Ausgabe 
(29.11.1915) 281. Erstes Blatt
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lassen, so hoffen wir, daß es die Mehrheit verstehen wird, ihren

Die Eröffnung des rumänischen

Parlaments.

Bukarest, 28. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence Roumaine. Die ordentliche Session des Parlaments ist heute vom König im Beisein des Kronprinzen und der Minister eröffnet worden. Dem König wurden Huldigungen dargebracht. Er verlas folgende Botschaft: Die gegenwärtige Ta⸗ gung wird unter denselben Sorgen eröffnet, wie die vorjährige. Der Krieg, der die Welt um uns mit Blut bedeckt, dauert mit steigender Erbitterung fort. Neue Staaten sind in den Kampf ein⸗ getreten und haben dem europäischen Konflikt eine stets wach⸗ sende Ausdehnung gegeben. Diese Lage legt uns noch mehr die Pflicht auf, unsere ühungen für die Verteidigung der großen Interessen Rumäniens zu vereinigen und uns alle mit Herz und Geist über jede andere Sorge zu erheben. In der heute eröffneten Session werden Sie sich über verschiedene Gesetzentwürfe und Kre⸗ ditvorlagen auszusprechen haben, um den gegenwärtigen schwierigen Umständen die Spitze zu bieten. Ich zweifle weder an der Weisheit, mit der Sie sie prüfen werden, noch an dem erleuchteten Patriotis⸗ mus, der Sie bestimmen wird, die Regierung zu unterstützen. Ich bin namentlich überzeugt, daß Sie nach wie vor die Bedürfnisse unseres teuren Heeres erfüllen werden, das sich stets der Liebe und des Vertrauens des Landes würdig zu zeigen wußte und auf das mehr als je die Stellung gegründet ist, die Rumänien gebührt. Von dem Vertrauen in die Zukunft unseres teuren Rumänien er⸗ füllt, bitte ich Gott, Ihre Arbeiten zu segnen.

Bukarest, 28. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Regierungs⸗ blatt begrüßt das heute zusammentretende Parlament mit einem Rückblick auf die bisherige Politik der Regierung und der Feststel⸗ lung. daß die Mehrheit des Parlaments wie bisher die Regierung unterstützen werde. Unsere heutige Lage, sagt das Blatt, ist gewiß schwer und heikel. Es wäre indessen ohne Zweifel der Zusammen⸗ bruch gefolgt, wenn gewisse Ratschläge zu Abenteuern befolgt worden wären. Insbesondere ist nicht zu vergessen, daß sich einen Monat nach Ausbruch des Krieges, bevor sich noch allgemeine Richtlinien gezeigt hatten, sich bei uns sogenannte Staats⸗ männer gefunden haben, die verlangten, daß wir uns ins Feuer stürzten, ohne vorher die Umstände zu prüfen, ohne Bürg⸗ schaften zu verlangen und zu erhalten und besonders ohne zu un⸗ tersuchen, welchen Wert 5 Eingreifen hätte. Es war das Glück des Landes, daß seine Führer zu widerstehen i haben uns selbst gut vorzubereiten gewußt. Wir

daß nur große Staaten den ieg lange aushalten können. Da er allem Anscheine nach lange dauert, wäre es da nicht Wahnsinn, sich hineinzustürzen? Wir haben die Hoffnung, daß sich die Vertreter einer anderen Auffassung eines anderen besinnen werden. Wenn fie mit ihrer Forderung vor das Parlament kom⸗ men wollen, mögen sie bedenken, daß alle parlamentarischen Staa⸗ ten in diesem Kriege die ausübende Macht ganz der Regierung überlassen haben. Wenn die Gegner der Regierung heftige De⸗ batten im Parlament eröffnen wollen, mögen sie nicht vergessen, daß ebenso heftige Antworten von der anderen Seite die Folge sein dürften. Gewiß wird der Eindruck hiervon im Auslande nicht gut sein. Sollte sich dennoch die Minderheit nicht abhalten

wußten.

Willen durchzusetzen. Ein ungarisch⸗rumänisches Eisenbahnabkommen.

Berlin, 29. Nov. Wie nach verschiedenen Morgen⸗ blättern die WienerZeit sich aus Budapest melden läßt, wurden zwischen den ungarischen und den rumäni⸗ schen Staatsbahnen Verhandlungen eröffnet, um die Wiederaufnahme des Personen⸗ und Frachtenverkehrs über Orsowa zu ermöglichen. Die Verhandlungen hätten zu einem

teilnahmen. Am Nachmittag erschten der

Generalstabes, Pomro, in der englischen t

verblieb mit Kitchener in langem Gespräch. Später stattete

Lord Kitchener der franzöfischen Botschaft einen Besuch ab. Eine russische Militärmission in London.

