Ausgabe 
(6.12.1915) 287. Erstes Blatt
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wehrmann Heinrich Schmidt, der seit Kriegsbeginn im Land⸗ e Nr. 116 steht, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Dem Ersatz⸗Reservisten

erdinand Paul vom Infanterie⸗Regiment Nr. 99 und dem Musketier Heinrich Paul vom Infanterie⸗Regiment Nr. 65, Söhne der Witwe Marie Paul, Asterweg 23, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Der Kriegsfreiwillige Otto Schäfer aus Leihgestern im Landwehr ⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 116 wurde

unter Verleihung der Hessischen TabferkeitsmedailleMess

zum Gefreiten befördert. 5

e Amtliche Personal nachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 6. November dieses Jahres den Obergüter⸗ b in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft Georg Berckigzu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Dezember 1915 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Cha⸗ rakter alsRechnungsrat verliehen. Am 5. November d. J. wurden der Zugführer Philipp Keller zu Frankfurt a. M. und der Weichensteller J. Klasse Georg Dinges zu Hofheim i. Ried, beide in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft, auf ihr Nachsuchen vom 1. Dezember 1915 an in den Ruhestand versetzt.

n Weihnachtsliehesgaben für unsere Marine. Für unsere tüchtigen Blaujacken sind die Spenden sehr reichlich eingegangen. Die Gießener Bevölkerung hat bewiesen, wie warm

ihr Herz für unsere Seehelden schlägt, wie herzlich gerne sie darauf A.

bedacht war, ihnen ein sinniges Weihnachtsfest zu bereiten. Mit inniger Dankbarkeit und aufrichtiger Freude erkennt Großadmiral bon Koester in folgendem Dankschreiben, das Prof. Völzing erhielt, diese rührende Opferwilligkeit an: 6 5 Kiel, den 30. Nov. 1915. Ew. Hochwohlgeboren bestätige ich den Eingang des gefl.

Schreibens vom 25. d. M. Allen Spendern bitte ich meinen

erzlichsten Dank auszusprechen. Ganz besonders aber möchte ich

rer Hochwohlgeboren, als dem Leiter der Sammlungen für die unausgesetzte Fürsorge und Tätigkeit im Interesse unserer braven Blaujacken danken. Dieses Gedenken der Heimat wird unseren Kämpfern zu Wasser und zu Lande ein weiterer Ansporn sein, durchzuhalten, bis das Ziel erreicht ist. Mit vorzüglicher Hoch⸗ achtung v. Koester, Großadmiral⸗

In diesem und in zwei weiteren Schreiben bestätigt Groß⸗ admiral v. Koester den Empfang der Geldspenden und teilt mit, daß der Betrag zum Ankauf von Liebesgaben für Weihnachten e und dazu beitragen wird, unseren tapferen Blaujacken Weihnachtsfest zu verschönern.

i Vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz wird uns geschrieben: Die Einzelwünsche unserer Soldaten im Felde haben 1 seit Winterbeginn stark ver⸗ mehrt, Taschenlampen mit Ersatz⸗Batterien, Messer, Pfeifen, Wämse, Socken und Kopfschützer, aber auch viele andere Sachen werden erbeten. Alle diese Einzelwünsche, bis jetzt etwa 3000, mit insgesamt etwa 15 000 Gegenständen, wurden und werden von der Materialien⸗Abteilung in Darmstadt alsbald erfüllt. Tausende von Postkarten bekunden den Dank der Empfänger, aber auch den festen Willen, durchzuhalten bis zum siegreichen Ende des Welt⸗ krieges. Daß die sogenanntenEinsamen undVergessenen be⸗ sondere Berücksicheigung erfahren, ist selbstverstänblich. Die Weih⸗ nachtsliebesgaben des Roten Kreuzes für die Feldgrauen, namentlich nach den entfernteren Kriegsschauplätzen, rollen bereits ihrer Bestimmung entgegen. Der andere Teil wird bald folgen. Die Militärbehörden haben es übernommen, dafür zu sorgen, daß keine Trupoe, Kolonne usw vergessen wird und daß en die Gaben rechtzeitig eintreffen. Die Liebesgaben für die Mannschaften sind in große, sogenannte Einheitskisten, bestimmt für je 100 Mann, die Gaben für Offi⸗ ziere in kleine Kistchen, bestimmt für je fünf Mann, verpackt. Die Geschenke für Mannschaften und Offiziere sind gleichartig zu⸗ sammengesetzt. An einer reichen Liebesgabensendung des Hessischen 5 für unsere Marine hat sich das Rote Kreuz

