Nr. 302
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105. Jahrgang n
General-Anzeiger für Oberhe
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, amchen Gee
f Donnerstag, 25. Dezember 1915
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sel
Die Schweiz lehnt zurzeit ab, einen Friedensvermittlungsversuch
zu machen. Englische heerespermehrung.
(TB.) Großes Hauptauartier, 22. Dezember.
(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Franzosen griffen am Nachmittag unsere Stellun⸗ gen am Hartmannsweilerkopf und am Hirzstein (nördlich von Wattweiler) unter Einsatz erheblicher Kräfte an. Es gelang ihnen, die Kuppe des Hartmanns⸗ wellerkopfes, die nach den offiziellen französischen Be⸗ richten allerdings schon seit Ende April in französischem Besitz gewesen sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilsenfirst zu nehmen. Ein Teil der verlorenen Stellungen am Hartmannsweilerkopf ist heute vormittag bereits zu⸗ rückerobert. Ein Angriff bei Metzeral brach vor un⸗ serer Stellung zusammen. 1
Auf der übrigen Front bei unsichtigem Wetter und Schneetreiben nur geringe Gefechtstätigkeit.
Oestlicher und Balkan⸗Kriegsschauplaß. Keine wesentlichen Ereignisse. 5 Oberste Heeresleitung.
Wie die Friedensaussichten stehen und welch geringe Hoffnungen sich zurzeit an etwaige Vermittlungsversuche neutraler Mächte knüpfen, das hat der verantwortliche schwei⸗ zerische Staatsmann für auswärtige Angelegenheiten gestern im schweizerischen Bundesrat ausführlich dargetan. Die so⸗ zialdemokratische Fraktion hatte eine Anfrage an die Re⸗ gierung gerichtet, ob nicht ein Waffenstillstand oder gar der Beginn von Friedensverhandlungen angebahnt werden könne. Trotz ihres ablehnenden Standpunktes und des ent⸗ sagungsvollen Inhaltes der Regierungserklärung kann man die Ausführungen des Bundesrats Hoffmann nur lebhaft billigen. Denn sie sind so durchaus sachlich, so ohne jeden Eigendünkel und ohne Effekthascherkünste. Der Antragsteller erklärte sich denn auch von der Antwort des Bundesrats befriedigt, und mit ihm werden die schweizerischen Sozia⸗ listen es sich an dieser schlichten und ausreichenden Klärung genügen lassen. Anders als die sozialdemokratische Minder⸗ heit imdeutschen Reichstag, die der Regierung die Kriegs- kredite nicht glaubte bewilligen zu sollen. Ist die Antwort des Bundesrats Hoffmann nicht zugleich eine Erwiderung
und Widerlegung auf die Rede des Genossen Geyer, der be⸗ kanntlich unter Preisgabe aller Vorteile unserer gegen⸗ wärtigen Lage den Feinden den Friedenszweig aufdrängen möchte? Die schweizerische Regierung hält dafür, daß der Friedenswille gegenwärtig noch nicht kräftig genug eingesetzt hat, das heißt, er bestätigt, daß unsere Feinde durch⸗ aus nicht bereit sind, auf Grund und mit Anrechnung der jetzigen Kriegsergebnisse Frieden zu machen. Wenn eine neutrale Macht wie die Schweiz sich sorgsam davor hüten will, durch vorzeitige Schritte zur Anbahnung des Frie⸗ dens sich einen Mißerfolg, eine Abweisung zu holen, wieviel mehr Bedenken muß Deutschland, der Angegriffene, tragen, sich einer Ablehnung auszusetzen! Glauben die Herren Geyer und Konsorten etwa, die englische Stimmungsmache würde uns für einen solchen Beweis unserer