Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Areisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtichaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatkich zweimal.
drittes Blatt
Gieße
934 1 N.*
, 165. Jahrgang V
. 7
ner Anzeiger
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Samstag, 27. November 1915
Rotationsdruck und Berlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ·
straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 5l, Schrist
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Was ein Franzose in deutscher Kriegs⸗ gefangenschaft erlebte.
5 Im„Mercure de France“ beginnt Emile Zavie mit der Ver⸗ öffenklichung seiner Eindrücke und Erlebnisse in deutscher Kriegs⸗ gefangenschaft, die sich in vorteilhafter Weise von dem gehässigen Blödsinn der üblichen französischen Kriegsschilderungen abheben. Zavie ist auf einem Patrouillengange im Morgengrauen eines Septembertages mit 10 Kameraden von unseren Feldgrauen auf einem Rübenfeld bei Chaulnes gestellt und entwaffnet worden; die Gewehre werden abgenommen und vernichtet, und dann wird die Schar wortlos nach einer Ferme abgeführt, in deren Tor ein deut⸗ scher Unterofftzier in reinem Französisch ihnen Gabel und Messer abverlangt. Die Gefangenen marschieren nun durch eine Reihe „mehr neugieriger als übelwollender“ Preußen in den Hof, der mit Verwundeten, die an Stöcken gehen, mit Feldgrauen, die den Kopf verbunden haben oder den Arm in einer Schleife tragen, an⸗ gefüllt ist.„Unsere Begleitmannschaften treten ab, und nun be⸗ finden wir uns inmitten eines neuen Volkes, das uns mustert und unsere Ausrüstung, unsere Käppis prüft. Plözlich teilt sich die Menge, ein Offizier erscheint. Er ist stark, groß, sieht jung, ja sympathisch aus. Er trägt weder Litzen noch Rangabzeichen und beginnt uns zu verhören. Er drückt sich dabei in einem vielleicht zerhackten, doch klaren und akzentlosen Französisch aus. Nach dem Verhöre werden wir in eine Scheune geführt, auf deren Boden Stroh liegt. Man macht uns ein Zeichen, uns hinzulegen und uns nicht zu rühren, dann schließt man die Tür.“ Die Lage dünkt den Gefangenen recht unheimlich: sie haben von jeher gehört, daß die Deutschen jeden gefangenen Feind niederschießen, und da überdies beim Verhör einer der begleitenden Feldgrauen den Verdacht aus⸗ gesprochen hat, daß die Franzosen noch nach ihrer Gefangennahme einen Schuß auf ihn abgegeben hätten, so scheint alles verloren. Ein Elsässer, der sich in der Schar befindet, zerreißt schnell seinen Militärpaß und versteckt die Stücke im Stroh, um nicht erkannt zu werden. 85 „Plötzlich öffnet sich die Tür. Wir zittern. Ein deutscher Sol⸗ dat spricht mit uns. Was sagt er? Wir hören ihm zu, als ob wir ihn verstehen könnten. Unser Elsässer souffliert aber:„Er fragt nach den Verwundeten.“ Diese erheben sich, werden hinaus⸗ geführt und die Uebrigbleibenden strechen sich erneut auf das Stroh, bis sich die Tür von neuem öffnet. Draußen sieht man Feldgraue mit geschultertem Gewehr.„Wir erheben uns und stellen uns vor den Soldaten in einer Reihe auf. Wir werden abgezählt, dann läßt man uns zwei Reihen bilden, Begleitmannschaften mit ge⸗ schultertem Gewehr treten an unsere Seite. Was für Vorbereitun⸗ gen! Dann treten deutsche Verwundete vor uns an. Wir bilden zusammen einen kleinen Transport, der sich auf einen Befehl in Bewegung setzt, vor all den unbekannten Gesichtern vorübermar⸗ schiert, das Gehöft verläßt und auf die staubige, in der September⸗ sonne flimmernde Hauptstraße einbiegt. Wir haben den Eindruck, daß wir gerettet sind, daß wir wenigstens heute nicht