eteiligt. Das ee eee in den Kriegslazaretten wird vom Zentralkomitee Roten Kreuzes in Berlin beschenkt wer⸗ den. Für Verwundete und Kranke in Feindesland fertigt zurzeit unsere Materialien⸗Abteilung 12 500 Einzel pakete.

* Der kupferne Sonntag, der gestern von förm⸗ lichem Frühjahrswetter begünstigt war, hatte einen wahren Strom von Menschen nicht nur aus den nächsten Landorten, sondern selbst aus en Teilen der Provinz in unsere Stadt geführt, wo die bis 7 Uhr verlängerte Geschäftszeit

inlänglich Gelegenheit gab, Einkäufe aller Art zu machen. einzelnen Geschäftszweigen war der Umsatz recht gut. Stark wurde Schuhwerk und besonders warme Sachen, die meistens für unsere Feldgrauen in Feindesland bestimmt waren, gekauft. Die Geschäfte mit Spielsachen klagen sehr, daß nur billige Artikel e werden, was bei den hohen Lebensmittelpreisen allerdings erklärlich erscheint. Besonders gut war der kupferne Sonntag in den Geschäften, wo die Landkundschaft einzukehren pflegt. Es ist ja eine alte und auch löbliche Gewohnheit, daß die Gießener Be⸗ völkerung die Sonntage nicht dazu benutzt, bei unseren Geschäftsleuten, außer bei denen der Lebensmittelbranche, einzukehren. Dieser alte Brauch ist besonders an den drei Sonntagen vor Weihnachten lobenswert, weil es den meisten Geschäftsleuten unmöglich sein würde, an den flotten Ge⸗ schäftstagen sich eingehend mit der Stadtkundschaft zu be⸗ 4 8 Es ist der Wunsch unserer Geschäftswelt, daß dafür im aufenden Monat die Wochentage möglichst frühzeitig vor dem Feste Veranlassung geben mögen, daß sich die Gießener Kundschaft recht zahlreich einstellt, um ihre Einkäufe zu

machen.

* Die Mehlverteilungsstelle des Kommunal- verbandes Gleßen teilt uns mit: In der letzten Zeit ist es häufig vorgekommen, daß sowohl hier in der Stadt, als auch draußen auf dem Lande von gewissen Leuten behauptet wurde, der Kommunalverband in Gießen habehartes verdorbenes Mehl der vorjährigen Ernte an größere Landwirte zu einem sehr billigen Preis zum Zwecke der Verfütterung abgegeben. Es wird hiermit ausdrücklich sestgestellt, daß der Kommunalverband in Gießen weder verdorbenes Mehl besessen, noch solches zu obigem Zwecke jemals abgegeben hat. Die Verbreiter solcher Gerüchte werden zur Rechen- schaft gezogen, falls dem Kommunalverband ihre Namen be kannt werden.

r Seife. Wir geben im folgenden eine Zuschrift aus Fabrikantenkreisen wieder: Durch die Preisperöffentlichung für

ife, die durch die Kommungl⸗Verbände geliefert wird, ist viel⸗ 55 bei dem Publikum der Glaube erweckt worden, als set der

reis von 75 Pfg. für das Pfund der allgemeine oder gar Höchstpreis für Kernseife. Den einschläglichen Geschäften sind durch diese Preisangaben viele Auseinandersetzungen und Weitläufig⸗ keiten mit dem Publikum entstanden. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß der Preis von 75 Pfg. sich nur auf die von r. d gelieferte Qualität und Menge bezieht. Der Zweck dieser Maßnahme soll lediglich der sein, der minderben ttelten Bevölkerung billige Seife zu beschaffen. Nachdem vom Bundesrat die Preise für Oele und Fette fest⸗ esetzt wurden, dürften auch Verkaufspreise für Seife staatlich sestgeseßt werden und solche kaum niedriger, sondern vielfach höher sein wie die bisherigen Kleinverkaufspreise. a