Friedfertigkeit etwa ein Zeugnis kultureller Reife ausstellen? Oder sie würde davon ablassen, uns als Hunnen und Barbaren in der Welt anzuschwärzen? Nein, sie würde im Gegenteil vermutlich laut ausposaunen, daß Deutschland am Ende seiner Kraft angelangt sei. Hat doch auch ohne ein deutsches Friedensangebot gestern Herr Asquith im Unterhause die vermessene Erklärung abgegeben, die Kriegslage schreite immer mehr zugunsten Englands und seiner Verbündeten fort. Der einstimmige Beschluß des englischen Parlaments, das Heer um eine Million zu vermehren, zeigt uns überaus klar, wie unzeitgemäß heute Friedensbesprechungen sind. Wir dürfen den Feinden nicht den Willen zeigen, die Arbeit unserer erfolgreichen Heere bald einzustellem, sondern wir müssen mit Hindenburg nachdrücklichst erklären, daß wir nicht nur bereit sind, durchzuhalten, sondern auch den siegreichen Frieden zu erkämpfen. Der englische Ministerpräsident hat ferner kundgetan, England und seine Freunde seien entschlossen, den Krieg zu gewin⸗ nen, sie wollten von einem Sonderfrieden nichts wissen. Wir sind weit entfernt, diese Aussprüche allzu ernst zu nehmen. Asquith als Großsprecher und Flunkerer ist ja kein neues Kapitel. Aber wir dürfen an diesen Mann keine Worte, sondern nur Taten richten. Das Maß muß voll werden. Heute werden in London z. B. die Niederlagen an den Dardanellen noch aus vollem Munde beschönigt. Wir wissen nicht, ob der letzte amtliche türkische Bericht, der außerordentliche Beute im einzelnen aufführt, in der krampfhaft lächelnden Miene Englands eine Veränderun, . wird. Aber wir wissen, daß unsere Mittel, n 1 1 durch neue Schläge zuzusetzen, an Zahl und Stärke außerordentlich gewachsen sind. Und wir wollen den „Vorwärts“— der seinen Namen sehr zu Unrecht trägt— ruhig seine Fahnen zusammenrollen lassen, wenn er die neueste Entschließung seines Parteivorstandes höhnt und ab⸗ weist;— die neuen Straßen, die wir uns nach dem Orient aufgeschlossen haben, wollen wir nutzen, und das Kabinett Asquith soll recht bald aus seiner gemachten Ruhe aufs neue aufgestört werden. 0
Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht. Wien, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird 22. Dezember 1915. 25 5 5 1 ö
Russischer Kriegsschauplatz. Stellenweise Artilleriekämpfe und Geplänkel.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen die Tiroler Südfront hält an. Auch an den übrigen Fronten stellenweise vereinzelte Geschütkümpfe. Der Angriff einer feindlichen Kompagnie bei Dolje am Tolmeiner Brückenkopf brach in unserem Feuer zusammen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Bei Ipek wurden neuerlich 69 von den Serben ver⸗ grabene Geschütze erbeutet. Diese Zahl dürfte sich noch erheb⸗ lich steigern.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Die Schweiz und die Anbahnung des Friedens.
Bern, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Im Natio⸗ nalrat legte Greulich⸗Zürich namens der sozialdemo⸗ kratischen Fraktion folgende Interpellation vor: Gedenkt der Bundesrat allein oder mit den Regierun⸗ gen anderer Länder den Kriegführenden seine gute Dienste anzubieten zur baldigen Herbeiführung eines Waffen⸗ stillstands und Einleitung von Friedensverhandlungen?