erschossen werden, und daß man uns mit den Verwundeten irgendwo hin⸗ führt, wo wir in Sicherheit sind. Es ist heiß. Unsere Begleit⸗ mannschaften haben uns Gefangenen ihre Tornister zum Tragen egeben. Die Deutschen marschieren mit gewichtigem, doch weitem Shri, sie machen keine regelmäßigen Ruhepausen, sondern ver⸗ fen, wenn sie einen Brunnen, ein Haus, eine Ortschaft fin⸗ n, also alle sieben bis zehn Kilometer. Ich gehe neben einem Begleitsoldaten her, der mich fragt, ob ich Reservist, verheiratet und Familienvater sei. Ich bejahe alles, denn bei den Deutschen muß man mindestens ein Kind haben, um geschätzt zu werden;
später, im Gefangenenlager, habe ich mich sogar als Vater von
zwei Kindern zu erkennen gegeben. Auf der endlosen Straße, auf der wir marschieren, gibt es wenig Schatten, nur einige Apfel⸗ bcurme, von denen einige Aepfel, scheußliche Zideräpfel, auf die Erde gerollt sind; die Soldaten, die auf uns aufpassen, haben nicht das Recht, sie aufzunehmen, sagen aber nichts, wenn sich ihre Ge⸗ fangenen bücken. Allerdings hatten wir seit gestern morgen nichts in den Magen bekommen.“
Während des Marsches knüpft sich zwischen Deutscken und Franzosen eine gewisse Kameradschaft an, man unterhält sich von den Stellungen, in denen man schon gelegen hat, man entdeckt,
daß man sich in den Vogesen gegenübergestanden hat und schüttelt sich„sans rancune“ die Hand, Endlich langt mau gegen Mittag in Ham an. Vor dem Denkmal des dort geborenen Rednergenerals Foy wird Halt gemackt, Verwundete und Begleitsoldaten verschwin⸗ den, der mitgefangene französische Unteroffizier wird noch einmal verhört und dann geht es in den Gerichtssaal des Städtchens, der als Vereinigungsraum der einkommenden Militär- und Zivil⸗ gefangenen dient. Der Saal ist übervoll, den Boden bedecken Stroh⸗ bündel, hinter dem Tisch des Richters sitzen drei brave Feldgraue, die versuchen, nicht einzuschlafen. Vier weitere Wachtposten sitzen in einem kleineren Zimmer im Hintergrunde des Saales. Ge⸗ dämpftes Stimmengewirr erfüllt den Raum, in dem ein französi⸗ scher Leutnant als Ordner fungiert; die Neuankömmlinge suchen sich Platz, legen sich, so gut es geht, ins Stroh und essen Brot, das zwei deutschsprechende Kameraden aus der Stadt holen dürfen.
Gegen Abend wird von neuem Brot verteilt und eine junge Fran⸗ Jug
zösin erscheint mit Wassereimern, aus denen sich ihre Landsleute die Feldflaschen füllen lönnen: dann wird es dunkel; ein Posten entzuͤndet die Gaslampe in der Mitte des Saales, abgespannt strecken sich die Franzosen zum Schlafe.
Der nächste Morgen verrinnt in tödlicher Langweiligkeit, Abwechslung bringen höchstens die 30 bis 40 Kameraden, die sich einer hinter dem anderen in komischer Verzweiflung vor der Tür drängen, um nach und nach vom Posten zum„Cabinet“ ge⸗ lassen zu werden; dann wird die Schar von neuem auf den Markt⸗ platz geführt und vor dem Foy⸗Denkmal aufgestellt, wo sie ein älterer Offizier, dessen„untadeliges Französisch“ den Gefangenen noch einmal auffällt, einem letzten Verhör unterzieht. Endlich lann der Transport abgezählt und zum Bahnhof geführt werden, wo ein langer Militärzug bereit steht. Deutsche Mannschaften. steigen mit ein, um den Franzosen zu zeigen, wie sie aus den bereit⸗ liegenden Planken Bänke und Rückenlehnen herstellen können: dann läßt sich alles nieder; zwei Schildwachen nehmen mit Platz, der Zug setzt sich langsam in Bewegung. Vom Bahnsteig ertönen Ab⸗ sckiedsgrüße und Hurrarufe, die Posten sind zum Fenster getreten und winken mit dem Gewehr hinaus und dann beginnt die Fahrt ins Ungewisse, in die Gefangenschaft.
