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Gießener
Heeneral⸗Anzeiger für OGberhessen
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Dienstag, 23. November 1915
Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel; jährl. Mk. 2.50; durck Abhole- u. Zweigstellen monatl 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
Italien tritt dem Abkommen gegen einen Sonderfrieden bei.
eB.) Großes Hauptquartier, 22. November. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Die feindliche Artillerie zeigte lebhafte Tätigkeit in der Champagne, zwischen Maas und Mosel und öftlich von Luns ville.
10 Oestlicher Kriegsschauplatz. a Ein schwacher russischer Vorstoß gegen den Kirchhof Illuxt(sordwestlich von Dünaburg) wurde abgewiesen. Sonst ist die Lage unverändert.
.„Balkan ⸗Kriegsschauplatz.
5 Bei Socanica(im Ibar⸗Tal) wurden serbische Nach⸗
huten zurückgeworfen.
0 Der Austritt in das Lab⸗Tal ist beiderseits von Po⸗ dujevo erzwungen.
0 Gestern wurden über zweitausendsechshundert Gefan⸗ gene gemacht, sechs Geschüte, vier Maschinengewehre und zahlreiches Kriegsgerät erbeutet.
. Im Arsenal von Novipazar fielen fünfzig große Mörser und acht Geschütze älterer Fertigung in unsere Hand. Oberste Heeresleitung.
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ö Vom Isonzo, wo wieder heftige Kämpfe entbrannt sind, berichtet General Cadorna„bedeutende Erfolge“; er schwelgt in Lobeserhebungen über die Vorzüge der eigenen Truppen, ihre Kühnheit,„unglaubliche Festigkeit“,„bewundernswerte Anstrengung“, aber er vermag nicht anzugeben, inwiefern eigentlich gesiegt worden ist, wo der strategische Gewinn liegt. Nach dem österreichisch-ungarischen Berichte sind die Italie⸗ ner nach kleinen Einzelfortschritten immer wieder in ihre früheren Stellungen zurückgejagt worden. Nirgends als auf einigen Posten in Italien selbst finden Cadorna und seine Kämpen Bewunderung. Im Gegenteil, Frankreichs und Englands Lippen mögen über den langsamen und ungefälli⸗ gen Bundesgenossen schon manchen Fluch nur mühsam unter⸗ drückt haben. Cadornas Heere stehen jetzt gerade ein halbes Jahr gegen Oesterreich⸗-Ungarn im Felde, und noch immer haben sie keine wesentlichen Erfolge gehabt. Ratschläge ihrer Verbündeten haben Salandra und Sonnino im Einverneh⸗ men mit Cadorna abgelehnt; sie wollen nicht für fremde Interessen und Ideale heiße Kastanien anfassen, und Joffre wartete vergebens auf der Front in Frankreich, wie die Eng⸗ länder auf dem Kampfplatz der Dardanellen umsonst ver⸗ langende Blicke auf die Halbinsel warfen. Das Maß der Enttäuschung für ihre Bundesgenossen füllten die Italiener durch ihr Fernbleiben vom Balkan. Zwar würde die poli⸗ tische Folge eines solchen Einschreitens Italiens auf dem Balkan vielleicht darin bestehen, daß Griechenland tat⸗ kräftiger als bisher seine Neutralität verteidigen würde, denn zwischen Rom und Athen herrschen schroffe Interessengegen⸗ sätze. Aber die Italiener drohen nicht einmal mit Trup⸗ penlandungen; sie verhalten sich vielmehr ganz stille. In den letzten Wochen und Tagen haben die Kriegsräte in Lon⸗ don und Paris augenscheinlich sich heftiger bemüht, das Eis s Schweigens in Rom zu brechen. Man hat den Italie⸗ nern— die danach nicht verlangt hatten— einen Platz im gemeinsamen Rate eingeräumt, und wirklich— jetzt endlich ist dem Kabinett Salandra eine Zusage abgenötigt worden. Es verspricht, keinen Sonderfrieden zu schließen und tritt der bekannten, auf Englands Antrieb geschlossenen Ab⸗ machung bei. Damit hat jedoch nur ein sehr mageres Küken in den Gutshof Greys und Kitcheners Einschlupf gehalten. Man weiß nicht, ob