Als Chef des politischen Departements antwortete Bun⸗ desrat Hoffmann mit folgender Erklärung:
„Wir perstehen das tiefe Friedensbedürfnis, das in unserem Volle 1 wird, und teilen die Sehnsucht nach einer bal⸗ digen Beendigung des schvecklichen Krieges, welchen die Geschichte
kennt. Unser Land, wenn auch vom Kriege selbst verschont, leidet M
gewaltig unter seinen Folgen. Es ist indessen nicht allein oder auch nur an erster Stelle unser eigenes Interesse, welches den heißen Wunsch nach Frieden hervorruft, wir sehnen ihn aus rein menschlichem Empfinden herbei, im Hinblick auf das unsag⸗ bare Elend, das der Krieg verursacht, auf die geschlagenen Wunden und das unbarmherzige Zerstörungswerk, das es an der Kultur vollbrachte, auf welche wir bis vor kurzem so stolz waren. Wir achten also die Gefühle, aus denen die Anfrage der Interpellanten hervorgegangen ist. Soweit sie jedoch darauf zielt, eine direkte Friedensaktion herbeizuführen, müssen wir unsere Vor⸗ behalte machen. Ein solcher Schritt ist zum Voraus dem Miß⸗ erfolg geweiht und der Mußdeukung ausgesetzt, so⸗ lange nicht auf beiden Seiten der kriegführenden Parteien die ihm entgegenstehenden im Gange der Ereignisse begründeten Wider⸗ stände durch eine im eigenen Lande vollzogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremdes Zutun überwunden sind. Ist diese Wandlung noch nicht vollzogen, so müssen nicht nur alle fremden Interventionsbewegungen auf dürres Erdreich fallen, sondern werden geradezu als lästige, wenig freundschaftliche Ein⸗ mischung empfunden und können sowohl der Sache des Friedens, als auch den zwischenstaatlichen Beziehungen zum Schaden gerei⸗ chen. Es ist Sache der individuellen Auffassung, ob der Friedens⸗ wille kräftig eingesetzt und zu einem ausreichenden Ergebnis ge⸗ führt hat. Der Bundesrat hält dafür, daß das heute noch nicht der 851 ist. Man wird es verstehen, wenn er in eine Darlegung der Gründe, die ihn zu dieser Auffassung der Sachlage führen, an diesem Ort nicht eintreten kann. Dessen aber dürfen wir Sie ver⸗ sichern, daß wir mit gespannter Aufmerksamkeit die Entwicklung der Dinge verfolgen und uns glücklich schätzen würden, wenn unser kleines Land, getragen von den Sympathien, die es mit den kriegführenden Nationen verbinden, getreu seiner traditionellen neutralen Stellung und in völliger Uneigennützigkeit auch nur in bescheidenem Maße dazu beizutragen vermöchte, den ersehnten dauerhaften Frieden herbeizuführen.“. 5 5
Ueber die Antwort des Bundesrats fand keine Erörte⸗ rung statt. Greulich erklärte sich von der Antwort des Bundesrats befriedigt. g
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) In der gestrigen Unterhaussitzung fragte Byles, ob die Regierung aus neuerlichen Reichstagsverhandlungen und den Reden des Reichs⸗ kanzlers Anzeichen entnehme, daß bei dem Hauptgegner Stim⸗ mung dafür sei, die Austragung der Fragen, die den Krieg ver⸗ anlaßt haben, vom Schlachtfeld in das Konferenzzimmer zu verlegen und ob die Regierung ein Eingehen auf solche Stimmung angebracht inde. Asquith erwiderte, der Fragesteller sei ebenso gut wie die zeiter der Regierung imstande, seine Schlüsse aus den Reichstags⸗ verhandlungen zu ziehen. Er habe der Erklärung vom 8. Dezember nichts hinzuzufügen. Thorne(Arbeiterpartei) fragte, ob die Beleuchtungsbeschränkungen in London vom 21. bis 27. Dezember aufgehoben werden könnten. Simon lehnte das wegen der Zeppelingefahr ab.