An iversitäts⸗ Nachrichten. — Frankfurt a M., 26. Nov, Für das Studienjahr 1916 hat der Magistrat der Stadt zehn Stipendien in Höhe von 3083 Mk, zu vergeben. Von 11 anderen Stiftungen, deren Ver⸗ waltung ihm obliegt, steht die Höhe des Stipendiums nicht fest. Berlin, 26. Nov.(Priv.⸗Tel.) Die„Vossische Zeitung“ meldet: Schriftsteller Max Moeller hat einen Ruf als Dozent für Literaturgeschichte an der Universität Warschau angenommen. Geheimer Justizrat Professor Gerhard Anschü tz, Staats⸗ rechtslehrer an der Berliner Universität, hat von der Badischen Regierung die ehrenvolle Aufforderung erhalten, seine frühere Stellung als Ordinarius für Staats⸗ und Verwaltungsrecht an der Universität Heidelberg wieder einzunehmen. Professor Anschütz gedenkt, dem Ruf Folge zu leisten.
Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 28. November, 1. Advent. Kollekte für die Kirchenkasse. 0 5 Gottesdienst. 5 2 In der Stadtkirche. W Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus⸗ und Markus⸗ 9 0 9 9 Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde.
Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten am 2. Advent für die Markusgemeinde und am 3. Advent für die Matthäusgemeinde, jedesmal im Abendgottesdienst. Zu den beiden letzten Abendmahls⸗ feiern wird besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen.
Festvorstellung im Darmstädter Hoftheater.
5 rb. Darmstadt, 25. November 1915.
Es war ein schöner Gedanke, das Fest des Allerhöchsten Ge⸗ burtstages und den hessischen Opfertag zu krönen mit einer Urauf⸗ führung des in letzter Zeit bekannter gewordenen Jugendwerkes Mozarts,„Die Gärtnerin aus Liebe“— Uraufführung einer Bear⸗ beitung des bekannten Musikschriftstellers Professor Bie, an der einen gewissen Anteil auch Generalmusikdirektor Felix von Wein⸗ gartner hat, unter dessen Leitung die Festvorstellung stand. Die Be⸗ zeichnung Uraufführung kann eigentlich selbstverständlich nur über⸗ triebene Bedeutung beanspruchen, da bereits frühere Bearbeitungen, die in Karlsruhe und Stuttgart das Rampenlicht erblickten, vorlie⸗ gen. Und in letzter Zeit machte eine erfolgreiche Bearbeitung der Brüder Bamberger in Mainz von sich reden. Es ist hier nicht der Ort, Vergleiche zu ziehen. Zur Charakterisierung der Bie schen Arbeit soll nur gesagt werden, daß sie sich mit raffinierter, litera⸗ rischer Kultur bewußt in die Sphäre des Phantastischen er⸗ hebt, in dem schäferischen Sujet, wie es uns überkommen ist,— das alte Sprüchlein vom„Wahnsinn“ der Liebe veranschaulicht, zum Unterschied von der Arbeit Bambergers, die im einzelnen mehr das Lustspielmoment betont, das sich ganz auf dem realen Boden der Bürgerlichkeit gleichsam bewegt, die z. B. der„Figaro“ innehält. Für die hiesige Aufführung war damit von vornherein weitestgehend Gelegenheit für szenische und besonders dekorative Effekte gegeben, die auch in jeder Beziehung als voll befriedigend betrachtet werden können. Im Rahmen von drei Szenenbilder im Stile Watteauscher Bilder spielte sich die schäferlich unsittlich⸗ sittliche Handlung von Herzenswirren ab, die sich um den Punkt dreht, daß die„Marchesa Violanta“ als Gärtnerin verkleidet ihren Geliebten Belfiore mit einigen Mühen aus dem Ränkewerk der Familie des„Podexa“ zurückerobert, dessen Nichte„Arminda“ diesen Belfiore heiraten soll. Etliche possierliche Szenen, in denen