London, 27. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau erfährt, daß eine wichtige russische Mili⸗ tärmisssion unter g des Chefs des russischen Admiralstabes in London angekommen ist. Die ssion ist dem Wunsch Kitchen

Unterchef des

der russischen Kriegsleitung zuzuschreiben. Das Hilfskomitee der Zarin.

Petersburg, 28. Nov.(WTB Nichtamtlich.) Die Nowoje Wremja meldet: Das Hilfskomitee der Zarin entwickelte bei Beginn des Krieges eine ungeheure Tätigkeit. Jetzt sind die Säle, in denen früher tausende Damen beschäftigt waren, leer, da die ganze Bevölkerung eine große Müdigkeit er riffen hat. Jede Familie hat bereits Blutopfer gebracht. Alle sind durch die große Teue⸗ rung bedrückt.

Der türkische Sieg in Mesopotamien.

Konstantinopel, 28. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nach ergänzenden Meldungen über die Kämpfe im Irak haben die Engländer auf ihrer regellosen Flucht eine große . Verwundeter, eine Menge Waffen und Bomben zurückgelassen. Englische Gefangene erzählen, daß in der englischen Armee eine große Panik herrscht. Die Ver⸗ luste der englischen Truppen werden auf mehrere tausend Mann geschätzt.

Die türtische Anleihe.

Konstantinopel, 28. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kammer hat einen Gesetzentwurf genehmigt, durch den die Re⸗ gierung ermächtigt wird, von der deutschen Regierung einen Vorschuß im Betrage von zwei Millionen Pfund zu über⸗

nehmen. Die holländische Butterausfuhr.

92 0 27. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) 7 vom 28. November bis 5. Dezember dürfen 50 Prozent der Butterproduktion ausgeführt werden.

Der Seekrieg.

unsere U⸗Booterfolge im Mittelmeer.

Berlin, 27. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) In der En⸗ tentepresse ist in der letzten Zeit viel über die Erfolge des englischen U⸗Bootkrieges in der Ostsee gesprochen worden, demgegenüber der U⸗Bootkrieg der Mittelmächte im Mittel⸗ ländischen Meer nicht der Erwähnung wert sei. Eine Zu⸗ sammenstellung ergibt für die Zeit vom 1. bis 15. November folgendes Bild: 1. In der Ostsee ist nur der Dampfer Suomi mit 1016 Tonnen versenkt worden. 2. Demgegen⸗ über sind im Mittelmeer nach den bis jetzt vorliegenden Pressenachrichten in derselben Zeit 27 Schiffe mit 112082 Tonnen vernichtet worden. Liste der im Mittelmeer in der Zeit vom 1. bis 15. November durch U⸗Boote der Mittel⸗ mächte versenkten feindlichen Handelsschiffe(nach Presse⸗ meldungen): Name:Woolwich(Nationalität nen 1 5 3000 Tonnen),Woodfield(englisch, 3584 Tonnen),

befriedigenden Ergebnis geführt. Der EisenbahnverkehrJafukumi Maru(japanisch, 5118 Tonnen),Dahra(fran⸗ werde in den en Tagen wieder aufgenommen werden. en 2127 Tonnen),Calvados(französisch, 6000 on- ö nen),Jonio e 1447 Tonnen),Tara(eng⸗

lischer Hilfskreuzer, 6322 Tonnen),Sidi d(fran⸗

2054 Tonnen), 12 (8französisch, 8600 Ton. nen),Franca(französisch, 4508 Tonnen),Ancona(ita⸗ lienisch, 8210 Tonnen),Sir R. Awdry lenglisch, 2070 Tonnen),Californian(englisch, 6200 Tonnen),Fi (italienisch, 396 nen). Ferner vier unbekannte feindliche Truppentrans⸗ portdampfer von etwa 20000 Tonnen, zusammen 112 082 Tonnen.

aus Rotterdam der englische see bei Noordhinderfeuerschiff von drei deutschen Flug⸗ feinen angegriffen, mit Bomben be

20 Minuten verschwunden. Der englische Dampfer ist in Rotterdam angekommen.

zösisch, 1619 Tonnen),Burresk(englisch, 4350 Tonnen), Lumina(englisch, 6200 Tonnen),Clan Macalister(eng⸗ K 5000 Tonnen),Caria(englisch, 3230 Tonnen), Elisa

litalienisch, 208 Tonnen),Dechino(italienisch, er(französisch, 3500 Tonnen),Dagla Tonnen),Liecina(englisch, 5000 Ton⸗

6200 Tonnen),Firenze Tonnen),Bosnia(italienisch, 3000 Ton⸗

* Berlin, 29. Nov. Wie verschiedenen Morgenblättern eldet wird, wurde am Freitag mittag ampferBalgownie in der Nord⸗

worfen, sowie mit Ma⸗ chinengewehren und Gewehren beschossen. Der Angriff habe gedauert. Darauf seien die Flugzeuge südwärts

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Aus dem Reiche.