es sich entwickeln wird und ob es einmal Eier legen wird. Ein Versprechen kostet nichts, und Verträge sind nur Papier, das im Staate Italien wenig gilt. Die Rede des Justizministers Orlando ist eine inter⸗ essante Illustration der neuesten italienischen Abmachung. Orlando war ersichtlich heiß bemüht, dem Vierverband als Ganzem Gevechtigkeit widerfahren zu lassen. Hinter einer glänzenden Beredsamkeit verbarg er seine wahren Gedanken. Aber die von ihm gemachten Andeutungen ge⸗ nügen. Italien will seinen„nationalen“ Krieg führen, sein Ziel verwirklichen, aber nicht die Ziele anderer. Die Soli⸗ darität ist ein schöner Schmuck, etwa ein großer Feder⸗ busch, der den Soldaten größer erscheinen läßt als er ist. Es genügt den Italienern, daß Oesterreich, sein Feind, von zwei Seiten angegriffen wird. Wir helfen euch, so sagt Orlando seinen Verbündeten, wenn wir diesen Feind überwältigen.„Andere, weitläufigere Unternehmungen wür⸗ den unsere Hoffnungen am Isonzo verringern und damit auch das gemeinsame Ziel gefährden. Helft euch selber. Wir können nicht mehr tun als wir können. Die Balkan⸗ interessen sind auch für uns 5 8 aber zuerst kommt das erste gemeinsame Ziel, der Sieg am Isonzo. Dort 9 75 wir bis zum letzten Centissimo kämpfen. Ich habe gesprochen.“ Er hat gesprochen, und die Franzosen und Engländer werden von neuem die Zähne aufeinanderbeißen. Der ge⸗ meinsame Kriegsrat, die Einheitlichkeit der Kriegsführung sind für Orlando und seine Kollegen böhmische oder andere, aber nicht italienische Dörfer. England wird, nach Chur⸗ chill, seine vollen Reservekräfte anstrengen müssen.
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtli i verlautbark- 22. Mobemnber 1915. amtlich) Amtlich wird
Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 5 ee 8
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Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Italiener setzten den Angriff auf den ganzen Gör— zer Brückenkopf ebenso hartnäckig wie erfolglos fort. Besonders erbittert war der Kampf im Abschnitte von Os⸗ lavija, wo die bewährte dalmatinische Landwehr, unter⸗ stütt durch das tapfere Krainer Infanterie-Regiment Nr. 17, den vorgestern noch in Feindeshand gebliebenen Teil unserer Stellung vollständig zurückeroberte. Der Südteil der Pod⸗ gora wurde fünfmal angegriffen. Die verzweifelten Vor⸗ stöße der Italiener brachen jedoch teils im Feuer, teils im Handgranatenkampf zusammen. Im Abschnitte der Hoch⸗ fläche von Doberdo waren die Anstrengungen des Fein⸗ des hauptsächlich gegen den Raum von San Martino gerich⸗ tet. Nach starker Artillerievorbereitung versuchten die Ita⸗ liener hier in unsere Kampffront einzudringen. Ein nächt⸗ licher Gegenangriff brachte aber das Verlorene bis auf ein kleines varspringendes Grabenstück wieder in unseren Besitz. Nördlich des Brückenkopfes von Görz überschritten schwächere feindliche Kräfte südlich Za go ra den Isonzo. Abends war fta das linke Flußufer von diesen Italienern wieder ge⸗ äubert.
An der Tiroler Front hat es der Gegner in letzter Zeit auf den Col di Lana besonders abgesehen, wohl um seinen zahlreichen Veröffentlichungen über Erfolge in diesem Gebiete gerecht zu werden. Das italienische schwere Geschütz⸗ feuer war hier gestern heftiger denn je; drei Angriffe auf die Bergspitze wurden abgewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die im Gebiete von Capnice kämpfenden k. und k. Truppen warfen die Montenegriner aus ihren Stellungen am Nordhange des Goles⸗Berges. Auch östlich von Go⸗ razde sind Gefechte im Gange. Eine österreichisch⸗ungarische Gruppe aus No vo Varos nähert sich Prijepolje.
