Jebhardt, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 221, aus Rudingshain.— Ers.⸗Res. Lehrer Wilhelm Rau, Inf.⸗Rgt. 138, aus Reiskirchen b. Wetzlar. Gardefüsilier Karl Rau, Gardefüs.⸗Rgt., aus Alsfeld.— Pionier Karl Daum, Garde⸗-Pionierbat, aus Eibelshausen.— 1 Wehrmann Moritz Schäfer aus Weilburg.— Musk. Wilhelm Führer, Juf.-Agt. 166, aus Hohensolms.— Musketier Heinrich Dartmann, Inf.⸗Rgt. 166, aus Oberquembach.— Musk. Karl Will, Inf.⸗Rgt. 168, aus Friedberg.— Wehrm. Fritz Rumpf, Landw.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Ehringshausen b. Wetzlar.— Res. Friedr. Rühl, Res.⸗Inf.⸗Agt. 81, aus Oberwetz.— Musk. Karl Böck, Inf.-Agt. 49, aus Kestrich.
d Auszeichnung. Dem Gefreiten im Inf.⸗Regt. Nr. 117 Emil Döpfer aus Gießen wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.
L. U. Goldenes D
5 * 5
L. U. G oktor jubiläum. Der frühere Provinzialdirektor in Gießen, Dr. Andreas Breidert be⸗ geht heute sein goldenes Doktor jubiläum. Aus die⸗ sem Anlaß hat ihm die hiesige juristische Fakultät sein Doktor⸗ diplom erneuert und es durch Geh. Justizrat Professor Dr. VLieist überreichen lassen. f 5 L. U. Universitäts nachricht, Der Bibliothekar an unserer Universitätsbibliothek und Privatdozent Dr. Hugo Hepding wurde zum außeretatsmäßigen außerordentliche Professor ernannt.
* Der Dank des Roten Kreuzes. Der Landes⸗ verein vom Roten Kreuz ersucht uns um Aufnahme folgender Danksagung: Der Opfer tag ist vorüber. An sein Ergebnis knüpfen sich zwar erfreuliche Vermutungen, aber eine mit Zahlen belegte Uebersicht über sein Erträgnis steht noch aus. Trotzdem oder vielmehr gerade weil und so lange wir noch keine Summen kennen, drängt es uns, schon heute allen, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben, herzlich und aufrichtig zu danken. Ein ganzes Land ist beim Opfertag am Werk hel⸗ fender Liebe gewesen. Da mag es verzeihlich sein, wenn wir nicht aller mit Namensnennung dankend gedenken, die in irgend⸗
einer Form mitgewirkt haben. Wir danken den staatlichen Be⸗ jörden, den anordnenden wie den ausführenden, den Großherzog⸗ ichen Ministerien und von den unterstellten Aemtern insbesondere den Kreisämtern und Bürgermeistereien, für ihre tatkräftige För⸗ erung und Hilfe beim Opfertag. Wir gedenken dankbar auch des Entgegenkommens militärischer Dienststellen. Nicht minder danken wir den obersten Kirchenbehörden, den Geistlichen aller Bekennt⸗ nisse, von denen vielen mit warmen Worten der echten Nächsten⸗ liebe und der rechten, höheren Auffassung des Opfertages den Boden bereitet haben. Wir dehnen unseren tiefempfundenen Dank aus auf die Leiter und Lehrer der höheren, mittleren und Volks⸗ schulen in Stadt und Land für jedes Wort der Aufklärung über unser Wirken und Wollen, das sie an das heranwachsende Ge⸗ schlecht gerichtet haben. Auch die wollen wir nicht vergessen, Die ohne amtlichen Auftrag sich selbstlos, freudig und so ersprieß⸗ lich in den Dienst unserer Sache gestellt haben, vor allem die Ausschüsse, deren umsichtige Vorbereitungen und wohlgelungene Veranstaltungen zum Erfolg des Tages geführt haben. Auch un⸗ seren Hilfskräften, der unermüdlichen Verkäuferinnen von Karten
Abzeichen, der rührigen Jungmannschaft der Jugendwehr und ihren Führern, den Rednern, Künstlern und Künstlerinnen, kurz allen, die ihre Zeit, Kraft und Begabung in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt haben, danken wir recht herzlich. End⸗ lich, aber nicht zum wenigsten gilt unser Dank allen denen, die trotz knapper Zeiten an der Tür ihrer Wohnungen und auf der Straße eine offene Hand und ein offenes Herz für uns gehabt
ö Möge auch ihnen der schönste Lohn im Bewußtsein liegen, daß sie mithelfen durften an einem schönen Werk der Nächsten⸗ iebe in ernster Kriegszeit im Dienste unseres lieben Vaterlandes und die für uns in Sturm und Regen, Schnee und Eis kämpfen, 8 sterben, siegen. * Zur
wurde dieser Tage 3 Händlerin, die entgegen
en Best Wochenmarktordnung Gemüse auf
dem W. arkt aufgekauft hatte. Verkaufsgelegenheit für bedrängte Künst⸗ ler. Der unter ot
Landkreis Gießen.