* Stadttheater. Vom Stadttheater wird uns mit⸗ geteilt: Der hübsche und beliebte SchwankDie Großstadt⸗ luft wird in der morgigen Abonnementsvporstellung neu ein studiert in Szene gehen. An Neuheiten stehen in Vorbereitung das SchauspielArmut von Anton Wildgans, das Lustspiel -Die selig e Exzellenz von Presber und Stein und die KomödieMünchhausen von Friedrich Lienhard, Schön⸗ herrsWeibsteufel wird durch ein Gastspiel des Darm⸗ städter Hoftheaters zur Aufführung gelangen.

* Konzertverein. Die am nächsten Freitag, den 10. De⸗

Zember in der Stadtkirche stattfindende geistliche Mu

sikaufführung ist ein Chorkonzert. Die Aufführun in der Kriegszeit, in der die Reihen der Gesangvereine 1 lichtet sind,

könnt t, 6 stark als ein Wagnis erscheinen, wenn der Alademische Ge⸗

sangverein, der sonst den 1 stellt, auf sich allein angewiesen wäre. Die gute Sache hat ssen bereitwillige und in ber voran⸗ Enn Kirchenaufführung schon bewährte Unterstützung durch

n Evangelischen Kirchen verein und eine Reihe ande⸗ rer sangeskundiger Gäste gefunden, so daß der Chor hinreichend stark ist. Es ist ein besonderes Verdienst des Leiters des Konzertes, Professor Trautmann, daß er uns mit einem verhältnis⸗ mäßig selten gehörten Werke bekannt macht, nämlich mit der kleinen Messe von Beethoven, wie sie zur Unterscheidung von ihrem Schwesterwerke, der großen Missa solemnis, bezeichnet wird. Wäh⸗ rend diese schon dreimal in Gießen aufgeführt wurde, gelangt jene zum ersten Male hier zu Gehör. Mit der C⸗Dur⸗Messe schlug Beethoven ganz neue Bahnen ein und hob sie in Form und Ver⸗ tonung des Textes weit über den zur Zeit Haydns und Mozarts errschenden Typ hinaus. Er bringt in einer Weise, in der es bis

thin nicht üblich war, die Solostimmen in engste Verbindung mit dem Chor, so daß eine polyphonische Wirkung erzielt wird

und der Gesang stellenweise achtstimmig erscheint. Die Uraufführung des an musikalischen Schönheiten über⸗ reichen Werkes erfolgte im Jahre 1807 in der Ka⸗

pelle des Fürsten Esterhazy, zum Geburtstage der Fürstin. Das echt Beethovensche Werk ist leider noch nicht so bekannt, wie es nach Gehalt und Gestalt verdiente. Umso interessanter wird die Bekanntschaft für viele sein, denen es trotz seines ehrwürdigen

lters eine Neuheit bedeutet. Das wundervolle Sanctus und der Schlußchor mit seinem in der jetzigen Kriegszeit besonders ein⸗ drucksvollen, inbrünstigen Verlangen nach Frieden dona nobis pacem werden noch lange nachklingen. Die andere, zur Auffüh⸗ rung kommende Chorkomposition ist H von Herzogenbergs OratorimDie Geburt Christi. Es wurde schon einmal vom evangelischen Kirchengesangverein hier gesungen und hat großen Eindruck nterlassen. Der Komponist(1843 in Graz geboren und 1900 in Wiesbaden gestorben) hatte die Gabe in reicher Melodik und feiner Kontrapunktik zu schaffen und dem klangschönen Werke doch den streng kirchlichen Charakter zu wahren. Hervorragend ist seine Art der Verwendung bekannter geistlicher Lieder. So hat er uns vertraute, fromme Weisen(Es ist ein Ros' entsprungen: Kommt ihr Hirten u. g.) in das Gefüge der sehr erheblichen Solo⸗ partien und Chöre kunstvoll verwoben und mit Weihnachtsstimmung zu erfüllen verstanden. Sein Name als feinsinniger Komponist er war u. a. Vorsteher einer Meisterschule an der Hochschule für Musik in Berlin ist bekannt genug und gerade sein Weihnachts⸗ oratorium hat sich in musikalischen Kreisen Anerkennung und Freunde erworben.

