Ausgabe 
(28.12.1915) 305. Erstes Blatt
Seite
175
 
Einzelbild herunterladen

ins Parterre und Souterrain erledigt. Punßt 1 Uhr erfolgte ein weiterer Volltreffer in den Turm des Spitals, dem noch drei weitere einer in die Aufnahmekanzlei, einer in ein Mannschafts⸗ zimer und einer in die Küchenanlagen folgten. Im ganzen erfolgten sieben Volltreffer. In die Gebäude im Hofe und Garten und in unmittelbarer Nähe schlugen in Intervallen von fünf zu zehn Minuten schwere Granaten ein. Vorstehendes Proto⸗ koll nach nochmaliger Verlesung geschlossen und gefertigt, Görz, den 14. Dezember 1915. Dr. Adolf Schwarz, Spitalskomman⸗ dant. Dr. Wolfgang Weinlechner, Abteilungschefarzt, Dr. Alois Kolarz, Abteilung schefarzt, Dusan Medakovic, Waldeck Marin Tommaseo, Sanitäts⸗Fähnrich. g Ich habe am 14. Dezember 4 Uhr das Vereins⸗Reserve Spital vom Roten Kreuze besichtigt. Es war von der Genfer Konvention gekennzeichnet und war bis zum 14. De⸗ zember in Uebereinstimmung mit den Aussagen gefangener italie⸗ ü Offiziere vom feindlichen Feuer verschont geblieben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Beschießung der unter dem der Genfer Konvention stehenden Heilanstalt mit voll⸗

ster Absicht von italienischer Seite erfolgte., Dr. Gustav Weil, k. u. k. Generalstabsarzt und Korps-Sanitätschef.

*

Die franzöfischen Sozialisten und der Krieg. Paris, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Dem Pariser Sozialistenkongreß wohnten, wie derTemps meldet, außer den Ministern Guesde, Sem Har, A bert Thomas auch Hervs und der belgische Minister Vandervelde bei. Der Deputierte Bracke forderte die Wiederernennung eines einzigen politischen Leiters als Er⸗ satz für Jaurss. Die Generaldiskussion drehte sich um die Partei in ihrer Stellung zum Kriege. Der De⸗ putierte Compere⸗Morel besprach die Frage unter dem Gesichtspunkt, daß die Partei wie unter Jaures und Vaillant die Teilnahme an der nationalen Verteidigung immer als ihre Pflicht ansehen müsse. Er verwies auf die Scheidung der Partei in Leute, die den Frieden durch den Sieg wollen, und solche, die nicht mehr glauben, daß der Sieg errungen werden könne. Zum Schluß rief er aus: Sie,

Beschleunigte Einberufung der 18⸗jährigen in Rußland. Kopenhagen, 28. Dez. Die durch Ukas des Zaren ver⸗ fügte Einberufung des Jahrgangs 1918 wird in kürzester Zeit erfolgen.(B. T.) 1 ö

**

Eine deutsch⸗amerikanische Kinderspende.

(WT B.) Berlin, 27. Dez. fische Durch Radio⸗ telegramm erhielt dieVossische Zeitung folgende Mitteilung aus New Pork: Eintausend Dollars sind Ihnen durch das hiesige Bankhaus Knauth, Nachod u. Kühne überwiesen worden. Dieser Betrag stellt die Spende der deutsch-ameri⸗ kaniscklen Kinder dar, die vom Abendblatt derNew Por⸗ ker Staatszeitung gesammelt wurde. Ich bitte Sie, diese Gabe an die Kriegswaisen in Deutschland und Oesterreich⸗Un⸗ garn in Form von Ein:[⸗Dollar⸗Spenden zu verteilen Viktor Ridder. DieVossische Zeitung bemerkt dazu: Viktor Rid⸗ der, ein Sohn des kürzlich verstorbenen Herausgebers derNew Horker Staatszeitung, Hermann Ridder, ist seinem Vater in der Leitung des Besitzes nachgefolgt. Der Inhalt des Funkspruchs zeigt, daß auch bei dem Sohne der Gesinnung die Tat folgt. In welcher Weise die hochherzige Spende verteilt werden soll, werden wir demnächst bekannt geben.

Deutsches Theater in Lille.

