lichten Studie auf Grund umfassender, zwölf Monate hindurch fort⸗
zurückzuführen sein. Ein anderes Schlagwort, das man fern von
die Klassenunterschiede innerhalb des Heeres verschwunden, schreibt mögen des Einzelnen entfließenden Ungleichheiten bleiben doch be⸗
Festvorstellung zur Feier des Geburtstags des Großherzogs.
— Shueites Blatt
5 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
„Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
4 N
9— 9 0 Die„Gießener Familienblätter“ werden dem 0 4 2 „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das 4
General-Anzeiger für Gberhessen
— 165. Jahrgang
N
nzeiger
Freitag, 26. November 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühlbschen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
Hat der Urieg den französischen Volkscharakter verändert?
In Frankreich unterhält man sich gern von den gewaltigen Veränderungen, die der Weltkrieg in dem Charakter der„grande nation“ hervorbringen werde oder gar bereits hervorgebracht habe. Die einen versprechen sich eine allgemeine Vertiefung in reli⸗ giöser Beziehung, andere prophezeien eine Militarisierung der Franzosen; von dritter Seite wird die Behauptung aufgestellt, das Leben an der Front erzeuge Republikaner und Sozialisten. Allen drei Anschauungen ist die Ueberzeugung gemeinsam, daß der Welt⸗ krieg irgend einen dauernden Einfluß auf die Psyche des Franzosen ausüben wird. Demgegenüber kommt nun Georges Bonnet in einer in der„Revue Internationale de Sociologie“ veröffent⸗
gesetzter Forschungen an der Front zu dem Schlusse, daß alle der⸗ artigen Meinungen irrig sind. Was zunächst das religiöse Leben im Felde anbetrifft, so ist es, meint er, zweifellos, richtig, daß es nur noch verschwindend wenig Gleichgültige oder Ungläubige an der Front gibt. Das hat aber soziale und pfycho⸗ logische Gründe, die zu wirken aufhören, sobald einmal der Friede da ist. Vorläufig fühle sich der Einzelne bon seinem Heim abge⸗ schnitten und habe daher das Bedürfnis, sich in die Arme der Kirche zu flüchten, die seiner Ungewißheit ein Ende zu machen verheißt; das ist aber nur ein„Phénomsne de circonstance“, eine aus den Umständen hervorgehende Erscheinung, die in schroffem Gegensatze zu der sonst an der Front allgemeinen moralischen „Scklappheit steht. Sollten in der französischen Kultusgesetzgebung nach dem Frieden irgendwelche Aenderungen eintreten, so würde das nach Bonnets Ueberzeugung auf politische und diplomatische Gründe, aber nicht auf das Bedürfnis der heimkehrenden Kämpfer
der Front häufig zu hören bekommt, ist die Versicherung, der Pazifismus habe Bankerott gemacht. Wie Bonnet versichert, ist diese Phrase ein„gefährlicher Irrtum“. Die pazifistischen Theo⸗ rien sind nicht ausgeslorben, sie haben im Gegenteil in den Reihen der französischen Soldaten mit der Zeit starke Fortschritte ge⸗ macht. Der Wunsch, diesen Krieg, dessen grauenhafte Furchtbar⸗ keit täglich und stündlich auf sie einstürmt, den letzten sein zu lassen, ist allgemein: die Hindernisse zu häufen, die den Ausbruch neuer Feindseligkeiten erschweren könnten, wird überall an der Front gefordert. Am schärfsten wendet sich Bonnet aber gegen die von gewisser Seite mit durchsichtigem Zweck immer wieder in die Menge hinaus posaunte Aufsassung, der Krieg habe dem französischen Soldaten die Notwendigkeit einer straffen Ober⸗ leitung, die Wiederherstellung des„Autoritätsprinzips“ perständlich gemacht. Der„Poilu“ beugt sich zwar der militärischen Disziplin, er tut es aber nur mit Widerwillen;„der Krieg war nötig, um uns die Liebe zur Freiheit recht nahe zu bringen“, äußern die Soldaten; und das ist um so verständlicher, als ja die französische Regierung den Kampf gegen Deutschland von jeher als den Kreuzzug der Demokratie gegen den„Militärautoritatis⸗ nus“ des Kaisers hingestellt hat. Irrig scheinen Bonnet auch die Prophezeiungen, die hinsichtlich eines Nachlassens der Klassen⸗ kämpfe nach Friedensschluß gewagt worden sind. Vielleicht sind er, es gibt dort nur Soldaten; aber die aus dem persönlichen Ver⸗ stehen und drängen sich den unbemittelten Kameraden um so emp⸗ findlicher auf, als sie ihnen beständig in die Augen fallen.„Nein, die vom Kriege herbeigeführte Brüderlichkeit zwischen Kriegskame⸗ raden ist nicht so groß, wie man glaubt“, versichert Bonnet,„jeder an der Front weiß, daß die soziale Frage nach dem Kriege ebenso furchtbar bleiben wird, als vorher.“ Natürlich ist der französische Soziologe unter diesen Umständen nicht in der Lage, die Rückwir⸗ kungen des Krieges auf den französischen Volkscharakter besonders hoch anzuschlagen. a
Gießzener Stadttheater.
