Ausgabe 
(15.12.1915) 295. Erstes Blatt
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nr. 205

Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöcbentlich Gießener amilienblätter; zweimal wöchentl. Areis⸗ blatt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung112 Verlag, Geschästsstelleß1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

c.) Großes Hauptquartier, 14. Dezember. (Amtlich!) 5 Westlicher und östlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Balkan⸗Kriegsschauplatz.

Südwestlich und südlich von Pleylje haben die öster⸗ reichisch⸗ungarischen Truppen den Feind erneut zum Weichen gebracht. Dort und in den ostmontenegrinischen Bergen wurden etwa zweitausend fünfhundert Gefan⸗ gene eingebracht. Oberste Heeresleitung.

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In der interessanten amtlichen Darstellung aus Sofia über die Vertreibung der feindlichen Truppen aus Maze⸗ donien wird den Engländern ein schlechtes Zeugnis aus⸗ gestellt. Es heißt darin, es müsseanerkannt werden, daß die französischen Truppen viel tapferer als die englischen kämpf⸗ ten, Ein Mitarbeiter des Reuter-Bureaus, dessen Bericht wir nachstehend gleichfalls wiedergeben, singt dagegen das Lob der englischen Tapferkeit und spricht auch davon, wie diese auf die Bulgarengroßen Eindruck gemacht habe. Nach der erwähnten bulgarischen Darstellung darf man dem⸗ nach von einer doppelten Blamage der Engländer sprechen! Es geht aus dem neuesten Bericht hervor, daß es sich bei denOperationen am Vardar und Karassu um sehr große, bedeutsame Schlachten gehandelt hat, die auch im Rahmen des jetzigen großen Weltkrieges mit seiner Vergröße⸗ rung aller Maße und Verhältnisse bleibenden historischen Wert behalten. Beinahe 200 000 Mann der Feinde, die mit großen Mitteln und Schwierigkeiten ausgerüstet und auf einen fremden Kriegsschauplatz geführt worden waren, sind gleich von vornherein wuchtig geschlagen und geworfen wor⸗ den. Das sind Niederlagen, die mit sehr fetten Ziffern in 1 und Pariser Büchern eingetragen werden müssen.

* Her österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. Dezember 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Tätigkeit der Italiener in Judicarien dauert fort. Einzelne kleinere Angriffe des Feindes wurden ab⸗ gewiesen. Der an der Straße nach St. Peter gelegene Stadt⸗ teil von Görz stand wieder unter Artilleriefeuer.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Südlich von Pleolje erstürmten unsere Truppen die montenegrinischen Stellungen auf der Vrane Gora. Im Raume nördlich von Berane brachten wir neuerlich 2300 Gefangene ein.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Die Ereignisse auf dem Balkan. Der bulgarische Bericht.