Berlin, 28. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Eröff⸗ nung des deutschen Theaters in Lille wird demBerliner

Lokalanzeiger geschrieben: In Lille ist der noch nicht ganz be⸗

endete Neubau des französischen Theaters durch unsere Truppen fertig gestellt worden und am ersten Weihnachtsfeiertage wurde das Theater mit der Aufführung von GoethesIphigenie eröffnet. Eine große Anzahl von Generälen war im ersten Rang sichtbar, unter ihnen ihr Oberbefehlshaber Kronprinz Rup⸗ precht von Bayern. Es war das Deutsche Theater in Hannover, welches mit seinen beiden Direktoren und einem Teil des Perso⸗ nals zum Gastspiel gewonnen war.

Der Seekrieg. 1

Ein Volltreffer.

Republit Andernfa

5 Verteidigung, die Entsendung parlamentarischer für das öffentliche Wohl. Bourderon reklamierte das

die Deputierten Renaudel und Longuet mit Bernstein und tive für diese Zusammenkünfte zu wissen, sowie wer der

rung, daß unter Billigung oder nicht er und seine Freunde ihr Werk fortsetzen würden. DemPetit Parisien zufolge formulierte Compere⸗Morel die Frage betreffend den Frie⸗

en folgendermaßen: Wenn die Alliierten über militärische, finanzielle und wirtschaftliche Hilfsquellen verfügen, um die nationale Verteidigung zu einem guten Ende zu führen, nichts von Frieden oder von Friedensverhandlun⸗ gen; wenn nicht, sofort Frieden oder wenigstens nicht die Ohren verschließen vor Friedensgerüchten. 05 Frankreichs Wirtschaftsnot.

Bern, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Mißstände im Transportwesen Frankreichs schildert das nenne unter dem Titel:Vox einer drohenden Kata⸗ strophe: Die Krise ist schärfer als jemals. Wir stehen am Vorabend schrecklicher Katastrophen, nämlich der Schließung von Tausenden von Handelshäusern aus Man- gelan Dransportmitteln, die Hunderttausenden Ar⸗ beit und Unterhalt gaben. Der Kriegsminister muß unver⸗ züglich allen Bezirkskommandauten den Befehl geben, die gesamten Arbeitsmannschaften sofort zur Verfügung des Bahnhofsvorstehers zu stellen, um die Bahnhöfe frei zu machen, wobei Gefangene, Depotmannschaften und zum Hilfsdienst kurz jeder Entbehrliche brauchbar sei. Das muß sofort geschehen, sonst verlieren wir die größte Schlacht des Krieges, die Schlacht gegen uns selbst.

Die französischeSiegesanleihe.

Berlin, 27. Dez. Unter der UeberschriftGeld und Papier in der französischenSiegesanleihe schreibt dieNord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung:Der französische Finanzminister Ribot hat das Zeichnungsergebnis anleihe mit 14½ Milliarden Franken angegeben. Man darf ohne weiteres annehmen, daß diese Summe den Nennwert der gezeichneten Anleihestücke darstellt. Da nun aber die Anleihe trotz der Hprozentigen Verzinsung nicht zu pari oder annähernd zu pari aufgebracht wurde, sondern zu einem Zeichnungskurs von

Prozent, der sich in Wirklichkeit bei Anrechnung aller der leinen Vergünstigungen, die den Zeichnern gewährt wurden, auf etwas weniger als 87 Prozent stellt, so bedeuten die 14½ Mil- jarden Franken nominell in Wirklichkeit nur etwa 12 600 Mil⸗ ionen Franken effektiv. Dies sind rund 10 200 Millionen Mark gegenüber einem Ergebnis von 25¼ Milliarden Mark bei den deutschen Kriegsanleihen. Die deutschen Kriegsanleihen wurden ausschließlich gegen Barzahlung aufgelegt, während für die fran⸗ zösischeSiegesanleihe die 10jährigen obligations de la defense nationale und die kurzfristigen bons de la defense nationale an⸗ genommen wurden und daneben die Zprozentige französische Rente zu einem Kurs von 66 Prozent(bei einem Marktpreis von 63,75 Prozent) zum Umtausch in dieSiegesanleihe zugelassen wurde. Während also die deutschen Zeichnungen aus⸗ schließlich Barzeichnungen sind, war bei der französischen Siegesanleihe von vornherein damit zu, rechnen, daß ein er⸗ heblicher Teil der Zeichnsngen der französischen Republik kein

