Nr. 289 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener gamilienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Ferusprech- Anschlüsse: für die Schristleitung!12 Verlag, Geschäftsstelles! Adresse sir Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.
General⸗Anzeiger für Ob
Rotatfonsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schristleitung,
165. Jahrgang nr
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Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen.
Mittwoch, 8. Dezember 1915
Bezugspreis monatl. 85 Pf., viertel jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.! durch die Post Mk. 2.30 viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenprets: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssagl: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H.
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(WTB.) Großes Hauptquartier, 7. Dezember.
Amtlich.) 5 75 Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Berry⸗au⸗Basc glückte eine größere Sprengung. Der französische Graben ist mit seiner Besatzung verschüttet. Eine fast vollendete feindliche Minenanlage ist zerstört. Oestlich von Auberive(in der Champagne) wurden
etwa 250 Meter des vorderen französischen Grabens ge⸗
nommen, über 60 Mann Gefangene fielen in unsere Hand.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan⸗Kriegsschauplaß. g „J pek ist erreicht, etwa 1250 Gefangene und sechs Geschütze wurden eingebracht.
Die Franzosen haben vor der drohenden Umfassung ihre Stellungen am Cerna⸗(Karasu⸗) Vardar⸗Bogen auf⸗ geben müssen. Oberste Heeresleitung.
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Nun wird die Lage für Montenegro ernst! Der vor⸗ liegende österreichisch-ungarische Tagesbericht teilt mit, daß nördlich von Berane der Angriff fortgeschritten sei. Berane liegt am Lim, an der nach Osten vorspringenden monte⸗ negrinischen Landzunge, nur 35 Kilometer nordwestlich von Ipek, das jetzt von unseren Truppen ebenfalls erreicht wor⸗ den ist. 30 Kilometer südlich von Ipek haben die tapferen bulgarischen Truppen Djakova besetzt. Der neueste bulgarische Bericht läßt uns auch die weitere Frontlinie im Süden, an der albanischen Grenze erkennen: Dibra, Resna wurden ge⸗ nommen, und auch der Fall von Ochrida ist nur eine Frage noch von Stunden. Am Wardar wurden die Franzosen weiter verfolgt. So ist es kein Wunder, daß die öffentliche Meinung in den Ländern der Entente immer mißmutiger wird. Eine sensationelle Meldung der„Frankf. Zei⸗ tung“ will sogar wissen, der König von Montenegro habe in einem von ihm persönlich den bei ihm beglaubigten Vertretern der Mächte überreichten Memorandum die Möglichkeiteines Sonderfriedens Montenegros mit den Zentralmächten erwogen. Er habe dabei ausgeführt, daß bei dem fühlbaren Druck weit überlegener feindlicher Streitkräfte fehr Montenegro, das der Erschöpfung nahe ist, ein aussichtsvoller Widerstand unmöglich sei. Die Vertreter der Ententestaaten hätten schon ihre Ant⸗ wort erteilt: sie drohten einmütig mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und mit Einstellung 1 5 155 Unterstützungen, wenn Montenegro diesen Son⸗
gelüsten nachgeben sollte.
Diese Feststellungen der Kriegslage sind wichtiger und für die Aussichten eines Friedens bedeutungsvoller als alles Gerede über Vermittlung, Nachgiebigkeit u. dergl. Gleichwohl ist die neueste Ansprache des Papstes, die wir im 2. Blatte wörtlich wiedergeben, in mehr als einer Hinsicht interessant. Auf den ersten Blick scheint es, als habe der Kirchenfürst nur allgemeine und wenig fruchtbringende Wünsche wiederholt. Aber seine Feststellungen und Vorschläge sind durchaus nicht von der Hand zu weisen. Wenn er den direkten oder in⸗ direkten Gedankenaustausch zwischen den Kriegführenden empfiehlt, so wäre damit wirklich bei der Befolgung dieses Rates der erste Schritt zum Frieden getan. Es würde vor allen Dingen auf die Macht der Tatsachen, auf den wirk⸗ lichen Stand des Kriegsverlaufs der gebührende Nachdruck gelegt werden können. Wer dem Frieden die Wege ebnen will, muß das Gestrüpp der Lüge aus dem Weg räumen. Es ist nötig, vor aller Welt die jetzigen Ergebnisse des Kampfes abzuwägen, festzustellen, wo die Sieger, wo die Besiegten stehen. Danach darf man natürlich nicht verlangen, daß alles beim alten bleibt, sondern die neue Macht verteilung muß nach dem Maßstab der im letzten Jahre offenbarten Machtentfaltung der Völker erfolgen. Das ist die Gerechtigkeit, die beim Einzug des von uns allen ersehnten Friedens triumphieren muß. Auch Zivili⸗ sation und Wohlstand werden auf diese Weise am besten ge⸗