Eine zahlreiche Besucherschar hatte sich gestern abend im festlich erleuchteten Stadttheater auf Einladung des Oberbürger⸗ meisters zusammengefunden, um zum zweiten Mal inmitten des Krieges des Geburtsfestes des Landesherrn im Zeichen der von ihm so wert gehaltenen Kunst erust und schlicht zu gedenken. Man sah unter den Teilnehmern an der würdigen Feier die Vertreter der Regierung, der Stadt, der Garnison, unseres Regiments sowie der Landeshochschule. Die Kapelle des Ersaßbataillons 1156 leitete den Abend unter der Leitung von Musikmeister Bruno Herr⸗ mann mit der schwungvollen und sauber ausgearbeiteten Wieder⸗ 55 von Beethovens recht in die Stimmung des Tages hinein⸗
kingenden Egmoutouvertüre ein. Oberbürgermeister Keller rich⸗ tete dann an die Festyersammlung folgende Worte:
Hochansehnliche Versammlung! Stiller als sonst begehen wir
Großherzogs Geburtstag. Der Tag, an dem in Treue und Verehrung das Hessenvolk dem geliebten Landesherrn auf⸗ richtige Wünsche Darbringt, ist im ganzen Land zu einem Opfer⸗ tag geworden. Opfer überall: Draußen im Glutfeuer der Schlach⸗ ten an blühendem Leben und kraftvoller Gesundheit, hier in der Heimat opferwillige Spenden, aufopfernde Pflege, weises Be⸗ schränken der Lebenshaltung. So wandelt sich der heutige Tag von selbst zum Opfertag, ganz dem Sinne unseres Landesherrn gemäß, der im Verein mit der Großherzogin, seiner Gemahlin, in den Werken der Wohltätigkeit und Nächstenliebe uns voranleuchtet und keinen schöneren Fürstenberuf kennt, als Segen zu säen, soweit sein Arm und seine Macht reicht. 25 Der große Dichter, der in jugendlichem Freiheitsdrang auf dieser Bühne heut erscheinen wird, hat uns drei Mahnungen zu opferwilliger, dem großen Ganzen. 8 Gesinnung gegeben: er erklärte für nichtswürdig die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre; er mahnte zum Anschluß an das Vaterland, in dem die starken Wurzeln aller Volkskraft gelegen sind; er rief eindringlich ins Herz hinein: seid einig!
Darum, verehrte Anwesende, wollen wir die flüchtigen Stun⸗ den dieses Festtages nicht verrinnen lassen, ohne unsere freu⸗ dige Bereitschaft zu jedem weiteren Opfer zu bekennen, nicht nur für die eruste Kriegszeit, die wir noch zu durchleben haben, nein erst recht, wenn der Friede gelommen und das neu erkämpfte Reich, durch die Tapferkeit unserer Heere nach außen gesichert, im Innern von uns auszubauen sein wird. Dann sollen aller klein⸗ liche Hader und Streit, Selbstsucht und Vorurteil geopfert und für immer vergessen sein, treue Liebe zum Vaterland alle Glieder unseres Volkes vereinen und in gegenseitiger Achtung zusammen⸗ führen zu gemeinsamer Arbeit an der Größe des Reiches und der Wohlfahrt unseres Volkes. Wenn der heutige Tag uns dazu stärkt und kräftigt, so wird er ein 80 werden, der fort⸗ wirkend unserem geliebten Hessenland Glück und Segen erbringen
Der Verehrung und den herzlichen Wünschen für den Landes⸗
rstellung. Laubes„Karls⸗
mit ernstlichem Bemühen den Zvecken des „Es hebe wol, den an suh wertbollen
Aus dem Reiche.
