Widerspruch, ohne daß die britische Regierung darauf irgend einen Einfluß ausübte. Sollte die Gefahr bestehen, daß die neutralen Länder zu einer irrigen Auffassung über diesen Punkt gelangen, dann werde er dem gegebenen Wink Rech⸗
nung tragen
* 8
Schwindeleien bei italienischen Heeres lieferanten. Berlin, 14. Dez.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Florenz: In Floremz, Verona, Bo⸗ logna und anderen italienischen Städten ist wieder eine Reche von Heereslieferanten wegen großer Schwin⸗ deleien verhaftet worden.
Sozialistenverhaftungen in Mailand. Berlin, 14. Dez.(Prib.⸗Tel.) Der„Berl. Lokalanz.“ meldet: Den„Baseler Nachrichten“ zufolge ist gestern morgen in Mailand eine große Zahl hervorragender Sozia⸗ listen verhaftet worden, weil sie nachts an vielen Stellen der Stadt ein Friedensmanifest angeschlagen hatte.
Aus der italienischen Kammer.
Rom, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer vertagte sich gestern bis zum 1. März. In einer kurzen Schluß⸗ ansprache sagte Ministerpräsident Salandra, er sei überzeugt, daß die Kammer einig sei in dem Wunsche nach einem würdigen und ehrenvollen Frieden, der jedoch nur durch den Sieg zu er⸗ . reichen sei. Der Krieg werde lang und hart, aber von unfehlbarem Triumph gekrönt sein. Kammerpräsident Marcora sprach den Wunsch aus, das italienische Volk möge
Einigkeit bewahren, die ihm den gewissen Sieg bringen werde. Unter den üblichen Hochrufen auf die Armee und den König wurde der Vertagungsantrag angenommen. ö
Aus Holland.
Amsterdam, 14. Dez.(WDB. Nichtamtlich.) Der Chefredakteur Schröder vom„Telegraaf“ wurde heute von der Anklage, die Neutralität Hollands in Gefahr ge⸗ bracht zu haben, freigesprochen. ö 5
5 Aeußerungen Wilsons. London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Washington: Wilson sagte in einer Ansprache an eine Versammlung von Geschäftsleuten in Columbus: Es sieht so aus, als ob wir nach dem Kriege einen Rückhalt an finanzieller und wirtschaftlicher Kraft für die ganze Welt bilden müßten, und als ob wir in den Tagen des Wieder⸗ aaufbaus und der Erhöhung, die Europa bevorstehen, vieles zu leisten hätten, was früher von Europa geleistet worden ist. Ich glaube, daß nach der Wiederherstellung des Friedens die denkenden Männer in allen Ländern Bürgschaften für seine Dauer verlangen werden, daß man dann die Mittel des Rechtes über die Mittel der Gewalt stellen wird. Ich glaube, wenn Amerika sein Gleichgewicht und freundschaftliche Haltung gegen alle Welt bewahrt, so wird es eine bevorzugte Stellung einnehmen und einen vermittelnden Einfluß aus⸗ üben können. Ich spreche nicht von einer Vermittlung der Regierung, sondern ich meine die geistige Vermittlung. London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Daily News“ meldet aus Washington: Das Staatsdepartement teilt mit, daß es den britischen und französischen Botschafter ersucht habe, freies Geleite für die deutschen Attachös Boy⸗ Ed und v. Papen zu erwirken. Es gilt als wahrscheinlich, Daß die beiden Regierungen das freie Geleite nur unter der Bedingung gewähren werden, daß Boy⸗Ed und v. Papen ihr Ehrenwort geben, kein militärisches Kommando im Kriege —(2:2ͤ—
zu übernehmen. 3 Der Seekrieg.
5 Zwei englische Hilfskreuzer gesunken. (.d. D. P.) Aus Mytilene wird gemeldet: Einige See⸗ meilen von der Insel entfernt, liefen zwei englische gilfskreuzer, die Patrouillendienste versahen, auf eine Mine und sind mit Besatzung gesunken.(Voss. Ztg.)
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London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel⸗ det: Der britische Dampfer„Orteria“(6535 Bruttotonnen) ist versenkt worden. Die Besatzung wurde bis auf zwei getötet und drei schwerverwundete Chinesen gerettet.
