Ausgabe 
(4.12.1915) 286. Erstes Blatt
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wihrend der letzten Frosttage mancher Bauer seinen mit Schnee bedeckten Acker pflügte, damit auch nicht ein einziger von seinen Aeckern bis zum liegen muß. em Dragoner Wilh. egt. Nr. 24, Leibschwadron, wurde 25 Zu Beginn ieges verwundet, kam er im Frühjahr dieses Jahres wieder

sind 22745 Kurgäste angekommen. dahin 309 718 abgegeben.

und Rotweine

Steinheim b. Hungen, 3. Dez. Dietz von hier, Leib⸗Drag. d

essische Tapferkeits medaille verliehen. ins

Feld. 8 5 Kreis Büdingen. I Himbach, 3. Dez. Fürs Vaterland starb der Musketier

lohn. RNinderbügen, 3. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Wehrmann Schäfer im Landwehr-In⸗

fanterie-Regiment 116. Kreis Friedberg. v. Bad⸗Nauheim, 4. Dez. Bis zum 2. Dezember 1915 Bäder wurden bis

Ii Ockstadt, 3. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Landwehrmann Dienst im Landwehr⸗-Inf.Rgt. 116.

Starkenburg und Rheinhessen. a rb. Darmstadt, 3. Dez. Der Opfertag am Ge⸗ burtstag unseres Großherzogs wird nach dem bis jetzt zusammengestellten Gesamtergebnis in Darmstadt rund etwa 40 000 Mark ergeben. Bisher sind nach Abzug der Ausgaben 37 300 Mark gezählt. Unter den gespendeten Geld⸗ beträgen befindet sich ein Betrag von 4000 Mk. vom Groß⸗ herzog und der Großherzogin; bei den hiesigen Banken gingen insgesamt 10 115 Mark ein. a, Darmstadt, 4. Dez. In der Städtischen Tanne wurde ein Unbekannter mit durchschnittener Kehle tot auf⸗

gefunden. Hessen⸗Nassa en⸗ 1 I Fronhausen a. d. Lahn, 3. Dez. Im Laufe der nächsten Woche begeht Lehrer Naumann im nahen Wenkbach sein 50 jähriges Dienstjubiläum.

Frankfurt a. M., 3. Dez. Der Schaden, der durch den letzten Frost den städtischen Hartoffeln zugefügt wurde, ist weit erheblicher als es bisher den Anschein hatte. Es find von den Sendungen, die unterwegs waren, die Kar⸗ toffeln von 70 Eisenbahnwagen erfroven. Das sind etwa 1214 000 Zentner. Die Stadt verkauft diese ver⸗ dorbene Ware mit 1.50 Mk. den Zentner zu Brenn⸗ und Futterzwecken. Sie verliert dabei 2021 000 Mk. und hat den Schaden ganz allein zu tragen, da die gesamte Sendung auf ihre eigene Gefahr ging.

Oberursel, 4. Dez. In seinem HeimIm Por⸗ tugal feiert am 6. Dezember der Schriftsteller Heinrich Strack seinen 75. Geburtstag. Stracks Dichten und Denken galt und gilt noch heute seinem geliebten Nassauer Heimatlande und dem Taunus. Beide hat er in einer Fülle stimmungsvoller Gedichte und Aufsätze verherrlicht. Eine

seiner Dichtungen veröffentlichte er in der an⸗ bee SammlungDer Taunus in Liedern. Auch ineSagen aus dem Taunus haben weitere Verbreitung

8 2150 ul. Limburg, 3. Dez. Zwei Beutegeschütze, um; deren Ueberlassung sich die Stadt schon einige Zeit bemühte, werden nunmehr auf dem Neumarkt Aufstellung finden.

Universitäts⸗ Nachrichten.

Münster i. W., 3. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der

Generalgouverneur von Belgien Freiherr v. Bissing ist von der Universität Münster zum Dr. rer. pol. h. c. ernannt worden.

Gerichts saal.

Berlin, 3. Dez. Nichtamklich.) In dem Ar⸗ meelieferungsprozeß gegen die Kaufleute Arthur Ja⸗ eoby und Genossen wegen Betrugs gegen den österreichisch⸗ ungarischen Staat und Nichterfüllung behördlicher Lieferungsauf⸗ träge für die Armee, der seit Wochen die vierte Straf⸗

Arthur Jacoby und den zweiten Mitangeklagten Warl Kohn⸗ München an das Reichsgericht in Leipzig zu verweisen, da der Ge⸗ richtshof wegen Vorliegens von Landesverrat nicht zuständig sei, wenn seinem Antrage nicht stattgegeben werde, gegen Arthur Jacoby 6 Jahre Gefängnis, 4000 Mark Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Karl Kohn 5 Jahre Gefängnis, 3000 Maxk Geld⸗ strafe und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Ernst Schmidt 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, gegen den Bruder des ersten Angeklagten Josef Jacoby 6 Monate Gefängnis, gegen den Handlungsgehilfen Urler 6 Monate Gefängnis und gegen den Handlungsgehilfen Ettler 4 Monate Gefängnis zu erkennen. Das Urteil ist Montag zu erwarten.