Die dänische Politik.

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Kitchener in Rom. 7 8 bewies N nicht di Bern, 2 Nod(Wem Nichtumtlich) wärbänder Plöt- rr; ier Dentfalans unt U ter melden aus Rom: Kitchener hat fh heute früh in Vertreter der Dürfen und Pufgarken g, alf ber gesamte Nen

Braschi begeben, wo er von dem Ministerpräsid dra empfangen wurde. Darauf spra⸗ vor und hatte dort eine lange Unterredung mit dem Mi⸗ nister des Aeußern Sonnino. Mittags wurde in der eng⸗ lischen Botschaft zu Ehren Kitcheners ein Frühstück gegeben, dem auch der Kriegsminister Zupelli, der Unterstaats⸗ sekretär des Krieges Elia, der Kolonialminister Martini u. a.

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Begleitung des englischen Botschafters nach dem Pa enten Salan⸗ er auf der Konsulta

Kiel, 27. Nov.(WTB. 11 Der Oberprä⸗ sident der Provinz Schleswig⸗Holstein hat folgende Bekanntmachung erlassen: In verschiedenen Kreisen der Provinz ist neuerdings das Gerücht verbreitet, Nord⸗ schleswig würde nach dem Kriege an Dänemark zurück⸗ gegeben werden, und zwar en von unseren Feinden als Geschenk oder aber von der deutschen Regierung als Lohn für die von Dänemark beobachtete Neutralität. Der unterzeichnete Oberpräsident sieht sich veranlaßt, in aller Form zu erklären, daß derartige Ausstreuungen jeder Unter⸗ lage entbehren. Wenn die Urheber dieses Gerüchts auf den Sieg unserer Feinde spekulieren, genügt es, auf den Stand der militärischen Operationen 55 verweisen. Was aber die Beziehungen Kaiserlichen Regierung zu Dänemark an⸗ gehen, so heißt es die Würde und politische Voraussicht der dänischen Regierung verkennen, wenn man glaubt, diese lasse sich bei ihrer strikten Neutralitätspolitik von der Hoff⸗ nung auf fremden Lohn leiten, anstatt ausschließlich von den wohlerwogenen durch die tatsächlichen Verhältnisse gegebe⸗ nen Interessen Dänemarks. Schleswig, 26. November 1915. Der Oberpräsident der Provinz Schleswig⸗Holstein. Moltke, Staatsminister. 5 a

Berlin, 29. Nov. Der deusch⸗österreichische Wirt⸗ b über ein engeres Verhältnis zwischen

wid Oesterreich⸗Ungarn beraten soll, 1 in Dresden mit einer Ansprache des Oberbärgermeister her er⸗

lazzo Vierbund erschienen sei, um über gemeinsame Interessen zu beraten.

Berlin, 29. Nov. Ter Aus schuß der Deutschen e i. e J stelkte verschiedene ien auf, di iegsministerium übermittelt werden sollen. f

DieDeutsche

Berlin, 28. Nov(WTB. 1 Gesellschaft 1914, deren Zweck es ist, W Männern ans allen Berufen und Ständen ohne Unterschied

1

ers nach engerer Fühlungnahme mit Weiherede

rektor Dr. Ri Wermuth, Wirklicher Geheim

Aus Hessen. Deutschlands innere Aufgaben nach dem Weltkriege.

2 err Aus Stadt und Cand. Gießen, 29. November 1915.

* Auszeichnungen. Am Geburtstag des Großherzogs wurde Feldw⸗Leutnant Kimpel und Vizeseldwebel Wanger in der 6, Komp. Inf.⸗Regt. 116 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Unteroffizier d. L. Wilh. Luch von Gießen, beim Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, 8 er bereits früher die hessische Tapferkeitsmedaille erhalten

atte.