Aus dem Reiche. Aus dem Hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 14. Dez. ffgen. Hauptausschusses des Reichs⸗ tages erwiderte der Staatssekretär des Reichsschatzamtes auf die Anregung eines Zentrumsmitgliedes, allen Ein⸗ kommen bis zu zweitausend Mark Familien⸗ unterstützung zukommen zu lassen, dies würde ins Uferlose gehen. Es würden dann auch solche Personen Unter⸗ stützung erhalten, die sie gar nicht notwendig hätten. Er müsse bitten, die Leistungsfähigkett des Reiches zu berück⸗ sichtigen. Für darüber hinausgehende Forderungen könne er eine Verantwortung nicht übernehmen. Bezüglich der ge⸗ 5 rderten Erhöhung der Mannschaftslöhne und der Verpflegungssätze führte der stellvertretende Kriegs⸗ minister Wandel aus: Die Löhnungsverhältnisse seien als ausreichend zu erachten. Die Verpflegung der Truppen sei anerkannt gut, und nur bei schwierigsten Verhältnissen seien Störungen in der Versorgung möglich. Im allgemei⸗ nen sei sowohl im Westen wie im Osten die Ernährung so, daß sie zur guten Erhaltung ausreiche. Es würden auch Genußmittel, Zigarren und Zigaretten, gereicht. Manch älterer Mann müsse sich allerdings an die gebotene Kost Zunächst gewöhnen. Die Beschwerden würden geprüft. Zur KNontrolle seien Ausschüsse aus Unteroffizieren und Mann⸗ schaften gebildet, die im Felde nicht viel nützen, weil draußen nicht viel zu kaufen sei. Die Lebensmittel würden von Staats wegen geliefert. Die Erhöhung der Verpfle⸗ 5 Fei gelae auf 1,20 Mark sei nicht überall am Platze, da bei gemeinsamer Küche oft billiger durchzukommen sei.
15 5 5 Berlin, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Auf das Tele⸗
gramm des Vereins deutscher Eisen⸗ und Stahl⸗ industriellen an den Reichskanzler hat dieser fol⸗ gendes geantwortet:„Für den mir von der Hauptversamm⸗ lung des Vereins deutscher Eisen⸗ und Stahlindustrieller freundlichst entbotenen Gruß bitte ich Sie, dem Vereine meinen aufrichtigsten Dank zu übermitteln. Mit freudiger Genugtuung unterschreibe ich die Worte, mit denen der Ver⸗ ein aufs neue die bewunderungswürdige Anpassungsfähig⸗ keit und Organisationskraft unserer Industrie bezeugt, an der die Hoffnung unserer Feinde auf eine wirtschaftliche
(WTB. Nichtamtlich.) In der heu⸗
VVV 9—— 2
4 Bukarester Abendszenen. 1 Wie in Italien, so ist es auch in Rumämten die„Straße“, die ihren Einfluß geltend zu machen und das Land in ver⸗ brecherische Abenteuer hineinzureißen versucht. Die Bularester Straße organisiert sich, und wo Vernunft und Gründe versagen, versucht sie es mit der Gewalttätigkeit. Guelfo Civinini, der für die Bukarester Straße gewiß alles übrig hat, gibt im„Corriere della Sera“ eine Schilderung von ihrem Treiben, durch die er sie an den Pranger stellt, ohne es anscheinend selbst zu wissen und zu wollen, Die Straße— das ist in Bukarest natürlich die Calea Victoriei, der große Boulevard, der Mittelpunkt der Stadt, wo alle Welt sich trifft, wo die großen Kaffeehäuser liegen, wo das Herz von Birarest klopft. Das ist der Schauplatz des Feld⸗ zuges der„G. D N.“. Diese rätselhaften Buchstaben sind die Abkürzung für„Garda demmitatei nationala“, was zu Deutsch die„Garde der nationalen Würde“ bedeutet.„Wenn der Abend sich herannaht, dann versammeln die„Gedenisten“(über Nacht ist dieses neue Wort entstanden) sich vor dem Kaffee Capscia, das an der Kreuzung der Straße mit dem Theaterplatz liegt, mischen sich unter die lebhafte, immer gleichsam wie zum Festfeiern gestimmte Menge und beginnen ihr Werk. Dieser Bund der Gedenisten nahm seinen Ursprung in einem nahen Kaffeehause, im Kaffee Imperiale, wo sich die ganze Sippe der Franzosenfreunde zu treffen pflegte. Zum großen Teile besteht sie aus einer richtigen Bohsme, aus Klinstlern und Dichtern, die noch von ihren Pariser Erinnerungen zehren, aus Studenten und manchen Professoren, denen Frankreich mehr am Herzen liegt, als ihr eigenes Vaterland. Dort in ihrem Stammkaffee