Berlin, 3. Dez. DasBerliner Tageblatt meldet aus Oppeln: Hier wurde ein 53jähriger Stellmacher wegen Er⸗ mordung seiner Ehefrau zum Tode verurteilt.

Börsen⸗ Wochenbericht. Frankfurt eu M. 3. Dez.

Im freien Verkehr der Börse hat sich in dieser Woche ein starker Kursrückgang vollzogen. Ungeachtet der glatten Erledigung des Abbaus der Engagements herrschte ein sehr ge⸗ dämpfter Ton, da das fast völlige Fehlen der Außenkreise wäh⸗ rend des Abbaus die Geschäftstätigkeit schließlich soweit beengte daß fast alle Märkte der berufsmäßigen Spekulation allein über⸗ lassen blieben. Diese schritt nun vorwiegend zu Realisations⸗ verkäufen in Industriepapieren, da die Erörterungen über die Kriegsgewinnsteuer eine starke Verstimmung erzeugten.

schaften für diese Steuer läßt allerdings voraussehen, daß die Besteuerung doch erheblicher sein wird, als man vielfach angenom⸗ men haben mochte. Die Aktien der besonders hart in Mitleiden⸗ schaft gezogenen Gesellschaften, die sogenannten Rüstungs⸗ werte, gelangten daher, wie schon in der Vorwoche, diesmal aber in noch größeren Beträgen, zum Verkauf und er⸗ fuhren neue, beträchtliche Kursrückgänge. Dies gilt in erster Linie von Daimler Motoren, Rheinische Metall⸗ waren, Deutsche Waffen, Adler u. Oppenheimer und Spicharz Leder. Aber auch Benz, Kleyer, Fahrzeug Eisenach, chemische und Elektrowerte waren angeboten und niedriger. Auf den übrigen Gebieten wurde die Haltung durch die günstigen militärischen diplomatischen Nachrichten gestützt. Die großen Ültimomärkte zeigten im Gegensatz zu der Schwäche der so⸗ genannten Kriegswerte viel Widerstandskraft; Montan⸗ papiere und Schiffahrtsaktien blieben ziemlich behauptet, ebenso Banken. In der Gruppe der Stahlwerke zeigte sich lebhafteres Interesse für Stahlwerk Becker Aktien. Ameri⸗ kanische Eisenbahnwerte blieben im Zusammenhang mit der festen Tendenz in New York gefragt. Am Rentenmarkt standen deutsche Anleihen, namentlich Aprozentige und Kriegsanleihe bei lebhafterem Geschäft in Nachfrage. Auch fremde Staatsanleihen konnten ihre Kurse durchweg gut behaupten. In ausländischen Zahlungsmitteln machte die steigende Bewegung weitere Fortschritte. Dies gilt namentlich wieder von Holland, den nor⸗

Am Geldmarkte hat nach Beendigung der Ultimoregulierung die Nachfrage nach täglichem Geld nachgelassen, so daß der Zins⸗ satz auf Proz. und darunter zurückgegangen ist. Der Privat⸗ diskont, der infolge der Knappheit von Geschäftswechseln nach unten neigt, ermäßigte sich auf 3/ bis 3 Proz. Daß der

Moratoriums gelungen ist, ohne daß ein Stützungskonsor⸗ tium in Aktion zu treten brauchte, kann immerhin als ein Zeichen innerer Kraft unserer Bank⸗ und Börsenwelt bezeichnet werden. Der Markt ist nun konsolidiert, und man könnte, wenn die anderen Vorbedingungen, die politischen wie die finanziellen, gegeben wä⸗ ven, auf der nun bestehenden Basis mühelos den offiziellen Börsen⸗ verkehr aufbauen. Schon daß es möglich war, den Abbau in dieser Weise zu regeln, ohne daß man die Regierung um ein Sonder⸗ gesetz anzugehen brauchte, legt Zeugnis ab von der Leistungsfähig⸗ eit unserer Börsenkreise. Es zeigte sich jetzt aus Anlaß der glatten

allmählichen Abbau der richtige war; wußte man doch in den maß⸗ gebenden Börsenkreisen sehr wohl, daß man mit einer gewallsamen Regulierung zu einem früheren Termin nicht zum Ziele ge⸗ kommen wäre.