Sofia, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Haupt⸗ quartier wird gemeldet: Der 12. Dezember 1915 wird für die bul⸗ garische Armee und das bulgarische Volk von großer historischer Bedeutung bleiben. Heute besetzte unsere Armee die letzten drer mazedonischen Städte, welche sich noch in den Händen der Feinde befanden: Doiran, Gewghelr, Struga. Die letzten Kämpfe mit den Engländern, Franzosen und Serben spielten sich an den Üfern der Seen von Doiran und Ochrida ab. Der Feind wurde überall geschlagen. Mazedonien tist be⸗ freit;: auf mazedonischem Boden befindet sich kein einziger feind⸗ licher Soldat mehr. Ueber die Operationen dieses Tages wird ge⸗ meldet: Nach, der gestrigen Niederlage der Engländer und Franzo⸗ sen auf dem rechten Vardar⸗Ufer, nach dem Durchbruch des Zen⸗ trums nahe des Dorfes Furka zog sich der Feind gegen das neu⸗ trale griechische Gebiet zurück, von unseren Truppen verfolgt bis zur griechischen Grenze. Die Stadt Dorran wurde mit⸗ tags 12 Uhr genommen. Die Bevöllerung nahm unsere Truppen mit unbeschreiblichem Jubel auf. Unaufhörlich durchbrausten Hurrarufe auf den Zaren Ferdinand die Luft. Unsere Soldaten wurden mit Blumen überschüttet. Die Gefangenen, Toten und Verwundeten gehören hauptsächlich der 10. und 22. englischen Division an, bestehend aus der 29., 30., 31., 65., 66. und 67. In⸗ fanterie⸗Brigade, welche endgültig geschlagen sind und auf dem Rückzuge Kanonen, Gewehre usw. zurückließen; das ganze Kampf⸗ feld ist mit Ausrüstungsgegenständen übersät. Bisher wurden 200 gefangene englische Soldaten gezählt. Die Ko⸗ lonne, die die Franzosen auf dem rechten Ufer des Vardar verfolgte, warf die französischen Truppen nach einem kühnen, energischen Angriff aus ihren Stellungen hinaus und drängte sie nach der griechischen Grenze. Um 5 Uhr 20 Minuten nachmittags wurde die Stadt Gewgheli von unseren Truppen besetzt. Die Franzosen haben vor ihrem Rückzuge die Kasernen und die Stadt mit zwei Krankenhäusern angezündet und die Eisen⸗ bahnbrücke über den Vardar südlich von Gewghelr ge⸗ sprengt. Die Gefangenenzahl und die Trophäen sind noch nicht gezählt. Die Armee des Generals Sarrail ist von der Linie Doiran Gewghels kan die griechische Grenze zurückge⸗ worfen. Es muß anerkannt werden, daß die franzö⸗ 8 88 Truppen viel tapferer als die englischen

ämpften. 5

In den zehntägigen Operationen, welche die Geschichte als Operationen am Vardar und Karassu bezeichnen wird, kämpfte gegen unsere Truppen eine Armee von 97 000 Fran⸗ zosen und 73 000 Engländern, im ganzen über 170000 Mann mit 600 Feldgeschützen, 130 Gebirgsgeschützen und 80 schweren. Haubitzen. Die letzlen Reste der serbischen Armee, welche

General⸗Anze

165. Jahrgang

von Bitolia über Ochrida und Struga nach Albanien zurückweichen, zogen sich nach der Niederlage bei Ochrida auf dem linlen Schwar⸗ zen Drin⸗Ufer zurück, wobei sie alle Brücken über diesen Fluß vernichteten. In der Frühe des heutigen Tages passierten unsere Truppen bei Struga den Fluß Drin. Südlich dieser Stadt griffen sie die serbischen Truppen energisch an, machten 400 Gefangene und nahmen drei Geschütze. Die Verfolgung wird gegen El⸗ bassan fortgesetzt.

Die Mobilmachung der bulgarischen Armee wurde am 10. 23.) September verkündet; sechs Tage später begann die Zusam⸗ menziehung der Truppen. Die Kämpfe gegen die Serben begannen am 1.(14) Oktober. 40 Tage später, d. h. am 10.(23.) November war die serbische Armee bei Pristina und Verisowitsch endgültig geschlagen und auf albanisches Gebiet zurückgedrängt. Am 185 29.) November wurden bei Prizrend und Kula Luma die letzten Reste der serbischen Armee gefangen. Am 30. November(3. Dez.) begannen die Kämpfe am Vardar und Karassu gegen die Eng⸗ länder und Franzosen. Im Laufe von 10 Tagen war die Expe⸗ ditionsarmee des Generals Sarrail geschlagen und auf neutrales Gebiet zurückgeworfen, am 12. Dezember war Mazedonien befreit, kein einziger feindlicher Soldat befindet sich mehr auf mazedoni⸗ schem Boden. Dies ist der Tag seiner Befreiung. Die Verfolgung des Feindes ist augenblicklich eingestellt. 5

Folgende Depesche der Kommandierenden der zweiten bul⸗ garischen Armee vom 29. November, Nr. 2007, charakteri⸗ siert die Franzosen, Die Depesche lautet: Die französischen Truppen drängten in den don ihnen besetzten Ortschaften die gauze Bevölkerung zurück und nahmen ihnen alle ihre Güter Lebens⸗ mittel, ee Vieh usw. weg. Da sie jedoch ihren Mißersolg voraussahen, verteilten sie die Nahrungsmittel wieder, den Rest warfen sie auf dem Rügzuge weg. Die besseren Gebäude wurden in Brand gesteckt, so daß die Bevölkerung nach ihrer Rückkehr kein Dach und keine Nahrung mehr finden kann.

