e le wen Dauer mit zweimaligem Wechsel wird eine Reihe hochinteressanter Kunstwerke der bekanntesten Künstler aufzuweisen haben. Dann folgt die Ausstellung deutsch⸗österreichischer Künstler, die zuvor in den Städten Nürnberg, Stuttgart und Mannheim t wird. Nach dieser gelangen zwei Sammlungen des orträt⸗ und Landschaftmalers Jung, des Tiermalers Weczerzick und Werke des Bildhauers Scheiber zur Ausstellung. Sodann wird die ebenfalls neu zusammen⸗ 925 55 mmlung e 1 e ier zum ersten Male ausgestellt. Juni⸗Juli stellt wieder einen Teil der Ausstellung die Berliner Kümstler⸗ 5 der Rest auf kunstgewerbliche Arbeiten en
Vom Vogelschutzverein wird uns geschrieben: Ge⸗ denket der Vögel im Winter! Auch in der Kriegszeit sollen die Vögel nicht vergessen werden! Das beste Winterfutter, der Hanf, ist zwar mur zu sehr hohen Preisen und in begrenzter
„Menge erhältlich; es gibt aber Futter, das als Notbehelf
l Denn die Körnerfresser werden auch ohne Winter⸗ fütterung auf Misthaufen und in der Nähe von Scheunen und Ställen ihr Dasein fristen können. Für die Fütterung der Meisen aber empfehlen sich Tierkadaver. Daß wir, wie die Franzosen 1870/71 in Paris, uns später noch von Braten von Füchsen, Katzen, Sperlingen, oder gar Ratten und Mäusen nähren müssen, ist gewiß nicht zu befürchten; und so biete man den Meisen derartige Genüsse als Notbehelf in der schweren Kriegs⸗ zeit dar. Man hünge abgebalgte Füchse und Katzen oder Ratten zeit dar. Man hänge abgebalgte Füchse und Katzen oder Ratten, Hamster und Mäuse in reichlich weiter Entfernung von menschlichen Wohnstätten, an wettergeschützten Stellen, im dichten Nadelwald auf! Den Meisen in den l aber lasse man die Schweine⸗ näbel zukommen, die ber den Hausschlachtereten gewonnen werden, und die Kerne von Aepfeln und Birnen, die Alt und Jung in, großer Menge verzehren..
* Buchführung. Der zweite Buchführungs⸗ Kur sus für Handwerkerfrauen und„Töchter, veran staltet vom Allgemeinen deutschen Frauenverein(Ortsgruppe Gießen), beginnt am 28. Dezember(siehe Anzeige). 5 5
* Wertvolle Sammlungen. In der Hinter⸗ lassenschaft des dieser Tage verstorbenen Landge ichtsrates a. D. Müller befinden sich, wie man uns schreibt, zwei wunderschöne und kostbare Sammlungen, die ihres⸗ glei weit und breit suchen. Die eine enthält fast alle Schmetterlingsarten der ganzen Walt, die andere die Eier fast aller bekannten Vögel, vornehmlich aber die⸗ jeni der engeren Heimat, die Müller mit unendlicher
ühe, Geduld und Sorgfalt gesammelt und geordnet hat. Interessant ist die Tatsache, daß eine ganze Reihe Vögel, die noch vor einem Menschenalter in Oberhessen nisteten und brüteten, heute nicht mehr anzutreffen sind. Sie haben sich infolge der modernen Flurbereinigungen(der Geradelegung von Bächen, der Trockenlegung von Sumpfland, des Aus⸗ rodens von Hecken, der Entfernung des dornjgen Unter⸗ holzes in den Wäldern) verzogen. Es wäre freudig zu be⸗ grüßen, wenn die erwähnten Sammlungen in den Besitz der Landesuniversität oder des Museums in Gießen als wertvolle Beiträge zur Heimatkunde übergehen könnten.
