Ausgabe 
(2.12.1915) 284. Erstes Blatt
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Der Sleßener Anzeiger

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung l12 Verlag, Geschäftsstelle51 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

Erstes Blatt

Gieß

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7.

Donnerstag, 2. Dezember 1015 Bezugspreis: 7

monatl. 85 Pf., viertel⸗

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N 2 Abhole- u. Zweigstellen 0 72 monatl. 75 Pf.; durch

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5 Zeilenpreis: lokal 15 Pf.,

ausw. 20 Pf. Haupt⸗

85 schriftleiter: Aug. Goetz.

i Verantwortlich für den

politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Zieht die Entente ich vom Vallan zurück? Große Beute der Bulgaren in Prizren.

(TB.) Großes Hauptquartier, 1. Dezember. (Amtlich.) ö N Westlicher Kriegsschauplatz.

Westlich non La Basséc richtete eine umfangreiche Sprengung unserer Truppen erheblichen Schaden in der eng⸗ lischen Stellung an. 1925

Ein englisches und ein französisches Flugzeug wurden abgeschossen, die Insassen sind gefangen genommen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wefentlichen Ereignisse.

Balkan⸗Kriegsschauplatz. An einzelnen Stellen der Front fanden erfolgreiche Kümpfe mit feindlichen Nachhuten statt. Bei Prizren nahmen die bulgarischen Truppen fünfzehntausend Serben gefangen und erbeute⸗ ten viele Gebirgsgeschütze und fonstiges Kriegsgerät. * Oberste Heeresleitung.

. 0 . Der gestern in einem Teil der Auflage schon gemeldete bulgarische Erfolg in Prizren hat Serbien den Todesstoß versetzt. Es ist unseren tapferen Verbündeten gelungen, den im Becken von Ipek⸗Djakowa geschlagenen und von den deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen verfolgten Ser den Abzug durch das Drintal nach Süden abzu⸗ schneiden. Die große Zahl der serbischen Gefangenen, die außerordentliche Beute insbesondere auch an Transport⸗ mitteln, zeigt, daß die flüchtenden, zersprengten serbischen Heeresteile bei ihrem Bemühen, nach Monastir zu ent⸗ kommen, von der bulgarischen Armee Todorow überholt und überrascht worden sind. Um Monastix selbst sind noch verzweifelte Kämpfe im Gange, über deren baldiges Er⸗ gebnis aber kaum noch Zweifel herrschen kann. Diese Geschehnisse sind zweifellos wichtiger und auch für den englischen Kriegsrat bedeutungsvoller als die Er⸗ gebnisse der Reisestudien Lord Kitcheners. Dieser ist jetzt wieder in London angekommen, und man munkelt, daß er von weiteren Balkanunternehmungen abraten wolle. Es war für ihn eine Reise voll Schrecken und Enttäuschungen. In Aegypten hat er die Lage so angetroffen, wie sie drastisch in einem unserer lustigen Blätker zeichnerisch dargestellt wurde: die Sphinx hat unter einer deutschen Pickelhaube drohend die Augen geöffnet und ihre Krallen ausgestreckt, so daß der sie anstarrende Held von Omdurman höchlich be⸗ stürzt ist. Selbst in Mesopotamien haben die Engländer, die den unteren Tigris besetzt hatten, vor Bagdad einen empfindlichen Rückschlag erlitten, der den Beu ihrer dor⸗ tigen bisher erfolgreichen Bemühungen wieder zusammen⸗ zustürzen droht. Und auf den Dardanellen haben die Türken zu beweisen begonnen, daß sich mit den neu einge⸗ troffenen schweren deutschen Geschützen viel besser die feind⸗ lichen Schiffe und Landungsplätze erreichen lassen. Und jetzt will England von beiden Schauplätzen, den Dardanellen und dem Balkan, zurücktreten? Ein italienisches, von London gewiß nicht schlecht unterrichtetes Blatt, derSecolo, gibt eine sehr interessante Schilderung der Zweifel, in denen das britische Weltreich sich jetzt befindet. Wir geben dieses Stim⸗ mungsbild nachstehend wieder, glauben aber einige Ergän⸗ die Be hinzufügen de dürfen. Für den Balkan könnte man ie Betrachtungen desSecolo ebenso gut anwenden, wie für die Lage an den Dardanellen. Hat sich John Bull in Saloniki nicht schon zu fest gebissen? Ueber die neuesten Ver⸗ handlungen mit Griechenland erhalten wir nur durch die Zensur stark verwässerte Nachrichten, soviel ist aber sicher, daß der Himmel über Hellas sich wieder bewölkt hat, daß Aussicht besteht, König Konstantin werde die neuesten Zu⸗ mutungen der Entente zukückweisen. Soll nun, ohne daß das Ergebnis dieser Verhandlungen abgewartet wird, der Lon⸗ doner Kriegsrat eine Entscheidung treffen, die der diplomati⸗ schen Spannung und all der Quälerei ein schnelles Ende be⸗ reitet? Wie wäre es dann aber um das Ansehen Eng⸗ lands bestellt? Oh, es hat breite Schultern, so hat der lei⸗ tende Minister Asquith in einer Londoner Arbeiterkonferenz gesagt, freilich nur mit Hinblick auf die wirtschaftlichen und finanziellen Lasten, die das Reich zu tragen haben werde Aber auf den breiten Schultern Großbritanniens hängt be⸗ reits ein Tornister, der auch mit Enttäuschungen und De⸗ mütigungen schwer bepackt ist. Daher melden sich die eng⸗ lischen Stimmen, die zwar den Frieden noch nicht verwirk⸗ llichen, ihn aber besprechen wollen. DieMorning Post er⸗ 5 klärt es für zeitgemäß, die Friedensbedingungen zu erörtern, leistet sich dann aber selbst den spaßhaften Einwand, allerdings, Vorbedingung sei, daß Deutschland besiegt sei. Ob also solches Gerede bei der jetzigen Kriegs⸗ lage, die Lord Kitchener so verzweifelt gefunden hat, wirk⸗ lich zeitgemäß ist, müssen die Landsleute derMorning Post selbst beantworten. Wir Deutsche müssen Friedens⸗ verhandlungen nicht für zeitgemäß erklären, solange Eng⸗ land aus den Kriegsereignissen nicht die richtigen, unverblümten Folgerungen zieht. Wir wollen uns war nicht mit breiten Schultern brüsten, sind aber folg auf unsere Beweglichkeit, auf unser Schwert und unsere gediegene Organisation. Zweifellos wird der Reichskanzler auf die neue sozialdemokratische An⸗ frage im Reichstag eine ähnliche Antwort geben, wie sie von amtlicher Stelle schon früher erteilt worden ist. Die bekannte nglische ZeitschriftNational Rewiew hat in einem von

