuchstaben den Namen des Schiffes, die Nationalität und den Heimathafen verkünden: Lofote, Norwegen, Malmö. Das ist ein neutraler Dampfer. Die einen leuchten, um sich zu schützen, die anderen tauchen in Dunkel, verhüllen ihre Herkunft zu demselben Zwecke. Draußen aber, irgendwo unter den Schaumkämmen der See, kreuzt ein unsichtbares Unterseeboot.“ Die Kanone in der Musik. In diesen kriegerischen Zeiten dürfte die Feststellung interessieren, daß der Kanonendonner von den Tondichtern wiederholt musikalisch verwertet worden ist. Den Anfang damit gemacht hat ein Italiener, der Maestro Giu⸗ 1. 55 Sarti aus Faenza, der auf seinen Wanderfahrten Ende des 18. Jahrhunderts nach Petersburg gelangte und am Hofe der großen Katharina einen Kapellmeisterposten erhielt. Als 1788 die Feng Otschakoff am Schwarzen Meer fiel, wurde Sartt mit
starken Orchestern und zahlreichen Sängern im Winterpalaste auf⸗ geführt wurde. Um die Wirkung seiner Tondichtung zu heben, verfiel der Maestro darauf, im Hofe des Palais zahlreiche Geschütze verschiedenen Kalibers aufstellen zu lassen, die zu ganz bestimmter 1 5 gelöst wurden und die Baßbegleitung des Tedeums abgaben.
ie Neuerung wurde in Fachkreisen natürlich lebhaft erörtert, sie fand eine ganze Reihe von Gegnern, daneben aber auch viele An⸗ hänger, zu denen z. B. der Violinist Kamnitz gehörte. Kamnitz brachte in Nürnberg eine eigene Komposition für Instrumental⸗ und Vokalmusik zur Aufführung, die mit Kanonenschlägen begleitet wurde. Sarti selber war von seiner Idee so entzückt, daß er immer wieder darauf zurückgriff, und als er einmal zum Abschlusse großer Manöver in Krasnoje⸗Ssele bei Petersburg ein riesiges 1 zu dirigieren hatte, bei dem ganze Regimenter von Militärmusi⸗ kern und neben zwei Trompeterkorps 160 Trommler mitwirkten, so ließ er zur Begleitung während des Konzerts in regelmäßigen Abständen 120 Kanonenschüsse lösen. In England hat die Kanone sogar ihren Weg in den Konzertsaal gefunden. Lord Burghersh schrieb eine große Symphonie, die den Titel„Der Held von Lan⸗ caster“ führte und bei der Schilderung einer Schlacht die Trommeln und Pauken durch Kanonenschüsse ersetzte.
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Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
eraussichten in Hessen am Freitag, den 31. Dez. 1915 Wechselnd bewölkt, trocken, vielfach Nebel, etwas kälter.
Letzte Nachrichten.
Die Flucht aus Saloniki.
Budapest, 30. Dez.„Az Est“ berichtet aus Saloniki: Auf Wagen oder zu Fuß 5 lüchten die wohlhabenden Einwohner aus Saloniki nach Konstantinopel. Hab und Gut haben sie in den Tresors der Salonikier Banken verborgen, die wahre Schatzkammern geworden sind. Die Einwohnerschaft rechnet damit, daß die Stadt verwüstet wird, denn wenn ein etwaiger Angriff die Stadt nicht zerstören würde, so würden sie sicherlich die flüchten⸗ den Truppen der Entente in Brandstecken.
Italien und die Serben.
Lugano, 39. Dez. Zu den Konferenzen Sonninos mit dem Kriegsminister erfährt die„Stampa“, daß Italiens alba⸗ nische Hilfsaktion zugunsten der Serben in voller Entwicklung begriffen sei. Gleichzeitig halte sich Italien bereit, der österreichischen Balkanoffensive entgegenzutreten. Die Oesterxeicher schicken sich dem genannten Blatte zufolge zurzeit an, gleichzeitig nach Santi Quaranta, San Giovanni di Medua und nach Cetinje zu marschieren, wozu Oesterreich freilich des griechischen Wohl⸗ wollens bedürfe. Die Haltung Rumäniens lasse aber die Balkan⸗ revanche für die Entente erhoffen.— Die„Provincia di Como“ schildert die Ankunft der serbischen fendt tlinge in Rom, die die Umgebung der serbischen Gesandtschaft in ein kleines Belgrad verwandelt habe. Der Korrespondent hebt namentlich den Englandhaß hervor, der aus den Reden jedes einzelnen Serben spreche. In Athen kamen die aus Konstantinopel aus⸗ gewiesenen Mitglieder der serbischen Gesandtschaft und der italieni⸗ schen Botschaft an. Die Diplomaten erklärten, daß die Angehö⸗ rigen der Ententestaaten seitens der Türken keinerlei Schikanen ausgesetzt gewesen seien, besonders die Italiener seien gut behandelt worden.(Berl. Tagebl.)
Die Winterverpflegung Rußlands.
Kopenhagen, 30. Dez. Als erstes Schiff der neuen Route nach Alexandrowsk an der Murmanküste, die nach russischen Hoffnungen die Winterverpflegung Rußlands sichern soll, verließ der norwegische Dampfer„Tong Helge“ jetzt Tromsö. Da aber nach zuverlässigen Nachrichten die Eisen⸗ bahn Alexandrowsk⸗Kola⸗Petersburg selbst im günstigsten Falle erst in einem Monat fertiggestellt und außerdem auch die Hafen⸗ bauten in Alexandrowsk noch im ersten Anfangsstadium sind, dürfte die Verpflegung von Tromsö immerhin verfrüht erscheinen. Archangelsk ist bereits seit Mitte Dezember fest zuge⸗
froren. g 15 Zur englischen Heereskrisis.
Köln, 30. Dez.„Corriere della Sera“ berichtet aus Lon⸗ don: Die Zahl der von Lord Derby Angeworbenen ser vollständig illusorisch, da sich größtenteils diejenigen eingeschrieben ha⸗ ben, die schon vorher wußten, daß sie als Eisenbahner oder Staatsbeamte nicht genommen werden konnten. Oberst Re⸗ pington, der Militärkritiker der„Times“, ist der Ansicht, daß selbst die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nicht genüge, die unumgängliche nötige Zahl Soldaten heranzu⸗ schaffen, um 70 Divisionen auf Kriegsfuß zu halten, oder um neue für den Frühjahrsfeldzug aufzustellen.(Köln. Volksztg.)
Eine Carnegiespende.
Kopenhagen, 30. Dez. Carnegie hat dem belgischen Hilfskomitee in Brüssel 12 Millionen Dollar über⸗ wiesen. Nach Londoner Nachrichten hat er weitere Beträge für die belgischen Kriegsgefangenen in Deutschland zur Ver⸗ fügung gestellt.(Berl. Tagebl.) 0
Odol a Shs,
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er Komposition eines großen Tedeums beauftragt, das von zwei
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