der ergötzliche Kammerdiener„Nardo“ und die Zofe„Zergatta“
eigentliche aktive Handlungsträger sind die eine fingierte Wahn⸗ sinnsperiode inszenieren, stellen diese Figuren als echte und im Grunde belanglose Lustspieltppen vor Augen, denen die Musik des 18jährigen— noch ganz sich nur in der„ewigen Kadenz“ be⸗ wegend— die Farben von Weh und Lust, Rührung und Spott in
Ferkömmlichster Form verliehen. Mit der bekannten Münchener ozartsängerin Hermine Bosett! kin der Titelpartie erhielt
die Darstellung noch ein besonders anziehendes künstlerisches Ge⸗ präge. An der Seite des Gastes, der eine sehr sympathische gesang⸗ liche Leistung bot, bewährten sich trefflich unsere einheimischen Kräfte: Gertrud Geyers bach, Frieda Meyer, Aug. Glo⸗ berger, Leo Schützendorf und Otto Thomson. Obgleich die Vorstellung als Ganzes mit einer gewissen Reserve aufgenom⸗ men wurde, konnten sich am Schluß die Mitwirkenden mit Bie, Weingartner und Oberregisseur Mozart mehrmals freudig begrüßt zeigen. Der Uraufführung wohnte das Großherzogspaar, sowie. die Spitzen der Behörden und des Militärs bei. 5
Crinnerungen an Gabriel Max.
ochbetagt und von körperlichen Leiden heimgesucht, war
riel Max schon lange vom Schauplatz der Kunstkämpfe, zue
etre ber nur wenige Jahrzehnte zurück hat er noch zu 5 5 a
den gefeiertsten und umstrittensten Künstlern Münchens gezählt. Doch selbst in den Tagen seines größten Glanzes gehörte Max immer zu den Unzugänglichsten unter den Münchener Künstlern. Man hörte von ihm nichts; man sah von ihm nichts als seine Werke, und nicht leicht war es, Eingang in sein prächtiges Heim in der Heustraße zu finden, in deren großem Hinterhause er seine beiden Ateliers, seinen Musiksaal und seine reichen Sammlungen untergebracht hatte. Diese Sammlungen aber— das waren nicht, wie man wohl bei einem Manne wie Max vermuten konnte, solche von Kunstschätzen, sondern es waren großartige ethnographische,
vorgeschichtliche und anthropologische Kunstsammlungen und man
gelangte zu ihnen durch eine einfache große Tür, über der die Worte standen„Oblitus dolore“, zu deutsch:„Schmerzvergessen“. Wer diese Sammlung einmal betrachten durfte, der konnte in des Künstlers Seelenleben einen tiefen Blick tun. Sie waren, so hat sie Meißner geschildert, streng wissenschaftlich angelegt und geordnet; sie stellten ein Vermögen dar und sie zeigten Max als strengen Forscher, als Anhänger exakter Erkenntnis, als Tatsachennatur. Ta waren in Fülle Schädel und Gerippe, oft in seltsamen Spielarten und Erscheinungen, an denen die Ent⸗ wickelungs⸗ und Anpassungstheorie zu studieren war; auch aus⸗ gestopfte und in Spiritus gesetzte Affen, durch die man an Maxens Neigung zu diesen Tieren und seine vielen Affenbilder erinnert wurde; hat er sich doch bei seiner Uebersiedelung nach München ein ganze Kolonie von 17 Affen in seinem Hauswesen an⸗ gelegt! Einen Niederschlag dieser seiner naturwissenschaftlichen Studien bildet sein Versuch, den Affen als den Vorgänger unseres Geschlechtes künstlerisch zur Darstellung zu bringen; Max hat dies Bild dem von ihm hochverehrten Ernst Haeckel gewidmet, und auf dessen Anregung hat dann die Universität Jena den Meister zu seinem 60. Geburtstage durch den Doktortitel ehren⸗ halber ausgezeichnet.