eues Geld, sondern nur altes Papier bringen würde. Diese Erwartung hat sich gerechtfertigt. Herr Rübot selbst hat etzt im Senat mitgeteilt, daß von den 14½ Milliarden Franken des Zeichnungsergebnisses 57¼ Milliarden Franken auf Bar⸗ zeichnungen und Milliarden Franken in bons de la defense nationale entfallen. Auf den Umtausch von Zprozentiger fran⸗ zösischer Rente und von obligations de la defense nationale ent⸗ allen also nicht weniger als Milliarden Franken. Neues Geld stellen nur die Milliarden Franken Barzeichnungen dar, die zum Kurs von 87 Prozent einen wirklichen Bar⸗ rlös von nur 4785 Millionen Franken(3876 Mil⸗ 3 Mark) ausmachen. Das Barergebnis der nach 161½ Kriegs⸗

maten mit so großem Aufand und Getöse an den Markt ge⸗ brachten französischenSiegesanleihe bleibt also nicht unerheblich hinter dem Extrag der im zweiten Kriegsmonat aufgelegten 5 3 deutschen Friegsanleihe zurück und beträgt noch

nicht einmal ¼ des Erträgnisses der bisher in Deutschland auf dem Anleiheweg für den Krieg aufgebrachten Mittel.

**

1 1 5

*

Ein neuer russischer Generalissimus?

Stockholm, 28. Dez. In Petersburg verlautet, daß die

ennung eines Oberbefehlshabers für sämtliche Heere der Westfront unmittelbar bevorstehe. Der Zar bleibe nur formell höchster Kriegsherr. Als künftiger Generalissimus wird Kriegs⸗ minister Poliwanow genannt.(Berliner Lokalanzeiger.)

1

die Sie von Frieden sprechen, werden der Reaktion vor⸗ arbeiten. Sie würden den schrecklichsten Schlag gegen die 1 1 und gegen die nationale Verteidigung. 995 8 werden Sie für den Sieg der Alliierten streiten.

HLämpfen Sie für die soziale Revolution. Der folgende Redner forderte eine bessere Organisation der 3 Kom⸗ missätre zu den Heeresteilen und die Bildung eines Komitees

N Recht für Zusammenkünfte mit deutschen Sozialisten unter dem Hinweis, daß schon vor der Zimmerwalder Konferenz

Kautsky zusammengekommen seien. Er verlangte die Mo⸗

Urheber davon war. Redner schließt unter der Versiche⸗

der französischenSieges.

i. Höln, 27. Dez. Zum Untergang des Dampfers Nasaka Maru wird derKöln. Ztg. mitgeteilt: Für die englische Geldpolitik ist die Versenkung des PostdampfersHasaka Maru im Mittelländischen Meere ein schwerer 1 Die japanische Finanzkonferenz im Dezember hatte beschlossen, von den großen Regierungs⸗ guthaben zunächst 40 Millionen Gold aus London zurückzuziehen trotz Transportwagnisses und Bundes- genossenschaft, weil das Gold in Japan für den amerika⸗ nischen Verkehr dringlich gebraucht würde. Mit Rücksicht auf die Unterseeboote wurde die Sendung auf mehrere Post⸗ dampfer verteilt. Einer davon ist jetzt also untergegan⸗ gen. Nicht nur, daß die britischen Versicherer für den Verlust aufzukommen haben. Die Bank von England muß diese Millionen an Gold zum zweiten Male hergeben. Vor allem aber wird der ältere Beschluß der japanischen Regierung, wegen der gefährlichen Verbindung mit London bei allen Lieferungen für den Dreiverband die Zahlungen in New. York oder Tokio statt wie früher selbstverständlich in London zu verlangen, von jetzt an um so strenger durch⸗ geführt werden. Unser Torpedoschuß D hat das Londoner Wirtschaftsleben an der verwundbarsten Stelle ge⸗ troffen.

Die Verluste der englischen Handelsflotte. London, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet, aus den Schiffahrtsstatistiken gehe hervor, daß die Verluste der britischen Handelsflotte, die man auf 10 Millionen Pfund eingeschätzt habe, während der letzten 16 Mo⸗ nate nur 2 732 000 Pfund oder 6 Prozent des Wertes der britischen Handelsflotte betragen hätten.

Englische Uebergriffe zur See. Amsterdam, 28. Dez.(WTB. berlanhe bf Die Blätter melden, daß die ganze für die Niederlande bestimmte

des DampfersTubantia geholt wurde.

