Ausgabe 
(20.12.1915) 299. Erstes Blatt
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gewisse Gäste, durch den Bundesratsbeschluß über Ein⸗ schränkung des Kuchen⸗ und Tartenhersiclens veranlaßt, sich mit diesen Süßigkeiten noch einmal ordentlich vollessen wollten und manche der Schlemmerinnen wird in dieser Absicht des Guten zu viel geleistet haben.

i Die städtischen Kolonialwaren⸗Verkaufs⸗ stellen(Neustadt Nr. 61 und Asterweg Nr. 2 5 sind von Mitt⸗ woch, den 22. bis einschließlich Montag, den 27. ds. Mts. ge⸗ schlossen, ebenso wegen des Jahresabschlusses das Geschäftszimmer des Kommunalverbandes Gießen Mehlverteilungsstelle in der Zeit vom 22.31. Dezember. Die Geschäftszimmer des Alice⸗Frauen⸗Vereins, Abteilung für Kriegsfürsorge, Liebesgaben⸗ abteilung, Auskunftsstelle bleiben vom 24.27. Dezember ein⸗ flo die Nähstuben vom 20. Dezember bis 2. Januar ge⸗

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werden. Die kaufmännische Fachschule wird von 216 Schülern, darunter 30 Schülerinnen, besucht. Die Zahl der Lehr⸗ kräfte beträgt 8.

Dienstag, 21. Dezember, L 3 Mittwoch, 22. Dezember jedesmal von 812 Uhr vormittags und 25 Uhr nachmittags. Näheres im Anzeigenteile. 5 5.

u Stehen geblieben ist am vorigen Samstag ein Eimer * Eigentümer kann solche auf der Polizeiwache in Emp⸗ fang nehmen.

r Kondensierte Milch. Etwa 3000 Pfund⸗Dosen kondensierte Milch sind im städtischen Lager eingetroffen. Die Ware ist bestellt worden für den Fall, daß es im Januar⸗Februar mit der Lieferung fris cher Milch für unsere Stadt Schwierigkeiten haben sollte. Die unter Zusatz von Zucker eingedickte Milch ist ein Schweizer Produkt, das wegen seiner vorzüglichen Beschaffenheit besonders für die Er⸗ nmährung von Ki und Kranken nur bestens zu emp⸗ fehlen ist. . e 1 1 ö 0 ein Gie mgegen! ingetr. Verein) hat vom Kreisamt unter gewissen Bedingungen die Erlaubnis erhalten, für seine Mitglieder Körnerfutter im Kreise Gießen von Produ⸗ enten anzukaufen. Die Mitglieder des Vereins, soweit sie Ge⸗ kigelzüchter sind, hatten auf eine Umfrage ihren Bedarf an Körnern auf 240 Zentner im Jahre angegeben. Es war dem Vereinsvorstand bisher möglich, 6 Zentner nicht mahlfähigen

i von der Zentrale in Darmstadt und 37 Zentner Gerste,

re im Kreise Gießen selbst, anzukaufen. Das so gewonnene

Futter wurde am Samstag an die Mitglieder verteilt und diesen eine Freude gemacht, weil damit verhindert ist, daß die schon zahlrei Abschlachtungen recht wertvoller Nutztiere wegen Futter⸗ mangel weiter fortgesetzt werden. Der Verein hofft, im Januar noch einmal eine Futterverteilung an die Mitglieder bewirken zu können. Die Körner werden zum Höchstpreis abgegeben, der 1 5 erheblich hinter dem Preise für ausländische Gerste zurück⸗

* Privatpakete für Angehörige des deut⸗ schen Heeres in der Türkei und Bulgarien werden bis zum 31. Dezember d. J. beim Zentral⸗Depot für Liebes⸗ gaben, Berlin W. 50, Hardenbergstraße 29a bis e, Zur Weiterbeförderung an die Empfänger angenommen. Die Pakete wolle man als gewöhnliche Pakete porto⸗ und bestell⸗

eldfrei bis Berlin aufgeben. Die Sendungen sind mit olgenden Aufschriften zu versehen: 1. mit vollständiger wut Adresse des Empfängers, 2. mit dem Zusatz: durch ittlung des Zentral⸗Depots für Liebesgaben, Berlin W. 50, Hardenbergstraße 29 a bis e, 3. mit Bestim⸗ mungsland(Türkei oder Bulgarien). Im übrigen gelten die für den Privatpaketverkehr bestehenden Bestimmungen. So⸗ weit bisher Pakete an das Militär⸗Paket⸗Depot Leipzig gesandt sind, wird von dort ihre Weiterleitung veranlaßt.