mußten diese rumänischen Franzosenfreunde Abend für Abend das Schau⸗ spiel erleben, daß die deutschfreundlichen Blätter frisch von der Druckerei ankamen und vom Publikum viel gekauft wurden. Zwi⸗ schen 9 und 10 Uhr ist die Stunde, wo die letzten Ausgaben der Zeitungen erscheinen. Bukarest leidet an Zeitungen keinen Mangel, jetzt weniger als je, und beinahe alle Wochen erscheint noch eine neue, die die Gunst der Stunde, das lebhafte Interesse des Pu⸗ blikums für sich ausnützen zu können hofft. Um die gedachte Zeit beginnt das Leben auf der Calea Victoriei seinen Höhepunkt zu erreichen. Die Zeitungsjungen kommen eilends dahergelaufen und rufen mit schrillen Stimmen das Neueste aus. Das war die Stunde des Aergers der Gedenisten. Die„Zina“(Der Tag) und die „Seara“(Der Abend), die„Minerva“ und die Moldava“ des greisen und aufrechten Peter Carp: wagten sie nicht alle die Dinge bei Namen zu nennen, die Niederlagen der großen Entente offen zu verkünden? Das ging nicht mehr an! Also faßten die Hel⸗ den vom Kaffee Imperiale einen großen Entschluß und gründeten den erwähnten„Bund der nationalen Würde“. Das edle Ziel dieses Bundes war, den Verkauf und Umlauf aller Zeitungen mit Gewalt zu verhindern, die nicht auf Frankreich und seine Freunde eingeschworen waren. Die Verschwörer hesorgten sich Kokarden in den Nationalfarben, die die Buchstaben G. D. N. zeigten, veröffent⸗ lichten in den ihnen gesinnungsverwandten Blättern eine gehar⸗ nischte Kriegserklärung und harrten nun der Stunde des Kampfes. Sie warben so viel Freiwillige an, als sie konnten, und dunkle Gerüchte von dem, was geschehen sollte, durchschwirrten die Haupt⸗ stadt, ohne daß man doch recht eigentlich wußte, was zu exwarten stand. Bald sollte die glorreiche Aufklärung erfolgen. Als die Stunde der Abendblätter wieder gekommen war und die Zeitungs⸗ jungen eilig mit den noch nassen Exemplaren die Calea Victoriei herabrannten, da stürzten die Gedenisten, die sich auf drei Punkte der Straße verteilt hatten, aus ihren Stellungen hervor, über⸗ fielen die Zeitungsjungen, entrissen ihnen die Blätter, zerfetzten, verbrannten sie. Im Augenblick entstand ein Tumult. Stimmen⸗ gewirr, erregte Gebärden, geschwungene Stöcke, halb Prügelei, halb Volksfest. Die Gedenisten triumphierten. Sie zogen zum nahen Boulevard Karol, zum Denkmal des rumänischen Nationalhelden, und dort, wo die Kanvnen von) Plewna an die Ereignisse des Jahres 1878 erinnern, dort, wo die Rumänen alles an das mehr als zweifelhafte Verhalten des russischen„Freundes“ in diesem Jahre gemahnt, setzten sie ihre Kundgebungen fort. Sie halten schwung⸗ volle Reden, sie singen die Nationalhymne, aber als die Stelle ge⸗ sungen wird,„Fürs Vaterland und für den König“, da tönen aus der gedenistischen Umgebung Stimmen„und ohne den König!“ Das war die Heldentat der Gedenisten. Unerwidert blieb sie nun freilich von der anderen Seite nicht. Diese tat, was in solchem Falle das Natürlichste ist: sie griff zur Selbsthilfe. Für solche Selbsthilfe bietet sich in Bukarest das gesunde Mittel der „batausch“. Das sind unbeschäftigte Leute, die gegen ein Stück Geld jeden verprügeln, der ihnen bez et wird. Also geschah es, daß etwelche Gedenisten in den nächsten Tagen die Quittung für ihre rühmlichen Leistungen von den kräftigen Fäusten und, Stöcken der„batausch“ erhielten. Zur Antwort setzten sie wieder ihren Feldzug fort und veranstalteten an einem der nächsten Abende an der Bildsäule des Mihal Viteasu ein großes Auto⸗ dafé deutsch⸗freundlicher Zeitungen. So ging die abendliche Unter⸗ haltung der Straße in kavest mit wechselndem 5 weiter, bis die Sache dem Ministerpräsidenten zu bunt wurde. schaffte Ordnung und wies die Helden vom Kaffee Imperiale von der Straße. Seitdem muß das Publikum, das zwischen 9 und 10 auf der Calea Victoriei lustwandelt, die Unterhaltung durch die Gedenisten entbehren. N
Aus Stadt und Cand. Gießen, 15. Dezember 1915.