Die Kartoffelzufuhr aus dem Osten nach Westen.
Berlin, 26. Nov. Ueber die Kartoffelzufuhr aus dem Osten nach dem Westen meldet die„Kölnische Zeitung“, daß am 23. November allein für Köln aus dem Osten 7800 Zentner verladen worden sind. Aus den sechs östlichen Eisenbahndirektionsbezirken erfolgt jetzt täglich eine Verladung nach dem Westen von 1¼ Millionen Zentnern Kartoffeln. Aus den anderen Eisenbahndirektionsbezirken kommen wohl fast ebensoviel hinzu. Aus den sechs östlichen Eisenbahndirektionsbezirken sind vom 28. Oktober bis 7. No- vember über 10 Millionen Zentner angefahren worden.
*
Berlin, 25. Nov.(WB.) Auf die dritte Kriegs⸗ anleihe gingen in der Zeit vom 15. bis 23. November 352 Millionen Mark ein, so daß nunmehr 10 092,5 Millionen Mark, gleich 83,4 Prozent des gesamten gezeichneten Be⸗ trages eingezahlt sind. Die von den Darlehnskassen für Zwecke der dritten Kriegsanleihe hergegebenen Darlehen erfuhren trotz der großen Neueinzahlungen eine weitere Verminderung; sie belaufen sich jetzt nur noch auf 478,4 Millionen Mark, gegen 490,5 Millionen Mark am 15. Nov.
Berlin, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Unter den Landwirten wird das Gerücht verbreitet, die Regierung wolle die Höchstpreise für Schweine und Schweine⸗ fleisch herabsetzen und die Schweine beschlagnahmen und abschlachten lassen. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ stellt fest, daß diese Mitteilungen auf freier Erfindung be⸗ ruhen und die Regierung derartige Absichten nicht hat.
München, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Bei Be⸗ ratung des Etats des Ministeriums des Aeußern in der Kammer der Abgeordneten sprach in der General- debatte der Abg. Held(Zentr.) den deutschen und verbün⸗ deten Truppen Anerkennung für ihre Leistungen auf den Kriegsschauplätzen aus. Er sagte: Auch war es eine fassche Rechnung, wenn man im Auslande mit der Sonderstellung Bayerns gerechnet hat. Man darf daher erwarten, daß das gesamte Verhalten des bayerischen Volkes im Reiche und zum Reiche, die unerhörten Opfer, die es gebracht hat, nicht ohne Eindruck bleiben, und daß überall die Ueber⸗ zeugung Platz greift, daß wir Bayern durch niemand in Reichstreue uns übertreffen lassen. 8 Dr. v. Cassel⸗ mann(liberal) schloß sich dem von dem Vorredner be⸗ eugten, den verbündeten und insbesondere den bayerischen Tappen gespendeten Lob voll an. Nicht minder dürfe die Anerkennung den genialen Armeeführern, die im Geiste Moltkes sie von Sieg zu Sieg führen, versagt werden. Der Militarismus habe sich in dieser großen Zelt glänzend be⸗ währt. Die Feinde hätten sich getäuscht, wenn sie geglaubt haben, Bayern vom Deutschen Reiche loslösen zu können. Das Auer deutsche Volk ohne jede Ausnahme habe sich um den Kaiser geschart, um, wenn es sein müßte, auch sein e für das geliebte Vaterland. Er schloß: Wir halten aus um jeden Preis! Das ist die einzige Erklä⸗ rung, die ein deutscher Volksvertreter abzugeben vermag.— Auch die Vertreter der Sozialdemokraten, des Bauernbundes und der Konservativen sprachen den Leistungen der deutschen
Armee ihre Anerkennung aus. Schließlich wurde der Etat
des Ministeriums des Aeußern angenommen. Die nächste Sitzung findet Mitte Dezember statt.