ihen können. Wir dürfen den vor einiger Zeit von einem deutschen Gelehrten hervorgehobenen Vorschlag nicht ganz übergehen, daß in den deutschen Friedensbedingungen die Festnagelung der vielen Auslandslügen über Deutschland, seine Sitten und seine Kultur enthalten sein muß. Wir waren auch von Lüge und Verleumdung ein⸗ gekreist worden und müssen diese englischen Schlingen end⸗ gültig von uns abstreisen. Die Tballeche Ned bedeute einen Fortschritt in der Anbahnung besserer Zustände. Auch der Vatikan hat am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, von lügnerischen Mächten umgeben zu sein. Die Regierung Italiens wird nicht angenehm überrascht sein von dem
Freimut der Worte des Papstes, der in setnen allerwichtigsten Aufgaben und Obliegenheiten durch das brutale Eingreifen des italienischen Staates ge⸗ hindert worden ist.„ie Votschafter der Zentralmächte am Vatikan wurden genötigt,. dem Papst das Instru⸗ ment zu seinem Amte der Vermittlung aus der Hand geschla⸗ gen. Deutschland kann nur wünschen, daß die Rebe des Papstes in der Welt weithin gehört wird! Zunächst heißt es: Der Wahrheit Bahn zu brechen, dann wird auch für den Einzug des Friedens die erforderliche Bewegungsfreiheit
schaffen, der Phrasen allein nicht dienen können.
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Ipet erreich Die Ansprache des Papst
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Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht.
Wien, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 7. Dezember 1915.
Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert. Es fanden keine größeren Kämpfe statt.
Südöstlicher Kriegsschauplaß.
Südlich von Plevlje schlugen wir montenegrinische Vorftä ße ab..
Im Grenzraum nördlich von Berane greifen unsere Truppen die montenegrinischen Hauptstellungen an. Sie er⸗ stürmten gestern mittag die Verschanzungen von Suhodol.
Südlich von Novipazar brachten wir abermals 1300 Ge⸗ fangene ein.
Der Raum östlich von Ipek war gestern neuerlich der Schauplatz heftiger Kämpfe. Der Feind wurde überall ge⸗ worfen und verlor sechs Geschüte. Heute früh drangen wir in Ipek ein.
Diakova wurde von den Bulgaren besetzt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
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Der bulgarische Bericht.
Sofia, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 4. Dezember. 5 8
Am Anfang unserer Operationen gegen Serbien, als unsere ganze Armee westwärts gesandt wurde, hatten die gelandeten französischen Truppen, unterstützt durch serbische Streit⸗ kräfte, bei ihren Operationen im südlichen Mazedonien sich auf der Linie Sonitschka—Glawa—Babina— Planina—Gradsko—Kri⸗ wolac einnisten können, aber wir zögerten nicht, je nach Möglich⸗ keit vorzurücken, verstärkten unsere Truppen an dieser Front und selangten bis Anfang November dahin, den Feind über die Linie Friwolge— Wardar Fscherng zurückzu werfen. Unser Ziel war, die französische Front zu umfassen, um sie nach der Ankunft genügender Kräfte einzuschließen. Die Besetzung des östlichen Abhanges des Radowil Planina brachte uns dem erstrebten Ziele näher, denn die Franzosen sahen sich dadurch von Nordosten, Nordwesten und Südwesten umringt. Sie bemerkten die gefährliche Lage, in die wir sie versetzt hatten, und faßten sofort den Entschluß, sich zurückzuziehen und der sie bedrohenden Katastrophe zu entgehen. Es ist anzuerkennen, daß sie das Rückzugsmanöver in vorbildlicher Art auszuführen ver⸗ standen, denn sie konnten sich aus der Zange, in die wir sie ge⸗ nommen hatten, befreien.
Unsere Truppen gingen auf der ganzen Front zur Offensive über und besetzten gegen Miktag die Linie Kriwo⸗ lac—Negotin— Kawadartzi; der Feind zog sich sehr eilig, von unseren Abteilungen bedrängt, zurück. Nach der Durch⸗ führung der Operation auf der Prischtina setzte der Große Gene⸗ ralstab des Feldheeres starke Abteilungen auf Teto wo— Go⸗ stiwar und Kitschewo an mit dem doppelten Zweck, erstens Dibra zu besetzen und den Serben den Rückzug nach Mazedonien, mo sie sich möglicherweise mit den englisch⸗ französischen Truppen hätten vereinigen können, abzuschnei⸗ den, zweitens Ochrida und Struga zu besetzen und so den serbischen Abteilungen, welche in der Umgegend von Monastir und Resna operierten, den Rückgang nach Albanien unmöglich zu machen. Die Abteilung, welche der Besatzung von Monastir den Rückzug abschneiden sollte, wurde über Smilewo auf der Straße Monastir—Resna angesetzt; diese Abteilung zwang durch ihren Vormarsch die Serben, Monastir am 3. Dezember zu räumen. Heute wurde die Stadt durch uns besetzt. Weitere Abteilungen marschieren auf Ochrida und Dibra. Westlich Prizren geht der Vormarsch auf Djakowa weiter. Um Mittag überschritt eine Abteilung unserer Truppen den Weißen Drin und nahm heute abend die Stadt Diabowa in Besitz.