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Salonik, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die englisch⸗französischen Truppen setzten ihren planmäßigen Rückzug diesseits der griechischen Grenze mit geringen Verlusten fort. Der Zuzug englischer Ver⸗ stärkungen dauert an. Der Eisenbahn verkehr auf der Verbindungs⸗ linie der Orientbahn mit Salonik ist eingestellt. Gewgheli steht in Flammen. 1 5

Mailand(über Bern), 14. Dez. 5 Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Londoner Berichterstatters vomCorriere della Sera soll der Entschluß des Kriegsrates der Verbünde⸗ ten zu gene mfarnen pete am Balkan unter einheit⸗ licher Leitung voraussehen lassen, daß die Leitung des Balkan⸗ feldzuges Joffre übertragen wird. f g 5

Bern, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bericht⸗ erstatter desCorriere della Sera drahtet aus Saloniki: Die Alliierten haben die griechisch⸗serbische Grenze überschritten. Es ist also den Angreifern auch der letzte Fuß Erde überlassen worden, der noch in Serbien von den Alliierten besetzt war. Alle fran⸗ zösisch⸗englischen Truppen befinden sich auf griechischem Boden auf der Linie Vardar⸗Höhen am Doiran⸗See. Die Bulgaren haben an der griechischen Grenze Halt gemacht.

Neue Truppenlandungen.

Paris, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)Petit Pa⸗ risien? meldet aus Saloniki: Vier weitere Transport⸗ dampfer mit englischen Truppen sind hier am 12. Dezember angekommen; Tag und Nacht ist eine starke Bewegung im Hafen. Frankreich hat viel schwere Artillerie ge⸗ schickt. Ein großer Teil der hier befindlichen feindlichen Trup⸗ pen wird an die Front gehen.

Eiu englischer Bericht.

London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Reuters Sonder⸗ korrespondent in Mazedonien meldet über die Rückzugsgefechte: Unsere am meisten vorgeschobene Stellung war unter dem Namen Rocky Peck bekannt. Der Angriff der Bulgaren begann am 6. Dezember um 3 Uhr morgens mit einer entsetzlichen Flut von Projektilen, die unsere Laufgräben überschüttete, während explodierende Granaten die Felsen zersplitterten und Stücke davon nach allen Richtungen wegschleuderten. Die Wirkung des Feuers war dadurch sehr stark erhöht. Hierauf rückte bul⸗ garische Infanterie in Massenformation an. Sie mußte dafür büßen, obwohl wir infolge von Hanonenmangel nicht im⸗ stande waren, ihre Glieder, die ganz ohne Deckung vorgingen, entsprechend unter Feuer zu nehmen. Unsere Mannschaften schossen im Schnellfeuer auf die anrückenden Massen, bis sie keine Muniton mehr hatten, und versuchten dann, den Angriff mit dem Bajonett aufzuhalten; sie wurden jedoch durch die Uebermacht überwältigt. Trotzdem machten die erlit⸗ tenen Verluste die Bulgaren sehr vorsichtig. Als sie sich der zweiten Linie näherten, bombardierten sie, nachdem sie sich auf den Zentimeter genau eingeschossen hatten, unsere Laufgräben mit Schrapnells und Granaten. Die Stellung wurde infolge des feindlichen Feuers bald unhaltbar. Wir zogen uns sodann auf unsere dritte Verteidigungslinie zurück, Zwei Kompagnien eines irischen Regiments blieben auf der Spitze des Hügels zurück, welche als Kewi⸗Spitze bekannt ist, und hielten die Bulgaren fast den ganzen Morgen, obwohl sie nur über Gewehre verfügten, auf. Es blieb beinahe niemand von ihnen am Leben, aber ihr Widerstand machte großen Eindruck auf die Bulgaren(7, die aurfgehalten wurden und uns die nötige Zeit gewährten, unsere Verteidigungslinie in Stand zu setzen. An dieser dritten Verteidigungslinie wurden die Bulgaren schließlich aufgehalten.