O Dorf⸗Gill, 1. Dez. Die am Hessischen Opfertag durch Schulmädchen vorgenommene Sammlung ergab die Summe von 141 Mark. tt. Treis a. d. Lda., 1. Dez. Der Gefreite der Landwehr Wil⸗ helm Preis von hier, zurzeit im Infanterie-Regiment 353, erhielt zu der Hessischen Tapferkeitsmedaille das Eiserne Kreu 2, Klasse. Auch sein Bruder, der Vizeseldwebel Jakob Preis im Infanterie⸗Regiment 254, besitzt beide Auszeichnungen.— Unter⸗ offizier Ludwig Klös von hier, der seit 2. Oktober vermißt war, hat aus russischer Gefangenschaft auf dem Transport nach Sibirien geschrieben.— Als achtzehnter aus unserer Gemeinde fand den Heldentod in Galizien der Pionier Balthasar Muhl von hier. Ve ißt werden der Dragoner Grau und Musketier Adam Schneider seit Mai ds. Js., der Landwehrmann Joh. Heinr.
uhn vom Landwehr- Regiment Nr. 87 seit der September
offensive.
Kreis Alsfeld. up. Ober⸗Ohmen, 1. Dez. Zur Weihnachtsgabe für unsere heimatlichen Truppen bewilligte die Gemeinde 500 Mk. aus der Gemeindekasse. up. Ruppertenrod, 1. Dez. Um unseren tapferen Feld⸗
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grauen eine Weihnachtsgabe zu bescheren, ist unsere Ge⸗
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Körper, hat eine sehr große Heil⸗ und Gesundheitskraft und konservierende Kraft.“ Dieses Harz und Mark muß also eine lebenspendende Macht gehabt haben; wer davon aß, lebte lange oder ewig; und so ist das Bernsteinland das„Land des langen Lebens.“ Es ist auch zugleich das„Goldland“ der Alten, die ätte des„goldenen Zeitalters“, denn man nannte ja den Bern⸗ stein das„Gold des Nordens“. Aus der Bibel beweist der Professor, daß die Menschheit zuerst im Norden aufgetreten ist, g der Strom, der Eden bewässerte, kein anderer gewesen sein kann, als die Ostsee, und kommt zu dem bündigen Schluß:„Es ist historisch gewiß, daß das biblische Paradies und das Urland der Menschheit nördlich in Europa im jetzigen Bernsteinlande war. Denn die Bibel sagt es deutlich aus, und das übrige Alter⸗ tum bestätigt es.“ Eine krause Fülle der wunderlichsten Zitate, Deutungen und Etymologien muß für diesen Beweis herhalten. Die Aepfel der Hesperiden auf jenen„glücklichen Inseln“ des griechischen Paradieses sind natürlich Bernsteintropfen und Ely⸗ ium das Bernsteinland. Die Hyperboreer, die griechischen Para⸗ diesbewohner, find die Preußen, wie die Etymologie Boreer⸗ Borusker⸗Borussen⸗Preußen offenbart. Zu allen Mythen von der Urgeschichte der Menschheit, zur Prometh Ssage so gut wie zur Edda, glaubt der Dr. theol, den Schlüssel gefunden zu haben, ind die Vertreibung aus dem Paradies erklärt er dadurch, daß tt es immer kälter und kälter werden ließ, so daß die Menschen Not und Bitternis des Daseins kennen lernten. Das blitzende Schwert des Cherubs, der Adam und Eva hinaustreibt,* natürlich an den Bernstein und seine elektrische Wirkung.. scheiden schließt Hasse sein gelehrtes 9 Preußen, dem ich nicht als Eingeborener zugehöre, das mir aber aus vieler Rücksicht sehr teuer geworden ist, auf diesen Vorzug— nicht den einzigen, aber auch gewiß nicht den letzten, auf den es stolz sein kann— das älteste und in der alten Ge⸗ schichte berühmteste Land der Erde zu sein, hierdurch aufmerksam gemacht zu haben. Dr. P. L.