und durchaus günstigen Eindruck dieser Darbietung einigermaßen
abschwächen, wenn im Rahmen dieses kurzen Festberichts nach den Gründen getastet werden sollte, die für die Heranziehung dieses schwerflüssigen, anspruchsreichen Werkes mit seiner der Jetztzeit doch recht fernliegenden Problemstellung maßgebend gewesen sind. Ja, es könnte einen anfangs sogar bedünken, als ob diese aus Wahrheit und Dichtung gemischte Rehabilitierung fürstlicher Eigen⸗ mächtigkeit einer festlichen Stimmung nicht so recht günstig ge⸗ wesen sei. Aber sei dem, wie ihm wolle; die Aufführung als solche hielt den Anforderungen dieser Stimmung um so besser stand. Dem Interesse des Publikums an der Darbietung ist es bei der Innerlichkeit der Handlung förderlich, daß Laube den Stoff so
äußerlich angefaßt und die Sittenschilderung der beschränkten Ver⸗ au
hältnisse, denen Schillers gewaltige Natur sich entwinden mußte, in so konkreten Gestalten ausgebreitet hat. Der Konflikt ist ein allgemein menschlicher: Der Idealist, in dem sich die aufgehende Sonne einer neuen Zeit spiegelt, wird in eine notwendige Oppo⸗ sition gegen die bestehenden Zustände getrieben, und die dramatische Frage ist nur, ob er diesen Konflikt mit Anstand zu lösen oder ihm mit Anstand zu unterliegen weiß. Zu jener Zeit stand man natürlich gut und gerne auf seiten des Idealisten. Dann kam die an geschichtlichen Erfahrungen geschulte Ueberlegung und sagte sich, daß von der Freigeisterei solcher jungen Poeten sehr viel Gefahr für die sittliche Kultur jenes Zeitalters zu befürchten gewesen sei, und daß anderseits in der„Brutalität“ eines Herzogs von Württemberg im Gegensatz dazu doch ein bemerkens⸗ wertes staateubildendes und erhaltendes Moment gelegen hat. Diese höhere Auffassung der Geschichte, die wir jetzt haben, nimmt Laube vorweg und verlegt sie in den Geist des Fürsten. Das ist das Unhistorische an seinem Stück; denn Gründe höherer Staatsraison waren in Wirklichkeit dem Württemberger fremd, als er Schiller den Kopf vor die Füße legen lassen wollte. Es handelte sich ganz einfach um den Gegensatz zwischen Absolutis⸗ mus und Freiheitsprinzivien. Und es macht einen unangenehmen Eindruck, historische Tatsachen, die man in der Geschichte in ihrer Notwendigkeit, also in ihrer relativen Berechtigung, sehr wohl begreifen kann, auf der Bühne, wo nur das allgemein mensch⸗ liche Gefühl angeregt werden darf, durch eingeschmuggelte, un⸗ Rae Motive beschönigt zu sehn Ein Mann von der hohen
ildung und dem tiefen Gefühl, wie Laube seinen Herzog schildert, kann nicht solche Akte roher Brutalität begehn, wie wir sie hier glauben sollen. Dieser philosophierende Herzog mit seiner tiefange⸗ legten Bildung— und dazu Hohen⸗Asperg⸗, Korporalstock und Spießrutenpraxis— das stimmt nicht. Die Lösung dieses Wider⸗ spruchs gelingt auch Laubes lebendigem Geist, seiner Formgewandt⸗ heit und seinem Witz und Scharfsinn nicht. Dennoch— ein wackeres, interessantes Stück, dieses Literaturdrama.