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derNordd. Allg. Ztg. besprochenen Heft die englischen Voraussetzungen für den Frieden in nicht weniger als 20 Punkten zusammengestellt. Darunter heißt es unter Nr. 19:Militärische Besetzung von Berlin bis zur Er⸗ füllung des Vertrages. Man kann sich danach denken, wie die sonstigen Forderungen lauten. Wäre es der deutschen Volksvertretung würdig, den englischen Weltverteilern gegenüber vorzeitig von Frieden zu sprechen? Lassen wir sie noch ein wenig zappeln und unterstreichen wir die herzhaften, vom Reichstagspräsidenten Dr. Kämpf hervor⸗ gehobenen Tatsachen! Dann wird Albion allm'' lich ganz von selbst sich seines Heldenrockes entledigen!

F***

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Dezember 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Bei den dem österreichisch⸗ungarischen Oberbefehl unter⸗ stehenden verbündeten Streitkräften der Nordostfront wurden im Monat November an Gefangenen und Beute 78 Offiziere, 12 000 Mann und 32 Maschinengewehre eingebracht.

5 Italienischer Kriegsschauplatz.

Der gestrige Tag verlief an der Isonzofront im all⸗ gemeinen ruhiger. Nur der Brückenkopf von Tolmein wurde wiederholt heftig angegriffen. Diese Vorstöße des Feindes brachen in unserem Feuer zusammen. Heute nacht setzte starkes Artilleriefeuer gegen den Nordhang des Monte San Michele ein. Gleichzeitig griffen die Italiener den Gipfel dieses Berges an; sie wurden zurückgeschlagen. Auch feindliche Angriffsversuche im Raume von San Martino wurden abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Truppen dringen umfassend gegen Pleolje vor. Eine Gruppe greift die Gradina⸗ Höhe südöstlich des Metalka⸗Sattels an. Eine andere erstürmte in den Nach⸗ mittagsstunden und nach Einbruch der Dunkelheit den von Montenegrinern zäh verteidigten Hochflächenrand zehn Kilo⸗ meter nördlich von Plevlje.