Einen zweiten Maler, der sich so tief und ernst in verwickelte naturwissenschaftliche Probleme versenkt hat, wird man nicht leicht finden. Aber die Eigenart des merkwürdigen Künstlers ist mit dieser Seite seines Wesens keineswegs erschöpft. Weit bekannt ist ja seine Hinneigung zum Spiritis mus, dem er sich mit inniger Hingebung gewidmet, dessen Ahnungen er in so manchem seiner Bilder ergreifend zur Sichtbarkeit gestaltet hat. Welch merkwürdige Persönlichkeit, die zugleich auf dem Gebiete arakter Forschung und auf dem übersinnlichen Ahnens und Schauens ihr Genüge finden konnte! Dann war es die Musik, zu deren treuen Verehrern Max zeit seines Lebens gezählt hat. In dem Musiksaal seines Münchener Hauses lauschte er des Abends nach getaner Arbeit gern den Weisen der großen Meister, gern den Quartetten, die die Mitglieder seiner eigenen Familie wohlgübt vortrugen. Max zählte zu den Vielseitigen. Diese Vielseitigkeit hatte er als Erbgut überkommen. Im Elternhause zu Prag waren Musik, Kunst und Dichtung beinahe gleichmäßig gepflegt worden. Schon vom dritten Geschlechte her waren die Maxens eine Künstlerfamilie und auch die Mutter hat ihr Künstlerblut auf den Sohn vererbt. Aber selbst in dieser allen Künsten geweihten Luft des Vaterhauses regte sich doch in Max schon frühzeitig auch jener naturwissenschaftliche Trieb. Auf dem Hradschin befand
Montag, den 29. November, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weibljchen Jugend der Matthäusgemeinde.
Donnerstag, den 2. Dezember, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenvereins der Makthäusgemeinde.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannes⸗ gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.
Abends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibel⸗ besprechung.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfiumierten weiblichen
ügend der Lukasgemeinde.
Mittwoch, den 1. Dezember, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde.
8 Pfarrer Bechtols heimer.
Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten am 2. Advent für die Johannesgemeinde und am 3. Advent für die Lukasgemeinde, jedesmal im Abendgottesdienst. Zu den beiden letzten Abend- mahlsfeiern wird besonders auch die konfirmierte Jugend ein⸗ geladen.
Wartburg, evangel. Jünglings⸗ und Männer⸗verein. (Diezstraße 15.)
Sonntag, den 28. November, abends 8 Uhr: Vortrag.
Dienstag, den 30. November, abends 8 ½ Uhr: Bibelstunde.
Donnerstag, den 2. Dezember, abends 8¼ Uhr: Leseabend.
Samstag, den 4. Dez., abends 8 ¼; Uhr: Aeltere Abteilung.
Gäste stets willkommen. Bibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten.
Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 bis? Uhr, für die ältere Abteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im Johannessaal.
Bibelkränzchen für Mädchen aus der Johannesgemeinde.
Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
Sonntags⸗verein für mädchen.(Diezstraße 15 p.) Jeden Sonntag nachmittag Zusammenkunst.
Evangelischer Gottesdienst. Kirchberg: Sonntag, den 28. November, vormittags 10 Uhr. (Heil. Abendmahl für Ruttershausen). f Mainzlar: Mittwoch, den 1. Dez., abends 8 Uhr: Kriegsbet⸗
stunde. g 8 Dekan Gußmann. Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 27. November:
2 NE
Nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur s
heiligen Beichte. Sonntag, 28. November, 1. Advents⸗Sonntag. Vormittags 6 ¼ Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. 1 7„ l. Messe. 5 8„ Austeilung der hl. Kommunion. 5 9„ Hochamt mit Predigt. 5 11„ Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 5 ¼ Uhr: Christenlehre; darauf Advents-Andacht. Dienstag und Freitag, abends 8 Uhr, ist Kriegs bittandacht. Freitag vormittag 7 Uhr ist Segensmesse.
Diaspora⸗Gottesdienst. 0 Sonntag, den 28. November: In Grünberg nm 9½ Uhr. In Hungen 9/ Uhr.