Landkreis Gießen.

l Lang⸗Göns, 19. Dez. Musketier Wilhelm Brückel eim Reserve⸗Infanterie-Regiment 83, Sohn des Landwirts Konrad Brückel, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

e. euern, 20. Dez. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde der Sohn des Gemeinderechners Sei Insp.⸗Stellv. in Auerbach, früher Offizier⸗Stellv. 2/22. nach⸗ träglich ausgezeichnet. Sein Bruder, Feldwebel im Landw.⸗Inf.- Regt. 116, erhielt vor kurzem ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Büdingen. Michelau, 19. Dez. In Serbien fiel infolge eines Kopf⸗ der Musketier Sinner.

3 1719 2 eee 1 0 eshausen, 20. Dez. ie Königlich Sächsische

Friedrich⸗-August⸗Medaille erhielt am b dag 5e

Großherzogs von Oldenburg der Lehrer Otto Keitzer.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 20. Dez. Semmarlehrer Leuchtgens, bisher Feldwebel, wurde zum Offizier⸗Stellvertreter ernannt. Des. gleichen der Vizefeldwebel Lehrer Stau ba ch aus Bad⸗Nauheim. Zum Kompagniefeldwebel befördert wurde der Seminarlehrer

Thierolf. Die Hessische Tapferkeits⸗

Ab Fauerbach, 20. Dez. medaille erhielt der Gefreite Holler im Feldartillerie-Rgt. 25.

Starkenburg und Rheinhessen. Dieburg, 20. Dez. Durch ein Großfeuer wurden die Wirtschastsgebäude von Kunigunde Lohrum völlig ein⸗ eäschert und die Wohnhäuser der Lohrum und des P. Thomas 1 9 5 beschädigt. Der Schaden ist erheblich, da die Gebäude nur

gering versichert sind. 5 ch. e 20. Dez. Bei dem herrschenden kalten Wetter geht der Wasserstand des Rheines ständig zurück. Vor einigen Tagen wurden am hiesigen Pegel 3,33 Meter festgestellt, während am 18. Dezember der Pegelstand nur 3,03 Meter am Oberrhein geht das Wasser ständig zurück, ebenso fällt das Wasser der Neben⸗ flüsse ganz erheblich. 5 i Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 20. Dez. In der abgelaufenen Woche tagte die Hauptversammlung der Lokalabteilung des landwirt⸗ schaftlichen Vereins. Der für 1916 aufgestellte Haus⸗ haltungsplan, der in Einnahme und Ausgabe mit 3390 Mk. ne fand Zustimmung. Im Mittelpunkte der Tages⸗ ordnung standen zwei interessante Vorträge. Ueber Ver or⸗ ung Kriegsbeschädigter vom Lande und aus der Landwirt⸗ f. 95 sprach e Linden von der Provinzial⸗ abteilung Bonn. Kreisobstbaulehrer Kilp hielt den zweiten Vortrag über gewinnbringende Obst⸗ und Gemüsekulturen. ra. Krofdorf, 20 Dez. Zur Beschaffung von Wei hnachts⸗ gaben für unsere Feldtruppen im 18. Armeekorps wurden in der vereinigten Bürgermeisterei Atzbach ⸗Launsbach insgesamt 1930,60 Mark gesammelt, die sich wie solgt verteilen: Atzbach 152,0 Mk. Dorlar 191,50 Mk., Dutenhofen 93,00 Mk., Garben⸗ eim 160,90 Mk. Kinzenbach 247,50 Mk., Krofdorf 378,50 Mk., leiberg 46,50 Mk., Vetzberg 87,10 Mk., Launsbach 52 Mk., Oden sausen 89 Mk., Salzböden 85,50 Mk. und Wißmar 377,55 Mark.

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8. schusses

Hessen⸗Nassau.