Die Einberufung der bulgarischen Sobranje.

Sofia, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.)Utro meldet: Der Ministerrat hat beschlossen, die Sobranje auf den 28. Dezember einzuberufen. Er hat dabei festgestellt, daß! die Lage Bulgariens günstig ist. Der Feldzug gegen Serbien sei glücklich durchgeführt; Bulgarien hat sein Gebiet um 50000 Quadratkilometer vergrößert. Seine Kräfte sind so unversehrt, daß es im Verein mit seinen Verbündeten allen Ereignissen gegenüber gerüstet dasteht. Die Sobranje wird sich in exrster Linse mit finanziellen Gesetzentwürfen be⸗

iger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle und Druckerei: Schulstr. 7.

fassen, namentlich mit einem Kriegskredit von 150 Millionen. Die Tagung wird alm 4. Januar zu Ende gehen. Die Regierung ist

Dezember 1015

Bezugs pre. monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk 0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pi.: durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Fr. R. Zenz; für den Anzeigentell: Beck, sämtlich in Gießen,

mittwoch, 15.

Bulgari che ge stellungen über die Befreiung Mazedoniens.

verständigt worden, daß sie auf die Unterstützung aller Parteten außer den Sozialdemokraten rechnen kann. In dieser ersten Sitz⸗ ung wird Radoslawow eine Rede über die äußere und innere Politik halten.

Ein montenegrinischer Bericht.

Cetinje, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher montenegrinischer Kriegsbericht vom 11. Dezember: Vormittags warfen zwei österreichisch-ungarische Flugzeuge sieben Bomben auf Skutari, ohne Schaden anzurichten. Nachmittags warfen fünf andere Flugzeuge sechzehn Bom⸗ ben auf Antivari. Zwei fielen in die Gärten des Land⸗ hauses des Kronprinzen Danilo; eine explodierte auf dem Magazin der Tabakregie, richtete aber nur geringen Schaden an. Durch zwei auf, Duleigno geworfene Bomben wurden einige Zugtiere getötet.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Von der Jrak⸗Front liegen keine neuen Nachrichten vor. An der Kaukasus⸗ Front wiesen wir Ueber⸗ rumpelungsversuche ab, welche der Feind mit kleinen Abteilungen. an einigen Abschnitten unternahm. Von der Dardanellen⸗ Front wird berichtet: Bei Anaforta beschossen feindliche Panzer⸗ schiffe, die dabei von Beobachtungs⸗Ballons unterstützt wurden, einen Augenblick unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer und beschoß wirksam die Schützengräben und Batterien des Feindes Bei Ari Burnu ziemlich heftiges Bombenwerfen und Geschützklampf mit Zwischenpausen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schleu⸗ derte der Feind in der Nacht vom 11. zum 12. Dezember gegen

unseren linken Flügel eine ziemlich große Menge Bomben. Am

12. Dezember versuchte der Feind, nachdem er eine Stunde lang Bomben aller Art und Lufttorpedos gegen diesen Flügel geschleudert und ein sehr heftiges Gewehr⸗ und Geschützfeuer gegen denselben gerichtet hatte, einen Angriff, welcher jedoch durch die kräftige Antwort unserer Artillerie, die den Feind zwang, mit großen Ver⸗

lusten nach seinen Schützengräben zurückzukehren, vollständig ab«

geschlagen wurde.