Bettenfrage für Gesunde und Kra D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420 684 und
tratzen en bewährt, gekauft werden. Alle Klagen über knarren eiserne
auf. 8880a
sich damals das Naturwissenschaftliche Museum, wo der junge Max viele„Stunden schaurig⸗schöner Einsamkeit“ verlebt hat. Zuweilen hat er sich, von all dem, was da die Knochen und Schädel in seiner mächtig arbeitenden Phantasie aufregten, geradezu mit Gewalt losreißen müssen. a
Der Höhepunkt seines Ruhmes lag in den siebziger und acht⸗ ziger Jahren. Im Jahre 1867 errang er durch seine„Mär⸗ tyrerin am Kreuze“ seinen ersten durchschlagenden 5 1878 feierte auf der Pariser Weltausstellung sein Bild„Christus heilt Jairi Töchterlein“ geradezu einen Triumph; wenige Jahre später murde es für 70000 Mark verkauft. J Christuskopf von Max, dessen geschlossene Augen sich, trat der Beschauer zurück, zu öffnen und sich mit tiefeindringendem Ausdrucke auf ihn zu richten schie⸗ nen, hat seinerzeit ein ungeheures Aufsehen gemacht. Seine Mär⸗
tyrerinnen, seine Visionärinnen, seine Löwenbraut sind, man darf
sagen, weltbekannt geworden. Uebrigens ging man sehr fehl, wenn man etwa in Max persönlich eine mystische, phantastisch⸗unwirkliche Persönlichkeit zu finden erwartete; er war seiner Erscheinung nach ein untersetzter, beweglicher alter Herr mit sehr verbindlichen Manieren. Das Außergewöhnliche lag bei diesem Künstler durchaus im Innern, nicht im Aeußerlichen.
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— Warum die Engländer eine Buchwoche ver⸗ anstalten. Gerade jetzt, vom 22. November bis zum 4.. ber, wird in England eine große nationale Buchwoche veranstaltet, deren Ursache und Zweck auf den inneren Wert der vielgerühmten britischen„Zivilisation“ ein recht helles Licht wirft. Die Buch⸗
woche wird von einem Ausschusse geleitet und ins Werk gesetzt,
dessen Mitglieder den Briten vorwerfen, daß sie viel zu wenig lesen und erst recht viel zu wenig Bücher kaufen. Während es in England Tausende von Menschen gebe, die auf üppige Verpflegung oder auf kostbare Zigarren ganze Vermögen ausgeben, opfern dieselben Leute kaum je einen Schlling zum Ankaufe eines Buches. Tausende, so hebt der Aufruf des Ausschusses hervor, leben in Eng⸗ land in vollkommener Unwissenheit über alles, was nicht zu ihrem Tagesberufe gehört, Tausende, die durchaus außerstande sind, sich die Probleme, mit denen die Welt gegenwärtig zu ringen hat, irgendwie klar zu machen. Das ist ein Selbstbekenntnis, dessen Ehrlichkeit der Anerkennung würdig ist, das aber auch für das Verständnis der Urteilskraft des durchschnittlichen Engländers recht bezeichnend ist. Nun hat der Ausschuß einen„nationalen Bücher⸗ feldzug“ ins Werk gesetzt, um dem gedachten Uebelstande abzu⸗ helfen. Es werden Vorlesungen gehalten, es werden unterrichtende Ausstellungen allenthalben veranstaltet, es werden in einer Reihe führender englischer Blätter Aufsätze erster englischer Schriftsteller über die Angelegenheit veröffentlicht werden, und die Buchhändler sollen Sonderausstellungen veranstalten, um die Käufer anzu⸗ ziehen. Der Gedanke dieser nationalen Buchwoche ist ja gewiß an sich recht hübsch und wohlgemeint, aber es streift doch stark an Naivität, zu glauben, daß man die Freude am Buche, daß man geistiges Interesse durch den Reklamefeldzug einer Woche gleich⸗ sam aus dem Boden stampfen könne. So was will wachsen und kann nicht gemacht werden.
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Dezem⸗ 9
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