In Nopvipazar erbeutete die Armee des Generals b. Köveß 50 Mörser, 8 Feldgeschütze, 4Millio⸗ nen Gewehrpatronen und viel Kriegsgerät.
Der noch östlich der Stat verbliebene Feind wurde von deutschen Truppen vertrieben in deren Hand er 300 Gefan⸗ gene zurückließ. Die im Ibar⸗Tal vordringende öster⸗ reichisch⸗ungarische Kolonne erstürmte gestern tagsüber zwan⸗ zig Kilometer nördlich von Mitrowitza drei hintereinander liegende serbische Stellungen. In der Dunkelheit bemächtigte sie sich durch Ueberfall noch einer vierten, wobei 200 Ge⸗ 9 55 eingebracht und sechs Geschütze, vier Ma⸗ schinengewehre, eine Munitionskolonne und zuhlreiche Pferde erbeutet wurden. Die Armee des Generals v. Gallwitz nahm in erfolgreichen Kämpfen südlich des Pre⸗ bolac⸗ Sattels 1800 Serben gefangen.
Oestlich und südöstlich von Pristina gewinnt der An⸗ griff der ersten bulgarischen Armee trotz zähesten serbischen Widerstandes stetig an Raum..
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs f v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
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Der italienische Bericht.
Rom, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegsbericht vom 21. November: 5
Der gestrige Tag war gekennzeichnet durch bedeutende Er⸗ folge unserer Waffen längs der Isonzofront, besonders auf den Höhen nördlich von Görz. Die Aktion begann während der Nacht durch kühne Oeffnung von Breschen in den tiefen Ver⸗ hauen des Gegners und in den mächtigen feindlichen Verschan⸗ zungen. Bei Tagesanbruch griff unsere von der Artillerie aus⸗ gezeichnet unterstützte Infanterie das Dorf Oslawija und die Höhen nordöstlich und südwestlich der Ortschaft beiderseits der Straße San Florino⸗Görz an. Ter Feind setzte uns sehr hart⸗ näckigen Widerstand entgegen, aber durch die Wucht unserer An⸗ stürme in Verwirrung gebracht, mußte er sein Heil in der Flucht suchen, bei der er seine Gräben voller Toten, sowie 459 Ge⸗ fangene, darunter zahlreiche Offiziere, zurückließ. Darauffolgende⸗ heftige Gegenangriffe des Feindes, einige davon ausge⸗ führt unter den Rufen:„CEoviva Savoja“, um die Unserigcht irre zu führen, wurden mit unglaublicher Festigkeit zurückge⸗ schlagen, Auf den Höhen von Podgora und Cal vario, süd⸗ lich Calavia, durchstießen wir ebenfalls unter bewundernswerter Anstrengung unter dem wütenden Feuer feindlicher Artillerie zwei Reihen feindlicher Gräben und erreichten beinahe die Kamm⸗ linie. Auf dem Karst rückten wir fortgesetzt auf den Südhängen des Monte San Michele und südwestlich von San Martino, den Gegner von Graben zu Graben treibend, vor und nahmen ihm 137 Gefangene ab. Feindliche Flieger warfen gestern einige Bomben auf Schio ab und verwundeten acht Soldaten leicht. Eines unserer Geschwader führte neuerdings bei ungün⸗ stiger Witterung trotz heftigen Windes einen Flug nach dem Flug⸗ felde von Aiso viz za aus und warf mehr als hundert Granaten dort ab. Die Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.
Cadorna.
Der italienische Justizminister über den „nationalen Krieg“ Italiens.