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß herzog hat zum 25. November d. J. die Hofmusiker Otto Bern⸗ hardt, Georg Gims, Albert Klinger, Wilhelm Manecke zu Kammermusikern ernannt. 1

* Gießener Universitätsangehörige im Kriege. Wie man uns mitteilt, sind die von der Uni⸗ versität Gießen zusammengestellten statistischen Aufzeich⸗ nungen über die Teilnahme von An gehörigen der Universität am Kriege jetzt im Druck erschienen. Das umfangreiche Heft kann von Interessenten, in erster Linie 27 von Eltern und Verwandten der Studierenden, 1 5 os durch das Sekretariat der Universität bezogen werden.

* gum Ableben des Grafen Hermann zu Solms⸗Laubach(siehe Nr. 279 desGieß. Anz.) schreibt uns ein ehemaliger Schüler des verstor Ge⸗ lehrten:In Professor Graf Hermann zu Solms⸗Lau⸗ bach, der im Alter von nahezu 74 Jahren in Straßbur⸗ verschieden ist, hat die botanische Wissenschaft den Verlust eines ihrer hervorragendsten Vertreter zu beklagen. Nach Vollendung seiner Studien in Berlin, Gießen und 7 burg, habilitierte sich Graf Solms an der Hallenser Hoch⸗ schule, wurde im Alter von 30 Jahren a. o. Professor in Straßburg und 7 Jahre später o. Professor in Göttingen. Von dort erhielt er 1888 einen ehrenvollen Ruf als Ordi⸗ narius nach Straßburg, wo er bis zu seiner im Jahre 1908 erfolgten Emeritierung verblieb Fast unübersehbar sind die produktiven Arbeiten des großen botanischen chers. Seine e,, blieb bis zuletzt das Gebiet der Palaeophytologie, auf dem er vorzügliches geleistet hat. Aber auch a Gebieten, wie dem der Pflanzengeo⸗ graphie, widmete er seine unermüdliche Arbeitskraft. Eine Biffen Forschungsreise nach Java hat die botanische

issenschaft um wertvolle Untersuͤchungen bereichert. Seit 1889 redigierte Solms, zuletzt gemeinsam mit Oltmanns, die botanische Zeitung. Groß als Forscher war Graf Solms

ein Ken en Lehrer. Wer je, wie der asser dieser Zeilen, das Glück gehabt hat, Schüler von ihm zu sein, wird niemals seine wundervollen Vorlesungen und Uebungen, in denen sein enormes Wissen, sein großartiger desee in allen botanischen Gebieten zur Geltung kamen, verges 11

* Ein Dank der Kaiserin. Aus Lich wird uns geschrieben:

Aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin wurde in Lich eine Sammlung von eingemachten Früchten, gedörrtem Ob st usw. veranstaltet, die sehr reichlich ausfiel. Die Kaiserin dankte der Veranstalterin der Sammlung, der Fürstin zu Solms⸗Hohensolms⸗Lich zu Lich in folgendem Telegramm:

Neues Palais, den 15. 11. 15 um 6 Uhr 3 Min. nachm. Sehr gerührt danke ich Ihnen und den Frauenvereinen, die mir eine so große Sendung Mus, Saft, Honig und Back⸗ obst geschickt haben. Viele werden damit erfrischt werden, auch in der Etappe. Einiges habe ich selbst heute nachmittag in meinem Orangerie⸗Lazarett verteilt. 1000 Dank allen! Viktoria. Außerdem hat die Hofstaatsdame der Kaiserin, Exzellenz äulein v. Gersdorff den Dank in einem Brief wieder⸗ lt, aus dem folgendes noch mitgeteilt sei:

Sie hätten nur sehen sollen, wie die Kaiserin Ihrer schönen Sendung e und die de weiter nach Potsdam Berlin bis nach bien. Ich denke, Sie haben schon einen direkten Dank von Ihrer Majestät erhalten. Für den Fall er sich verzögert die Kasserin hat ja immer so viel zu tun so darf ich ihm Ausdruck geben und Sie bitten, ihn der Frau des Provinzialdirektors und allen Geberinnen aus dem Frauenverein auszusprechen. Die Kaiserin freute sich sehr, daß aus den Bundesstaaten Obstgaben für die Verwundeten kamen es ist fabelhaft viel zusammen gekommen wir erleben in dieser schweren, schweren Zeit überhaupt so viel Großes und Schönes Ich kann noch berichten, daß die schönen Marmeladen, Säfte, Gelees und Honig sehr gut

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angekommen sind, ein einziges Gläschen war entzwei. Es te die Kaiserin, die Namen der Geberinnen auf den Decken zu lesen un

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