Am Schlusse seiner schon gemeldeten Rede sagte Lloyd George: Wir brauchen Arbeiter für die neuen Fabriken. Die wundervollen Maschinen neuester Beschaffenheit zur Herstellung von Maschinengewehren bleiben unbenutzt, weil es uns an Ar⸗ beitern fehlt. Wir brauchen für die neuen Fabriken 80 000 gelernte und 200 000 bis 300 000 ungelernte Arbeiter. Davon hängt unser Erfolg im Kriege ab. Es ist töricht, von einer Ueberproduktion zu reden. Dieses Gerede dürfte aus deutsch⸗ 5 Kreisen stammen. Wir erreichen trotz unserer An⸗ trengungen noch nicht die Produktion Deutschlands oder Frank⸗ reichs. Und die Franzosen selbst halten ihre Pro⸗ duktion für ungenügend. Die Generale, die die Schlacht bei Loos mitgemacht haben, sagen, daß sie mit einer dreifachen Menge an Munition ein zwanzigfaches Ergebnis erreicht hätten. Lloyd George fuhr fort: Nur acht Prozent der Maschinen, die Drehbänke erstellen, arbeiten nachts. An gelernten Ar⸗ beitern fehlt es. 1 alles getan, um gelernte Ar⸗ beiter von der Armee beurl. 5 5 sen, sind dabei aber auf den größten Widerstand gestoßen. ir können nicht viel erreichen, wenn die Gewerkschaften nicht zulassen, daß ungelernte Arbeiter und Frauen die Stellen von gelernten Arbeitern einnehmen. Die parlamentarischen Führer der Gewerkschaften haben dem zuge⸗
stimmt, aber die örtlichen Gewerkschaften weigern sich. Wir müssen diesen Kampf in jedem Bezirke und jeder Stadt und Fabrik aus⸗ sechten. Wir können das Munitionsgesetz nicht zur Anwendung bringen, wenn nicht die Arbeitgeber selbst ungelernte Arbeiter und Frauen an die Drehbänke stellen. Lloyd George int der Sieg ab. Es ist die Frage, ob wir 885 Krieg binnen einem Jahre siegreich beenden können, oder ob er sich jahrelang hinziehen wird. Alles hängt von den Arbeitern ab. Es kann ge⸗ macht werden. Aber ich weiß nicht, ob es nicht zu spät ist. Dies ist ein verhängnisvolles Wort. Dort sind wir zu spät hingegangen;
hier sind wir zu spät angekommen; wir haben diesen Entschluß zu
spät gefaßt; wir haben unsere Unternehmungen zu spät begonnen, und wir kommen zu spät mit unseren Vorbereitungen. Die Heere der Alliierten sind beständig von dem höhnenden Gespenst des„zu spät“ verfolgt worden. Wenn wir uns nicht beeilen, wird Verdammnis auf unsere heilige Sache fallen, wofür so viel tapferes Blut ge⸗ flossen ist. Ich bitte die Arbeitgeber und Arbeiter, das„zu spät“ nicht als Aufschrift über den Portalen der Munitionsfabriken zu wählen. Alles hängt von den allernächsten Monaten ab. Auf der letzten Konferenz der Alliierten in Paris sind Beschlüsse gefaßt wor⸗ den, die den ganzen Verlauf des Krieges beeinflussen werden.
Thomas(Arbeiterpartei) erklärte: Es sei Pflicht der Re⸗
gierung, alsbald in systematischer und geschäftsmäßiger Weise dem Arbeitermangel abzuhelfen. Das geschehe nicht dadurch, daß jedermann aufgefordert werde, nicht Munition herzustellen, sondern in die Armee einzutreten. Die Regierung trage eine große Verant⸗ wortung, denn jeder Arbeiter, der in die Armee eintrete, vermehre die Schwierigkeiten Lloyd Georges. Es sei Pflicht der Regierung, zu erklären daß die Kriegsleistungen Englands in der Herstellung von Munition und Verstärkung der Finanzlage bestehen müßten. Das sei die Moral der Rede Lloyd Georges. Die Nation solle sie sich zu Herzen nehmen.