Werk:„Mir sei es genug,
Mackensen drang in die französischen Linien ein und
3 geriet.
meinde schon das ganze Jahr über besorgt gewesen. Zu diesem Christgeschenk wurde der Betrag von 1000 Mark verwandt, welcher durch die sonntäglichen und Betstunden⸗Kollekten zusammengekom⸗ men ist. Ta aus der Gemeinde rund 100 Mann eingezogen sind, so entfällt auf jeden Krieger ein Betrag von 10 Mark. Diese Summe wird den Angehörigen der Truppen eingehändigt, damit sie ihnen zu Weihnachten kaufen und senden können, was sie sich wünschen. Die Hauskollekte für das Rote Kreuz, welche an Groß⸗ herzogs Geburtstag erhoben worden ist, betrug 139 Mk. Dazu kommen noch 8 Mark, ein Betrag, der bisher für Brötchen an die Sckulkinder auf Großherzogs Geburtstag ausgegeben wurde, mithin beträgt das Sammelergebnis 147 Mk.— Dem Landwehrmann Fahrer Karl Burg von hier, im 21. Armeekorps, 1. Feldbäckerei⸗ Kolonne, im Osten, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.— Der Husar Karl Kratz, der ebenfalls im Osten steht, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Mit dem Eisernen Kreuz ist er schon vorher ausgezeichnet worden. Kreis Schotten.
r. Freienseen, 1. Dez. Der Wehrmann Wilh. Wagner im Landwehr⸗Infanterie-Rgt 87 erhielt das Eiserne Kr euz. — Am Hessischen Opfertag gingen hier 143 Mk. 10 Pfg. ein.
Hessen⸗Nassau.
(Marburg, 1. Dez. Der Stadt Marburg ist noch ein wei⸗ teres Beutegeschütz überwiesen worden.— Hier wurde ein Mann festgenommen, der außer Diebswerkzeug eine Anzahl Stücke Treibriemen bei sich führte, die jedenfalls ebensalls von emem Diebstahl herrühren.
Wm. Kirchhain, 1. Dez. Wie in vielen anderen Städten und Städtchen soll auch hier die Nagelung eines Kriegswahrzeichens zugunsten der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen stattsinden. In einer gestern abend im Sitzungs⸗ zimmer des Rathauses abgehaltenen Besprechung wurden die Ein⸗ zelheiten festgelegt. Die Nagelung soll voraussichtlich am zweiten Weihngchtsfeiertage und mit einer stimmungsvollen vaterländi⸗ schen Feier verbunden werden.
() Aus dem Kreise Biedenkopf, 1. Dez. In der Nähe von Gönnern erlegte ein Förster ein wildgewordenes Rind, das vor vier Wochen seinem Besitzer, einem Einwohner von Botten⸗
In der Nacht
born, entlaufen war.
ul. Bergnassau⸗Scheuern, 1. Dez. von Dienstag auf Mittwoch brach im Vereinslazarett„Hotel Bellevue“, in dem 19 Verwundete untergebracht waren, ein. Brand aus, der großen Schaden anrichtete. Obwohl außer den Wehren von Nassau und Scheuern das Landsturmbataillon zur Hilfe herbeieilte, konnte nicht verhindert werden, daß der Dach⸗ stock des Hotels pöllig und ein Nebengebäude zum Teil ab⸗ brannten. Die Verwundeten konnten rechtzeitig in Sicherheit werden. Die Ursache des Feuers ist noch nicht fest⸗ gestellt.
—Gelnhausen, 1. Dez. Mehr als das Dreifache gegen das Vorjahr lösten in diesem Jahre die Gemeinden des Kreises aus dem Dbstverkauf ihrer Gemeindeländereien. Das Jahr 1915 brachte einen Gesamterlös von 22 550 Mark, das Vorjahr nur 7245,30 Mark. Den höchsten Ertrag hatte Bad⸗Orb mit 3008 Mk. 11 Ge⸗ meinden sind noch nicht im Besitz von Obstanlagen. Der Landrat von Wartensleben nimmt bei dieser Gelegenheit Veranlassung, die Gemeinden nachdrücklich auf den Anbau von Obstbäumen auf Gemeindeländereien und an Gemeindewegen hinzuweisen.