Palermo, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. In seiner Rede verbreitete sich Minister Or⸗ lando anfangs über die bekannten Gründe des ttaltieni⸗ schen Eingreifens. Er beantwortete die Frage nach der Natur des Krieges damit, daß der Krieg ein hervorragend nationa⸗ ler sei. Der Redner betonte, daß Italien weiter alle Opfer bringen werde, aber nach eigener 1 5 Würdigung, ohne andere Be⸗ schränkung als sie das der Solidarität erheische. Bezüglich des von vielen erwarteten Eingreifens auf dem Balkan sagte Orlando: Es bestehen besondere Juteressen Italiens an der Lage auf dem Balkan. Sie sind von schwerwiegender Natur, aber da Italien sie nicht unabhängig von der gemeinsamen Sache betrach⸗ ten kann, so könne sein Fernbleiben wie sein Eingreifen nur von. der Erwägung abhängen, was am besten zur Erreichung des wesent⸗
lichen Zieles dient. Nachdem Orlando seine Bewunderung für das heldenhafte Serbien ausgesprochen hatte, fuhr er fort: Vom politischen Standpunkt aus aber begreifen wir die ganze unschätz⸗ bare Bedeutung der Lage der Balkanvölker und unserer unmittel⸗ baren Nachbarn jenseits dieses italienischen Meeres der Adria für Italien. Nach der Betonung der Schwierigkeiten einer Spezial⸗ gesetzgebung anläßlich des Krieges erinnerte Orlando an die Frage der besonderen Stellung des Papstes. Das Grundgesetz für die Souveränität des Papstes regele nicht ausdrücklich die Lage, die sich aus dem Kriege ergeben könnte. Italien habe indessen das Garantiegesetz peinlichst beobachtet. Es erkannte und garan⸗ tierte, weitherzig ausgelegt, die besondere Form der geistlichen Souveränität, so daß der Papst sein hohes Amt im Vollbesitz seiner Rechte und Freiheiten ausübe. U Härten des Seekrieges richtete der Redner gegen den Feind hef⸗
tige Angriffe. Er gelobte daraufhin, nunmehr werde Italien aus Haß und Rache bis zum letzten Centefimo und Blutstropfen
kämpfen.
London, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Aus Rom wird telegraphiert, daß 10 55 Italien dem Abkommen, keinen Sonderfrieden zit
Bureau meldet aus Paris:
schließen, beigetreten ist.
Bern, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die Rede des Mi⸗ nisters Orlando erweckt in der italienischen Presse ziemliche
Enttäuschung, da sie die Hoffnung, Orlando werde in seiner Rede die Stellung Italiens zu seinen Verbündeten und die Absichten
der Regierung über eine eventuelle Ausdehnung des Kriegsschau⸗ 5
platzes erörtern, nicht erfüllte.
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Die Drohungen gegen König Konstantin. Sofia, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der bul⸗ garischen Telegraphenagentur. Das„ ho de B bt de Aufsatz des ehemaligen französischen Antimilitaristen Her vs wie⸗ der, der die Entthronung von König Konstantin oder die
Wiedereinschiffung von Truppen der Alliierten fordert
und bemerkt dazu: König Konstantin ist nicht zu entthroneng 8 ist nicht Tunis oder Marokko, Dahomey oder Mada⸗ gaskar. 1 7 der von der Gnade Paris oder London lebt, sondern im Gegenteil
ein Herrscher, der durch den Willen des griechischen Volkes regiert
und von dessen Anhänglichkeit umgeben ist. Unter diesen Umständen
bleibt den in Mazedonien gelandeten Franzosen nichts anderes 1 übrig, als sich wieder ein zuschiffen und sich aus Salonikt
zu trollen, wie Hervs sagt. Die französischen Soldaten, die das Feuer der Bulgaren bei Krivolac und an der Cerne Ju fühlen be⸗ kamen, haben diese Wahrheit begriffen und fragen sich verblüfft:
Warum schlagen wir uns mit den Bulgaren? Und in der Tat,
um welcher Unternehmung willen hat denn die Regierung der dritten Republik General Sarrail nach Mazedonien entsandt? Ein
Serbien gibt es nicht mehr, und in einigen Tagen wird die bulga⸗ rische Armee eines hartnäckigen Gegners entledigt sein und, durch die mächtigen Verbündeten verstärkt, von den Eindringlingen Rechenschaft fordern, die ihren Fuß auf den geheiligten Boden Mazedoniens gesetzt haben. Mit der Todesverachtung, die unsere Regimenter beseelt und die Bewunderung unserer Gegner erweckt, werden wir die Eindringlinge endgültig zerschmettern. De werden sich die Ueberlebenden dieser schändlichen und unsinnigen Expedition an ihre Regierungen wenden und sie fragen können: Warum habt Ihr us in einen sicheren und zwecklosen Tod gesandt?
London, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich. meldet aus Athen: Die Schiffe der alliierten Flotten haben alle
griechischen Dampfer im Aegäischen Meere und im 75
Mittelmeere einer strengen Untersuchung unterzogen.
Das Ergebnis des Besuchs Kitcheners in Athen.
Amsterdam, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Einem hie⸗ sigen Blatte zufolge meldet der Korrespondent der„Times“: Die Unterredungen Kitcheners mit dem Hönig von Griechen⸗ land und dem Ministerpräsidenten haben die Aussichten auf eine glückliche Lösung der Frage, wie die Truppen der Alliierten zu behandeln seien, wenn sie auf griechisches Ge⸗ biet flüchten würden, günstiger erscheinen lassen. Der Besuch
Kitcheners in Athen kam ganz unerwartet. Kitchener war vom
britischen Regierungskommissar in Aegypten, Sir Henry Mac Mahon, dem Kommandanten der britischen Truppen in Aegypten, Maxwell, dem General Horne und Oberst Fitzgerald begleitet. Die griechische Regierung gab Kitchener zwei hohe Offiziere bei. Der britische Gesandte gab gestern zu Ehren Kitcheners ein Früh⸗ stück, bei dem auch der Chef des griechischen Generalstabs an⸗ wesend war. Nachher fand ein Empfang statt 1
Athen, 22. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Gestern nach⸗ mittag hatte Kitchener nach dem Besuche Skuludis bei Kit⸗ chener auf der englischen Gesandtschaft eine zweistündige Bespre⸗ chung mit dem General Dusmanis und Oberst Metaxas, dem ersten und zweiten Generalstabschef der griechischen Armse. Politische Kreise legen der Besprechung, der auch die höheren eng⸗ lischen Offiziere, die zu Kitcheners Gefolge gehören, beiwohnten, große Bedeutung bei. Das Regierungsblatt„Embros“ versichert, der König und die Regierung hätten gestern Kitchener formelle Zusicherungen gegeben, daß Griechenland in keinem Falle feindselige Maßnahmen gegen die Verbündeten des Vierverbandes ergreifen würde, und daß für die gegenwärtige Meinungsverschie⸗ denheit eine versöhnliche Lösung gefunden würde.„Embros“ fügt hinzu, diejenigen, die gestern Gelegenheit gehabt hätten, sich Kitchener nach seinen Besuchen beim König und Skuludis zu nähern, hätten den Eindruck mitgenommen, daß jetzt die schwe⸗ benden Fragen viel von ihrer Schärfe verloren hätten. Kitchener und sein Gefolge haben Athen gestern abend spät verlassen.
Aeußerungen des Generals Bojadjieff.
Berlin, 23. Nov. Im„Berliner Lokalanzeiger“ schilderk Kurt Kram einen Besuch in Nisch bei dem General Bojad⸗ jieff: Die Stadt macht mit ihren breiten Straßen einen guten Eindruck, sie ist fast unbeschädigt. Der General, ein junger Fünf⸗ ziger, sieht aus wie ein echter Soldat, der weiß, was er will. II. a. erzählte er lächelnd, wie er mit angesehen habe sich auch Bulgaren, Deutsche und Oesterreicher durch Gebe ichen ver⸗ ständigten. Die serbische Armee, sagte er, sei in voller Auflösung. Als Aram die Frage stellte:„Und wenn die serbische Armee zer⸗ quetscht ist, was dann, Exzellenz?“ glitt ein sichtlich helles Leuch⸗ ten über das Gesicht des Generals, der erwiderte:„Tann gehen wir mit vereinigten Kräften nach Mazedonien, um mit den Kaffern und anderen Negern fertig zu werden.
Bei der Besprechung der
Echo de Bulgarie“ gibt den
König Konstantin ist nicht ein kaum bekannter Fürst,
Dann
Die„Times“