Was sollen die daheim uns zu Weihnachten schenken? Ueber diese Frage plaudert Hauptmann Oskar Höcker in der„Liller Kriegszeitung“. Wir entnehmen diesen Wün⸗ schen, die aus dem Felde an die zu Hause Gebliebenen ge⸗ richtet werden, einige beherzigenswerte Darlegungen. Nach⸗ dem er für wollene Strümpfe und gegen Leibbinden, für Zigarren und Kleinigkeiten, aber gegen jegliche„En⸗ gros“-Schenkerei, weil für den Westen überflüssig 1 die Eisenbahngleise sperrend, eingetreten ist, fährt er fort: „Gewiß, es ist ja herzensgut gemeint. Aber an der Gabe ist es eben doch in allererster Reihe die Gesinnung, die uns erfreut. Selbstverständlich erhoffen wir von den uns Nahestehenden ein gutes Wort, einen sinnigen Gruß zum heiligen Christ, der uns des Zusammenhanges mit der Heimat gewiß macht. Aber diese gute Gesinnung läßt sich auch ohne die Kosten des Kaufens oder Erbettelns, ohne die Mühen des Pachkens, ohne die ungeheure Ueberlastung der Feldpost, ohne Liebesgabenzüge beweisen. Wie die daheim am besten beweisen? Sie sollen sich am Stammtisch nicht als große Feld⸗ herren aufspielen, die Hindenburg verbessern n sollen nicht durch ihre überlegene Diplomatie das Ver⸗ trauen in die dafür verantwortlichen Männer erschüttern. Sie sollen sich nicht daheim brüsten, daß sie heimlich— ihr Vetter ist im Großen Geueralstab— die und die Nach⸗ richt über diese und jene baldigst zu erwartende Truppen⸗ bewegung e n, denn die Rederei darüber üst gefährlich. Sie sollen sich nicht darüber entrüsten, daß der Unteroffizier Lehmann das Eiserne schon im Früh⸗ jahr bekommen hat und der Gefreite Schulz noch immer nicht; denn sie können dort in der Wirtsstube die Verhält⸗ nisse hier draußen nicht übersehen. Sie sollen nicht in die Philisterklagen über die Teuerung einstimmen. Das ist doch selbstverständlich, daß nach 16 Monaten Krie das Fleisch und das Mehl und die Butter teurer werden müssen. Aber wie teuer wär's denn geworden, wenn die Franzosen und Engländer am Rhein säßen und die Russen in Königsberg und Breslau? Und sie sollen jeder Regie⸗ rungsmaßnahme mit derselben Selbstverständlichkeit folgen, mit der wir Feldgrauen im Gefecht halblinks schwenken,
Niederringung Deutschlands gescheitert ist.“
.
wenn's befohlen ist, obwohl wir zunächst glauben, der An⸗
griff müßse halbrechts vorgetragen werden. Am Stammtisch
übersieht man die politische und wirtschaftliche Lage,
wenn man täglich seine paar Zeitungen genau durchackert
und ein geborener Politiker ist und einen Schwager im
Magistrat hat, doch ebensowenig klar, wie wir Fel
die militärische in der Schützenlinie übersehen können, ob⸗
wohl wir doch auch nicht auf den Kopf gefallen sind. Also, was ihr Männer daheim uns zu?