Aulversitäts⸗ Nachrichten. 1 „Freiburg i. Br., 1. Dez. Die philofophische Fakultä, der Universität Freiburg im Breisgau hat einstimmig beschlossen dem General Gaede, dem Oberkommandierenden im Oberelsaß, und den General der Artillerie v. Gallwitz, der durch den Kaiser
4 la suite des Freiburger Artillerie-Regiments Nr. 76 gestellt
wurde, den Grad eines Dr. phil. hon. e. zu verleihen. N — 5— 0 Vvermischtes.
Mackensen im Feldzuge 1870. Die folgende Episod aus dem Kriege 1870, die Feldmarschall Mackensen als jungen Kriegsfreiwilligen zeigt, veröffentlicht Paul⸗Louis Hervier in der„Nouvelle Revue“:„Es war im Feldzuge des Jahres 1870, am 5. Oktober in der Ortschaft Toury, als der Prinz Albert von Preußen Freiwillige aufrufen ließ, die eine Rekognoszierung unter⸗ nehmen sollten, bei der die heile Rückkehr der einzelnen Teilnehmer mehr als zweifelhaft erschien. Der junge Mackensen meldete sich als Erster. Er wurde zum Führer der vier anderen Freiwilligen gemacht und bald darauf war die kleine Truppe verschwunden. erkundete, was zu erforschen das Ziel der Patrouille war. Um unbemerkt zurück⸗ zugelangen, trennten sich die fünf Mann bei der Rückkehr und jeder suchte sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Der junge Wacht- meister Mackensen hatte einen so gefährlichen Weg zurückzulegen, daß er fast verzweifelte, jemals wieder die deutschen Linien erreichen zu können. Er war alle Augenblicke genötigt, sich in den Ge⸗ büschen zu verbergen, um nicht von den französischen Kavallerie patrouillen aufgegriffen zu werden. So kam er nur langsam weiter, bis er in eine Schar mißtrauischer französischer Bauern Er versteckte seine deutsche Soldatenmütze— ein Mantel verbarg die Uniform— unter einem Taschentuch und murmelte 1755 geschickt einige französische Worte, die die Bauern, die bereits erdacht geschöpft hatten, täuschten. Und so entfernten sich die Bauern, ohne ihn sestzunehmen. Wenn ste damals gewußt hätten, wem sie begegnet waren, würde Mackensen heute nicht die Armee befehligen, die durch Serbien dringt. Der glückliche Ausgang jener so gefährlichen Begegnung machte den jungen Mackensen tollkühn. Als er im 1 einem französischen Soldaten begegnete, rief er mit ganzer Lungenkraft aus:„Hoch Preußen!“ Dann ver- schwand er im Buschwerk. Der französische Soldat schoß sein Ge⸗ wehr ab und der Knall rief andere Soldaten herbei. Es sah aus, als sollte das verwegene Abenteuer für den jungen Mackensen ein schlimmes Ende nehmen. Aber er bekam nur eine Schramme ab und erreichte im übrigen wohlbehalten die deutschen Linien. Am Abend dieses ereignisreichen Tages wurde der kühne Patrouillen⸗ führer durch eine Einladung zur Abendtafel des Prinzen Albert von Preußen belohnt. Und einige Wochen später erhielt er das Eiserne Kreuz.“ Wenn man mit dem Kaiser spricht. In dem kaiserlichen Jagdschloß zu Königswusterhausen 1755 zu 80 des alten Kaisers Wilhelm ein alter, braver Förster, der sich auf kunst⸗ volle Holzschnitzerei verstand, und als er einmal einen Spazier- stock geschnitzt hatte, dessen Griff einen Hirschkopf mit Geweih zeigte und den alle als ganz besonders gelungen rühmten, saßte sich der Förster, ein königstreuer Mann, ein Herz und übersandte den schönen Stock seinem kaiserlichen Herrn als Geschenk. Die Gabe wurde gnädig angenommen, und alsbald erfolgte als Gegen- gabe mit einem Schreiben aus dem Kabinett des Kaisers eine goldene Uhr. Nicht lange darauf sollte in Königswuster⸗ hausen der Kaiser zur Jagd erscheinen, und der alte Förster be⸗ reitete sich vor dem Kaiser für die Uhr zu danken. Er baute sich in schlaflosen Nächten eine prächtige Rede zusammen, die er auch vor seinen Angehörigen und Freunden sehr gut konnte. Aber als dann der Kaiser erschien und der alte Förster die erbetene Audienz erhielt, war die ganze schöne Rede plötzlich aus seinem Gedächtnis verschwunden. Der Förster stand vor dem Monarchen und konnte minutenlang kein Wort hervorbringen. Erst als der Kaiser zu ihm ermutigend sagte:„Na, mein lieber Behrens!“ brachte er die Worte heraus:„Majestät— Uhr! Uhr!“— Der Kaiser klopfte dem guten Alten auf die Schulter und sagte: N ja, 51 775 Behrens, Stock, Stock!“ Und damit war die Audienz beendigt. Eine Erinnerung an Goethe. Zum 5. Dezember 1815, zu dem Tage, an dem sein Sohn ugust in die Loge „Amalia“ aufgenommen wurde, hat Goethe sein„Symbolium“ gedichtet. Es wurde zum erstenmal in den„Gesängen für Frei- maurer zum Gebrauch aller deutschen Logen“ veröffentlicht. Die Schlußstrophe des Gedichtes lautet: Hier winden sich Kronen In ewiger Stille, Die follen mit Fülle Die Tätigen lohnen! 4
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Wir heißen euch hoffen.