* Bastfasern und Basterzeugnisse. Eine Be⸗ kanntmachung vom 23. Dezember 1915, die am 27. Dezember 1915 in Kraft tritt, betrifft die Beschlagnahme, Verwendung und Ver⸗ äußerung von Bastfasern(Jute, Flachs, Ramie, europäischer
und überfeeischer Hanf) und von Er zeugnissen aus
falls beschlagnahmt und ihre Auslieferung ist F Vastfas agnahme bleibt die äußerung und Lieferung von aser⸗ rohstoffen an Bastfaserspi ien und Seilereien oder an andere Personen zulässig, die einen schriftlichen 1 Bastfaser⸗ spinnerei Seilerei zur Beschaffung von Bastfaserrohstoffen besitzen.— Auch die fadenartigen Halb⸗ und Fertigerzeugnisse aus Bastfasern, wie Garne, Zwirne, Seilfäden, sind beschlagnahmt. Jedoch ist ihre Veräußerung und Lieferung trotz der Beschlagnahme unbeschränkt erlaubt, sodaß die Beschlagnahme nur eine weitere Verarbeitung dieser Garne, Zwirne oder Seilfäden verhindern soll. Die Bekanntmachung enthält, eine ganze Anzahl wichtiger Einzelbestimmungen. Sie ist am Bürgermeistereigebäude in Gießen angeschlagen und im heutigen Kreisblatt veröffentlicht.
** Die Auszahlung der Familienunterstütz⸗ ungen für die Zeit vom 1.—15. Januar an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: Reichs⸗ und Kreisunterstützung: An diejenigen, deren Namen begin⸗ nen mit: A— 9 Mittwoch, den 29. Dezember 1915, J— R Don⸗ nerstag, den 30. Dezember 1915, S—3 Freitag, den 31. Dezember 1915. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß): A— 9 Montag, den 3. Januar 1916, J— R Dienstag, den 4 Ja⸗ nuar 1916, S— 8 Mittwoch, den 5. Januar 1916. An Ver⸗ mieter, die Mietbeträge abholen: Donnerstag, den 6. Januar 1916.— Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vor⸗ mittags im Stadthaus, Zimmer 7, statt. Die Unterstützungen dür⸗ fen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden.
u Postanweisungen an Kriegsgefangene in England usw. werden jetzt im Haag nach dem tze von 11,20 Gulden 1 Pfund, umgeschrieben.
* Rückgang der Maul⸗ und Klauenseuche. Die Maul⸗ und Klauenseuche hat in den letzten vier Wochen in Hessen⸗ Nassau sowohl wie im Großherzogtum Hessen einen erfreulichen Rückgang genommen. Während am 15. November im Reg.⸗Bezirk Cassel noch in 348 Gehöften, welche sich auf 62 Gemeinden in 15 Kreisen verteilten, diese Seuche festgestellt wurde, waren es am 15. Dezember nur noch 119 Gehöfte, die sich auf 40 Gemeinden in 10 Kreisen verteilen. Im Reg.⸗Bezirk Wiesbaden ging die Zahl der verseuchten Gehöfte von 328 in 24 Gemeinden und 10 Kreisen auf 156 Gehöfte in 27 Gemeinden und ebenfalls 10 Kreisen zu⸗ rück. Im Großherzogtum Hessen verminderte sich die Zahl der verseuchten Gehöfte von 201 auf 169.
6 Landkreis Gießen. Großen⸗Buseck, 24. Dez. Ihre Silberne D 5 1 5 feiern am 26. Dezember die Eheleute Christoph Volk, Bahnsteigschaffner, und seine Ehefrau geb. Schwalb.
: 8 Kreis Büdingen.
r. Nidda, 23. Dez. Gestern abend fand im hiesigen Lazarett eine erhebende Weihnachtsfeier mit Ge⸗ sangsvorträgen und Weihnachtsliedern statt. Sanitätsrat Dr. Koch hielt die eee, Pfarrer Wer⸗ ner die Festrede, Feuerwehrinspektor Vetzberger und Feldwebel Wenzel zollten den Veranstaltern den ge⸗ bührenden Dank. Eine reiche Bescherung der Lazarett⸗ Insassen schloß sich an.