Prizren wurde am 29. mittags von den Bulgaren genommen.

Die Armee des Generals von Köveß hat im No⸗ vember 4080 serbische Soldaten und 26 600 Wehrfähige gefangen genommen und 179 Geschütze und zwölf Maschinengewehre erbeutet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Prizren genommen.

Sofia, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Bulgarischer Generalstabs⸗Bericht vom 29. November: Mittags haben unsere Truppen nach kurzem Kampf von entscheidender Be⸗ deutung die Stadt Prizren genommen. 16 000 bis 17000 Gefangene wurden gemacht, 50 Feldgeschütze und Haubitzen, 20 000 Gewehre, 148 Automobile und eine Menge Kriegs materia erbeutet. Die Zahl der Gefangenen wächst un⸗ aufhörlich. König Peter und der russische Gesandte Fürst Trubetzkoi sind am 28. November nachmittags ohne Beglei⸗ tung mit unbekanntem Ziel davongeritten. Aller Wahrschein⸗ lichkeit nach wird die Schlacht von Prizren, wo wir die Reste der serbischen Armee gefangen nahmen, das Ende des Feld⸗ zuges gegen Serbien bedeuten.(In einem Teil der Auflage wiederholt.) 5

Der Kampf um Monastir.

Berlin, 2. Dez. Zum Kampf um Monastir heißt es in einem Bericht derVossischen Zeitung: Flüchtlinge aus Monastir berichten von äußerstschweren Kämpfen auf den Höhen vor Monastir. Oberst Vassitsch hält noch die letzten Verteidigungswerke der Stadt und ist entschlossen, es bis zum Straßenkampf kommen zu lassen. Die 3000 Mann starke Verteidigungstruppe beabsichtigt, sich nach Reza zurückzuziehen. Gegen 40 serbische Abgeordnete sind in Saloniki eingetroffen. Die nationale französische Waisenfürsorge beschloß, die serbischen Kinder in Städten Südfrankreichs unterzubringen.

König Peter.

Berlin, 1. Dez.(Privattelegramm.) DerBerliner Lokalanzeiger berichtet aus Stockholm: Einzelheiten über die Erkrankung des Königs Peter von Ser⸗ bien besagen, daß der König auf der Reise nach Skutari, die er mit Pasitsch zu Pferde zurückgelegt hat, ungeheure Entbehrungen ausstand. Er ist oft 36 Stunden ohne Nah⸗ rung geblieben. Die diplomatischen Missionen am serbischen Hofe haben sich nach Montenegro begeben und werden von dort über Italien nach Salonikt reisen. Ein Teil der Missio⸗ nen wird in die Heimat zurückkehren.

Ein montenegrinischer Bericht.

Cetin je, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 29. Nov. In der Gegend von Foca griffen wir die Oester⸗

reicher an und schlugen sie. Sie ziehen sich in Unordnung in Rich⸗ tung Gorazda zurück.

Saloniki, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Infolge der Räumung des Engpasses von Kat⸗ schanik durch die Serben ist die Vereinigung der französischen und serbischen Streitkräfte nutzlos und unmöglich geworden. Auch der Marsch der Franzosen auf Veles ist nutzlos geworden, da die Zurückziehung der Truppen aus der Gegend von Krivo⸗ lac begonnen hat. Krivolac, welches der Mittelpunkt der Unter⸗ nehmungen war, wird bald zu einem vorgeschobenen Posten wer⸗ den, der zur Grundlage Demirka pu hat, wo die Franzosen große Streitkräfte zusammenziehen. Entgegen den Nachrichten aus bulgarischer Quelle halten die Franzosen alle auf dem linken Wardarufer bis Krivolac eroberten Stellungen besetzt. g

Mailand, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Korre⸗ 1 desCorriere aus Rom enthält folgende Stelle:

ine hohe fremde Persönlichkeit, die dieser Tage in Rom anwesend war, drückte die Meinung aus, daß die Eng⸗ länder und Franzosen gut täten, sich vom Balkan zurückzuziehen, um sich in Salonik zu verschanzen. (Anmerkung: Gemeint ist offenbar Kitchener.) 5 Enver Pascha in Sosia..