Marburg, 20. Dez Im Institut für Hygiene und experimentelle Therapie wurde heute mittag eine Marmor⸗ büste des Wirklichen Geheimrat Exzellenz Prof. Dr. Emil von Behring, die laut ministerieller Verfügung anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Entdeckung des Heilserums seitens des Gelehrten dort zur Aufstellung kam, enthüllt.

ll Marburg, 20. Dez. Der Direktor der chirurgischen

Klinik, Prof. Dr. König, der als beratender Chirurg des Generalstabs eines Armeekorps in Frankreich, Polen und Galizien weilte, hielt gestern abend im Physikalischen In⸗ stitut einen Vortrag über Kriegsbeschädigtenfür⸗ or ge und die modernen Errungenschaften auf dem Ge⸗ biete der Wiederherstellung Verwundeter. Lichtbilder zeigten, wie die Verwundeten durch turnerische Uebungen körperlich und geistig gekräftigt und wie sie in der Einarmigenschule und in den Werkstätten zu Berufen vorbereitet werden. Wm. Kirchhain, 20. Dez. Nachdem die Maul- und Klauen⸗ feuche in allen Stallungen hier erloschen, ist die Gemarku ungs⸗ sperre behördlicherseits aufgehoben. Das gleiche gilt sür die Gemeinde M ardorf, in welcher die Seuche ebenfalls aus- gebrochen war. Der Heuverkauf und das Verladen an der Bahn ist im flotten Gange, täglich werden mehrere Waggons ab⸗ gesandt. Der Preis beträgt 5,50 Mk. für den Zentner. Die überschwemmten Wiesenflächen bilden jetzt eine schöne Ensfläsch e, worauf sich die Jugend fleißig tummelt. Für die in der Kampf- sront stehenden Feldgrauen aus der Stadt Kirchhain ist gestern eine Paketsendun g abgesandt worden.

Wm. Neustadt, 20. Dez. Ein schwerer Unglücks⸗ fal lereignete sich vorgestern abend in unserem Nachbarorte Speckswinkel. Der Ehefrau des Landwirts Lose kamm, der zurzeit an den Kämpfen in Serbien teilnimmt, explo⸗ dierte der Petroleumbehälter der Lampe. Im Nu standen die Kleider und das Haar der Frau in hellen Flammem. Das jährige Töchterchen seneng fen Hilfe und wurde auch von den Flammen ergriffen. Erst den schnell zur Hilfe herbeigeeilten Nachbarsleuten gelang es mit großer An⸗ strengung, die Flammen zu ersticken. Mutter und Kind erlitten jedoch solch schwere Brandwunden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.

Frankfurt a. M., 20. Dez. Die städtische Jahres⸗ rechnung für 1914 schließt mit einem Fehlbetrag von von 2 540 890 Mark ab. Die Mindereinnahmen und Mehrausgaben betragen 5 405 523 Mk., die Ersparnisse 2 864.633 Mk, so daß sich ein Fehlbetrag von 2 540 890 Mk. ergibt. Zur Deckung dieser Summe sollen die im Haushalts- plan vorgesehenen Einlagen in die Erneuerungsfonds der

Straßenbahn und des Elektrizitätswerkes in Fortfall kom⸗ 0

men, ferner werden nur die tatsächlichen Aufwendungen für die Witwen- und Ruhestandslassen im Haushaltsplan in Anrechnung gebracht, und schließlich soll eine erhebliche Kürzung der Baufonds vorgenommen werden. Auf diese Weise wird der Ausfall auf 227460 Mk. verringert. Die voraussichtlichen Ausfälle an Steuern und Gebühren sind in vorsichtiger Schätzung auf 1 100 000 Mk. veranschlagt. Zur Deckung der gewaltigen Ausgaben an Kriegsunter⸗ tützungen monatlich 2 Millionen Mark beantragt er Magistrat die Genehmigung für eine später aufzu⸗ nehmende Anleihe bis zu 20 Millionen Mark. Da die Aufstellung des Haushaltsplans wegen der Kriegs⸗ ausgaben auf große Schwierigleiten stößt, kann er, wie es sonst üblich ist, nicht zu Weihnachten der Stadtverordneten⸗ versammlung vorgelegt werden. Der Plan kommt deshalb erst in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Vorlage.