schenken sollt? 0 1 Dieselbe tapfere Gesinnung wie im Herbst 1914,
dieselbe stolze Einigkeit, dieselbe Erhabenheit über klein⸗
liches Parteigezänke!
n
Und ihr Lieben? Ihr Mütterchen und Töchter⸗ chen? Ihr silberhaarigen G ü en und blonden
Cousinchen?. 1
Ihr könnt uns viel schenken, wenn ihr— eine jede für ihre Person— gewissenhaft die Vorschriften befolgt, die 1 50 1 5 255 Kalche und Mit⸗ tagstisch und feegese aft erlassen hat..
n Stolz sei es, an ieh oe n Tagen auch
wirklich kein Fleisch auf den Tisch zu bringen. Und verachten sollt ihr die armseligen Schleckermäuler, die durch heimliche Einkäufe und törichte Aufspeicherung von Vor⸗ räten den gesunden Gedanken der ausgleichenden Fürsor, im Reich schädigen. Denn es ist ja alles da, was das deutsche Volk braucht— aber das Verteilen und das Strecken der Vorräte ist eine soziale Wohltat, wie sie vom goldenen Zeit⸗ alter des Perikles an bis zum idealsten Zukunftsstaat stets als höchste Weisheit einer gerecht empfindenden Regierung erkannt werden mußte. J
Also schenkt uns eure gute Gesinnung!“
*
* Aus unserer Redaktion. Heute ist unfer be⸗ währter Schriftleiter für den örtlichen Teil unseres Blattes, Herr Otto Braun, der nach dem Ausbruch des Krieges, am 1. Oktober 1914, bei uns eintrat, zu den Fahnen be⸗ rufen worden. An seine Stelle tritt Herr Franz Reinhold Zenz, der im Zeitungsdienst ebenfalls ausreichende Er⸗ fahrungen gesammelt hat. s
* 1
Auszeichnung. Dem Kriegsfreiwilligen im Landwehr⸗ Infanterie⸗Regiment 116 Rudi Fourier wurde unter gleich⸗ zeitiger Beförderung zum Unteroffizier das Eiserne Kreuz verliehen. 0 N
L. U. Von der Landesuniversität. Das Königliche Sanitätsamt XVIII. Armeekorps hat durch Verfügung vom 7. Sep⸗ tember 1915 Nr. 11 158 IVb gestattet, daß den in Lazaretten im Großherzogtum Hessen befindlichen Studierenden der Landesuniper⸗ sität Gießen und der Technischen Hochschule Darmstadt, soweit es 5 Kraukheitszustand erlaubt, Gelegenheit gegeben werden kann,
orlesungen und Uebungen an den genannten Hochschulen zu besuchen und den hierauf gerichteten Wünschen um Verlegung nach Gießen oder Darmstadt, soweit angängig, zu entsprechen. Dem Wunsche der Landesuniversität entsprechend hat das Sanitätsamt nunmehr bestimmt, daß obige Bestimmung auf alle Studierende ausgedehnt worden ist, die sich in Lazaretten im Großherzogtum befinden, also auch auf solche, die nicht an einer der beiden ge⸗ nannten Hochschulen immatrikuliert sind. 5
* Militärische Ausbildung der Jugend. Am Sonntag fanden für einen Teil der Jungmannschaften Schieß⸗ und Zielübungen auf den Militär⸗Schießständen statt; die übrigen konnten des schlechten Wetters wegen in der Exerzierhalle der neuen Kaserne nur eperzieren und bajonettieren. l
n Folgende Warnung vor dem Versand alkoholhaltiger Genußmittel an Soldaten er⸗ geht soeben von der Medizinalabteilung des preußischen Ministeriums des Innern:„Zu Beginn der kälteren Jah⸗ reszeit ist wieder mit dem Anpreisen alkoholhaltiger Liebes⸗ gaben in verschiedenster Form zu vechnen. Im vergangenen Winter sind zahlreiche derartige Erzeugnisse in Ver⸗ kehr gelangt, die vielfach minderwertig und viel zu teuer waren. Vor solchen Zubereitungen wird dringend
ewarnt. Aber auch von der Versendung anderer alko⸗ holischer Genußmittel an die Soldaten ist ernstlich ab⸗ zuraten, weil ein unkontrollierbarer Alkoholgenuß den
