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angekommen. 5 Lyon, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste de Lyon“ meldet aus Saloniki: Das diplomatische Korps in Ser⸗
bien zieht sich nach Skutari zurück, da ihm der Weg nach
Monastir abgeschnitten ist. Ein montenegrinischer Bericht.
f Cetinje, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher montenegrinischer Bericht vom 16. November: Un⸗ sere Sandschak⸗Armee, die von sehr überlegenen Streitkräften angegriffen wurde, mußte sich auf ihre Haupt⸗ stellungen an der Drina zurückziehen. Ein schrecklicher Schneesturm machte überall die Operationen sehr schwierig. Lebhafte Artilleriekämpfe auf allen Fronten.
Griechenland besteht auf seiner Neutralität.
Athen, 19. Nov.(Zens. Frkft.) Zuverlässig erfährt ein Berichterstatter der„Frkft. Ztg.“, daß die griechische Regierung angesichts der Gefahr des Uebertritts ser⸗ bischer Truppenver bände auf griechisches Territo⸗ rium zu einer entscheidenden Stellungnahme een ist. Der Minister des Aeußern erklärte gestern den Chefs der fremden Missionen, daß, wenn dieser
Fall eintrete, Griechenland in Wahrung seiner Neutralität die übertretenden serbischen Truppen sofort ent⸗ waffnen und bis zur Beendigung des Krieges in einem Konzentrationslager unterbringen würde. Griechenland müsse vermeiden, daß der Krieg auf sein Gebiet hinüber⸗
etragen wird. Die gesamten Ententemächte waren von diefer entschiedenen Erklärung des griechischen Kabinetts denkbar unangenehm berührt.
Paris, 19. Nov.(WDB Nichtamtlich.) Die griechische Gesandtschaft ist von ihrer Regierung beauftragt worden, die aus Rom stammenden phantastischen Nachrich⸗ ten über die Ankunft einer Mission von deutschen Offizieren in Athen zu dementieren. Die einzigen deutschen Offiziere, die nach Athen gekommen sind, sind der militärische Attachs der deutschen Gesandtschaft, von Falkenhausen, der von seinem Urlaub zurückgekehrt ist, der Gehilfe des Attachss, von Bülow und der zweite Militär⸗ attach Bruber. Diese Offiziere waren nicht Gegenstand anderer Aufmerksamkeiten, als die ihrer diplomatischen Eigenschaft zukommen. Es ist nicht richtig, daß die Be⸗ sichtigung des Lagers der Alliierten ihnen erleichtert wurde, noch daß sie in einem besonders intimen Verhältnis mit dem griechischen Generalstab ständen und funkentelegraphi⸗
sche Stationen in Griechenland eingerichtet hätten.
Besorgnisse über die Kriegslage im englischen Parlament.