X. Gelnhausen, 20. Dez. Mit Rücksicht auf das Weihnachtsfest hat die Kreisverwaltung ein halbes Pfund

Weizenmehl pro Kopf der Bevölkerung brotmarkenfrei f

zur Verfügung gestellt. Die Verwendung des Weizenmehls zur Herstellung von Kuchen für das Weihnachtsfest bis zum 27. d. M. ausnahmsweise. worden.

ch. Vom Hunsrück, 20. Dez. Aus dem Westen war in den letzten Tagen auf dem Hunsrück deutlich schwerer Donner der Geschütze zu hören. Die Kälte ist in den letzten Nächten wieder sehr stark gewesen. Im Anfange der Woche wurden 3 Grad, dann 7 Grad, dann 8 Grad und schließ⸗ lich 10 Grad Celsius gemessen. Der Jagdpächter Immich hat auf der Enkircher Jagd einen gewaltigen Keiler auf dem Pirschgang erlegt. Das Tier wog fast drei Zentner.

Aus der Rhön, 20. Dez. Im Salzschacht der Gewerk schaft Kaiseroda wurden durch einen vorzeitig losgehenden S pr eng⸗ schuß zwei Bergleute lebensgefährlich verletzt.

ul. Diez, 18. Dez. Die für den Unterlahnkreis fest⸗ gesetzten Höchstpreise für Land⸗ und Süßrahmbutter sind auf Verfügung des Kreisausschusses aufgehoben worden.

10. Aus Nassau, 20. Dez. Nach den amtlichen Fest⸗ stellungen ist Fleisch am billigsten in Hachenburg und Montabaur Ende November gewesen. Es kostete in Hachenburg das Pfund Kalbfleisch(Keule und Bug) 1.00 Mk., in Montabaur sämtliche Stücke Rind⸗ und Kalbfleisch nur 1 Mk. 10 Pfg., 1 Mk. 20 Pig. jedes Stück Hammelfleisch und jedes Stlick Schweinefleisch 1 Mk. 60 Pfg. In Dillenburg, Bad⸗Homburg, Limburg und St. Goars⸗ hausen ist Schweinefleisch am billigsten mit 1 Mk. 50 Pig.

X. Kassel, 20 Dez. Die erste Gabenliste der Land⸗ wirtschaftskammer Kassel ffür den ostpreußischen Kreis Pillkallen, dem Patenkinde der Landwirtschaftskam⸗ mer, weist 8935.20 Mk. auf.

Gießener Strafkammer. th. Gießen, den 19. Dezember.

Am Freitag verhandelte die Strafkammer das letzte Mal vor den Ferien, die über Weihnachten und Neujahr andauern, so daß die nächste Sitzung erst wieder am 7. Januar stattfindet.

Einer Ur kundenfälschung und Betrug hat sich der Dienstknecht Josef B. von Heimertshausen, schuldig gemacht, indem er sich durch Fälschung einer Postkarte in Besitz eines Flobertgewehrs nebst Patronen und eines Rucksackes setzte. Der Gerichtshof hielt eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und 2 Wochen für ausreichend. 5. Als rückfälliger Dieb hatte sich der Arbeiter Karl Richard St. von Friedberg zu ver⸗ antworten. Er soll einem Zechgenossen in einer Wirtschaft 2 paar Mark abgenommen haben. Der 5 bestritt seine Schuld mit aller Entschiedenheit. In der weisaufnahme über⸗ führt, wurde er, da er wiederholt vorbestraft ist, zu einer Ge⸗ fängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt. f 0 e e e ee Nen ist die geständige Anna H. aus Gießen. Sie sollte eine nung bezahlen. Weil sie angeblich den Geldberrag unterwegs verloren hat, fälschte sie die Quittung unter der Rechnung. Der Gerichts⸗ hof glaubte der Angeklagten die Angabe, daß sie den Rechnungs⸗ betrag verloren hat und erkannte gegen sie auf die Strafe des gerichtlichen Verweises.. 0 Die Spargroschen der Gro mutter.

Die 22 Jahre alte Amelie F. von Gi das Sparkassen⸗ buch der eigenen Großmutter benutzt, um sich Gerd zu verschaffen. Die Angeklagte hat sich zu dem Zweck eine Vollmacht ausgestellt. Außer dieser Sache fiel der Angeklagten noch ein kleiner Diebstahl zur Last. Da die F. geständig war, kam sie verhältnismäßig billig mit einer Gefängnisstrafe von 1 Monat davon. Handel.

Wetzlar, 20. Dez. Wie derWetzlarer Anzeiger er⸗ fährt, hat die Mitteldentsche Gerberei und Riemen⸗ fabrik G. m. b. H. hierselbst durch, Gesellschaftsbeschluß ihr Gesell⸗ schaftskapital auf 500 000 Mark erhöht.