ruppen nur Schaden bringt, indem er die Gesundheit und Widerstandskraft herabsetzt, die Umsicht, Besonnenheit, Aus⸗ dauer und Entschlossenheit beeinträchtigt und die Zucht und Ordnung gefährdet. Es muß allein der Heeresverwaltung überlassen bleiben, die Abgabe von Alkohol an die Truppen nach ihrem sachverständigen Ermessen zu regeln. Wer Alkohol unmittelbar an Soldaten schickt, erweist ihnen keinen Liebes⸗ dienst, sondern schädigt ihre Kriegstüchtigkeit!“
** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau schreibt man: Die nächste Freitags⸗Abonnements⸗Vorstellung bringt als letzte Neuheit vor Weihnachten das Lustspiel„Die selige Ex⸗ zellenz“ von Rudolf Presber und Leo Walter Stein. Das liebenswürdige Werk macht gegenwärtig seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen und dürfte auch hier— da eine gute Be⸗ setzung der zahlreichen Rollen sich ermöglichen ließ— den gewohn⸗ ten Erfolg erzielen. Jedenfalls kann den Besuchern ein anregender und unterhaltender Abend versprochen werden. 0
n Musikalisch⸗deklamatorischer Abend. Die Dichter, die bei der künstlerischen Darbietung am Donnestag abend zum Worte gehangen, sind zusamt Söhne des Hessenlan⸗ des: Alfred Bock, geboren in Gießen, Stefan George in Bingen, Wilhelm Holzamer in Mainz, Karl Wolfskehl in Darmstadt, Albert H. Rausch in Friedberg und Karl Neu⸗ rath in Mainz..
* Gießener Fröbel⸗Seminar. Das Gießener Fröbel⸗ Seminar veranstaltete am Samstag und Sonntag Aufführungen, bei denen junge Mädchen und Kinder mitwirkten. Die Dar⸗ bietungen fanden allgemeinen Beifall bei groß und klein. Dank dem großen Interesse, das den Aufführungen entgegengebracht wurde, konnten die Veranstalter einen Reinertrag von über 300 Mark an den Kindergarten⸗Verein abliefern. Dieses Geld soll dazu verwendet werden, in absehbarer Zeit einen Volks⸗ kindergarten zu eröffnen. War ein solcher schon vor dem Kriege eigentlich ein Bedürfnis unserer Stadt, so wird er nach dem Kriege erst recht unentbehrlich sein. Einen Beweis dafür liefert der gute Besuch des Kriegskindergartens.
in Für die Beförderung von Postkarten mit Abbildungen nach dem Ausland treten in⸗ folge des in der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 1. Dezember 1915 erlassenen und im Reichsanzeiger Nr. 284 vom 2. Dezember 1915 veröffentlichten Aus⸗ und Durchfuhr⸗ verbotes auf Grund des 8 5 der Postordnung vom 20. März 1900 folgende einschränkende Bestimmungen in Kraft. Ver⸗ 2 0 75 880 K rapie mit Abbildun von Städten,
adtteilen, geographisch genau bestimm Ortschaften undLandschaften, besonders 125 rragenden Baulichkeiten und Denkmälern Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, der Türkei, Bulgariens und der von den verbündeten deutschen, öster⸗
g reichisch⸗ungarischen, türkischen und bulgarischen Heeren be⸗
setzten feindlichen Gebiete. Nicht unter das Verbot fallen: Postkarten mit Abbildungen der bezeichneten Art nach Oesterreich⸗Ungarn, der Türkei, Bulgarien sowie den von
deutschen oder von mit Deutschland verbündeten Truppen besetzten feindlichen Gebieten, wenn die Abbildungen Städte usw. des Bestimmungslandes oder gebietes der Postkarte
darstellen, im Feldpostverkehr behörden in feindlichen ee
Truppen usw. oder Militär⸗