Haag, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Im Haag ist ein Bericht eingetroffen, in Falmouth sei am Donnerstag von einem aus Amerika nach Rotterdam zurückkehrenden hollän⸗ dischen Dampfer die aus etwa 600 Säcken bestehende Post von Bord geholt worden. Auch von dem heute in

sen seien bei Downe 40 Säcke holländischer Post von Bord geholt worden.

Versenkte Schiffe.

London, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer Hadley aus London ist versenkt worden. Die Besatzung

wurde gerettet.

Paris, 27. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Marine⸗ ministerium teilt mit, daß ein deutsches Unterseeboot das PaketbootVille de la Ciotat(Messageries Maritimes, 6738 Tonnen) am 24. d. Mts. früh im östlichen Mittelmeer tor⸗ pediert und versenkt hat. Die Passagiere und die Mannschaft wurden zum größten Teil durch das englische PaketbootMor do aufgenommen und am 26. d. Mts. in Malta gelandet.

Aus dem Reiche.

60. Geburtstag des preußischen Kultusministers.

Hk. Berlin, 28. Dez. Der preußische Kultusminister Dr. von Trott zu Solz vollendet am 29. Dezember das 60. Lebensjahr. Geboren zu 8 in Hessen, trat er 1879 in den preußischen Staatsdienst ein, war Regierungs⸗ assessor in Oppeln, Landrat in Höchst a. M. und in Marburg, vertrat den Kreis Marburg im Abgeordnetenhaus, wirkle später als vortragender Rat im Ministerium des Innern, wurde 1898 Regierungspräsident in Koblenz und kam ein Jahr später in gleicher Stellung nach Kassel. 1905 erfolgte seine Berufung zum Oberpräsidenten der Provinz Branden⸗ burg als Nachfolger Bethmann Hollwegs, 1910 zum Kultus⸗ minister als Nachfolger Holles.

Aus Stadt und Land. Gießen, 28. Dezember 1915.

Süßigkeiten und Gebäck.

Vom Bundesrat ist in diesen Tagen eine Verordnung erlassen worden, wonach für die Herstellung von Süßigkeiten vom Beginn des neuen Jahres an nur die Hälfte jener Zuckermengen verarbeitet werden darf, die durchschnittlich in der Zeit vom 1. Oktober 1914 bis Ende September 1915 in den einzelnen Fabriken dafür verwendet worden waren. In verschiedenen großen Zeitungen ist auf die weittragenden Folgen hingewiesen worden, welche diese Verordnung für eine Reihe von Gewerbebetrioben, namentlich für die großen Schokoladefabriken, im Gefolge haben wird, und die sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in einer nicht geringen Störung des Arbeitsmarktes geltend machen werden. Eine Erörterung der Frage, in welcher Weise unsere Zuckerindustrie diesem ein⸗

schneidenden Eingriffe in ihren Gewerbebetrieb gegenüber am besten sich einrichten wird, liegt uns hier serne. Daß sulche