London, 19. Nov(WTB Nichtamtlich.) Im Oberhaus stellte Lord Ribblesdale die Anfrage, ob die Regierung im⸗ stande sei, Mitteilungen über merkliche Fortschritte der . Operationen und politischen Pläne im nahen Osten zu machen. Er fragte, ob es richtig sei, daß Sir Charles Monro geraten habe, sich von den Dardanellen zurückzuziehen. Lord Landsdowne k weigerte sich, in diesem Augenblicke darauf zu antworten; eine derartige Antwort müßte auch eine Erklärung über den Zustand in Serbien umfassen,
der sich täglich verändere, und über die Lage in Grie chenland, die sehr verwickelt und, wie der Sprecher hinzufügen könne, beun⸗ ruhigend sei. Ebenso müßte man dabei Gallipoli und die ägyptische Frage berühren. Es sei nicht möglich, über diese Fragen getrennt von den anderen Kriegsschauplätzen zu sprechen. Die dem Bericht Monros e Ratschläge seien nicht ge⸗ nügend gewesen, um eine Entscheidung in dieser großen poli⸗ tischen Frage zu treffen. Darum sei Kitchener ersucht worden, nach dem Mittelmeer zu gehen. Lord Landsdowne k wies noch mit Nachdruck auf die Wichtigkeit des Kriegsrats in Paris hin und erinnerte an die Erklärung Asquiths über die Unabhängigkeit Serbiens. Zu Lord Co urtneys Friedensrede sagte er, daß der Augenblick nicht geeignet sei, über den Frieden zu sprechen.(Bei⸗ fall.) Das Land sei zu diesem gewaltigen Ringen gezwungen wor⸗ den, und es werde weder der materiellen Hilfsmittel, noch der moralischen Eigenschaften ermangeln, die es in den Stand fetzen
zu führen. b
London, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Im Unterhause antwortete Bonar Law auf verschiedene Anfragen, er hege mehr Hoffnung, als seit Monaten. Trotz der Ereignisse im nahen Osten ständen die Sachen, wenn man den Krieg als Ganzes betrachte, nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blickscheine. Ueber die ar da⸗ nellen sagte er, niemand fühle mehr als er den Ernst des Zustandes. Das Haus könne versichert sein, daß die Regierung bei dem, was sie getan hat und zu tun gedenke, sich nicht durch die Auffassung beeinflussen lasse, daß, wenn ein Fehler be⸗ gangen worden sei, bis zum Ende an ihm festgehalten werden müsse. Die Regierung werde sich ausschließlich daram halten, was die besten militärischen Sachversländigen für den verständigsten Weg erklären.
Lord Kitchener auf Gallipoli?
Bern, 19. Nov.(Zens. Frkft.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ meldet aus Athen, daß Lord Kitchener na zweitägigem Aufenthalt in Mudros nach Gallipoli ab⸗ gereist 12 5
Eine Verdächtigung der spanischen Neutralität.
Paris, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung des„Temps“ aus Madrid ist die äenglische Gefandt⸗ schaft davon überzeugt, daß die deutschen Unterseeboote in Pres Forcas verproviantiert werden. Die Meerenge von Gibraltar wird jetzt Tag und Nacht von Kriegsschiffen und Scheinwerfern äußerst scharf überwacht.* 0
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Die Kriegsanleihe in Oesterreich⸗ungarn.
Budapest, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Sämtliche Blätter stellen mit freudiger Genugtuung fest, daß das Zeichnungsergebnis der dritten Kriegsanleihe zwei Milliarden beträgt und um 900 Millionen das Er⸗ gebnis der zweiten Kriegsanleihe übersteigt. Die Beteili⸗ gung Oesterreichs und Deutschlands, die auf 200 Millionen geschätzt wird, wird als ein Zeichen des Vertrauens und der Sympathie rühmend hervorgehoben.
Der russische Landsturm zweiten Aufgebots.
Petersburg, 19. Nov.(WB. Nichtamtlich.) Hier wurde der gesamte Landsturm zweiten Aufgebots ein⸗ . Freiwillige sind aufgefordert worden, sich g melden.
Max Reinhardts deutsches Theater in Kristiania.
Kristiania, 19. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Max Rein⸗ 3 Deutsches Theater gab gestern als erste Vor⸗ stellung Strindbergs„Totentanz“ im Krrstianiaer Nationaltheater vor ausverkauftem Hause in Anwesenheit eines glänzenden Publikums, unter welchem die hervorragendsten literarischen und gesellschaftlichen Persönlichkeiten Norwegens ver⸗ treten waren. Obwohl im letzten Augenblick infolge der Erkran⸗ kung Hartmanns die angekündigte„Jedermann“ ⸗Vorstellung, der man mit größter Erwartung entgegensah, abgesagt werden mußte, war der Erfolg vom ersten Akt an durchschlagend. Das norwegif che Publikum, das mit Rein hardts Namen völlig andere Vorstellungen verband, war offensichtlich überrascht von der meisterlichen inner⸗ lichen Darstellung des Strindberg⸗Dramas. Paul Wegener, Rosa Bertens und vor allem Reinhardt felbst mußten nach jedem Auf⸗ tritt, besonders am Schluß, immer wieder erscheinen. Sigurd Ibsen war aufs tiefste von der Vorstellung erfüllt: sie war einer der stärksten Eindrücke seines Lebens. Norwegens hervorragend⸗ ster Theaterkritiker, Nils Kjaer, äußerte am Schluß, niemals im norwegischen Nationaltheater einen so großen und so verdienten
würden, den Kampf zu einem ehrenvollen, erfolgreichen Ausgange 5
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Erfolg erlebt zu haben, der um so bemerkenswerter sei, als l
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der Universität, die Chefredakteure der großen Blätter, zahlreiche
Vertreter von Kunst und Wissenschaft sowie Mitglieder der deut⸗
schen Kolonie teilnahmen.