Berlin, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) DieB. 3. a. M. meldet aus Sofia: Der 1 Kriegsminister Enver Pascha ist hier eingetroffen. Am Bahnhof hatte er mit dem Kriegsminister Naidenow und General Sa⸗ woff eine längere Unterredung.

Zum Besuch des Kaisers in Wien.

Wien, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) e des Besuchs in Wien hat der deutsche Kaiser den on folger Erzherzog Karl Franz Josef a la suite der deutschen Marine gestellt. Der Erzherzog tritt damit an die Stelle, die sein verewigter Oheim Erzherzog Fran Ferdinand viele Jahre hindurch inne hatte. Das ö schreiben des Deutschen Kaisers erinnert auch an diest

sache. 5 5 Die Haltung Griechenlauds.

Athen, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) 8 Agence Havas. Wie gut unterrichtete ömlichkeiten richten, werden die Bemühungen des Vierverbandes darauf abzielen, die gestern den Vertretern des Vierver⸗ bandes übergebene Antwort klarer und eingehender zu ge⸗ stalten. Es wird versichert, daß die aus Paris eingetroffene Nachricht, daß Gerüchte über eine Aufgabe Salonikis durch die Engländer und Franzosen in Frankreich verbreitet seien, den Widerstand des Königs Konstantin verursache, der über diese angebliche Absicht sich freue, die ihm gestatte, die Erfüllung der Forderungen der Alliierten zu verzögern.

London, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet aus Athen: Die von Skuludis am 29. No⸗ vember den Gesandten des Vierverbandes abgegebene Er⸗ klärung stellt tatsächlich Griechenlands Antwort auf den letzten gemeinsamen Schritt dar. Die Grundlage der Ant⸗ wort Griechenlands bildet die Neutralität, die solange für den Vierverband einen wohlwollenden Charakter hat, als die Souveränitätsrechte nicht angetastet und keine militärischen Beschränkungen auferlegt werden. Es besteht keine Ursache, anzunehmen, daß der Vierverband beabsichtigt, seine ur⸗ sprünglichen Forderungen abzuändern. Man hofft in diplo⸗ matischen Kreisen auf eine günstige Lösung.

Rom, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) DieTribuna bringt ein Telegramm aus Athen, nach welchem dort die Lane plötzlich ernster geworden ist. Gestern überreichte Skuludis den Gesandten des Vierverbandes die griechische Antwort auf die letzte Note und hatte mit ihnen über die Fragen, die den Inhalt der augenblick⸗ lichen Unterhandlungen bilden, eine Besprechung. Es scheine, daß Skuludis sich über die guten Absichten Griechenlands nicht sehr entgegenkommend ausgesprochen habe. Er erklärt, daß die Zurückziehung der griechischen Truppen von Saloniki und die vom Vierverband verlangte Ueberwachung der Küstenzone Bedingungen wären, die die griechische Neu⸗ tralität in Frage stellen und verletzen würden.

Giornale d'Italia erfährt aus Athen, daß die grie⸗ chische Regierung bereit sei, den Forderungen des Vierver⸗ bandes entgegenzukommen, soweit es mit der Souveränität und der Unabhängigkeit des Staates vereinbar sei. Im Falle, daß die Forderungen gebieterisch geäußert würden, würde die griechische Regierung einen modus vivendi er⸗ wägen, der ihre Pflichten als Nation und die durch die 1 Umstände aufgezwungene Lage in Einklang

rächte.

Die Haltung Rumäniens.

Berlin, 2. Dez. Zur Haltung Rumäniens läßt sich dasBerliner Tageblatt aus Sofia melden: In Petersburg eintreffende Nachrichten, wonach zwischen Oester⸗ reich⸗-Ungarn und Rumänien vereinbart worden ist, daß 500 000 Waggons Getreide und Futtermittel, vor allem Mais und Weizen, zu fest bestimmtem Preis aus Rumänien nach Oesterreich-Ungarn ausgeführt werden sollen, habe in russischen Regierungskreisen eine sehr niederschla⸗ gende Wirkung hervorgerufen. DemBerliner Lokalanz. zufolge meldet derPester Lloyd zuversichtlich, daß die rumänische Regierung in Petersburg zur Kenntnis gebracht hat, daß Rumänien eine Verletzung seiner Neutralität in keiner Weise dulden werde.

Die italienische Auffassung der Lage.

Turin, 1. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) DieStampa bringt zwei militärische Artikel, von denen der eine nach⸗ weist, daß Italien wohl daran getan habe, sich nicht an