Po st aus Südamerika von den Engländern von Bord f

Rotterdam angekommenen DampferChristian Michel⸗ 27

tiefgreifenden Maßnahmen vom Bundesrat überhaupt in Erwägung gezogen werden mußten, ist aber jedenfalls Be⸗ weis genug dafür, daß unsere gewaltigen Zuckervorräte doch 0 nicht unerschöpflich sind, und daß leider auch auf diesem Ge⸗ biete unsere Volkskreise es nicht verstanden haben, der durch unsere wirtschaftliche Isolierung geschaffenen Lage aus eige⸗ ner Entschließung sich anzupassen. Nicht nur durch eine wohl recht oft das Maß des Erlaubten übersteigende Verwendung von Süßigkeiten, namentlich Schokoladewaren, als Liebes⸗ 5 gaben an unsere Truppen hat sich der Zuckerverbrauch ganz erheblich gesteigert, sondern auch im Inlande hat sich die Bevölkerung an den Genuß von Süßigkeiten in einem das rechte Maß, wie sich jetzt zeigt, weit überschreitenden Um⸗ fange gewöhnt. Haben doch in den letzten Monaten aller Orten neue Konditoreien, Feinbäckereien und Schokoladegeschäfte sich aufgetan und starken Zulaufs aus allen Kreisen sich erfreuen dürfen. Gewiß hat man mit Recht unter diezehn Kriegsgebote die Mahnung aufgenommen:Genieße viel Zucker in den Speisen, denn Zucker ist ein vorzügliches Nahrungsmittel! Aber damit war doch nicht gesagt, daß das Erzeugnis unserer Zuckerrüben über das Bedürfnis un⸗ serer Ernährung hinaus als Schleckerei verbraucht werden sollte! So kommt auch die Kunde von den getroffenen ernsten Maßnahmen des Bundesrats gerade zur rechten Stunde, um unsere Hausfrauen bei der Bereitung des Neujahrsgebäcks davon abzuhalten, die gedankenlose ungeheure Verschwendung von Mehl, Zucker und Fett vom vorigen Jahre zu wieder⸗ holen, und ihnen zum Bewußtsein zu bringen, daß die durch ihre Hand gehenden Vorräte ein ihnen an vertrautes vaterländisches Gut sind, über dessen spar⸗ same Verwendung sie, ob arm, ob reich, Rechen⸗ schaft abzulegen haben(ogl. die neue Flugschrift 13 der Zentral-EinkaufsgesellschaftKriegs⸗Weihnachtsgebäck, kostenlos zu beziehen durch den Verlag, Berlin W. 8, Behren⸗ straße 21). Solche Gewissensschärfung und der Gedanke an unsere tapferen Feldgrauen, die im Schützengraben und auf der Kampfheide unter unerhörten Entbehrungen Leben und Gesundheit für uns aufs Spiel setzen, wird, darauf dürfen wir doch wohl vertrauen, bei fortgesetzter Belehrung auch die weiteren Volkskreise und unsere Jugend dazu führen, Zucker, Schokolade und Süßigkeiten nicht als ein zu jeder Stunde erlaubtes Naschwerk zu betrachten, sondern wi e jedes andere Nahrungsmittel nur im Rahmen einer gewissenhaft aufgestellten Kostord⸗ mung zu verbrauchen. Selbstverständlich müßten aber auch mit der gewonnenen Einsicht in den gesteigerten Bedarf an zuckerhaltiger Nahrung, namentlich auch für die Erhal⸗ tung unserer Viehbestände, alle den Anbau von Zuckerrüben einschränkenden. Bestimmungen baldigst aufgehoben und statt dessen der für die Erzeugung von Stärkemehl und Eiweiß so ertragreiche Zuckerrübenbau mit allen Mitteln ge⸗ fördert werden.

* ** Der Tag der unschuldigen Kinder(28. De⸗ zember.) In manchen Gegenden unseres Vaterlandes spricht man

der Welt erblickt hat. 4

Auszeichnungen. Dem Vizefeldwebel Heinrich Wolf, früher Schutzmann in Gießen, im Landwehr⸗Inf.⸗Rgt. 85 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Dem Fahnenjunker Alex Möckel aus Gießen wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Gleichzeitig erfolgte seine Beförderung zum Leutnant. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der 55 der Landwehr Willi Hexamer im Inf.⸗Rgt. 116 aus

keßen. N Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 24. Dezember dem Staatsminister, Minister des Großherzoglichen Hauses und des Aeußeren und Minister der Justiz Dr. Karl von Ewald das Großkreuz des Ludewigsordens ver⸗ liehen. Der Großherzog hat am 24. Dezember dem Mit⸗ glied der Künstlerkolonie, Maler Fritz Oßwald in Darmstadt, den Charakter als Prosessor erteilt. In den Ruhestand wurde versetzt am 18. Dezember die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz Marie Eleonore Kötting auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, vom 1. Januar 1916 an..

* Per sonalnachrichten der Haiserlichen Ober⸗Postdirektion in Darmstadt. Der Kai ser hat dem Oberpostdirektor Mil kau in Darmstadt den Cha⸗ rakter als Geheimer Ober⸗Postrat mit dem Rang eines Rats zweiter Klasse, den Posträten Pormann und Scherpe in Darmstadt den Charakter als Geheimer Post⸗ rat und dem Ober⸗Postsekretär Bellaire in Darmstadt den Charakter als Rechnungsrat verliehen. 0

8915 Die Zusammensetzung der Preisprüfungs⸗ stelle für die Provinz Oberhessen wird im heutigen Kreisblatt bekanntgegeben. Den Vorsitz hat der Großherzogliche Provinzial direktor Dr. Usinger, stellvertretende Vorsitzende ind 1

CGG

Dr. Kleberger⸗Gießen und Regi Sassessor Tedberg, gierung sess