Kreis Alsfeld.
Photographien von Großh. Bauinspektor Kuhlmann herausgezogenen Zeichnungen, welche die Rekonstruktion er⸗ möglichen. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende alte Kanzel mit ihrem reichen konstruktiven Aufbau in Re⸗ naissanceformen, und den prachtvollen Einlagen und Bild⸗ hauerarbeiten ist vor einiger Zeit bei dem Brande der Beckertschen Schreinerei in Alsfeld vom Feuer zerstört wor⸗ den. Sie wird nun wieder(die Walpurgiskirche steht unter Denkmalschutz), wie sie ursprünglich war, hergestellt werden. Die Ausführung wurde der Hofmöbelfabrik Th. Brück in Gießen übertragen. Zu den Bildschnitzereien und Intarsien, ebenfalls nach den Entwürfen des Bauinspektors Huhl⸗ mann⸗Gießen, wurde Bildhauer Friese in Friedberg
zugezogen. Kreis Wetzlar.
ra. Wiß mar, 23. Dez. Feldwebel H. Bechthold(Garde— Fuß⸗Artillerie-Regiment Nr. 1) wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
ra. Braunfels, 23. Dez. Herr Muschenheimer in New Pork, Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins, hat aus Holland Kafsee überweisen und Mittel zur Beschaffung von Fett und Oel als Weihnachtsgabe an bedürstige Kriegerfamilien ver⸗
teilen lassen. Hessen⸗Nassau.
[Marburg, 22. Dez. Dem hier wohnenden Rentner Dr. phil. Koch wurde aus Anlaß seines 50jährigen Doktor ⸗ jubiläums von der philosophischen Fakultät der hiesigen Uni⸗ versität das Diplom erneuert.
—Gelnhausen, 33. Dez. Auf dem Bahnhofsplatz wurde heute mittag im Beisein der Behörden ein eiserner Hindenburg ⸗Schild aufgestellt und der Benagelung freigegeben. Der Entwurf zu dem Schilde entstammt vom hiesigen Landrat, Grafen v. Wartensleben.
Fulda, 23. Dez. Inmitten des Krieges sind die umfangreichen Arbeiten am Bau des Kreiswasser⸗ werkes so flott gefördert worden, daß die Eröffnung in kurzer Zeit erfolgen kann. An dem Bau werden gegenwärtig zahlreiche gefangene Russen beschäftigt. Dem großen Werk ist auch der Bahnhof Fulda angeschlossen. Dieser
entnimmt der Leitung jetzt schon täglich 6— 700 Kubik⸗
meter Wasser. 5
ul. Limburg, 23. Dez. Gleichwie die Bürgerschaft des Landsturm⸗Bataillons Limburg gedacht hat, hat sich auch das Landsturmbataillon der heimatlichen Kriegsfürsorge erinnert und für den„Stock in Eisen“ einen goldenen Nagel gespendet. Oberstleutnant Hein⸗ richsen hat ihn heute für und im Namen des Bataillons eingeschlagen. f
Vermischtes.
»» Strenge Kälte in Schweden. Wie die„Natio⸗ naltidende“ aus Stockholm meldet, herrscht in Schweden außer— ordentliche Kälte. In der Umgegend von Stockholm ging gestern das Thermometer auf 25 Grad Celsius unter Null zurück, in Jütland auf 53 Grad. Außerdem weht noch ein heftiger Nord- sturm, der bereits vielfach Verkehrsstörungen zur Folge hatte. So erleiden die Expreßzüge von Stockholm südwärts und nordwärts mehrstündige Verspͤtungen. Die bisher in Schweden gemessene niedrigste Temperatur betrug im Jahre 1881 49 Grad unter Null.