Nach ergänzenden Berichten haben unsere in der Umgegend von Prizren operierenden Truppen festgestellt, daß die Nieder⸗ lage der Serben bei Kalu⸗Luma den Charakter einer Katastrophe trug. Auf der haltlosen Flucht von Prizren nach Kula⸗Luma verloren die Serben unterwegs ihre ganze Ar⸗ tillerie nebst Staffeln, Fuhrpark, Kraftwagen, den Wagen des Königs, 320 Omnibusse, eine beträchtliche Menge Bereifungen, Munition aller Art und anderes Kriegsgerät. Bei jedem Schritt vorwärts finden wir Geschütze, die auf Wegen und verlassenen Stellungen stehen geblieben find. Das zeigt, von welcher Panik die aufgelöste serbische Armee ergriffen ist, die vergeblich der Kata⸗ strophe zu entgehen sucht. Die seit zwei bis drei Jahren von den Serben durch die schlimmsten Ausschrettungen bedrückten Al⸗ baner erheben sich und kämpfen mit den Waffen gegen die serbischen Haufen, die durch die Gebirge Albaniens irren.
Die neuesten bulgarischen Erfolge.
Sofia, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 5. Dezember. Unsere Truppen setzten an beiden Ufern des Vardar die Verfolgung der Fran⸗ zosen fort, die sich zurückziehen. Die Kolonne, die nördlich von Monastir über Smilewo gegen die Straße Monastir—Resna vorrückt, hat nach erbittertem Kampfe die Serben am Bigla⸗ Gebirge geschlagen und die Stadt Res na besetzt. Die Kolonne, die nördlich von Monastir vorrückend, von Kitschewo gegen Ochrida marschiert, bemächtigte sich nach hartnäckigem Kampfe einer stark befestigten Stellung bei den Ortschaften Medowo und Mriamorac; sie morschiert jetzt gegen Ochrida. Die Kolonne, die von Kitschewo gegen Dibra marschiert, hat die Serben nach blutigem Kampfe an der Wasserscheide, welche dem Kamm des Jama⸗ Gebirges folgt, geschlagen und gegen Mittag Dibra besetzt von wo sie Feind in der Mchm 9 auf Struga verfolgt.
l. Djakova besetzt. es über die Friedensaussichten.
An der Front bei Dickowa, Kula—Luma setzten unsere Truppen die Zählung des von den Serben und den Montenegrinern im Stich gelassenen bedeutenden Kriegsmaterials fort.
Ein französischer Bericht über die Kriegslage auf dem Baltan.
Athen, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Bulgaren versuchten, eine Brücke über die Cerna zu schlagen; das Unternehmen scheiterte. Die Kälte und die unwegbaren Straßen verhindern den ser⸗ bischen Rückzug in Albanien, wo 100 000 Serben und 20 000 Flüchtlinge konzentriert sind.
Französische Besorgnisse.
Paris, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Oberstleutnant Rousset äußert sich im„Petit Parisien“ sehr beunruhigt darüber, daß man nichts von Mackensen und Gallwitz hört, die vielleicht schon im Verein mit den Bulgaren gegen den Wardar vorrücken. Ferner sollen nach Blättermeldungen österreichische und deutsche Abteilungen nach Bulgarien unterwegs sein, was besonders zu beachten wäre, wenn diese dazu bestimmt sind, aus den Tälern westlich von Rhodope uns in den Rücken zu fallen. Sind wir nach der Konzentration bei Salonik stark genug, einem doppelten Angriff standzuhalten? Leider ist es ungewiß. In der„Guerre Sociale“ tadelt Hervé die Lässig⸗ keit in der Auffassung der Lage auf dem Balkan. Er weist darauf hin, wie töricht die Annahme sei, daß die Deutschen nach Aegypten gingen, wo sie von beiden Flanken her bedroht wären. In Wirklichkeit, so heißt es weiter, stoßen sie gegen die Russen in Bessarabien vor. Sie haben sich in Serbien konzentriert, um die Alliierten zu vernichten oder zu umzingeln. Wenn England und Italien keine Verstärkungen schicken, so wollen wir auf unse⸗ rer Front wenigstens alle Vorkehrungen treffen, die der deutsche Generalstab an unserer Stelle längst getroffen hätte. Die Re⸗ gierung soll sich nicht einbilden, 285 sie sich, weil sie einen Generalissimus eingesetzt hat, hinter der Verantwortlich⸗ keit anderer verschanzen kann. Wenn der Armee Sar⸗ rails ein Unglück zustößt, wenn die Katastrophe, die noch auf⸗ zuhalten ist, eintreten sollte, wird die Kammer die Regierung keine vierundzwanzig Stunden mehr am Ruder lassen.