Vietteraussichten in Hessen am Sonntag, den 5. Dez. 1915:

mehreren kammer des Landgerichts Berlin unter Ausschluß der Oeffentlich⸗ keit beschäftigte, beantragte der Staatsanwalt die Anklage gegen

Trüb und reanerisch, keine Temperaturänderung. 7

Die Vorlage über die 50prozentige Zurücklage der Aktiengesell⸗

dischen Plätzen, der Schweiz und New Pork. Wien blieb behauptet.

gänzliche Abbau des seit dem 25. Juli 1914 bestehenden

Abwicklung der Liquidation, daß der eingeschlagene Weg mit dem

Letzte Nachrichten.

Der Kaiser über die deutschen Frauen.

Berlin, 4. Dez. Die Großherzogin Luise von Baden übersandte dem Kaiser, wie verschiedene Morgen⸗ blätter melden, eine Künstler⸗SteinzeichnungStilles Helden⸗ tum von K. A Brendel. Es sind darauf Frauen dargestellt, die den Acker bestellen, während ihre Männer ins Feld ziehen. Der Kaiser habe daraufhin folgendes Telegramm an die Groß⸗ herzogin gesandt:Soeben ist Deine sinnige GabeStilles Helden⸗ tum eingetroffen, für die ich von Herzen danke. Die deutsche Frau hat sich in dieser schweren Zeit auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt und glaubensvoll, glaubenstärkend, in fester Zuversicht auf allen Gebieten zugegriffen und sich betätigt, den hohen Beispielen folgend, die Deutschlands treffliche Fürstinnen ihr gaben. Gott segne ihr Werk.

Generalfeldmarschall von Mackensen an die Serben.

Budapest, 4. Dez. Generalfeldmarschall v. Mackensen hat lautAz Est folgenden Aufruf an die Bevölkerung Serbiens erlassen:

Serben! Infolge der feindlichen Haltung eures Königs und seiner Regierung zogen die verbündeten Armeen Deutschlands, Oesterreich⸗Ungarns und Bulgariens in euer Land ein. Wir haben die serbische Armee geschlagen. Solange die letzten Reste der serbischen Armee kämpfen, werden wir gegen sie kämpfen. Wir kämpfen jedoch nur gegen die Armee und nicht gegen das serbische Volk. Wer den verbündeten Armeen nicht entgegentritt, dessen Leben und Eigentum bleiben in Sicher⸗ heit. Ich fordere daher die Bevölkerung Serbiens auf, in ihre Wohnorte zurückzukehren und ihrer Beschäftigung nachzugehen, sich freiwillig den Verfügungen der militärischen Kommandanten und ihren Anordnungen zu unterwerfen, damit auf diese Weise wieder Ruhe in euer Leben nach den vielen Leiden des Krieges einzieht.

In diesem Falle wird es uns möglich sein, euch zu eurem früheren

Wohlstand zu verhelfen. Wir werden dafür sorgen, daß die Schä⸗ den, die ihr ohne euer Verschulden erlitten habt, eee ackensen.

Italienische Truppenlandungen in Valona.

Kopenhagen, 4. Dez. Am Donnerstag wurde in Va⸗

lona eine größere italienische Truppenabteilung gelandet. Sie soll versuchen, sich mit den serbischen Truppen, die in den Bergen Albaniens und Montenegros versprengt sind, zu vereinigen. Reuter meldet aus Saloniki, daß seit einigen Tagen die telegraphischen Verbindungen zwischen Athen und Saloniki wieder unterbrochen sind.

Lugano, 4. Dez. Das römische Korrespondenzbureau teilt mit, die italienische Expedition nach Albanien sei bereits in Ausführung begriffen.

30 englische Friedensversammlungen. Amsterdam, 4. Dez. In den letzten 14 Tagen haben in England über 30 Versammlungen stattgefunden, in denen man sich mit den Friedensaussichten beschäftigte.

Französischer Boykott Rumäniens. 5

Budapest, 4. Dez. DerPester Lloyd meldet aus Buka⸗

rest: Mehrere französische Handelshäuser verständigten ihre rumänische Kundschaft davon, daß sie keine Waren mehr nach Rumänien senden würden und zwar so lange nicht, als die politische Haltung Rumäniens nicht endgültig geklärt sei.

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