Konstantinopel, 14. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Be⸗ richt des Hauptquartiers: An der JIrak⸗Front nimmt die Tätigkeit der feindlichen Artillerie bei Kut⸗el⸗Amara von Tag zu Tag infolge unseres heftigen Gegenfeuers ab. Unsere Truppen näherten sich infolge geglückter Angriffe dicht der feind⸗ lichen Hauptstellung. An der Kaukasus⸗Front mit Aus⸗ nahme von Scharmützeln der Vorposten nichts von Bedeutung. Auf der Dardanellen⸗Front beschoß unsere Artillerie er⸗ folgreich feindliche Stellungen bei Anaforta und feindliche Schiffe bei Kemikliliman und zwang sie, sich zu entfernen. Die feindliche Artillerie antwortete nicht. Bei Ari Burnu Minenwerfertätigkeit und ziemlich heftiger, aber aussetzender Artilleriezweikampf. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr fand in der Nacht vom 12. zum 13. Dezember gegen unseren rechten und linken Flügel ein Gefecht mit Bomben und Lufttorpedos statt. Unsere Artillerie beschoß eine feindliche Hau⸗ bitzenbatterie und sprengte das Munitionsdepot dieser Batterie in die Luft. Am 13. Dezember fand ein sehr heftiges Bombengefecht gegen unsere Laufgräben im Zentrum statt. Unsere Artillerie nahm erfolgreich Artilleriestellungen des Feindes unter Feuer, zerstörte ein Blockhaus und zwei Brücken über den Kerevizdere.

Aus Aegypten.

Kairo, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Mel⸗ dung. Eine Aufklärungsabteilung aus Patruh stieß am

11. Dezember auf 300 feindliche Araber, die gegen

Westen hin verjagt wurden; sie hatten 35 Tote, während

7 von ihnen gefangen genommen wurden. Die feindliche

Abteilung war mit Gewehren bewaffnet und bestand aus.

türkischen Landsoldaten und aus Irregulären. Die Eng⸗

länder verloren 16 Mann an Toten und 3 Offiziere und 15 Mann an Verwundeten.

Das Befinden des Königs von England.

London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Aerzte des Königs haben bekannt⸗ gegeben, daß der Hönig soweit hergestellt ist, daß er seine Arbeit mit gewissen Einschränkungen wieder aufnehmen

kann. Der König habe an Körpergewicht verloren, er soll,

solange er nicht vollständig genesen ist, alle Strapazen ver⸗ meiden. Aus dem englischen Unterhaus. London, 14. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des

Reuterschen Bureaus. Im Unter hause sagte Lord Robert a Cecil bei der zweiten Lesung des Gesetzentwurfes zur Aus⸗

breitung des Gesetzes über den Handel mit den Fein⸗

den, Zweck der Vorlage sei, den Handel mit feindlichen Firmen in neutralen Ländern, der jetzt gesetzlich möglich sei, zu verhindern. Bisher galten die Untertanen feindlichen Staaten in neutralen Ländern als neutral. Jetzt soll eine schwarze Liste solcher Firmen angelegt werden; die, welche mit ihnen Handel treiben, setzen sich einer Straf⸗

verfolgung aus.

Sir Arthur Markham fragte, ob dem Staatssekretär des Aeußern bekannt sei, daß in Blättern neutraler Länder behauptet wird, daß Frankreich und England durch die Ent⸗ sendung von Truppen nach Serbien über griechisches Gebiet die Neutralität Griechenlands verletzten, ebenso wie Deutschland 1914 die Neutralität Belgiens ver⸗ letzte, ferner, daß der deutsche Reichskanzler am 9. Dezember im Reichstag dieselbe Beschuldigung ausgesprochen habe. Er fragte, ob der Unterstaatssekretär etwas tun wolle, um für die Bekanntgabe der Tatsache in den neutralen Länder sorgen, daß die griechische Regierung durch Vermittelung ihres Ministerpräsidenten England ersuchte, pen über Saloniki nach Serbien zu senden, um dadurch Griechenland in die Lage zu versetzen, seinen Vertragspflichten gegen Serbien nachzukommen. Lord Robert Cecil antwortete:

Ich weiß, wie solche Behauptungen in der Presse der ne,

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