Die Stellung eines Chefkommandanten der Norost⸗ armee wird, dem„Temps“ zufolge, nicht wiederhergestellt. Joffre behält die oberste Leitung und die Verantwortlichkeit für die militärischen Operationen aufal len Fronten. Dagegen wird ihm ein Offizier im Generalsrang beigegeben, der in ständiger Fühlung mit ihm die Leitung der Operationen auf der französischen Front hat.
Während die meisten Pariser Blätter nur die Havas⸗Meldung über die Beratung in Calais bringen, hat die Zensur dem „Matin“ die Schlüsse auf den Inhalt der Beratungen gestrichen; nur im„Petit Parisien“ findet sich die Behauptung, daß die Konferenz beschlossen habe, in Athen unverzüglich Auf⸗ klärungen zu verlangen. Gleichzeitig würden sich die eng⸗ lischen und französischen Truppen aus Mazedonien bei Salonik stark konzentrieren. 5
Die englische Pressekritik.
London, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die Presse kri⸗ tisiert die Führung des Krieges durch die Regierung nach verschiedenen Richtungen.— Die„Times“ findet einen Energiemangel darin begründet, daß der neue Kriegsausschuß des Kabinetts noch zu abhängig vom Gesamtministerium sei, in dem keine Einigkeit über die zu erstvebenden Ziele herrsche.—„Daily Chronicle“ verlangt mehr Selbständigleit für den Kriegsaus⸗ schuß, sowie mehr Konzentration, Einigkeit und Entschlossenheit. Von den verschiedenen militärischen Kriegszielen, die nach der Meinung des Blattes im französisch⸗englischen Kriegsrat in Calais zu beraten sein dürften, müsse eins ausgewählt und mit aller Kraft verfolgt werden. Das Blatt hält es für fraglich, ob es sich verlohne, gerade gegen die Türken soviel Kräfte aufzuwenden.— „Daily Mail“ tadelt die Vergeudung von Energie im Kampf gegen die Türken, die gegen die Deutschen aufgewendet werden sollte. Das Blatt stellt zwei Ziele auf, die Zurückdräugung der Deutschen über den Rhein und die Verteidigung des Suezkanals. Neben so schweren Aufgaben könne sich England nicht noch kleine Teilkriege leisten..
Der Wortlaut des Fünfmächte⸗Abkommens.
veröffentlicht aus englischen Blättern folgenden Wortlaut des Fünfmächte-Abkommens:
„Nachdem die italienische Regierung sich entschlossen hat, der am 7. September 1914 in London zwischen der englischen, französischen und russischen Regierung unter⸗ zeichneten Erklärung, welcher sich die japanische Regierung am 19. November 1915 anschloß, beizutreten, erklären die
mächtigt wurden, folgendes: Die britische, französische, italienische, japanische und russische Regierung ver⸗ pflichten sich, in dem gegenwärtigen Krieg
Regierungen vereinbaren, daß, sobald Friedensbedingun⸗ gen zur Diskussion gelangen, keiner der Verbün⸗ deten Friedensbedingungen aufstellen wird, ohne vorher die Genehmigung eines jeden anderen Verbündeten dazu zu erhalten. Zur Bestätigung dieses unterschreiben die Unterzeichneten diese Erklärung und heften daran ihre Siegel.“— Gegeben in London am 30. November. Gez. Grey, Cambon, Imperiali, Inouya, Benkendorff.
Der Kriegsrat der Entente. Paris, 7. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Unter dem Vorsitz Joffres ist gestern vormittag der erste Kriegsrat der Alliierten ab⸗
gehalten worden. Es nahmen daran der frühere Chef des
Berlin, 7. Dez.(Priv.⸗Tel) Der„Berl. Lok⸗Anz.“
einzeln nicht Frieden zu schließen. Die fünf
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Unterzeichneten, welche von ihren Regierungen dazu er⸗