Durch Pulverdampf und Kugelregen benennt ein gewisser Arno Waschke aus Liegnitz bei Breslau ein Buch, das 800 Seiten stark und mit Bildern versehen sein soll und das er gegen Voreinsendung von 0,75 Mk. zusenden werde. Arno Waschke ist allem Anscheine nach ein Betrüger, der von Stadt zlt Stadt zieht, seine Lockanzeige in den Zeitungen veröffentlicht und die Vorauszahlungen einsteckt, ohne das in Aussicht gestellte Buch zu liefern. Sollte der Aufenthalt des Waschke bekannt werden, so wolle man dies unverzüglich der Zentralstelle zur Be⸗ kämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck mitteilen. Dort wollen auch von Waschke Geschädigte ihre Beschwerden vor

bringen. Landkreis Gießen.

e. Lang⸗Göns, 6. Dez. Die Hessische Tapferkeits- Medaille wurde dem Reservisten Herm. Krausch von hier de he der schon seit Kriegsbeginn beim Juf.-Regt. 116 im

elde steht. g

A Langsdorff, 4. Dez. Zum Vizefeldwebel befördert wurde

der Turnlehrer Karl Roth in Worms, gebürtig von hier.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 6. Dez. Das Hessische Sanitätskrenz erhielt der Unterarzt Spengler, die Hessische Tapferkeits⸗ medaille der Gefreite Strauch im Reserve⸗Inf.⸗Rgt. 116.

ib Mittel⸗ Gründau, 6. Dez. Durch einen Granatschuß starb bei Tahure der Lehrer Georg Christmann, Unteroffizier der Reserve. Er wirkte früher an hiesiger Schule, in Blofeld und

Eckartshausen. Kreis Friedberg.

FC. Friedberg, 6. Dez. Dem Kreise Friedberg sind von der Zentral⸗Einkaufs⸗Gesellschaft in Berlin 248 Sack Reis über⸗ wiesen, die in der nächsten Zeit eintreffen werden. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen etwa zweidrittel Pfund. Der Abgabe⸗ preis im Kleinhandel an die Verbraucher ist auf 0,50 Mk. für 1 Pfund festgesetzt und darf nicht überschritten werden.

A Friedberg, 6. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Landsturmmann Rein heimer.

FC. Vilbel, 6. Dez. Infolge der Versetzung des Pfarr⸗ assistenten Fiedler von hier nach Michelstadt wurde die kirch⸗ liche Gemeinde Massenheim von hier getrennt und der Kirchen⸗ gemeinde Nieder⸗Erlenbach zugeteilt.

I Beienheim, 6. Dez. Vorgestern wurde der an seiner schweren Verwundung im Reservelazarett zu Bielschowitz ver- storbene Musketier Frank auf dem hiesigen Friedhose unter zahl⸗ reicher Beteiligung beerdigt.

Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 6. Dez. Wildschweine haben sich in Rheinhessen und in der Rheinpfalz häufig gezeigt, und sich sogar in den Bereich der Festung Mainz gewagt. Man braucht

sich daher auch nicht zu wundern, wenn man hört, daß im Walde

bei Ober-Olm zwei Sauen erlegt worden sind. Bei Nieder-Olm war ein Tier angeschossen worden, worauf sich das ganze Rudel nach dem Ober⸗Olmer Walde wandte, dort dann umstellt und

gejagt wurde. Hessen⸗Nassau.

fra. Vom Dünsberg, 5. Dez. Ueberall in den aus⸗ gedehnten Waldungen am Dünsberg ertönt wieder die Axt des Holzhauers. Da es vielfach an Arbeitskräften mangelt, so finden viele Kleinbauern in dem Königlichen Forst oder in den Gemeinde- waldungen eine lohnende Winterbeschäftigung. Schon vor Tages- anbruch ziehen die fleißigen Arbeiter hinaus in die Wälder, um ungeheure Holzvorräte zu schlagen, und da die Tage sehr kurz sind wird die Arbeit gewöhnlich nur einmal durch ein einfaches Mahl unterbrochen. Auch der Holzhauer sieht es gerne, wenn Frost wetter eintritt, wodurch seine Arbeit sehr gefördert wird.