Amtlicher Wetterbericht. 0 Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. 9 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 21. Dez. 19150 Meist heiter, trocken, kalt. Nachtfrost. 15

Meteorologssche Beobachtungen der Stasson Gießen.

8. F 8 2 2 22 Dez. 28.8 85 S 5 8 38 SS SS SS 3E Wetter 1915 C 88 S 3 2 5 S8 85 2 252 88 2 2 283 4* 5 8 88 19.%[429 3,7 6- 0 19.9 1,1 3,6 85 4 20. 78% 38 86 6 0

Höchste Temperatur am Niedrigste 5 Niederschlag: 00 mm.

Letzte Nachrichten.

18. bis 19. Dez. 1915. 3,0 0. 18,, ,,, e

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Rücktritt des japanischen Kriegsministers. Basel, 20. Dez. Aus Tokio wird denBasler Nachrichten gemeldet, daß der Hriegsminister General Oka zurück⸗ getreten sei, angeblich im Zusammenhang mit einer Verminde⸗ rung des Heeresbudgets. Zu seinem Nachfolger ser General Assan ernannt worden, ein Offizier, in Deutschland ausgebildet.

. Der serbische Zusammenbruch.

Sofia, 20. Dez. Von maßgebender militärischer Seite er⸗ 73 fährt der Vertreter desBerliner Tageblattes über die Lage an der albanischen und montenegrinischen Grenze folgendes: Von der serbischen Armee haben sich höchstens 50 000 Mann ohne jeden Train und ohne jede Artillerie nach Montenegro und Albanien gerettet. Allerhöchstens sech; Batterien Gebirgsgeschütze, die sie auf Saumtieren mitführen konnten, haben die Serben auf ihrer Flucht mitnehmen können. Der Befehl, den der Rest der ser⸗ bischen Armee bei Beginn der heillosen Flucht erhielt, ging da⸗ hin, sich in Skutart zu konzentrieren. Es haben aber höchstens 30000 Mann den Weg nach Montenegro genommen, von denen 9 wohl kaum zwei Drittel Skutari wirklich erreicht haben. Auch sie sind in einem Zustande, der es den Montenegrinern kaum ermöglicht, sie als Kombattanten zu verwenden. Der Rest von etwa 20 000 Mann hat sich nach Albanien gerettet. Das Schicksal dieses Teiles der serbischen Armee ist noch kläglicher. Tausende müssen verhungern, Tausende werden von Albanern, die die Serben bitter hassen und die trotz aller Entwaffnungs⸗ versuche noch immer teilweise über Gewehre verfügen, von den 4 Höhen der Berge herab erschossen. Auch die Verpflegung der Montenegriner und der zahllosen serbischen Flüchtlinge auf dem Wege zur Scee wird durch die wachsamen österreichisch-ungarischen Unterseeboote sehr erschwert. Die ite ist Hunderte von Mil⸗ lionen wert. Nicht weniger als 4500 Eisenbahnwagen mit zahs⸗ reichen, z. D neuen, noch nicht einmal angeheizten Lokomotiven sind in die Hände der verbündeten Truppen gefallen. Sehr viel Waggons waren beladen. Alles, was die Serben während eines Jahres der Entente abgepreßt haben, Munition, Geschütze, Leder, Gummireifen, Benzin, fiel in unsere Hände. Wenn jetzt im Laufe der jüngsten Woche die Eisenbahnbrücken wiederhergestellt 9220 n es 88 8 We sein, 8 Gee lr

chobenen Waggonparks wieder abzufahren, um die Geleise ür 7 den normalen Verkehr freizubekommen. 2 Ein englisches U-Boot unter deutscher Flagge.

Kristiania, 20. Dez. Aus Arendal wird berichtet: Der dänische DampferRiberhus wurde auf der Reise von Arendal nach Kopenhagen von dem U⸗ BootD 7 angehalten. Das U-Boot führte die deutsche Flagge. Nach Vorzeigung der Schiffs

piere wurde dem Kapitän gestattet, die Neise fortzufetzen. Aus ristiania wird weiter gemeldet, daß das U⸗Boot am 17. Dezember 1 außerhalb Oksö beobachtef wurde. Es fuhr in westlicher Richtung davon nachdem es mehrere norwegische Schiffe gestellt hatte. Berkertenswert ist, daßD ein englisches Kennzeichen in 0