Die Aufführung bewegte sich auf Grund einer deutlich erkenn⸗ baren Sorgfalt der Einstudierung durchweg auf einer gehobenen Linie; eine ganze Reihe von Szenen, so namentlich das geheime Konventikel der Karlsschüler und das erste Verhör des jungen Schiller, erwuchsen zu einer verblüffenden Lebendigkeit, die von fleißiger Vorarbeit redete. Es gelang dem frischen Zufassen un⸗ serer Künstler sogar, die Unwahrscheinlichkeit der Fluchtzene am Schlusse einigermaßen verschwinden zu lassen. Der„Rote Saal- im vierten Akt stimmte zu dem nachdenklichen Wunsch nach weiteren Grenzen des vorhandenen Fundus. Eine Besprechung aller Einzel⸗ leistungen sei uns angesichts der Spielerzahl erlassen. Alle Dar⸗ steller waren mit Glück dabei, ihre Rolle oder ihr Röllchen le⸗
Fremdwort kann ein Segen ausströmen, das beweist die folgende kleine Geschichte,
Euch eben„perschwattieren!“
vermischtes. „Der Segen des Fremdwortes. Ja, auch vom die sich vor einigen Jahren in einem Dorfe Söd⸗ deutschlands ereignete. Da hatte sich der Gemeindevorstand lange vergeblich bemüht, das für die Straße nötige Areal zu erhalten, und wandte sich deshalb an die Regierung, damit ein Enteignungs⸗ verfahren eingeleitet werde. Die Regierung aber scheute sich wohl, diesen eiwas langwierigen Weg einzuschlagen und schrieb an den Herrn Gemeindevorstand, er möchte die Leute persuadieren, daß sie das Areal abtreten. Der Herr Gemeindevorstand, der selbst nicht wußte, was bies verteufelte„persuadieren“ eigentlich sei, legte die Zuschrift in der Gemeindekanzlei aus, ließ die Bauern kommen, jeden das Schreiben durchlesen und schnauzte dann die Leute an: „Wenn Ihr es also darauf ankommen laßt, na, dann werd' ich Da sahen sich die Bauern verlegen an, tuschelten mitemander und endlich sagte einer der Wortführer: „Nee, perschwattiert wollen wir nicht sein! Da geben wir lieber den Grund und Boden so her! In Gottes Namen, bauen wir den Weg!“
Märkte. a
te. Fraukfurt a. M. Viehhofm arktbericht vom 25. Nov.
Auflrieb: Rinder 507(darunter Ochsen 00, Bullen 3, Kühe und FJärsen 54), Kälber 801, Schafe 353, Schweine 218.
Marktverlauf: Bei Kälbern gedrückter, bei Schasen und Schweinen lebhafter Geschäftsgang; es wird ausverkaust. Am Schweinemarkt ungenügende Zusuhren. Preise für 100 Pfd.
Lebend Schlacht⸗
gewicht. Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkälber 17884 12819 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 70-74 117123 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 63-68 107-115 Geringe Saugkälber... 5060 85-102 Schafe. Weidemastschase. Mastlämmer und jüngere Masthammel... 55—58 120-125 Geringere Masthammel und Schafe... 46-48 110—115⁵ Schweine. 5 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht n. 108.00 00.00—.—
Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewichhett Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht 128.00 129.50—.— Unreine Sauen und geschnittene Eber 103.00— 00.00 fe. Wiesbaden, 25. Nov. Heu⸗ und Strohmarkt. Man notierte: Heu 6,60— 7,20 Mark. Alles per 50 Kilo. fehlte.— Am Fruchtmarkt keinerlei Handel.
93.00— 00.00—.— 118.00 118.50
5 2 2 2 828 l Ze„„ 8 Nov. 2. 88 8 3 83 2525 5 85 SSS 2 88 8 Wetter 101 f 8 8 8„ 5 40 8 8 E 25. 2—[2,7] 5,0 90— 10 Bed. Himmel 25. 9— 71,1 4,3 86—— 3[Bew. Himmel 26. 7—— 0, 40 983— 8„ Höchste Temperatur am 24.— 25. Nov. 1915= + 3,6 0 Medrigste„„ 24.25.„ 1915 4 1.5%
den muß Wilhelm Hellmuth, dessen Herzog Karl eine psychologisch solid angelegte und geistvoll durchgeführte, fesselnde Leistung war. Ferdinand Steinhofer trat als Schiller, ob⸗ wohl im Grunde nur leidende Figur, daneben kaum zurück; er hatte sich eine recht gute Maske zurechtgelegt und gab das
Bild des von Heimat und Liebesglück verstoßenen Schwärmers, der,
als ihm die Flucht auf den Nägeln brennt, noch Zeit findet, an seine Grabschrift zu erinnern, mit bemerkenswerter Aktivität.