5— Der Seekrieg. Bewaffnung französischer Mittelmeerdampfer?
aris, 19. Nov.(WDB.. Wie das Juni aus Marseille meldet, ha die! der Uebersee-Dampfer des Hafens Marseille in einer Sonder⸗ situng Maßnahmen erörtert, die zur Verteidigung gegen Unterseeboots⸗ Angriffe gnet scheinen. Die Kapitäne sind zu der Ansicht gelangt, daß im Mittel⸗ meer dieselben Abwehrmaßnahmen ergriffen werden soll⸗ ten, die in der Nordsee so gute e zeitigten. Die Kapitäne haben ferner den Marineminister um die Er⸗ mächtigung ersucht, Geschütze mit Bedienungs⸗ mannschaften zur Bekämpfung der Unterseeboote an Bord ihrer Schiffe nehmen zu dürfen.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 20. November 1915.
Totensonntagsgedanken.
Durch den Krieg ist der Gedanke an den Tod bei den Menschen häufiger geworden als zu gewöhnlichen Zeiten. Dieser Gedanke ist für viele Menschen das Grauenhafteste, was es für sie geben kann. Denn der Tod ist eine Tatsache, die ganz und gar erbarmungslos selbst den Widerspenstigsten zu der Erkenntnis zwingt, wie wertlos die Maßstäbe sind,
womit viele das Menschenleben messen, Reichtum, Macht,
Ehre usw. Wer nur solche Maßstäbe kennt, für den kann es freilich nichts Abschreckenderes geben als den Gedanken an den Tod, als Angehörige verlieren zu müssen im Kampf für das Vaterland, oder als selbst auf dem Schlachtfelde zu sterben. Was diesen Menschen das Wirklichste, Sicherste und Beste zu sein scheint, kann ja zerstört werden und wird
zerstört.
Wer aber das Leben mit anderen als solchen äußerlichen Maßstäben mißt, für den ist der Tod gar nichts so Schreckendes, sondern der Gedanke
daxan ist ihm etwas Erhebendes. Da wird ihm ver⸗ sichert und bestätigt, daß er mit Recht nicht glaubt an die Seligkeit durch Genuß, durch Reichtum, Ehre oder der⸗ gleichen. Willst du den Menschen sagen: Genießet; seid reich; habt Glück; sterbet nicht!? Das wäre Hohn, und erst recht in unserer Zeit wäre es Hohn. Etwas Dauerndes viel⸗ mehr braucht der Mensch, wenn er an einem Grabe steht, wenn er täglich bangt vor schlimmer Nachricht aus dem Felde, wenn ex in der Schlacht tausendfachen Tod um sich sieht. Dies bleibt ewig: Fürchte Gott! Tue Recht! Und das ist eben das Große in unserer Zeit, daß sie viele Men⸗ schen fester und entschiedener gemacht hat in dieser Lebens⸗ anschauung: Gottesfurcht und Rechttun. Und diese innere Festigung vieler wird bewiesen durch ihre Taten. Mögen andere immer noch in ihren Irrtümern verharren. Diese aber feiern, im Geiste vereint mit einen rechten Totensonntag. 8 e e e 5 Auszeichnung. Dem Feldunterarzt Franz Huzeng im Inf⸗Regt 905 352 wurde das Großh. Hel. Nele sanitätskreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. ** Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt bei der Offen⸗ 0 15 n am 25. September der Landsturmmann Georg AR eßen. 5 *r Die Rote„ 3. Hlafse erhielt Sckwester Irma Ra pp⸗ Gi 5 ** Von unserer Regimentskapelle im Felde. Obermusikmeister Löber sendet uns von der Front