* Krähen in der Bratpfanne. So viele Vögel dienen den Menschen zur Nahrung, manche sogar als gesuchte und teuer bezahlte Leckerbissen. Aber die Krähe wird fast überall als Nahrungsmittel verschmäht. In einer Gegend unseres Vaterlandes jedoch schätzt man sie hoch ein. In den großen Moorbrüchen des Kurischen Haffs und der Nehrung findet in der Zeit vom Oktober bis Mitte Dezember ein bedeutender Krähenzug statt. Der dort dann betriebene Fang mit Schlagnetzen ergibt solche Massenbeute, daß man die Krähen auf die Märkte von Labiau, Nemonien, Gilge, Mehlauken und andere bringt, wo sie mit 15—25 Pfennig für das Stück bezahlt werden. Gerupft und bratsertig liegen sie da zu Hunderten zum Kaufe aus, und die Litauerin, die ein solches Tier ersteht, spricht von ihm beschönigend als von einer„junge Duwe“(Taube). Die Vogelsteller heißen„Krägebieter“(Krähen⸗ beißer), weil sie kurzerhand mit ihren Vorderzähnen den gefangenen Tieren die Hirnschale einbeißen, was ohne Erzeugung von Blut vor sich geht. Wie wir der Jagdzeitschrift„St. Hubertus“ ent⸗ nehmen, versorgen sich die am Haff wohnenden Fischer zu allererst selbst mit Krähen, die sie, gerupft und ausgeweidet, in Fässern mit Salz einpöckeln, um für den Winter, wo sie oft wochenlang von jedem Verkehr abgeschnitten sind, weniastens etwas Fleischkost zu haben. Diese Leit nennt der Litauer auch den„Schacktar“, den er sehr fürchtet. Er versteht darunter sonst jene Zeit, wo das plötz⸗ lich eintretende Frostwetter nur solches Eis brachte, das nicht trägt, so daß der Verkehr mit dem Kahn oder über das Eis verhindert ift. Der meist dabei einsetzende Nordweststurm wird auch oftmals dem Menschen und dem Wild zum Verhängnis, weil er die Haff⸗ brandung weit in die Niederungen hineindrüickt.
Schweizer Kriegshumor. In dem vom General- stabschef Theodor Sprecher von Bernegg eingeleiteten Schweizer Buch„Unser Volk in Waffen? findet sich folgende Probe schweize— rischen Kriegshumors: Ein Fremder fragt, ob er sich rechts oder links halten müsse, um nach Großaffoltern zu gelangen.„Ja“, antwortet ihm ein Einheimischer.„das darf ich Ihnen nicht sagen, ich bin neutral.“— Schwer von Begriff. Soldat:„Houpme, dr Binggeli mäidet sech ä“(Hauptmann, der Binggeli meldet sich an.) Hauptmann:„Chout er nih säge: Herr?“(könnt Ihr nicht „Herr“ sagen?) Soldat:„Houpme, der Herr Binggeli mäldet sich a!“(Hauptmann, der Herr Binggeli meldet sich an).— Das Merkzeichen. Es war auf einem angestrengten Marsche der Zürcher Landwehrtruppen im sonnigen Tessin. Der Hauptmann. der die Zeit gern nützt, prüst die Leute auf ihren Orientierungs- sinn hin.„Säget, Meyer, nach welcher Himmelsrichtung marschiert jetzt das Bataillon?“„Nach Süde, Herr Haupme.“„So, so, nach Süde, woraus schließt er das?“„Wiel i immer mehr schwitze mueß!“
Büchertisch. — Heinz Herald: Max Reinhardt. Ein Versuch über das Wesen der modernen Regie. Mit 11 ganzseitigen Szenen⸗ Bildern nach Entwürfen der Maler des Deutschen Theaters und einem Reinhardt-Porträt. 238 Seiten Groß-⸗Oktav. Kartoniert Mk. 3,80, in Halbpergament gebunden Mk. 5,50. Felix as lere Verlag, Berlin.— Der Verfasser, der lange Zeit selbst künstlerisch am Berliner Deutschen Theater arbeitete, hat seine Studien aus allernächster Nähe machen können. Hauptteile des Buches be— sprechen die soziale, dramaturgische, szenische und musikalische Seite des modernen Theaterproblems, andere erzählen von Reinhardts Schreibtisch- und Probenarbeit und von den Formen seiner Theater, in denen er sich neue Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen hat. Ab- bildungen begleiten den Text. ——
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— Gießener Hausfrauen⸗Verein.