Martha Schild war als Gegenstand der Lieder an Laura
voll fröhlicher, naiver Frische, und Ernst Theiling fiel unter der Schar der Karlsschüler durch forsche Lustigkeit sympathisch
8 f f Das feiertäglich gestimmte Publikum brachte dem voraus⸗
setzungsvollen Stoff eine rege Teilnahme entgegen, die an den
Aktschlüssen zu warmem Beifall wurde..
— Uraufführung in Bremen. Aus Bremen wird uns geschrieben: Die Uraufführung des neuen dreiaktigen Schau⸗ spiels„Dr. Wahl“ von Henri Nathansen im Schau⸗ spielhause am Ostertor war ein großer unbestrittener Erfolg. Es ist ein„politisches Lied“, das der Verfasser des freien Fa⸗ milienstücks„Hinter Mauern“ diesmal anstimmt. Aber hinter der Politik entschleiert sich als treibende Schicksalsmacht Mensch⸗ liches, Allzumenschliches. Es sind zwei sogenannte Freunde, um
die es sich handelt; der eine die geborene ideal veranlagte Führer⸗
natur, der andere unter der Maske des gleichen politischen Stre⸗ bens ein geborener Neider. Dr. Wahl verläßt nach einem zer⸗ schmetterndem Mißerfolg im politischen Kampf das Land, das nichts von seinen Idealen wissen will. In der Zwischenzeit weiß der falsche Freund das Herz seiner Geliebten zu umgarnen. Den⸗ noch versöhnen sich die beiden, als Wahl nach langen Jahren, von den alten Parteifreunden selbst heimgerufen, zurückkehrt, um. jetzt von der Volksgunst getragen, sofort Leiter eines radikalen Kabinetts zu werden. Aber im geheimen spinnt der Freund seine Intrigen und weiß ihn zuletzt gar als Landesverräter beim Volke 85 verdächtigen, während sein Streben gerade dahin ging, das and vor Krieg zu bewahren. Als dieser nun wirklich ausbricht, eilt Wahl als erster zu den Fahnen und fällt in der Fremde An seinem Grabe aber schwört der Sohn seines Freundes und Nach⸗ folgers, seinem eigenen Vater entgegentretend, den Idealen des Gefallenen Treue. Eine Reihe markiger Charakterköpfe, der scharf“ geschliffene Dialog, und der äußerst spannende, in kräftigen Kon⸗ trasten sich erhebende Aufbau des Stückes entschieden im Verein mit Otto Rustermann, der selbst die Titelrolle glänzend lebenswarm vertrat, den großen Erfolg der Aufführung. Menzel⸗Gedächtnisfeier in Königsberg.
Aus Königsberg i. Pr. wird uns geschrieben: Das Andenken 15
an Adolph von Menzel, den großen Preußenmaler, dessen 100. Geburtstag auf den 8. Dezember dieses Jahres fällt, soll in Königsberg trotz aller Kriegsnöte würdig gefeiert werden. Der Kunstverein Königsberg plant eine Ausstellung von etwa 500 Lithographien, Holzschnitten und Originalzeichnungen, die ein gutes Bild von dem Zeichner und Künstler Menzel geben. Die Ausstellung, die noch durch eine Sammlung von Bildern Marx Klingers bereichert wird, wird durch eine Gedächtnisfeier eröffnet werden, bei der der Kunsthistoriker der Universität, Ge⸗
heimrat Professor Dr.. die Festrede hält. Ein etwaiger Ueberschuß kommt der Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge zugute. Auch der Königsberger Goethebund plant einen Gedächtnisabend.
Stroh
Melcorologische Beobachtungen der Slalon Gleen.
N..
bendig zu erfassen und charakteristisch aufzuputzen. Genannt wer⸗
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