Frankfurt a. M., 6. Dez. Bei Dacharbeiten am Lager⸗ haus des Westhafens stürzte der Dachdecker Philipp Ochs aus großer Höhe ab. Er war 7 45 718 dem großen Baldaufschen Geschäftshause, Mainzer Landstraße 193, geriet der Kaufmanns⸗ lehrling Wilhelm Blank beim Einsteigen in einen Fahrstuhl mit dem Kopf zwischen Stuhl und Schachtwand, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Eine schreckliche Todesart wählte der 60 jährige Invalide Westexrmann. Er trank in der chemi⸗ schen l von Zimmer in Sachsenhausen eine große Flasche Schwefelsäure vollständig leer. An den Folgen der dabei erlitte⸗ nen furchtbaren Verbrennungen starb Westermann nach wenigen Augenblicken. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft be⸗ schlagnahmt. 4

Fe. Wiesbaden, 5. Dez. Nachdem am 20. September d. Is. 18 Offiziere und 32 Mannschaften der Türkei von der Dardanellen-Front, in bekannter Weise als Gäste desDeut⸗ schen Genesungsheims eingetroffen waren und in Wies⸗ baden Genesung ihrer Verwundungen suchen, traf gestern eine zweite Gruppe von 24 Offizieren unter Führung des Major Mehmed⸗Hamili Bey in Berlin ein. Die Herren stiegen im Kaiserhof und Savoyhotel ab und nahmen im Zoologischen Garten das Mittagsmahl ein, wobei sie von den maßgebenden Behörden herzlich begrüßt wurden. Am Abend traten 20 Offiziere, zwei blieben in Berlin, die Reise nach Wiesbaden an, wo sie heute früh 9 Uhr 5 Min. eintrafen und am Bahnhof von dem Geschäftsführenden Vorsitzenden des Deutschen Genesungsheims, Beigeordneten Borgmann, empfangen wurden. Unter den türkischen Gästen befindet sich so zu rd eine historische Persönlich⸗

keit, nämlich Hauptmann und Kommandeur der 9. Komp.

türkischen Infanterie⸗Regiments 26, Bach ri, der als erster

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Offizier und Soldat der türkischen Armer an den Darda⸗ nellen schwer verwundet wurde.

ul. Limburg, 6. Dez. Vorgestern nachmittag 3 Uhr wurde auf dem Neumarkt unter außerordentlich zahlreicher Beleiligung der ganzen Bevölkerung das EhrenmalStock in Eisen in feierlicher Weise eingeweiht. Die e hielt Landgerichts⸗ präsident de Niem, der auch den ersten Nagel eisschlug. Die Feierlichkeit wurde verschönt durch die Mitwirkung der Kapelle des Landsturmersatzbataillons 1 und des Buchdruckergesangvereins Typographia. Bei der Schlußprüfung der Hilfsschwestern vom Roten Kreuz konnte sämtlichen 17 jungen Damen das Helferin⸗ nendiplom überreicht werden.

Vermischtes. Einweihung des Leipziger Hauptbahnhofs.