London, 22. Dez.(Wr. Nichtamtlich) As quith hat im Unterhause den Antrag eingebracht, die Re⸗
ann zu vermehren. Er teilte bei dieser Gelegenheit mit, daß Sir William Robertson, bisher Chef des Stabes in Frankreich, anstelle Sir wichtiges Kommando erhielt, des britischen Stabes wurde. Die kürzlich in Paris abgehaltene militärische Kon⸗ fere e zu einigen wichtigen Beschlüssen geführt. Die Verbündeten hofften von diesen Kouferenzen eine engere Zusammenarbeit und eine kräftigere Durchführung i 25 5 Die Verbündeten seienentschlossen, den rieg zu gewinnen. Sie wollten von einem Sonder⸗ frieden nichts wissen. Der Krieg nehme für fie einen immer günstigeren Verlauf. London, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das Unter⸗ haus hat die Gesetzesvorlage, die die Vermehrung des Heeres um eine Million Mann vorsieht, einstim⸗
mig angenommen. 1 2 2 2
Große Beute der Türken an den dardanellen⸗
Der türkische Bericht. Konstautinopel, 22. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Das
Hauptquartier teilt mit: An der IJrakfront, bei Kut⸗el«
Amara, versenkte unsere Artillerie zwei feindliche Monitore und verursachte durch einen Volltreffer eine Ex⸗ plosion bei einem anderen Monitor. Unsere Truppen näherten sich auf der Nordfront dem Stacheldrahtver hau der befestigten feindlichen Stellungen.
An dar Kaukasusfront bbsteten die feindlichen Angriffe in der Gegend von Id am 20. Dezember dem Feinde einen Verlust von 8 Offizieren und 300 Mann, während unsere Verluste nur ein Drittel dieser Zahl betragen. 0
An der Dardanellenfront, bei Sedd⸗ül⸗ Bahr zeitweiliger Artillerie-, Bomben⸗ und Lufttorpedokampf. Unsert Batterien auf der anatolischen Küste der Meerengen beschossen erfolgreich Mortoliman und die Landungsstellen von Tekke Burnu. Sie versenkten bei Mortoliman zwei kleine Bvote, sowie bel Tekke⸗Burnu ein kleines Munmitionsschiff und trafen ferner ein Lastboot. In einem einzigen vom Feinde gesäuberten Abschnitte fanden wir Lebensmittel aller Art, die für die Ver provi⸗
antierung eines ganzen Armeekorps für lange Zeit ausreichen, sowie 1 Million Sandsäcke, ungefähr 1000
Zelte, 500 Wolldecken, 400 Tragbahren, 1000 Konservekisten, 50 Benzinfässer, einen Mörser bei Aghinedere, sowie eine Menge in die Erde vergrabener Mörsergeschosse, ferner 300 Kilometer Telephondrähte und 180 Meter Stacheldraht. Wir konnten die Munition, Kleidungsgegenstände und sonstiges erbentetes Material noch nicht zählen. Zum Rückzug der Engländer und Franzosen von den Dardanellen.
London, 22. Dez. B. Nichtamtlich.)„Daily Mail“ sagt in einem Leitartikel: Der Rückzug der britischen Truppen von der Suvla⸗Bai darf als ein Zeichen dafür gelten, daß die Regierung endlich den ungeheuren Fehler erkannt hat, den sie mit dieser Expedition machte. Das Blatt bezeichnet die Rede Lloyd Georges als die schärfste Anklage, die bisher gegen die Regierung erhoben worden sei.
Die„Morning Post“ sagt in einem Leitartikel: Die Preisgabe der Dardanellenfront wirft die ernste Frage über den Ursprung dieser Expedition auf. Die Nation wünscht zu wissen, ob dieselben Methoden, nach denen diese unternommen worden ist, noch wirksam sind. 5
Die„Times“ schreibt: Die Ankündigung der Zurückziehung eines Teiles der britischen Truppen von Gallipoli wird im Pu⸗
blibum peinlich überraschen. Das Blatt sagt, daß die Abrechmm g Verantwortung
wegen der fihr das Unternehmen noch folgen müsse.
schloß: Davon
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