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die Vortragsfolge eines in der Kirche zu M.. veranstal⸗
teten Konzerts ein, an dem die Regimentskapelle der 116er hervorragenden Anteil hatte und bei dem ein aus Ange⸗ hörigen 575 1. und 7. Kompagnie gebildeter rerchor sowie als Solist Musketier Goldschmidt 1/116 mitwirk⸗ ten. Die Kapelle spielte das„Großer Gott, wir loben dich“ in der Bearbeitung von Voigt; dann sang der Männerchor unter der Leitung des Hoboisten Müller zwei Volkslieder. Cellarius und Dietz brachten Einzelvorträge für Violine, Klavier und Oboe Das Konzert schloß mit dem Niederländischen Dankgebet, dessen dritter Vers von der Versammlung gemeinsam gesungen wurde. Am Kirchenausgang wurde eine Tellersammlung für freiwillige Gaben veranstaltet. Wie uns Obermusik⸗ meister Löber schreibt, soll deren ansehnlicher Betra dem Generalkommando des 18. Armeekorps 12 schlte tigen Zwecken überwiesen werden. Der Briefschreiber schließt mit dem Wunsche, daß es ihm und den 116ern vergönnt sein möge, bald siegreich in die liebe Garnison zurückzukehren. e Oberhessischer Verein für Innere Mission. Das Thema des Vortrags, den Herr Pfarrer Bechtols heimer bei der Jahresverfammlung des Oberhessischen Vereins für Innere Fefe am künftigen Mittwoch halten wird, lautet in genauerer Fassung:„Hat die evangellsche Kirche in 39 Kriege versagt?“ Der Redner wird dabei die namentlich durch tes Müller mit Bezug auf das Thema angeregten ernsten Bei dem am Abend des gleichen Tages folgenden Gottesdienst für Innere Mission(Predigt Herr Pfarrer Groth aus Rödgen) wird der Evangelische Kirchengesangverein mitwirken.
* Stadttheater. Morgen, Sonn Totenfestes keine Vorstellung statt, au Anlaß Theaterkasse und Bureau den ganzen Als Festvorstellung zu Großherzogs den 25. November,
bleiben aus diesem Tag geschlossen.— Geburtstag am Donnerstag,
wird zu einer Weihnachtsspende für unsere Krieger verwendet. Im Ober Anregung des Vorstandes morgen Sonntag ein Volks tag eingelegt. Der Eintritt beträgt nur 10 Gelegenheit geboten, die Gemälde, wel zum Teil nur noch morgen Sonntag ausgestellt und die der Stadt Gießen 1 Geschenk gemachte Sammlung der Dr.⸗Hans⸗Bock⸗Ge⸗ chtnis⸗Stiftung zu besichtigen. Die Ausstellung wird von 11 bis 4 Uhr nachmittags ununterbrochen geöffnet sein.
Von Montag ab bleibt die Ausstellung wegen teilweiser
drei Tage geschlossen. Seit Beginn der Ausstellung wurden verkauft sechs Aquarelle von Otto Jung und Franz und sechs Ra⸗
dte G Ob dorff zu Ehren Reinhardts einen glän⸗ sandte Graf erndo hr J
allen Gleichgesinnten,
beleuchten.— 4 findet wegen des
ist Heinrich Laubes Schauspiel„Die Karls⸗ schüler“ gewählt worden. Der Reinertrag dieser Vorstellung
hessischen Kunstverein ist auf N
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