In Anwesenheit der Vertreter der preußischen und der sächsi⸗ schen Regierung und anderer staatlichen und kommunalen Behörden sowie geladener Gäste erfolgte am 4. Dezember in feierlicher Weise die Schlußsteinlegung zum Leipfiger Hauptbahnhof. Sie wurde durch eine Ausprache des Vorstandes des Sächsischen Eisen⸗ bahn⸗Neubau⸗Amtes für die Bahnhofsbauten in Leipzig, Bau⸗ rat Rohde, eingeleitet. Nachdem die Schlußstein⸗Urkunde ein⸗ gelegt worden war, leitete Staatsminister v. Seydewitz die üblichen Hammerschläge mit einer Ansprache ein. Er begrüßte die Vollen⸗ dung dieses mächtigen Bauwerkes als einen ragenden Markstein in der Geschichte des europäischen Eisenbahn⸗Bauwesens. Der Bau selbst sei ohne irgendwelchen Unfall zu Ende geführt worden. Der Minister gab die drei ersten Hammerschläge ab, es folgten Ansprache und Hammerschlag des Vertreters des preußischen Mi⸗ nisters der öffentlichen Arbeiten, des Ministerialdirektors Ober⸗ baudirektors Dorner, dem sich eine Reihe weiterer Hammer⸗ schläge anschloß. Mit einem Rundgang durch die Bahnhofsanlagen schloß die angesichts des Ernstes der gegenwärtigen Zeit in ein⸗ fachstem Rahmen gehaltene Schlußsteinfeier.

2 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 7. Dez. 1915:

Zunehmende Bewölkung, zeitweise Regenfälle, keine Temperatur-

Letzte Nachrichten.

Kein Durchzug russischer Truppen durch Rumänien.

Sofia, 6. Dez. Der hiesige Korrespondent derKöln. Ztg. erfährt vön unterrichteter Seite, daß die rumänische Re⸗ gierung am 28. November der russischen neuerdings erklärt habe, keinen Durchzug durch das rumänische Gebiet zu gestatten und sich jeder Gewalt zu widersetzen In Sofia herrscht all⸗ gemein die Meinung vor, daß Griechenland nicht mit dem Vier⸗ verband gehen könne, besonders wegen der letzten. Note, die mit ihrer Forderung, Saloniki für die Entente freizugeben, eine Ver⸗ gewaltigung Griechenlands bedeute..

König Peter geht nach Paris. ö

Amsterdam, 6. Dez. Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Korrespondent derVoss. Ztg., daß König Peter zu dem bis⸗ herigen französischen Gesandten in Serbien vor einigen Tagen sagte, noch im Juli habe ihm Rußland fest versichert, daß für Serbien nichts zu fürchten sei. Es hätte damals nicht viel gefehlt, daß serbische Truppenabteilungen nach einem anderen Kriegsschauplatz abgegeben worden wären. Die serbische Regierung traute Rußland vollkommen. Gegenüber den anderen Verbündeten hatte Rußland keine Verpflichtungen und Frankreich war immer Serbiens Freund. Wäre Rußland mit der erwarteten Aufrichtigkeit seinen Versprechungen nachgekommen, dann hätte die Lage auf dem Balkan sich anders gestalten können, noch ehe die Heere Deutschlands daran denken konnten, eine Offensive gegen die serbische Front zu unternehmen. König Peter denkt in aller Kürze nach Paris zu reisen, wo er einstweilen bleiben will. Der König ist sehr krank und sein Gemütszustand ist erschüttert.

Der Schiffsverkehr nach Archangelsk. Kristiania, 6. Dez. Rußland macht die größten Anstreng⸗ ungen, den Schiffahrtsverkehr nach Archangelsk so lange wie mög⸗

lich aufrecht zu erhalten. Der Handelsattachs der Vereinigten

Staaten hat seiner Regierung berichtet, es bestehe die Absicht, die gegenwärtige 14tägige Verbindung der großen Schiffahrtslinien Archangelsk New Pork während des Winters, wenigstens aber

bis Ende Januar aufrecht zu erhalten. Zurzeit seien 15 Eisbrecher

in Archangelsk stationiert.

Japanische Schachzüge.

Rotterdam, 6. Dez. Die japanischen eee schaften haben auf Veranlassung der Regierung in Tokio die Frachtraten für Edelmetalle bedeutend erhöht, um eine weitere Goldgusfuhr nach den Vereinigten Staaten zu ver⸗ hindern. Wie derCommerce mitteilt, werden jetzt 5 Prozent gegen ¼8 bis 1 Prozent gefordert..

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