Diese schöne Mahnung an die Tätigen:„Wir en ch hoffen“ ist auf merkwürdigem Umwege und in eigenartiger Ab- änderung in Deutschland zum geflügelten Wort geworden. Carlyle hat sie vor 50 Jahren, zu seiner Rektoratsrede am 2. April 1866, frei mit„work and despair not“ wiedergegeben. Unter der deutschen Uebersetzung dieser orte: Arbeiten und nicht verzweiseln“ hat dann Langewiesche 1902 eine Aus⸗ wahl Carlylescher Werke verlegt, und hierdurch erst ist das Goethe⸗ Wort in der fremden Fassung„geflügelt“ geworden. Für„arbeiten und nicht verzweifeln“ bezw.„kämpfen und nicht verzweifeln“ haben wir Deutschen heute den prägnanten Ausdruck„Durchhalten“ eprägt. Darin findet gleichzeitig die u Goethesche
5„Wir heißen Euch hoffen“ ihre Erfüllung. f
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Büchertisch.
— Meyers Historisch⸗Geographischer Kalender für das Jahr 1916. XX. Jahrgang. Mit 366 er⸗ läuterten, die Geschichte des Weltkrieges 1914/1915 chronologisch begleitenden Abbildungen, historisch und geographisch denkwürdigen Landschafts- und Städtebildern, Porträten, interessanten Dar⸗ stellungen aus dem Gebiete der Literatur-, Natur⸗, Kultur- und Kunstgeschichte, Gedenktagen, Sprüchen, Gedichten und itaten, einer Jahresübersicht mit astronomischen 1 5 einem Register und einem Kalendarium auf der Rückseite. Als Abreißkalender eingerichtet. Preis 2 Mark. Verlag des Bibliographischen In⸗ stituts in Leipzig und Wien.— Der Kalender ist ein Kriegs⸗ kalender geworden, Tag für Tag verfolgen wir in ruhiger Rückschau noch einmal die großen Ereignisse des gewaltigen Völker⸗ ringens, dessen Zeuge wir waren, in knappen Tagesnotizen werden wir an jedes einzelne, wichtige Ereignis des Weltkrieges erinuert, Bildnisse der Heerführer, Ansichten der Oertlichkeiten, in denen sich die Kriegsereignisse abspielten, Darstellungen von Kriegsmaterial und technischen Kriegsmitteln ziehen in bunter Folge an uns vor⸗ über, und kerndeutsche Aussprüche bedeutender Männer beleben stimmungweckend und erhaltend den großen Wissensstoff, der hier mitgeteilt ist. 0
„Schwert Siegfrieds wider Albions Gold! Vaterländischer Roman von Heinrich Vollrat Schu⸗ macher. Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin W. 57. Der mit einer reichen Engländerin verheiratete preußische General- stabsoffizier, der junge, von Genuß zu Genuß flatternde Lebe⸗ mann aus Berlin W., der arbeitsharte Mann aus dem Volke, der lebenslustige österreichische Kavalier, die abenteuernde Polin, das moderne, seelenlosem Flirt ergebene„Puppchen“, das die Beute eines ränkevollen Japaners wird, die arbeitende Frau des Mittel⸗ standes, das Ausländertum in Deutschland in Gestalt eines Eng⸗ länders, Amerikaners, Serben, Japaners, Russen,— alle diese Typen des deutscheit Gesellschaftslebens, wie sie sich vor dem Kriege zeigten, ziehen in ihren vielfachen Wechselbeziehungen an uns vorüber. 15 Luut Kriminal⸗ und Detektiv⸗Romane Bd. 90:„Am toten See“ von Robert Kohlrausch, Preis geheftet M. 1.—, in Lwd. geb. M. 1.80(Verlag von Robert Lutz in Stuttgart). Bücher ins Feld! So lautet der Ruf, den man allenthalben vernimmt. Auch Kriminalromane! wagt der und jener laut zu sagen, während im stillen Tausende die Wünsche ihrer Angehörigen im Felde nach solcher Literatur schon längst erfüllten. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß unsere Truppen im Feld und die Verwundeten in den Lazaretten haupt⸗ sächlich Unterhaltungslektüre nötig haben, vor allem aber span⸗ nende Romane, die ihre Gedanken von all dem Furchtbaren um sie herum ablenken, zwingend ablenken, oder die ihre körperlichen und seelischen Schmerzen vergessen lassen, erklärt kein Gerin⸗ gerer als Heinrich Lhotzky: Sendet auch Kriminalromane ins Feld! Natürlich denkt er nur an gute Kriminalromane und nenn! ausdrücklich die oben angeführte Sammlung des Stuttgarter Ver⸗ legers Lutz, die das Allerbeste auf diesem Gebiete veröffentlicht. „Am toten See“ ist ein guter Roman dieser Art. Der Aufbau und die Entwicklung der Handlung, die Charakteristik der handelnden Personen und die Zeichnung der norddeutschen Landschaft be⸗ weisen, daß ein deutscher Dichter diesen deutschen Kriminalroman geschaffen hat, welcher vermöge seiner guten chaften und der großen Spannung, die er erregt, als ganz vortr liche Unter. haltungslektüre bezeichnet werden kann.
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Handel. Essen, 1. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Beirates des Rheinisch⸗Westfälischen Kohlen⸗ Syndikats wurden die Umlagen für Oktober für Kohlen mit 6, Prozent(wie bisher), für Koks mit 3 Prozent(wie bisher) und für Briketts mit 4 Prozent(wie bisher) bestätigt und für November und Dezember für Kohlen auf 4 Prozent, sür Koks auf 0 Gen Pro⸗
„
zent und für Briketts auf 4 Prozent festgesetzt. Schließlich erinnerte der Vorsitzende, Geheimrat Dr. Kirdorff, daran, daß die heutige Tagung des Beirates die letzte sei, da die Einrichtung des Beitrates in den neuen S ndikatsvertrag nicht übernommen worden sei.— Die im Anschlusse daran abgehaltene Zechenbesi tzer⸗Ver⸗ sammlung setzte die Beteiligungsanteile in Kohlen, Koks und Briketts für Dezember auf 80 Prozent(wie bisher) fest. Sodann sand die erste Zechenbesitzerversammlung des neuen Syndikats statt, in der die Richtpreise ab 1. Januar 1916 festgesetzt wurden. Die Versammlung beschloß, die Richtpreise auf der ganzen Linie unverändert zu lassen, ihre Gültigkeit jedoch auf die beiden Monate Januar und Februar zu beschränken. Schließlich wurder noch sämtliche Verkaufsbeteiligungen für Januar 1916 auf 80 Pro
zent sestgesetzt. a 5.— Uirchliche Nachrichten. 5 Israelitische Religionsgemeinde. a Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlagez. 5 Samstag, den 4. Dezember 1915? Vorabend: 4.30 Uhr. 1 Morgens: 9.00 Uhr. Predigt. 5 Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbataus gang: 5.15 Uhr. ——
Israelitische Neligionsgesellschaff. wee geteert. befensea
Sabbatseier am 4. Dezember 1915: Freitag abend 4.00 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.15 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr.
———ů Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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ISS„ S S S etter 1 f 8 5 S 8 48
14 8 8 F 1.2%— e i 15 88 68 9 e 15 Sonnenschein 2.75— UV Regen Höchste Temperatur am 30. Nov. bis 1. Dez. 1915 0 Niedrigste 50.„„.„
Niederschlag: 2,1 mm..
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Drucksachen aller Art
lletert in jeder gewünschten Ausstattung prelswert da Brühl'sche Universitäts- Pruckerei. Schul
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