Sonntag: Gerstensuppe, Ochsenfleisch mit Gurkensauce und Salzkartoffeln.
Montag: Tomatensuppe, Sauerkraut und Leberklöße.
Dienstag: Suppe von Leberklößebrühe mit geriebenen Kartoffeln, Reisauflauf. f 5
Mittwoch: Hammelfleisch mit Kümmelkohl und Kartoffeln.
Donnerstag: Falsche Mockturtelsuppe, Kalbsragout und
Kartoffelnudeln. Hafersuppe mit gebackener Kartoffelspeise“ und
Alsfeld, 24. Dez Die Vergebung der Neuaus⸗ Dürrobst
führung von Kanzel, Schalldeckel und Treppenbrüstung für die Walpurgiskirche in Alsfeld ist unter Mitver⸗ wendung der alten Treppe in engerem Wettbewerbe erfolgt. sführung geschieht nach den aus vorhandenen kleinen
Freitag: Samstag(Neujahr): Apfelsuppe mit Sago, Rotkraut. Kartoffelbrei, Hasenbraten.. 0 8
4 Siehe Kochanweisung.
Rot 5 f Gebackene Kartoffelspeise für 6 Personen): 6 rohe Kartoffeln werden geschält und gerieben, 100 Gramm Fett hinein geschabt, eine Hand voll Salz. In einen Topf mit heißen Fett oder Oel getan und im Backofen 2 Stunden gebacken. 5 Muschelragout: Die gereinigten Muscheln werden mit nur zwei Eßlöffel Wasser auf ein scharfes Feuer gebracht, m die Schalen sich geöffnet haben, aus dem Topf genommen und der Bart entfernt. Hierauf schwitzt man mit Butter feingehackte Zwie⸗ beln und etwas Petersilie, 1—2 Löffel Mehl und läßt alles gar, aber nicht braun werden, rührt die Tunke mit Bouillon⸗Würfel und dem Muschelwasser klar, würzt sie mit Pfeffer und etwas Salz. Alsdann läßt man die Tunke nochmals aufkochen, legt die ge⸗ säuberten Muscheln hinein und läßt sie darin ziehen.
——— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. —— 2 2 2 8 3 8 a 8 de. e e e e eee etler SS i S e e 1915 ß 8 53„ 5 f 5 A 8 22 23. 25— 43 5,9 94—— 10 Regen 23.9— 3,3 5,4 94—— 10 24.7— 4,2 5,6 91—— 10 Regen
Höchste Temperatur am 22. bis 28. Dez. 1915= + 4½ 0. Niedrigste„„ 22.„ 28.„ 1915— 0,8 C. Niederschlag: 4,4 mm.
Letzte Nachrichten.
Kriegsweihnachten.
Berlin, 24. Dez. Friedliche Weihnachts stimmung herrschte gestern unter den Verwundeten im Orangerie⸗Lazarett zu Potsdam, wo die Kaiserin zur Christfeier erschien und nach einer tief zu Herzen gehenden Ansprache des Geistlichen jedem Verwundeten außer einem Kaiserbild einen Notizblock sowie ein Sträußchen blühender Veilchen und Maiglöckchen aus den König⸗ lichen Gewächshäusern überreichte. Die Kaiserin unterhielt sich mit allen Anwesenden, besonders auch mit den Aerzten und Schwestern, die eine Tasse aus der Königlichen Porzellanmanu⸗ faktur erhielten. a
Berlin, 24. Dez. An der Weihnachksseier der deutschen Flüchtlinge aus Frankreich nahmen etwa 800 Flüchtlinge teil. a b 5
Berlin, 24 Dez. Ueber die Vorbereitungen von Weih⸗ nachts feiern auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen liegen bereits zahlreiche Berichte in den Blättern vor. Aus dem Großen Hauptquartier teilen die Kriegsberichterstatter als besonders würdig die eindringliche Ansprache des Feldoberpfarrers des Westens bei einer Feier mit, die von der Bahnhofskommandanturt dem Feldeisenbahnpersonal bereitet wurde. Der Prediger sagte darin: Wie man aus Sensenstahl Schwerter und aus Pflugscharen Spieße hämmern kann, so hat diese Zeit aus unseren Eisenbahnen, eine Einrichtung des Friedens, ein furchtbares Instrument des Krieges gemacht. Wo eine Lücke war, führten, wir die Streiter in die Bresche, wo Not war, führten wir die Hilfe herbei. Und doch liegt uns die Arbeit des Friedens im Blut. Wir vermitteln die Grüße zwischen der Heimat und dem Feldheere. Unser Stahlroß zieht die Weihnachtskarren von den Unseren her zu unseren Kriegern. Und wie groß wird erst unsere Freude sein, wenn wir den letzten großen Friedensdienst dem Heer er⸗ weisen und unsere siegreichen Truppen in die Heimat zurück⸗ befördern können und dann, wenn die letzte kranzgeschückte Loko⸗ motive hereinrasselt in die hohen Hallen eines deutschen Bahn⸗ hofes. Dann hat der Eisenbahner sein Werk getan; dann it Friede auf Erden. 99 9
f Französische Sorgen N 18 über das Anwachsen des Panislamismus. 3 Genf, 24. Dez. Briand ließ die Pariser Redaktionen er⸗ suchen, den italienischen Berichten über die erschreckende Aus⸗ dehnung der panislamitischen Bewegung in Asien und Afrika die Versicherung entgegenzuhalten, daß für den Schuz der französischen Kolonialinteressen, besonders der mit der wach⸗ senden Gefährdung des Suezkanals zusammenhängenden ernste Vorsorge getroffen wird. Im französischen Kolonialministerium herrscht die kürzlich in einer Senatskommissionssitzung ausge⸗ sprochene Anschauung vor, daß die französischen Interessen in Afrika von den englischen und italienischen grundverschieden sind, diesen sogar teilweise widerstreiten. Dabei sei bei jener für Frankreichs Zukunft bedeutsamen Angelegenheit im militäri⸗ schen Vierverbandsrat Vorsicht geboten. 1
Das Ende von Fords Friedens mission.
Kopenhagen, 24. Dez. Wie die„National Tidende aus Kristiania meldet, verließ der Friedensapostel Ford am Donnerstag in aller Stille Kristiania und reiste nach Bergen, wo er heute abend an Bord des norwegischen Ozeandampfers„Bergenshuus“ die Rückreise na Amerika antreten will. Als Grund der plötzlichen Ab⸗ reise Fords wird angegeben, die Aerzte hätten Ford emp⸗ fohlen, sich zu schonen und ein milderes Klima aufzusuchen Alle übrigen Mitglieder der Expedition, die von der Ab⸗ reise nichts ahnen, reisten vormittags nach Stockho weiter.
Den Miesmachern ins Stammbuch.
tungen die in den
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O d ol 2 Ja de
Dberhessischer Kunstverein Gießen.
Am dritten Weihnachtsfeiertag, vormittags 11 Uhr findet in der Ausstellung im Turmbaus gemäß 82 der Satzung öffentlich die
Verlosung von Anrechtöscheinen auf Kunstwerke
unter den Mitgliedern des Vereins statt. Zur Beiwohnung an dieser Verlosung wird ergehenst eingeladen. Der Vorstand des i Kunstverein eller
8. 8 er, 90108 Oberbürgermeister.
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